Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 193

In der Phase-III-Studie JAVELIN Bladder 100 konnte bei Patient:innen mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom (aUC) ohne Krankheitsprogress nach einer platinbasierten Erstlinien-Chemotherapie eine signifikante Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit (OS) und des progressionsfreien Überlebens (PFS) unter der Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Avelumab + BSC (Best Supportive Care) im Vergleich zu BSC allein nachgewiesen werden. Das Sicherheitsprofil der Avelumab-Erstlinien-Erhaltungstherapie entsprach dem früherer Avelumab-Monotherapiestudien, wobei keine neuen Sicherheitssignale festgestellt wurden. Die von den Patient:innen berichteten Ergebnisse (patient reported outcomes, PROs) der Studie zeigten auch, dass die Zugabe von Avelumab zu BSC keine nachteiligen Auswirkungen auf die Lebensqualität hatte. Die Studienergebnisse führten dazu, dass die Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Avelumab in verschiedenen Ländern weltweit akzeptiert und in die internationalen Leitlinien als Standardbehandlung für Patient:innen mit aUC aufgenommen wurde.
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Hämatologie
 3 Min|

Selinexor, Bortezomib und Dexamethason bei Patient:innen mit Lenalidomid-refraktärem Multiplen Myelom

Eine Analyse der Subgruppen der Phase-III-Studie BOSTON (1) zeigt bei Patient:innen mit Lenalidomid-refräktärem Multiplen Myelom (r/r MM) eine signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung von progressionsfreiem (PFS) und Gesamtüberleben (OS) sowie höhere Ansprechraten mit Selinexor, Bortezomib und Dexamethason (SVd) im Vergleich zu Bortezomib und Dexamethason (Vd).
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Hämatologie
 2 Min|

Polycythaemia vera: HU-Resistenz/-Intoleranz erkennen und frühzeitig Therapieumstellung einleiten

Patient:innen mit Polycythaemia vera (PV) haben nicht nur ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko, sondern leiden auch an vielfältigen Symptomen, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Bei Erkrankten, die resistent oder intolerant gegen eine zytoreduktive Primärtherapie mit Hydroxyurea (HU) werden, kann eine rechtzeitige Umstellung auf eine Zweitlinientherapie mit dem JAK-Inhibitor Ruxolitinib die Outcomes der Patient:innen verbessern. Das betonten Expert:innen bei einem Symposium im Rahmen der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2023.
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Mammakarzinom
 3 Min|

Metastasiertes HR-positives Mammakarzinom: Was kommt nach dem Erstlinienstandard?

Endokrin-basierte Kombinationstherapien mit CDK4/6-Inhibitor sind heute Erstlinienstandard in der Therapie des metastasierten Hormonrezeptor(HR)-positiven Mammakarzinoms. Zukünftige Entwicklungen, Möglichkeiten zur Optimierung der endokrinen Therapie im Laufe der fortschreitenden Erkrankung sowie neue Substanzen und Biomarker diskutierten Experten bei einem Satellitensymposium beim jährlichen Brustkrebskongress der ESMO.
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Hämatologie
 25 Min|

Stellenwert der MRD-Diagnostik vor und nach allogener Stammzelltransplantation bei akuten Leukämien

Die prognostische Relevanz der MRD (measurable residual disease)-Diagnostik bei Patient:innen mit akuten Leukämien nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Wenngleich die MRD-Bestimmung bereits (u.a. bei der akuten lymphatischen Leukämie, ALL) den Weg in die Routinediagnostik zur verbesserten individualisierten Risikostratifizierung gefunden hat, stellt die Biologie der Erkrankung (u.a. Polyklonalität und klonale Evolution) zusammen mit technischen Aspekten (Standardisierung, Qualitätssicherung) eine Herausforderung dar. Komplementäre technische Methoden (z.B. next generation sequencing, NGS/Durchflusszytometrie (multicolored flow cytometry, MFC)) können in dieser Hinsicht von Bedeutung sein. Die MRD-getriggerten peri- (z.B. optimale Spenderauswahl und Konditionierung) und post-transplantären Strategien (z.B. zielgerichtete Erhaltungstherapien, Spenderlymphozyten/Donorlymphozyten-Infusionen, DLI) sind zwar mit vielen offenen Fragen verbunden, werden aber sicherlich an Bedeutung zunehmen und eine weitere Optimierung der Ergebnisse der allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT) erlauben.
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Hämatologie
 12 Min|

Aktuelles zum Mantelzell-Lymphom: Die Erstlinientherapie ist in Bewegung

Die therapeutische Landschaft entwickelt sich beim Mantelzell-Lymphom (MCL) schnell. Trotzdem bleibt die Therapie eine Herausforderung. Während bis vor kurzem aktuelle Firstline-Ansätze immer noch auf Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation (autoSCT) basierten, ist der BTK-Inhibitor Ibrutinib aufgrund der Daten der TRIANGLE-Studie nun in die erste Therapielinie aufgestiegen – ein Schwerpunkt dieser Übersicht liegt auf der Erörterung dieser Daten (1).
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Prostatakarzinom
 16 Min|

Prostatakarzinom: Was ist neu in der WHO-Klassifikation 2022?

Die 5. Auflage der WHO-Klassifikation der Tumoren der Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane enthält mehrere Aktualisierungen zur Einteilung und Diagnose des Prostatakarzinoms sowie Fortschritte bei der Beurteilung seiner Prognose. Zu den bemerkenswertesten Aktualisierungen gehören die Umstrukturierung des Inhalts und die Einführung eines neuen Formats, die Standardisierung der Mitosezahlen, der genomischen Nomenklaturen und der Längeneinheiten, eine verfeinerte Definition der Begriffe „Variante“, „Subtyp“ und „histologisches Muster“, die Neueinstufung der prostatischen intraepithelialen Neoplasie (PIN) als Subtyp des prostatischen azinären Adenokarzinoms und die Anerkennung des behandlungsbedingten neuroendokrinen Prostatakarzinoms als eigenständige Tumorart. Die ungeklärten Fragen im Zusammenhang mit der Einstufung des intraduktalen Prostatakarzinoms und der Indikationsstellung zum tertiären Gleason-Muster, die Definition und prognostische Bedeutung des kribriformen Wachstumsmusters und die molekulare Pathologie des Prostatakrebses werden ebenfalls in dieser Übersicht behandelt.
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ZNS-Tumoren
 10 Min|

Gliome – heterogen und therapeutisch herausfordernd

Gliome sind die häufigsten primären Hirntumoren bei Erwachsenen. Die aktuelle WHO-Klassifikation 2021 unter­scheidet Gliome Grad 1-4, basierend auf histologischen und molekularen Kriterien, wie IDH, ATRX und 1p/19q-Codeletion (LOH 1p/19q). Erstes therapeutisches Ziel bei allen Gliomen ist eine maximal mögliche Resektion, ohne Verschlechterung des neurologischen Zustands. Nur bei WHO-Grad 1 Gliomen kann eine alleinige Resektion kurativ sein. Höhergradige Gliome sind durch infiltrierendes Wachstum charakterisiert, sodass postoperativ Radiotherapie und Chemotherapie, insbesondere mit dem Alkylans Temozolomid (TMZ) indiziert sind. Die Hypermethylierung des Reparaturenzyms O6-Methyl­guanin-Methyltransferase (MGMT) gilt als prädikativer Faktor der TMZ-Therapie beim Glioblastom. Als nicht-invasive Technik gilt hier auch eine Therapie mit Tumor Treating Fields (TTFields) als Option. Für IDH-mutierte Gliome werden IDH-spezifische Therapien entwickelt und der Einfluss des Onkometaboliten 2-Hydroxyglutarat (2-HG) auf das Tumor­microenvironment untersucht.
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Entitätsübergreifend
 18 Min|

Kinderwunsch zunehmend wichtiges Thema in den Survivorship-Sprechstunden ehemaliger Krebspatient:innen

Maßnahmen zur Erhaltung der Fertilität vor einer gonadotoxischen Therapie gewinnen aufgrund steigender Überlebensraten bei Kindern und Jugendlichen mit Krebs zunehmend an Bedeutung. Zu den Möglichkeiten fertilitätserhaltender Maßnahmen (FP) gehören die Kryokonservierung von Oozyten oder Sperma bei postpubertären Jugendlichen oder von Keimzellgewebe des Hodens oder Ovars bei präpubertären Kindern. Bei der Durchführung von FP steht immer das individuelle Risiko der einzelnen Patient:innen im Vordergrund, das abhängig ist von der Grundkrankheit, dem Stadium, dem Therapieprotokoll, der Dringlichkeit des Behandlungsstartes und dem Alter der Betroffenen. Seit dem 1. Juli 2021 werden bei Patient:innen über 18 Jahren die Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder von Keimzellgewebe sowie die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen durch die Krankenkassen finanziert. Über die Kostenübernahme für pädiatrische Patient:innen wird derzeit noch beraten. Eine langfris­tige und interdisziplinäre Nachsorge, die u.a. sensible Themen wie Kinderwunsch beinhaltet, sollte jedem Kind und Jugendlichen nach einer gonadotoxischen Therapie zur Verfügung stehen.
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BNGO
 14 Min|

Aktuelle Daten vom 11. BNGO-Hauptstadtkongress

Der diesjährige BNGO-Hauptstadtkongress fand am 9. und 10. Juni live in Berlin statt. Die rund 200 Teilnehmer:innen informierten sich über neue Studiendaten – der ASCO-Kongress war gerade zu Ende gegangen – und die Vorträge dazu waren folglich besonders spannend und aktuell. Was war relevant beim ASCO für die gynäko-onkologische Praxis in der Niederlassung? Welchen praktischen und gesundheitspolitischen Herausforderungen müssen sich die BNGO-Mitglieder stellen? Dies und vieles mehr wurde in dem zweitägigen Kongress präsentiert und diskutiert.
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d-uo
 7 Min|

Erstlinientherapie des mRCC mit guter Prognose – Kombination oder doch Monotherapie?

Zur diesjährigen Jahrestagung der amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO) wurden neue Daten zum metas­tasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) präsentiert. Während die Daten der Phase-III-Studien in der Erstlinientherapie mit Nachbeobachtungszeiten von 3, 4 bzw. 5 Jahren die Überlegenheit der Kombinationen aus Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) und Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) für Patient:innen in der intermediären und schlechten Prognosegruppe bestätigen, gibt es in der guten Prognosegruppe keinen Überlebensvorteil gegenüber einer TKI-Monotherapie. Dies führt nun endgültig zur Frage, ob die bestehenden Therapieempfehlungen überarbeitet werden sollten.
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Urologische Tumoren
 10 Min|

AUO-Studienaktivitäten in der Uro-Onkologie

Bereits seit Gründung der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie (AUO) der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. in den 90er Jahren war eine Hauptaufgabe der AUO die Förderung von Studien in der Uro-Onkologie. Hierfür unternimmt die AUO verschiedene Anstrengungen, um die Durchführung von qualitativ hochwertigen Studien im Indikationsgebiet zu fördern und zu beschleunigen. So unterzieht die AUO ihr eingereichte Studienprotokolle und -entwürfe einer Kurz­begutachtung. Bei positivem Ergebnis der Kurzbegutachtung wird die Studie durch die AUO aktiv gefördert. Hierzu zählt die Publikation von Studienvorstellungen in einschlägigen Medien genauso wie die Präsentation der Studien auf der AUO-Homepage, zusätzlich werden diese in ihrer aktiven Phase in Bezug auf die Rekrutierung durch die AUO begleitet. Aus den somit gewonnenen Zahlen kann die AUO für künftig neu eingereichte Studien gezielte Zentren-Empfehlungen abgeben, sodass es den Sponsoren der Studien leichter fällt, für ihre Studie Studienzentren zu finden. Alle Maßnahmen der AUO hierbei zielen darauf ab, für eine schnelle Rekrutierung in qualitativ hochwertige Studien zu sorgen und somit für eine ­bessere medizinische Versorgung der Patienten von morgen auf Grundlage von evidenzbasierter Medizin einzutreten.
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Gastrointestinale Tumoren
 3 Min|

Bedeutung der Immuntherapie bei gastrointestinalen Tumoren wächst

Die Immuntherapie erlangt bei gastrointestinalen Tumoren immer mehr an Bedeutung. Sie ist als Monotherapie oder in Kombination mit einer Chemotherapie wirksam. Der Biomarker dMMR/MSI-h ist ein Prädiktor für eine erfolgreiche Immuntherapie. Über aktuelle Trends sprachen Prof. Heiner Wedemeyer, Hannover, und Prof. Dirk Arnold, Hamburg, beim 2. Expert Summit on GI-Oncology.
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Medizin
 4 Min|

Magenkarzinom: EMA akzeptiert Zulassungsantrag für Zolbetuximab

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat den Zulassungsantrag für Zolbetuximab zur regulatorischen Prüfung angenommen. Zolbetuximab ist ein in klinischer Prüfung befindlicher, „first-in-class“ monoklonaler Antikörper gegen Claudin 18.2 (CLDN18.2) zur Erstlinienbehandlung von Patient:innen mit lokal fortgeschrittenem, nicht resezierbarem oder metastasiertem HER2-negativem und CLDN18.2-positivem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ). Im Falle einer Zulassung wäre Zolbetuximab die erste auf CLDN18.2 zielende Therapie, die in Europa für diese Patient:innen zur Verfügung steht. Die positive Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA zur Zulassung und die anschließende Entscheidung der Europäischen Kommission (EC) werden im Jahr 2024 erwartet.
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