Journal Onkologie

Metastasen

Prostatakarzinom
Ein Arzt im blauen Arztkittel hält in seiner rechten Hand mit weißen Handschuhen die Illustrazion einer Prostata mit kanzerösem Gewebe.
ASCO 2026

Neues Paradigma: Perioperative Intensivierung mit Apalutamid verbessert Krankheitskontrolle beim lokalisierten Hochrisiko-Prostatakarzinom

Etwa 75% der Prostatakarzinome (PC) sind bei der Diagnosestellung lokalisiert; 20% sind mit einem hohen Risiko assoziiert, gehen also – trotz radikaler Prostatektomie (RP) – mit erhöhtem Rückfallrisiko sowie höherer Mortalität einher. Nun zeigt die finale Analyse der Phase-III-Studie PROTEUS, dass die Einbeziehung des selektiven Androgenrezeptor-Inhibitors neuerer Generation Apalutamid zur Androgendeprivationstherapie (ADT) vor und nach der RP die pathologische Komplettremission und das metastasenfreie Überleben Betroffener mit lokalisierten oder lokal fortgeschrittenen Hochrisiko-Tumoren signifikant verbessert. Prof. Mary-Ellen Taplin vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston, MA, USA, stellte die praxisverändernden Daten in der Plenary Session der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 als Late Breaking Abstract vor (1).
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NSCLC
Langzeitüberleben unter Erstlinientherapie
Metastasiertes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (mNSCLC)

Langzeitüberleben unter Erstlinientherapie

Aktuelle 6-Jahres-Daten demonstrieren eine Chance auf ein Langzeitüberleben für mNSCLC-Patient:innen mit PD-L1-Expression < 1% unter der Kombination aus Nivolumab, Ipilimumab und 2 Zyklen Chemotherapie (CTx).  Die anhaltende Wirksamkeit zeigte sich durch eine Plateaubildung der Überlebenskurve, sodass nach 6 Jahren nach wie vor 20% der Patient:innen am Leben waren. Patient:innen mit Plattenepithel- oder Adenokarzinomen profitierten hierbei gleichermaßen.
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Prostatakarzinom
ARASEC-Studie bestätigt hohen klinischen Nutzen von Darolutamid + ADT und zeigt signifikanten Überlebensvorteil vs. ADT allein
Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom (mHSPC)

ARASEC-Studie bestätigt hohen klinischen Nutzen von Darolutamid + ADT und zeigt signifikanten Überlebensvorteil vs. ADT allein

Die Doublet-Therapie aus dem selektiven Androgenrezeptor-Antagonisten Darolutamid und Androgendeprivationstherapie (ADT) ist eine leitliniengerechte Behandlungsoption für Patienten mit mHSPC [1, 2]. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ARANOTE zeigte Darolutamid + ADT einen signifikanten Vorteil im radiologischen progressionsfreien Überleben (rPFS) gegenüber einer ADT-Monotherapie [3]. Nun bestätigen Daten der prospektiven US-amerikanischen Studie ARASEC – vorgestellt auf dem Kongress der American Urological Association (AUA) 2026 – die hohe Effektivität des gut verträglichen Darolutamid-Doublets und zeigen einen klinisch relevanten und signifikanten Vorteil im Gesamtüberleben (OS)* vs. ADT allein [4]. Grundlage der Analyse ist ein innovatives Studiendesign mit einem externen ADT-Kontrollarm aus der CHAARTED-Studie [5] und einer adjustierten Auswertung mittels strengen 1:1-Propensity-Score-Matchings zur Vergleichbarkeit der Patientengruppen [4].
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Kopf-Hals-Tumoren
Tislelizumab in der Erstlinie des rezidivierenden oder metastasierten Nasopharynxkarzinoms

Tislelizumab in der Erstlinie des rezidivierenden oder metastasierten Nasopharynxkarzinoms

Für Patient:innen mit rezidivierendem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (r/m NPC) sind die Überlebensaussichten unter alleiniger Chemotherapie (CTx) begrenzt. Der immunonkologische Ansatz gewinnt daher zunehmend an Bedeutung: Mit Tislelizumab steht nun ein gezielt entwickelter Anti-PD-1-Antikörper zur Verfügung, der die Erstlinienbehandlung (1L) des r/m NPC entscheidend erweitert [1, 2].
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Kolorektales Karzinom
Diagnostische und therapeutische Leitlinienempfehlungen in der Versorgungsrealität
Metastasiertes Kolorektalkarzinom (mCRC)

Diagnostische und therapeutische Leitlinienempfehlungen in der Versorgungsrealität

In der Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC) steht eine konsequente Molekulardiagnostik und eine biomarkergestützte Therapie, abhängig von der Primärtumorlokalisation im Fokus internationaler und nationaler Leitlinienempfehlungen [1-3]. Wie diese Empfehlungen in Deutschland umgesetzt werden und welchen Einfluss dies auf den Therapieerfolg haben kann, zeigen aktuelle Daten der Registerstudie AIO-KRK-0424/ass [4]. Speziell für die Zweitlinie bei BRAFV600E-mutiertem mCRC stützen zudem Phase-III- und prospektive Real-World-Daten für die duale zielgerichtete Kombination aus dem BRAF-Inhibitor Encorafenib + Cetuximab einen leitliniengerechten Therapieansatz [5, 6].
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Medizin
Metastasierungsmechanismus entschlüsselt

Metastasierungsmechanismus entschlüsselt

Metastasen sind bei vielen Krebsformen ein zentrales Problem. Als Abkömmlinge des Primärtumors können sie in entfernten Organen wachsen und sind oft schwer erkennbar. Ein Forschungsteam am Institut für Genetik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun molekulare Mechanismen entdeckt, die die Ansiedlung von Krebszellen in anderen Geweben ermöglichen können. Die Ergebnisse stellt das Team um Dr. Tobias Reiff in der Fachzeitschrift Nature Communications vor.
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Mammakarzinom
Empfehlungen der AGO Kommission Mamma
State of the Art Meeting 2026

Empfehlungen der AGO Kommission Mamma

Im März stellte die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) wie jedes Jahr ihre aktualisierten Empfehlungen zur Therapie des Mammakarzinoms beim State of the Art Meeting in Frankfurt am Main vor. In folgendem Bericht mit dem Fokus Systemtherapie finden Sie eine Zusammenfassung wichtiger neuer Empfehlungen. Die umfangreichsten Änderungen betrafen das metastasierte Mammakarzinom (mBC).
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Mammakarzinom
Eine Frau, die ein weißes Hemd trägt, erhält eine Strahlentherapie. Links neben ihr steht ein junger Arzt mit Bart, der einen weißen Arztkittel trägt.
Interview mit Prof. Mark De Ridder, Brüssel

Gemeinsam höhere Standards in der Strahlentherapie erreichen

Prof. Dr. Mark De Ridder ist CEO am Universitair Ziekenhuis (UZ) Brüssel und leitet dort die Abteilung für Radioonkologie. In dieser Funktion setzt er sich für den Einsatz fortschrittlicher Technologien und für höchste Standards in der Strahlentherapie ein. Im Folgenden spricht er über die Vorteile und Herausforderungen stereotaktischer Radiochirurgie und extrakranieller stereotaktischer Radiotherapie, die Rolle der Technologie in diesem Zusammenhang und den Stellenwert internationaler Netzwerke bei der Weiterentwicklung von Krebstherapien.
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Medizin
Metastasen können weitere Metastasen bilden

Metastasen können weitere Metastasen bilden

Metastasen galten lange Zeit als relativ „passiv". Hatten sie sich einmal in einem Organ angesiedelt, so die gängige Annahme, wuchsen sie dort lokal weiter, ohne selbst neue Metastasen zu bilden. Eine aktuelle Studie der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Regensburg und der Universität Erlangen widerlegt diese Vorstellung nun eindeutig. Die Forschungsteams zeigen erstmals, dass sich bestimmte Metastasen innerhalb eines Organs weiter ausbreiten können, während andere dazu nicht in der Lage sind.
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine junge Krebspatientin mit Haarverlust, die ein türkises T-Shirt trägt und auf einem Hometrainer trainiert.
Serie: Supportive Therapien – Teil 1

Bewegung als Therapieform

Eine ganze Reihe epidemiologischer und präklinischer Studien beschreibt positive Effekte von körperlicher Aktivität bei Krebs. Komplexe Mechanismen und deren Effektoren wie Myokine sind hauptsächlich in vitro untersucht, bieten aber Ansatzpunkte für eine therapieunterstützende Wirkung. Untersuchungen auf physiologischer Ebene unterstützen die Entwicklung gezielter Bewegungstherapien für onkologische Patient:innen.
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Endokrine Tumoren
Das Foto zeigt einen kleinen Jungen von etwa 3-4 Jahren mit einem grünen T-Shirt mit langen Ärmeln, dem ein Arzt mit blauen Handschuhen einen venösen Zugang legt.Zugang

Nebennierenrindenkarzinome im Kindesalter – ein Überblick

Adrenokortikale Karzinome (ACC) im Kindesalter sind seltene, hochmaligne Tumoren der Nebennierenrinde mit einer Inzidenz von nur 0,2-0,3 Fällen pro 1 Million Kinder und Jugendliche jährlich. Die Erkrankung tritt meist im Kleinkind­alter oder nach der Pubertät auf und ist – im Gegensatz zum Auftreten bei erwachsenen Patient:innen – fast immer hormonaktiv. Die Prognose hängt stark vom Stadium und der Möglichkeit einer vollständigen Tumorresektion ab. Während die chirurgische Entfernung die zentrale Therapie darstellt, bleibt die systemische Behandlung mit Mitotane und Chemotherapie eine Herausforderung. Im Folgenden werden Diagnostik und derzeitige Therapiestrategien sowie neue Behandlungsansätze vorgestellt.
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Sarkome
Auf dem Foto sieht man eine Wirbelsäule und mit einer Lupe wird eine Neoplasie der Wirbelsäule angezeigt.

Präklinische Daten eröffnen neue therapeutische Angriffspunkte bei Chordomen

Das Chordom, eine seltene Neoplasie der Wirbelsäule und Schädelbasis, stellt aufgrund begrenzter systemischer Therapieoptionen nach wie vor eine erhebliche klinische Herausforderung dar. Eine aktuelle präklinische Studie zeigt nun, dass der Transkriptionsfaktor TBXT (Brachyury), ein zentraler Treiber der Tumorentstehung, mithilfe von designed ankyrin repeat proteins (DARPins) gezielt blockiert werden kann. Dies führte in Chordomzellen zu einer deutlichen Hemmung des Tumorwachstums sowie zu Anzeichen von Seneszenz und Differenzierung. Auf Basis dieser Ergebnisse könnten gezielte Therapien entwickelt werden. Darüber hinaus deuten sie auf eine potenzielle Empfindlichkeit gegenüber Januskinase-2 (JAK2)-Inhibitoren hin.
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Urothelkarzinom
Eine Ärztin hält mit der linken Hand ein Modell des Blasenorgans, dazu sieht man mehrere virtuelle medizinische Symbole.
Häufiger Abfall der membranären NECTIN-4-Expression in Metastasen

Implikationen für die Enfortumab Vedotin-Therapie des Urothelkarzinoms

Die Einführung des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats (ADC) Enfortumab Vedotin (EV) stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Therapie des metastasierten Urothelkarzinoms (mUC) dar. EV richtet sich gegen das Zelladhäsionsmolekül NECTIN-4, das zunächst als ubiquitär exprimiertes Ziel galt. Zunehmende unabhängige Studien widerlegen jedoch diese Annahme und zeigen eine heterogene Expression von NECTIN-4 mit einer Subgruppe von mindestens 30%, die keine oder nur eine geringe membranäre Expression aufweisen. Zudem gibt es Evidenz, dass die membranäre Expression im Verlauf der Metastasierung abnimmt und mit einem verkürzten progressionsfreien Überleben (PFS) unter EV-Therapie korreliert. Dieser Beitrag betont die zentrale Bedeutung der membranären NECTIN-4-Expression in UC-Metastasen und unterstreicht die Notwendigkeit einer präzisionsonkologischen Strategie. Wir plädieren dafür, den NECTIN-4-Expressionsstatus künftig vor Beginn einer EV-Therapie systematisch zu berücksichtigen, um den therapeutischen Nutzen zu optimieren, Patient:innen mit geringer Erfolgsaussicht frühzeitig zu identifizieren und ihnen gegebenenfalls alternative Behandlungsoptionen zu eröffnen – mit dem Ziel, die Versorgung individuell zu personalisieren.
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Kopf-Hals-Tumoren

sEVs programmieren Makrophagen um und fördern die Metastasenbildung bei HNSCC

Warum metastasieren Kopf-Hals-Tumoren (HNSCC) so häufig? Eine aktuelle Studie liefert neue Antworten: Kleine extrazelluläre Vesikel (sEVs) aus dem Plasma von HNSCC-Patient:innen beeinflussen das Tumormikromilieu, programmieren Makrophagen in einen tumorfördernden Phänotyp um, schwächen die Immunantwort durch Hemmung zytotoxischer T-Zellen und fördern die Migration von Tumorzellen. Damit rücken sEVs und Tumor-assoziierte Makrophagen (TAMs) in den Fokus potenzieller neuer Therapieansätze.
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