Journal Onkologie

Aktuelles

Ambition 2030 ist eine multidisziplinäre Initiative deutscher Expert:innen, mit dem Ziel, die Überlebens- und Heilungschancen von Patient:innen mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) in Deutschland bis zum Jahr 2030 nachhaltig zu verbessern. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl innovativer Immun- und Zelltherapien rücken Fragen der optimalen Patient:innenauswahl, der Therapiesequenz sowie der strukturellen Umsetzung zunehmend in den Fokus. Im Mittelpunkt der Initiative steht die systematische Identifikation bestehender Versorgungslücken entlang des gesamten Behandlungspfades. Darauf aufbauend werden konkrete und praxisnahe Maßnahmen – in enger Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Fachgesellschaften, Gesundheitsinstitutionen und weiteren relevanten Stakeholdern – entwickelt. Die Vision: Patient:innen eine Heilung zu ermöglichen, bei gleichzeitig bestmöglicher Lebensqualität und einer Minimierung langfristiger Nebenwirkungen. Die vorliegende Publikation fasst die Empfehlungen der Expert:innen und mögliche Initiativen zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgung sowie Überlebens- und Heilungschancen für Patient:innen mit DLBCL in Deutschland zusammen. Darüber hinaus soll das Positionspapier einen Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen leisten und Impulse für eine koordinierte Implementierung innovativer Therapieoptionen im deutschen Gesundheitssystem geben.
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Seit Jahren steigt die weltweite Inzidenz von Hautkrebs kontinuierlich, während in Deutschland insbesondere in ländlichen Regionen ein zunehmender Mangel an Dermatolog:innen besteht. Vor diesem Hintergrund wächst der Bedarf an effizienten und zuverlässigen diagnostischen Methoden. Moderne bildgebende Verfahren gewinnen hierbei vermehrt an Bedeutung. Die ex-vivo konfokale Laserscanmikroskopie (ex-vivo KLM) ist eine innovative Methode, die eine präzise Untersuchung frisch exzidierten Gewebes innerhalb weniger Minuten ermöglicht und somit eine vielversprechende Ergänzung zur konventionellen Histologie darstellt. Aktuelle Forschungsansätze fokussieren sich auf eine künstliche Intelligenz (KI)-gestützte Erweiterung der ex-vivo KLM, um deren Anwendung in der Diagnostik und intraoperativen Schnitt­randkontrolle von Hauttumoren zu optimieren.
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Dermatologische Tumoren
Wortwolke zu "Melanom"

Akrolentiginöses Melanom in der Immuntherapie: Warum ein seltener Subtyp besondere Aufmerksamkeit verdient

Das Akrolentiginöse Melanom (ALM) ist ein seltener, aber bedeutsamer Subtyp kutaner Melanome (CM), der sich in klinischer Erscheinung, Prognose und Therapieansprechen grundlegend von anderen Typen unterscheidet. Insbesondere die immunsuppressiven Eigenschaften des Tumors und seiner Umgebung können die Wirkung einer Checkpoint-Inhibition (CPI) einschränken und führen so zu schlechteren Ansprechraten im Vergleich zu den anderen kutanen Melanomsubtypen. Mithilfe zellbasierter Therapien, die die Immunevasion des Tumors umgehen, könnten den Patient:innen in Zukunft neue Behandlungsoptionen mit verbesserten Ansprechraten zur Verfügung stehen.
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Sarkome
Weichgewebesarkom in Muskel in Bein

Grundlagen der interdisziplinären Behandlung von Weichteilsarkomen des Körperstamms und der Extremitäten

Weichteilsarkome (WTS) des Körperstamms und der Extremitäten sind seltene, biologisch heterogene Tumoren, deren optimale Behandlung ein spezialisiertes, interdisziplinäres Vorgehen erfordert. Dieser Übersichtsartikel stellt aktuelle evidenzbasierte Aspekte der Diagnostik, Therapie und Nachsorge dar. Schwerpunkte sind die leitliniengerechte Bildgebung, die histopathologische und molekulargenetische Charakterisierung sowie multimodale Therapiekonzepte aus Chirurgie, Strahlentherapie und systemischer Behandlung. Für eine optimale Therapie, den Funktionserhalt und eine möglichst gute Prognose sind zertifizierte Sarkomzentren und interdisziplinäre Tumorboards von zentraler Bedeutung.
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Dermatologische Tumoren

Präzisionsonkologie bei Hautkrebs: LC-OCT und KI für individualisierte Therapieplanung

Die nicht-invasive hochauflösende Bildgebung gewinnt in der Dermatoonkologie zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Line-field konfokale optische Kohärenztomographie (LC-OCT) ermöglicht eine dreidimensionale (3D)-Darstellung kutaner Strukturen mit nahezu histologischer Auflösung und ermöglicht somit neue Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapieplanung und Verlaufskontrolle von Hauttumoren. In Kombination mit Künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich komplexe Bilddatensätze automatisiert analysieren und objektivierbare Parameter zur Risikostratifizierung gewinnen. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, das Potenzial der LC-OCT in Kombination mit KI für verschiedene Entitäten des Hautkrebses einschließlich aktinischer Keratosen (AK), Plattenepithelkarzinome (PEK), Basalzellkarzinome (BCC) sowie melanozytärer Läsionen darzustellen und aktuelle Entwicklungen sowie Limitationen dieser Technologie zu diskutieren.
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Sarkome
Arzt mit Stethoskop hält Tablet-Computer in Hand, auf dem Leitlinie steht.

Neue europäische Leitlinie zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand

Mit der Veröffentlichung der ersten klinischen Praxisleitlinie der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand [1] liegt erstmals eine europaweit umfassende, evidenzbasierte und international abgestimmte Empfehlung für diesen Bereich vor. Die Leitlinie wurde durch ein internationales Expertengremium unter Einbeziehung von Spezialist:innen aus Europa und Nordamerika erarbeitet und durch die American Society for Radiation Oncology (ASTRO) unterstützt. Ziel der Leitlinie ist es, eine strukturierte und praxisnahe Orientierung für die Indikationsstellung, Planung und Durchführung der Strahlentherapie zu geben. Grundlage bilden eine systematische Literaturrecherche sowie ein konsentierter Expertenprozess, in dem insgesamt 13 klinisch relevante Schlüsselfragen definiert und beantwortet wurden.
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BNGO
Brustkrebs mit Lymphsystem, Lymphbahnen, Lymphknoten einer Frau

AGO Kommission Mamma empfiehlt Abemaciclib mit Doppelplus in der Adjuvanz

Die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) hat im Rahmen der Aktualisierung ihrer Empfehlungen zur Therapie des frühen Mammakarzinoms (eBC) den Empfehlungsgrad für den CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib zusätzlich zur endokrinen Therapie (ET) für die adjuvante Therapie des frühen Hormonrezeptor-positiven (HR+), HER2-negativen (HER2-) Mammakarzinoms mit erhöhtem Rezidivrisiko auf Doppelplus (++) angehoben [1]. Die evidenzbasierten Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie früher und fortgeschrittener Mammakarzinome werden von der AGO jährlich überarbeitet und bieten Ärzt:innen eine wichtige Orientierung bei der Wahl der bestmöglichen Therapie.
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Malignes Melanom
Zytologiebild einer Lymphknotenmetastase bei malignem Melanom

Funktionelle Präzisionsonkologie als Chance für personalisierte Therapien beim malignen
Melanom

Das maligne Melanom bleibt trotz moderner Therapien eine große medizinische Herausforderung. Die Auswahl personalisierter Behandlungen beschränkt sich dabei aktuell auf die Analyse weniger genetischer Informationen. Perspektivisch könnte dies durch die funktionelle Präzisionsonkologie erweitert werden, indem Medikamentensensitivitäten von Tumorzellen experimentell erfasst werden, um zusätzliche personalisierte Therapieoptionen zu identifizieren.
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Sarkome
Computertastatur mit einem Knopf für "angiosarcoma of the breast"

Postradiogene Sarkome und Angiosarkome

Angiosarkome sind seltene, hochmaligne Weichgewebesarkome endothelialen Ursprungs mit ausgeprägter Metastasierungsneigung und insgesamt ungünstiger Prognose. Postradiogene Sarkome (PRS) stellen eine seltene, aber klinisch relevante Spätkomplikation nach Strahlentherapie dar und gewinnen aufgrund steigender Langzeitüberlebensraten von Patient:innen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere das postradiogene Angiosarkom der Brust tritt typischerweise mehrere Jahre nach Radiotherapie auf und ist durch diagnostische Verzögerungen sowie therapeutische Herausforderungen gekennzeichnet. Die Therapie basiert primär auf einer radikalen chirurgischen Resektion, während systemische Therapien ergänzend eingesetzt werden können. Die Patient:innen profitieren von einer frühzeitigen Behandlung in spezialisierten Sarkomzentren.
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Sarkome
Grafische Darstellung von verschiedenen Gewebesarkomen

Adulte retroperitoneale Sarkome

Weichgewebesarkome sind mit ca. 6.000-7.000 Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland seltene Tumoren [1]. 10-15% der Weichgebesarkome entstehen im Retroperitoneum. Retroperitoneale Sarkome (RPS) sind bei der Diagnosestellung häufig sehr groß (15-20 cm), verursachen aber oft nur geringe klinische Beschwerden. Die Erstdiagnose ist daher häufig eine Zufallsdiagnose. Bei Weichgebesarkomen unterschiedet man über 100 verschiedene histologische Subtypen. Im Retroperitoneum treten vorwiegend Liposarkome, Leiomyosarkome (LMS), solitär fibröse Tumoren und maligne periphere Nervenscheidentumoren auf. RPS können nicht alleine anhand radiologischer Kriterien von anderen retroperitoneal gelegenen Tumoren abgegrenzt werden. Daher ist die histologische Sicherung, in der Regel durch die bildgebend unterstützte Stanzbiopsie, zur Diagnosestellung und Therapieplanung unerlässlich. Wichtig zu wissen ist, dass es wissenschaftlich keinen Anhalt für eine erhöhte Tumorrückfallrate durch Biopsien von Sarkomen oder anderen retroperitonealen Tumoren gibt, sodass korrekt durchgeführte Biopsien als onkologisch sicher gelten. Sobald ein Sarkomverdacht besteht, sollten die Patient:innen in einem zertifizierten Sarkomzentrum betreut werden, sodass Diagnostik und Therapie im interdisziplinären Sarkomboard von sarkomerfahrenen Spezialist:innen geplant werden. Die Behandlung und Operation im Sarkomzentrum verbessert die Prognose. Die einzige kurative Therapieoption stellt die Tumorresektion dar. Diese muss individuell unter Berücksichtigung verschiedener Parameter geplant werden. Ein Zusatznutzen für die neoadjuvante Radiatio konnte in einer multizentrischen Studie (STRASS-1) nur für die gut differenzierten und die niedrigmalignen dedifferenzierten Liposarkome gezeigt werden. Der Stellenwert einer dem histologischen Subtyp angepassten neoadjuvanten Chemotherapie ist aktuell Gegenstand der Untersuchung im Rahmen der STRASS-2-Studie. Die Therapie rezidivierter und/oder metastasierter RPS erfolgt individuell unter Berücksichtigung des histologischen Subtyps, der Vortherapie, der Krankheitsaktivität, der Komorbiditäten und der Wünsche der Erkrankten.
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Mammakarzinom
Neue Bausteine im Behandlungsalltag bei frühem und fortgeschrittenem Brustkrebs
9. Mammakarzinom-Gipfelstürmer-Meeting

Neue Bausteine im Behandlungsalltag bei frühem und fortgeschrittenem Brustkrebs

Beim jährlichen Gipfelstürmer-Treffen in München ordnen namhafte Expert:innen neue Studiendaten und Leitlinienempfehlungen zur Therapie des frühen und des fortgeschrittenen Mammakarzinoms in die Abläufe der klinischen Praxis in Deutschland ein. Das zum großen Teil interaktive Format des Meetings lebt vom persönlichen Austausch und der detaillierten Diskussion der Daten und klinischen Abläufe. Die Vorträge und Diskussionen verdeutlichten einmal mehr, dass personalisierte Therapiestrategien und damit die Relevanz der Biomarker-Testung im Bewusstsein angekommen sind. Im Fokus des folgenden Berichts stehen Daten, die aktuell für die klinische Praxis relevant sind.
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d-uo
Nierenzellkarzinom, 3D-Illustration mit Histologiebild
Daten aus der VERSUS-Studie von d-uo

Was führt zur Diagnose eines Nierenzellkarzinoms?

Urologische Tumorerkrankungen machten in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2023 38,8% aller Krebserkrankungen bei Männern bzw. 4,1% bei Frauen aus, darunter waren 2023 14.760 Fälle mit der Neudiagnose Nierenzellkarzinom [1]. Viele Fragen der ambulanten Diagnostik, Therapie und Nachsorge urologischer Tumorerkrankungen sind in Deutschland leider unzureichend untersucht. Ziel der VERSUS-Studie ist daher die standardisierte Dokumentation und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität dieser Tumorerkrankungen. Diese aktuelle Auswertung der Studie untersucht den Anlass, der zur Diagnose eines Nierenzellkarzinoms geführt hat.
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Gastrointestinale Tumoren
Adenokarzinome des Magens und des gastroösophagealen Übergangs

MATTERHORN-Regime mit Durvalumab und FLOT

Die kürzlich erfolgte Zulassung der ersten immunonkologischen perioperativen Therapie mit dem Anti-PD-L1-Antikörper Durvalumab in Kombination mit FLOT (5-Fluorouracil (5-FU), Leucovorin, Oxaliplatin und Docetaxel) und anschließender adjuvanter Durvalumab-Monotherapie läutete einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Patient:innen mit resezierbaren Adenokarzinomen des Magens (GC) und des gastroösophagealen Übergangs (GEJC) ein [1]. In der MATTERHORN-Studie verbesserte Durvalumab + FLOT vs. Placebo + FLOT signifikant das Überleben und das Ansprechen bei vergleich­barem Einfluss auf die Lebensqualität [2-4].
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