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Leuprorelinacetat beim hormonabhängigen Prostatakarzinom: Neudefiniertes Kastrationsniveau von unter 20 ng/dL – verzögerte Progression, verlängertes Überleben
AWMF: Zentrale Literaturversorgung für Medizin und Lebenswissenschaften erhalten
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) vertritt derzeit 174 wissenschaftliche Gesellschaften aus allen Bereich der Medizin. Sie hat mit Sorge zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine Empfehlung zur Beendigung der Förderung des Leibniz-Informationszentrums Lebenswissenschaften ZB MED ausgesprochen hat. Die AWMF appelliert nachdrücklich an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern, in geeigneter Form eine Weiterförderung von ZB MED im bisherigen Umfang und über das Jahr 2019 hinaus sicherzustellen, um die zentrale Literaturversorgung aufrecht zu erhalten.
Razzien in Pflegeheimen wegen Verdachts auf Sozialbetrug
Wegen vermuteten Sozialbetrugs durchsuchen Ermittler Dutzende Pflegeheime und Kliniken in Norddeutschland. Es geht um eine Millionensumme. Sozialministerin Alheit spricht von einem Skandal. Bei Razzien in 110 Pflegeheimen und Kliniken haben Ermittler zahlreiche Unterlagen wie etwa Dienstpläne beschlagnahmt.
Aktuelles e-Journal von JOURNAL HÄMATOLOGIE
Kosteneffiziente Opioidtherapie: Buprenorphin 4- und 7-Tage-Pflaster
Georg-von-Hevesy-Preis für individuellere Diagnostik bei Prostatakrebs
Bakterium Alistipes kann Dickdarmkrebs verursachen
Aktuelle Informationen aus der Hämatologie
Polycythaemia vera: Für erfolgreiche Therapie ist Hautmonitoring entscheidend
AMNOG-Preisverhandlung abgeschlossen: Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Dulaglutid langfristig gewährleistet
Als letzte Instanz im AMNOG-Verfahren hat die Schiedsstelle einen Erstattungsbetrag für den 1x wöchentlichen GLP-1-Rezeptor-Agonisten Trulicity® (Dulaglutid) festgelegt. "Wir freuen uns sehr, die Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes mit Trulicity® sicherstellen zu können", so Nils Hartmann, Direktor Diabetes der Lilly Deutschland GmbH. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte dem GLP-1-Rezeptor-Agonisten Dulaglutid im Juli 2015 einen geringen Zusatznutzen in der Kombination mit prandialem Insulin* gegenüber einer intensivierten konventionellen Therapie (ICT) bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes bescheinigt. Im Indikationsgebiet Typ-2-Diabetes ist Trulicity® somit eine der wenigen Behandlungsoptionen, für die bisher ein Zusatznutzen anerkannt wurde.
Verbesserte Kommunikation nach Operationen für mehr Patientensicherheit im Krankenhaus
Damit die Teamarbeit im Operationssaal und auf der Intensivstation gelingt, ist eine klare Kommunikation zwischen den beteiligten Ärzten und Pflegekräften notwendig. Um die Zusammenarbeit innerhalb des medizinischen Personals zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) aktuelle Empfehlungen zu einer strukturierten Patientenübergabe nach Operationen herausgegeben (1).
Aderhautmelanom: BAP1-Färbung ermöglicht Vorhersage zur langfristigen Heilung
Das Aderhautmelanom ist die häufigste Krebserkrankung des Auges. Tumorzellen, die sich vor einer Behandlung aus dem Auge in andere Körperregionen abgesetzt haben, können noch viele Jahre nach der Behandlung zu Metastasen heranwachsen. Fast jeder zweite Patient mit Aderhautmelanom verstirbt an den Folgen der frühen Streuung von Krebszellen in andere Organe. Dr. M. Zeschnigk hat mit Forschern der Institute für Humangenetik/Neuropathologie verschiedene in der Routine zulässige Untersuchungen entwickelt, mit deren Hilfe schon früh mit erstaunlich hoher Genauigkeit vorhergesagt werden kann, ob ein Patient mit Aderhautmelanom langfristig geheilt ist (1).
Thrombozytopenie: Bei TRPM7-Gendefekt Magnesium geben
Magnesium verbesserte die Blutgerinnung bei einem genetisch bedingten Defekt der Thrombozytopoese. Ein internationales Team von Wissenschaftlern konnte in Maus- und Patientenstudien nachweisen, wie Magnesium die Bildung von Thrombozyten beeinflusst und dass hierfür die TRPM7-Kanalfunktion von zentraler Bedeutung ist. An der Studie waren überwiegend Wissenschaftler des Rudolf-Virchow-Zentrums und des Klinikums der Universität Würzburg beteiligt. Ihre Ergebnisse wurden in der aktuellen Fachzeitschrift Nature Communications publiziert.
Fortgeschrittenes Weichteilsarkom: Hohe Evidenz für Pazopanib
Die Zahl zugelassener Therapieoptionen zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenen Weichteilsarkomen ist nach wie vor limitiert. Pazopanib (Votrient®) ist eine von nur zwei zugelassenen Optionen für die Zweitlinientherapie dieser Tumoren (1). Für nicht-adipozytische Weichteilsarkome ist Pazopanib die einzige Substanz, die von der European Society for Medical Oncology (ESMO) mit dem Evidenzgrad I, B empfohlen wird (2).
Fatigue beim mCRPC: Unterschiede zwischen Abirateron und Enzalutamid im Therapiealltag?
Aufgrund der Erfolge bei der Lebensverlängerung durch Medikamente, die in den letzten Jahren zugelassen wurden, rückt bei der Wahl der Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) der Erhalt der Lebensqualität zunehmend in den Fokus. Dies gilt auch im Hinblick auf einen früheren Einsatz moderner antihormoneller Therapien. Hierbei spielt unter anderem die Fatigue eine wichtige Rolle. Denn sie kann sehr belastend sein und betrifft laut einem systematischen Review 74% der Prostatakarzinom-Patienten (1).
Neue GOÄ auf Eis: Freie Ärzteschaft fordert Revision des Gesamtkonzepts und Unterstützung beim Inflationsausgleich
Die Freie Ärzteschaft (FÄ) begrüßt die Entscheidung der Bundesärztekammer (BÄK), die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auf Eis zu legen. "Angesichts der massiven begründeten Kritik an der bisherigen Konzeption der GOÄneu ist das ein längst überfälliger Schritt", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich am Freitag in Essen.
Tumorlyse-Syndrom und 5-FU-Intoxikation vermeiden oder behandeln
Eine Chemotherapie ist für Patienten in der Regel auch mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden (1). Zwar sind die meisten bekannt, doch kann es unter ungünstigen Umständen dazu kommen, dass hierdurch Notfallsituationen entstehen, die oft einfach zu vermeiden wären (2,3). Hierzu zählt etwa das Tumorlyse-Syndrom, das bei Risikopatienten durch eine prophylaktische Senkung der Serumharnsäure (z.B. mit Febuxostat 120 mg) verhindert oder gemildert werden kann (4,5). Ebenfalls gilt es, eine potentiell lebensbedrohliche Wechselwirkung von 5-Fluorouracil (5-FU) mit Brivudin (Zostex®) bei onkologischen Patienten mit einem Herpes zoster zu verhindern. Diese Wechselwirkung führt zu einer erhöhten 5-Fluoropyrimidin-Toxizität und kann tödlich sein (3,6).
TNM-Klassifikation eigens für HPV-positive Oropharynx-Karzinome
Bei Krebs im Mund-Rachenraum, der mit humanen Papillomaviren (HPV+) assoziiert ist, handelt es sich um eine sich schnell entwickelnde Erkrankung mit jedoch meist guter Prognose. In vielen Algorithmen wird der HPV-Status lediglich als Stratifizierungsfaktor mit einbezogen und nicht als eigene Entität gesehen. Die International Collaboration on Oropharyngeal cancer Network for Staging (ICON-S) hat sich daher zum Ziel gesetzt, eine spezifische TNM-Klassifikation nur für HPV+ oropharyngealen Krebs zu entwickeln und dafür nun einen Vorschlag in Lancet vorgestellt.
P4-Konzept: Therapien für den individuellen Patienten
Auf dem diesjährigen Deutschen Krebskongress (DKK) in Berlin zieht sich das Konzept der sog. P4-Medizin des US-Biomediziners Leroy Hood als roter Faden durch das wissenschaftliche Programm. Er beschreibt eine moderne Medizin, deren Kerngedanke es ist, wirksam Krankheiten vorzubeugen, mittels fortschrittlicher Methoden präzise Diagnosen zu stellen und innovative, individuell auf den Patienten abgestimmte Therapien zu entwickeln. Der Patient selbst soll Teil des Behandlungsteams sein und aktiv an seiner Genesung mitwirken, beispielsweise bei wichtigen Therapieentscheidungen.
Melanom: Hinweise auf Langzeitüberleben unter Dabrafenib/Trametinib
Die Kombinationstherapie mit Dabrafenib (Tafinlar®) und Trametinib (Mekinist®) ist die erste in der EU zugelassene Kombinationstherapie für Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit BRAF-V600-Mutation. In den Zulassungsstudien zeigte die Kombinationstherapie eine der BRAF-Inhibitor-Monotherapie überlegene Wirksamkeit, hohe Ansprechraten sowie ein kontrollierbares Verträglichkeitsprofil. Erste praktische Erfahrungen mit der Kombinationstherapie bestätigen die Studienergebnisse und stellen in Aussicht, dass bei einer Komplettremission ein Langzeitüberleben erreicht werden kann.
Krebsfrüherkennung: Wann welche Untersuchungen anstehen
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für einige Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung. Denn wenn eine Erkrankung früh erkannt wird, sind die Heilungschancen in der Regel sehr viel besser. Darauf weist die Deutsche Krebsgesellschaft hin. Hier eine Übersicht, wer ab welchem Alter welche Ansprüche hat:
Mit neuem und ungewöhnlichem Muttermal besser zum Hautarzt gehen
Wenn man einen neuen und ungewöhnlich aussehenden Leberfleck entdeckt, sollte man damit zum Hautarzt gehen. Gleiches gilt, wenn ein Muttermal wächst oder sich optisch verändert. Denn das können Anzeichen für schwarzen Hautkrebs sein, warnt der Berufsverband Deutscher Dermatologen.