Journal Onkologie

Aktuelles

Gesundheitspolitik

Hat die Zuckersteuer jetzt eine Chance?

Eine Steuer von einigen Cent auf stark gezuckerte Limonaden und Colas? Dafür werben Medizinexpert:innen und Verbraucherschützer:innen schon seit Jahren, um Anreize für eine gesündere Ernährung zu setzen - und ebenso lange wehrt die Branche Rufe danach vehement ab. Gibt es jetzt aber vielleicht ein Momentum, dass sich in Sachen Zuckersteuer doch etwas tut? Für geplante Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben liegt ein Vorschlag dazu auf dem Tisch und daneben eine Initiative im Bundesrat. Die Befürworter machen Druck.
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Gesundheitspolitik

GKV-Chef hält Beitragssenkungen für möglich

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung stellt Beitragssenkungen in Aussicht, sollten die Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) durchkommen. „Das Gesetz von Frau Warken hat das Potenzial, die Beiträge zu stabilisieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Oliver Blatt, dem Nachrichtenportal „t-online“. "Wenn ihr Entwurf eins zu eins umgesetzt wird, könnten die Beiträge im Schnitt über alle Kassen hinweg - man traut sich das ja kaum auszusprechen - sogar sinken, fügte Blatt hinzu. Wie groß die Senkung ausfallen könnte, lässt sich Blatt zufolge nicht pauschal sagen. Es wäre sicher auch nicht bei jeder Kasse gleich. Viele Krankenkassen müssten nun ihre verbrauchten Rücklagen erst einmal wieder aufbauen.
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Medizin
expanda Hämophilie und Hämostase 2026

Von-Willebrand-Erkrankung: Leitlinien-Update und neue Daten zur Prophylaxe

Im Rahmen des Online-Seminars „expanda Hämophilie und Hämostase" referierte Dr. Carmen Escuriola-Ettingshausen, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in der Praxisgemeinschaft am Hämophilie-Zentrum Rhein Main (HZRM) in Frankfurt, über aktuelle Entwicklungen bei der Von-Willebrand-Erkrankung. In diesem Video gibt sie einen Überblick über den Stand der internationalen Leitlinien und stellt neue Studiendaten zur Langzeitprophylaxe mit plasmatischen und rekombinanten Von-Willebrand-Faktor-Konzentraten vor.
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Gallengangskarzinom
Cholangiozelluläres Karzinom: neue Erkenntnisse zur personalisierten Therapie

Cholangiozelluläres Karzinom: neue Erkenntnisse zur personalisierten Therapie

Das cholangiozelluläre Karzinom (CCA) ist ein seltener Tumor, dessen Inzidenz und Mortalität weltweit jedoch kontinuierlich zunehmen [1]. Trotz Fortschritten in der Systemtherapie in den letzten Jahren liegt das mittlere Überleben für Patient:innen mit inoperablen Tumoren weiterhin bei weniger als 13 Monaten [2, 3]. Zu den biliären Tumoren (BTC) zählen das intrahepatische (iCCA), das perihiläre (pCCA) und das distale Cholangiokarzinom (dCCA), wobei pCCA und dCCA als extrahepatische Cholangiokarzinome (eCCA) zusammengefasst werden, sowie das Gallenblasenkarzinom [4]. Die molekularen Profile unterscheiden sich in den unterschiedlichen Lokalisationen: beispielsweise treten die bereits heute Therapie-relevanten IDH1-Mutationen überwiegend und FGFR2-Fusionen sogar nahezu ausschließlich bei iCCA auf, wohingegen pathogene KRAS-Varianten oder ERBB2 (HER2)-Überexpression häufiger bei eCCA vorkommen.
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Magenkarzinom
Mann hält Magen-Modell vor sich (Gastritis, Ulzera, Krebs)
Aktualisierte Leitlinie: State-of-the-art

Von der Leitlinie in die Praxis: Aktuelles Management des Magenkarzinoms

Das Magenkarzinom nimmt aktuell den 5. Platz unter den Krebserkrankungen bezüglich Mortalität ein und gehört somit zu den häufigsten Krebstodesursachen weltweit. Während des letzten Jahrhunderts sank zwar die altersstandardisierte Inzidenz des Magenkarzinoms, jedoch stieg die Gesamtzahl der Fälle, vermutlich bedingt durch die Alterung der Bevölkerung in Asien [1, 2]. Fortschritte in Diagnostik und Therapie haben das Management komplexer und individueller gemacht. Frühstadien sind oft heilbar durch eine Kombination aus Chirurgie und systemischer Therapie. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren verbessert die perioperative Chemotherapie das Überleben – seit kurzem nun auch ergänzt durch Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) [3].
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Ösophaguskarzinom
Prähabilitationskonzepte reduzieren Anastomoseninsuffizienzen nach Ösophagektomie – eine systematische Analyse

Prähabilitationskonzepte reduzieren Anastomoseninsuffizienzen nach Ösophagektomie – eine systematische Analyse

Anastomoseninsuffizienzen (AI) nach Ösophagektomien zählen mit einer Inzidenz zwischen 8 und 19% zu den schwerwiegendsten postoperativen Komplikationen und sind mit erhöhter Morbidität, Mortalität, verlängertem Krankenhausaufenthalt, hohen Kosten, erhöhter Rezidivrate und verringerter Lebensqualität assoziiert. Zu den Risikofaktoren zählen kardiovaskuläre, pulmonale, renale und metabolische Erkrankungen, Raucherstatus sowie Tumor- und Resektionsausmaß. Die folgende systematische Literaturanalyse zeigt den Einfluss präoperativer Interventionen im Sinne der Prähabilitation zur Modifikation der Risikofaktoren und somit Reduktion der AI-Rate.
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Ösophaguskarzinom
Schematische Darstellung eines Ösophaguskarzinoms

Optimierung der Tumorchirurgie beim Ösophaguskarzinom: Prophylaktische Pylorusdilatation zur Komplikationsreduktion

Die minimal-invasive Chirurgie hat sich in Deutschland als integraler Bestandteil der multimodalen Therapie des Ösophaguskarzinoms etabliert. Neben chirurgischen Vorteilen und onkologischer Ebenbürtigkeit gegenüber der offenen Resektion rücken funktionelle Ergebnisse verstärkt in den Fokus der klinischen Versorgung. Zentrale Aufgabe der Speiseröhre ist der gerichtete Transport der Nahrung in den Magen. Nach Ösophagusresektion mit Rekonstruktion durch einen Magenschlauch stellt die verzögerte Magenschlauchentleerung (delayed gastric conduit emptying, DGCE) eine häufige funktionelle Komplikation dar. Sie ist mit einer erhöhten Morbidität sowie einem prolongierten Krankenhausaufenthalt assoziiert und besitzt klinische Bedeutung auch über die chirurgische Fachdisziplin hinaus. Wir beleuchten Therapie­optionen der DGCE mit Fokus auf die prophylaktische Pylorusdilatation, deren Nutzen in der prospektiven, multizentrischen PROPPER-Studie untersucht wird.
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Entitätsübergreifend
Zwei Ärzte führen im OP-Saal eines Krankenhauses eine OP durch und tragen dabei AR-Headsets. 3D-Grafiken auf einem virtuellen KI-Hologramm-Display zeigen die Vitalwerte und den Zustand des KI-Patienten

KI-gestützte Präzisionschirurgie in der Onkologie: Tumoren und Gewebemarker sichtbarer machen

Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in die onkologische Präzisionschirurgie: Während der OP sollen künftig bildgebende Verfahren mit der neuen Technologie kombiniert werden, um schneller und genauer Tumoren lokalisieren zu können. Das Bundesforschungsministerium (BMFTR) fördert in den kommenden 2 Jahren Projekte von Forschungsverbünden, die interaktive KI-Technologien zur Verbesserung der Präzisionschirurgie bei Krebserkrankungen entwickeln.
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Kolorektales Karzinom
Arzt hält Lupe vor Plastikmodell eines Dickdarms
Interview mit Prof. Dr. Michael Hoffmeister und Durgesh Wankhede, Heidelberg

Kombinierte MSI-TIL-Klassifikation beim CRC: Von der Prognosestratifizierung zur personalisierten Therapie

Der Status der Mikrosatelliteninstabilität (MSI) und tumorinfiltrierende Lymphozyten (TILs) sind etablierte Prognosefaktoren beim kolorektalen Karzinom (CRC). Doch wie wirken diese Faktoren zusammen und welche Aussagekraft besitzt die kombinierte MSI-TIL-Klassifikation für das Überleben von CRC-Patient:innen? Eine Netzwerk-Metaanalyse liefert darauf die bislang umfassendste Antwort. Durch die Auswertung zahlreicher Studien konnten differenzierte Subtypen identifiziert werden, die das prognostische Spektrum deutlich schärfen. Welche Erkenntnisse sich daraus für die zukünftige Forschung und klinische Praxis ergeben, erläutern Prof. Dr. Michael Hoffmeister und Durgesh Wankhede vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg im Doppelinterview.
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Entitätsübergreifend
Medizinische Technologie mit KI-System auf dem Computermonitor eines Arztes
Interview mit Dr. med. Ina Pretzell, Essen

Molekulare Tumorboards und KI

Molekulare Tumorboards (MTBs) sind zu einem zentralen Instrument der Präzisionsonkologie geworden – doch ihre erfolgreiche Umsetzung stellt Zentren vor vielfältige Herausforderungen: Wie lassen sich komplexe molekulare Befunde klinisch sinnvoll einordnen? Wann ist eine zielgerichtete Therapie tatsächlich erfolgversprechend? Und wie können Patient:innen transparent und verständlich in Entscheidungsprozesse eingebunden werden? Dr. Ina Pretzell vom Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ), Essen, gibt im Interview einen Einblick in die praktische Arbeit eines standortübergreifenden MTB.
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Urothelkarzinom
Nicht resezierbares bzw. metastasiertes Urothelkarzinom

Enfortumab vedotin + Pembrolizumab als ­Goldstandard in der 1L etabliert

Mit der Zulassung der Kombination aus dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Enfortumab Vedotin (EV) und dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (P) im August 2024 wurde die Erstlinien (1L)-Therapie des nicht resezierbaren bzw. metas­tasierten Urothelkarzinoms (mUC) grundlegend verändert [1]. Die in der Phase-III-Studie EV-302/KEYNOTE-A39 gezeigte hohe Wirksamkeit [2, 3] führte dazu, dass die Leitlinien von EAU (European Association of Urology), ESMO (European Society for Medical Oncology) und die Onkopedia-Leitlinie die Kombination übereinstimmend als Goldstandard empfehlen [4-6]. Aktuelle Real-World-Daten bestätigen den klinischen Nutzen und auch das managebare Sicherheitsprofil im Versorgungsalltag – selbst bei älteren und komorbiden Patienten# [7-10].
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d-uo
Schematische Darstellung von Nierenoperation, Nephrektomie
Aktuelle Real-Life-Daten aus VERSUS

Positiver Absetzungsrand bei Nierenteilresektion vs. Nephrektomie

Urologische Tumorerkrankungen machen in Deutschland 39,2% aller Krebsneuerkrankungen bei Männern bzw. 4,4% bei Frauen aus [1]. Voraussetzung für die Erfassung und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität urologischer Tumorerkrankungen ist deren standardisierte Dokumentation. Seit Mai 2018 dokumentieren Mitglieder von d-uo (Deutsche Uro-Onkologen e.V.) urologische Tumorerkrankungen im Rahmen der prospektiven VERSUS-Studie (VERSorgUngsStudie) [2, 3]. Dies erfolgt über die d-uo-Dokumentationsplattform, über die zum einen die Meldung an das Krebsregister erfolgt und zum anderen die Daten ohne doppelten Aufwand in die eigene Datenbank von d-uo überführt werden [4-6]. d-uo vergütet seinen Mitgliedern dabei weiterhin den Dokumentationsaufwand und stellt ihnen Software und Support kostenlos zur Verfügung [7]. Ebenso kostenlos sind Wartung und Pflege der Software sowie eine Hotline. Bei allem ist sichergestellt, dass die Datenhoheit ausschließlich bei den Mitgliedern von d-uo liegt [8].
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