Journal Onkologie

Bestrahlung

Sarkome
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Weichgewebesarkom in Muskel in Bein

Grundlagen der interdisziplinären Behandlung von Weichteilsarkomen des Körperstamms und der Extremitäten

Weichteilsarkome (WTS) des Körperstamms und der Extremitäten sind seltene, biologisch heterogene Tumoren, deren optimale Behandlung ein spezialisiertes, interdisziplinäres Vorgehen erfordert. Dieser Übersichtsartikel stellt aktuelle evidenzbasierte Aspekte der Diagnostik, Therapie und Nachsorge dar. Schwerpunkte sind die leitliniengerechte Bildgebung, die histopathologische und molekulargenetische Charakterisierung sowie multimodale Therapiekonzepte aus Chirurgie, Strahlentherapie und systemischer Behandlung. Für eine optimale Therapie, den Funktionserhalt und eine möglichst gute Prognose sind zertifizierte Sarkomzentren und interdisziplinäre Tumorboards von zentraler Bedeutung.
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Sarkome
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Arzt mit Stethoskop hält Tablet-Computer in Hand, auf dem Leitlinie steht.

Neue europäische Leitlinie zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand

Mit der Veröffentlichung der ersten klinischen Praxisleitlinie der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand [1] liegt erstmals eine europaweit umfassende, evidenzbasierte und international abgestimmte Empfehlung für diesen Bereich vor. Die Leitlinie wurde durch ein internationales Expertengremium unter Einbeziehung von Spezialist:innen aus Europa und Nordamerika erarbeitet und durch die American Society for Radiation Oncology (ASTRO) unterstützt. Ziel der Leitlinie ist es, eine strukturierte und praxisnahe Orientierung für die Indikationsstellung, Planung und Durchführung der Strahlentherapie zu geben. Grundlage bilden eine systematische Literaturrecherche sowie ein konsentierter Expertenprozess, in dem insgesamt 13 klinisch relevante Schlüsselfragen definiert und beantwortet wurden.
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Sarkome
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Computertastatur mit einem Knopf für "angiosarcoma of the breast"

Postradiogene Sarkome und Angiosarkome

Angiosarkome sind seltene, hochmaligne Weichgewebesarkome endothelialen Ursprungs mit ausgeprägter Metastasierungsneigung und insgesamt ungünstiger Prognose. Postradiogene Sarkome (PRS) stellen eine seltene, aber klinisch relevante Spätkomplikation nach Strahlentherapie dar und gewinnen aufgrund steigender Langzeitüberlebensraten von Patient:innen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere das postradiogene Angiosarkom der Brust tritt typischerweise mehrere Jahre nach Radiotherapie auf und ist durch diagnostische Verzögerungen sowie therapeutische Herausforderungen gekennzeichnet. Die Therapie basiert primär auf einer radikalen chirurgischen Resektion, während systemische Therapien ergänzend eingesetzt werden können. Die Patient:innen profitieren von einer frühzeitigen Behandlung in spezialisierten Sarkomzentren.
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Medizin
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FET-PET und MRT gleichwertig bei Bestrahlung von Glioblastom-Rezidiven

Eine präzise Bestrahlungsplanung ist entscheidend beim rezidivierten Glioblastom. Die deutsche, multizentrische GLIAA-Studie zeigte erstmals die Gleichwertigkeit von FET-PET sowie kontrastmittelverstärkter T1-MRT: Die Bestrahlungsvolumina, das mediane progressionsfreie Überleben (4,0 vs. 4,9 Monate) und die lokale Tumorkontrolle nach einem Jahr (22% vs. 20%) unterscheiden sich nicht signifikant. Die stereotaktische Re-Bestrahlung war gut verträglich. Die Ergebnisse bestätigen die Planungsqualität beider Verfahren und liefern Evidenz für die Rezidivtherapie.
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Mammakarzinom
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Eine Frau, die ein weißes Hemd trägt, erhält eine Strahlentherapie. Links neben ihr steht ein junger Arzt mit Bart, der einen weißen Arztkittel trägt.
Interview mit Prof. Mark De Ridder, Brüssel

Gemeinsam höhere Standards in der Strahlentherapie erreichen

Prof. Dr. Mark De Ridder ist CEO am Universitair Ziekenhuis (UZ) Brüssel und leitet dort die Abteilung für Radioonkologie. In dieser Funktion setzt er sich für den Einsatz fortschrittlicher Technologien und für höchste Standards in der Strahlentherapie ein. Im Folgenden spricht er über die Vorteile und Herausforderungen stereotaktischer Radiochirurgie und extrakranieller stereotaktischer Radiotherapie, die Rolle der Technologie in diesem Zusammenhang und den Stellenwert internationaler Netzwerke bei der Weiterentwicklung von Krebstherapien.
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Gynäkologische Tumoren
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Auf deinem Tablet mit schwarzen Rand und blauen Hintergrund steht englisch Vulvar Cancer und es sind noch ein Stethoskop, ein Handy und Tabletten zu sehen..

Primäre Radiochemotherapie
beim fortgeschrittenen Vulvakarzinom

Das fortgeschrittene Vulvakarzinom stellt aufgrund der anatomischen Gegebenheiten und der häufig hohen Komorbiditätslast der meist älteren Patientinnen eine besondere therapeutische Herausforderung dar. Während die primäre Operation in frühen Stadien den Therapiestandard bildet, ist sie bei lokal fortgeschrittener Erkrankung häufig mit erheblicher Morbidität verbunden oder nicht möglich. In diesen Situationen hat sich die primäre Radiochemotherapie (RCT) als effektive, organerhaltende Behandlungsoption etabliert. Der vorliegende Übersichtsartikel fasst die aktuelle Evidenz zur primären RCT beim fortgeschrittenen Vulvakarzinom zusammen und beleuchtet insbesondere Überlebensdaten, Dosiskonzepte und die Rolle der simultanen Chemotherapie.
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Entitätsübergreifend
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Mediziner mit Schild Diagnostik Therapie und Nachsorge

Langzeitnachsorge junger erwachsener Krebsüberlebender

Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
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Entitätsübergreifend
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Eine junge Krebspatinetn mit braunem Tuch und dem Kopf und blauem Pulli sitzt auf einem Sofa und lächelt in die Kamera.

Beschleunigte Alterung bei Krebsüberlebenden: Chronische Erkrankungen treten früher auf

Krebstherapien im Kindes- und Jugendalter haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Heute überleben mehr als 85% der jungen Patient:innen mindestens 5 Jahre nach der Diagnose. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters sehen sich die Überlebenden jedoch erhöhten Risiken für Zweitkrebserkrankungen, kardiovaskuläre Ereignisse und andere behandlungsbedingte Spätfolgen gegenüber. Eine wegweisende Simulationsstudie beleuchtet nun erstmals systematisch das Phänomen der „beschleunigten Alterung“ bei über 22.000 Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter.
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Entitätsübergreifend
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Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin Testergebnisse auf einem Tablet-Bildschirm bei einem Termin im Onkologiezentrum erklärt.
Podcastserie O-Ton Onkologie

Langzeit-Nachsorge für junge Krebsüberlebende

Junge Krebsüberlebende im Alter von 15-39 Jahren – die sog. AYAs (Adolescents and Young Adults) – benötigen eine spezifische Nachsorge, da sie nach intensiven Therapien ein erhöhtes Risiko für Langzeitfolgen haben. Dr. Katharina Egger-Heidrich, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Uniklinik Dresden, stellt in dieser Podcast-Folge innovative Betreuungskonzepte und evidenzbasierte Empfehlungen für diese oft vernachlässigte Patientengruppe vor.
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Entitätsübergreifend
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Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin mit organgefarbenem T-Shirt und Kopftuch emotionale Unterstützung bietet.
Podcastserie O-Ton Onkologie

S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“

Die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ wurde umfassend überarbeitet, da sie ein zentraler Baustein in der Krebsbehandlung ist und sich die Therapielandschaft seit der letzten Version von 2022 erheblich verändert hat. Dr. Franziska Jahn, Universitätsklinikum Halle/Saale, die maßgeblich an der Entwicklung der aktuellen Leitlinie beteiligt war, beleuchtet in der Podcast-Serie „O-Ton Onkologie“ die Bedeutung der supportiven Therapie und fasst die wichtigsten Neuerungen der Leitlinie zusammen.
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Medizin
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Darmreparatur durch Immunzellen nach Krebsbehandlung

Darmreparatur durch Immunzellen nach Krebsbehandlung

Regulatorische T-Zellen (Tregs), eine Untergruppe von Immunzellen, gelten normalerweise als „Friedenswächter“, die eine Überreaktion des Immunsystems verhindern. Überraschenderweise zeigt eine neue Studie, veröffentlicht in Signal Transduction and Targeted Therapy, dass Tregs Entzündungssignale nutzen, um nach einer Krebstherapie Reparaturprozesse zu starten [1]. Die von der LIT-Kooperationsgruppe „Innate Immunstimulation bei Krebs und Transplantationen“ mit der Klinik und Poliklinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie der TU München (TUM) durchgeführte Untersuchung zeigt, wie das Immunsystem verwendet werden kann, um die Darmschleimhaut zu regenerieren und das Überleben zu verbessern.
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Sarkome
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Auf dem Foto sieht man eine Wirbelsäule und mit einer Lupe wird eine Neoplasie der Wirbelsäule angezeigt.

Präklinische Daten eröffnen neue therapeutische Angriffspunkte bei Chordomen

Das Chordom, eine seltene Neoplasie der Wirbelsäule und Schädelbasis, stellt aufgrund begrenzter systemischer Therapieoptionen nach wie vor eine erhebliche klinische Herausforderung dar. Eine aktuelle präklinische Studie zeigt nun, dass der Transkriptionsfaktor TBXT (Brachyury), ein zentraler Treiber der Tumorentstehung, mithilfe von designed ankyrin repeat proteins (DARPins) gezielt blockiert werden kann. Dies führte in Chordomzellen zu einer deutlichen Hemmung des Tumorwachstums sowie zu Anzeichen von Seneszenz und Differenzierung. Auf Basis dieser Ergebnisse könnten gezielte Therapien entwickelt werden. Darüber hinaus deuten sie auf eine potenzielle Empfindlichkeit gegenüber Januskinase-2 (JAK2)-Inhibitoren hin.
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Kopf-Hals-Tumoren
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Das Foto zeigt einen OP-Raum, in dem ein ein Arzt im grünen Kittel einen Patienten intubiert.

Atemwegsmanagement bei Tumoren der Mundhöhle

Laut den Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts nehmen Karzinome der Mundhöhle in Deutschland bei Frauen Platz 14 (1,8%) und bei Männern Platz 9 (3,5%) aller Krebserkrankungen ein. Das Atemwegsmanagement bei Patient:innen mit Karzinomen der Mundhöhle kann durch lokale, tumorbedingte anatomische Veränderungen erschwert werden. Weitere Einflussfaktoren sind eine neoadjuvante Strahlentherapie, patientenindividuelle Komorbiditäten, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) sowie ein hohes Lebensalter. Diese Faktoren können mit einer verminderten Mobilität, insbesondere einer eingeschränkten Mundöffnung, Zungenbeweglichkeit und Kopfreklination, einhergehen. Eine sorgfältige präoperative Evaluation ist daher essenziell, um Patient:innen mit einem potenziell schwierigen Atemweg zu identifizieren und Komplikationen beim Atemwegsmanagement zu vermeiden.
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Medizin
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„World Radiotherapy Awareness Day“: Strahlentherapie als wichtige Säule der Krebstherapie allen zugänglich machen

„World Radiotherapy Awareness Day“: Strahlentherapie als wichtige Säule der Krebstherapie allen zugänglich machen

Mit dem „World Radiotherapy Awareness Day“, der am 7. September stattfand, soll auf die entscheidende Rolle der Strahlentherapie in der Krebstherapie hingewiesen werden sowie auf die Tatsache, dass es in vielen Ländern eine gravierende radioonkologische Unterversorgung gibt. So könnten laut Einschätzung der Initiatoren mit einer verbesserten Versorgung etwa eine Millionen Menschenleben gerettet werden. In Deutschland sind die Versorgungsstrukturen zwar sehr gut ausgebaut, dennoch werden nicht immer alle Patient:innen, für die eine Strahlentherapie eine gleichwertige Therapiealternative darstellt, ausreichend über diese Behandlungsoption informiert.
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