Journal Onkologie

News | Beiträge ab Seite 123

Nach einer enormen RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus)-Welle bei Babys und Kleinkindern im vorigen Herbst und Winter rechnen Fachleute nun eher wieder mit einer Normalisierung der Fallzahlen. Die Erkrankungszahlen dürften sich in der bevorstehenden kühlen Jahreszeit wieder „in normalen Höhen“ bewegen, sagte Folke Brinkmann, Leitung der Sektion Pädiatrische Pneumologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Nachgeholte Infektionen bei Ein- bis Zweijährigen, die in der Corona-Pandemie nicht mit RSV in Kontakt gekommen waren, seien voraussichtlich nicht mehr ganz so ausgeprägt zu sehen.
 
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Gesundheitspolitik

Ambulantisierung: Die Lage für Krankenhäuser ist zunehmend kritisch

Der Druck auf Krankenhäuser in Deutschland, operative Eingriffe ambulant zu erbringen und die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, nimmt weiter zu. Noch immer erfolgen über zwei Drittel der ambulant durchzuführenden Operationen stationär. Das ergab eine Analyse des auf OP-Management spezialisierten Beratungsunternehmens digmed. Für die aktuelle Untersuchung wurden knapp zwei Millionen OP-Daten für das Jahr 2022 aus rund 200 Krankenhäusern ausgewertet und mit Vorjahreswerten verglichen.
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Gesundheitspolitik

Mehr Nachschub bei Kinderarzneien

Eltern können aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in diesem Winter auf eine stabilere Arzneiversorgung für ihre Kinder zählen – auch mit gegenseitiger Rücksichtnahme. „Wir sind deutlich besser aufgestellt als im letzten Jahr“, sagte der SPD-Politiker nach einem Gespräch mit Vertretern von Apotheken, Ärzten und Herstellern in Berlin. Die Produktion etwa von Schmerzmitteln, Fiebersäften und Antibiotika habe im Vergleich zum Winter 2022 deutlich gesteigert werden können. Wenn nun keine große Infektwelle komme, werde man dem Problem Herr werden können. Zugleich appellierte Lauterbach an die Eltern: „Bitte keine Hamsterkäufe.“ Die Pharmabranche forderte auch generell bessere Produktionsbedingungen.
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Medizin

AML: Bessere Kontrolle mittels UniCar-T-Zell-Therapie

Akute Myeloische Leukämie (AML) ist ein schwer behandelbarer Blutkrebs. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören intensive Chemotherapien und die allogene Stammzelltransplantation, die mit Nebenwirkungen verbunden sind. Fortschritte in der zellbasierten Immuntherapie, bei der das Abwehrsystem angeregt wird, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen, geben Hoffnung auf bessere Heilungschancen. Neue Entwicklungen bei modularen, umschaltbaren chimären Antigenrezeptor (CAR)-T-Zellen könnten eine personalisierte Krebstherapie ermöglichen. Ein Forschungsteam aus Dresden hat nun aussichtsreiche Ergebnisse einer präklinischen Studie im British Journal of Haematology veröffentlicht (1).
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Medizin

B-Zell-Lymphom: Zweitlinie mit Lisocabtagen maraleucel – Zusatznutzen für bestimmtes Patientenkollektiv

Auf Basis der vorliegenden Daten ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für unter 65-Jährige, bei denen eine Hochdosistherapie infrage kommt. Lisocabtagen maraleucel ist unter anderem zugelassen zur Behandlung Erwachsener mit verschiedenen Formen des B-Zell-Lymphoms, nämlich des diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL), des hochmalignen B-Zell-Lymphoms (HGBL), des primär mediastinalen großzelligen B-Zell-Lymphoms (HGBL) und des follikulären Lymphoms Grad 3B (FL3B), die innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss der Erstlinien-Chemoimmuntherapie rezidivieren oder gegenüber dieser Therapie refraktär sind.
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Gesundheitspolitik

STIKO: Impfempfehlungen gelten auch für angepassten Corona-Impfstoff

Für den neu angepassten Corona-Impfstoff hält die Ständige Impfkommission (STIKO) an ihren bisherigen Impfempfehlungen fest. Bestimmte Risikogruppen sollten sich nach wie vor durch eine Auffrischungsimpfung schützen, teilte das Expertengremium am Montag mit. Dazu zählen etwa Menschen ab 60, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen ab einem Alter von sechs Monaten, Pflege- und Gesundheitspersonal sowie Angehörige von Risikopatienten. „Zu Beginn der Impfsaison sollten sehr alte Menschen sowie weitere Personen mit einem relevanten Risiko für schwere Erkrankung bei Infektion vorzugsweise geimpft werden“, hieß es.
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Medizin

Fortgeschrittenes Urothelkarzinom: Nettonutzen von Avelumab + BSC im Vergleich zu BSC allein

Die JAVELIN Bladder 100-Studie hat gezeigt, dass die Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor Avelumab (AVE) als Erstlinien-Erhaltungstherapie + BSC (Best Supportive Care) das Gesamtüberleben (OS) und das progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu alleiniger BSC bei Patient:innen mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom (aUC), die nach einer platinbasierten Erstlinien-Chemotherapie kein Fortschreiten der Krankheit gezeigt hatten, signifikant verlängert. Die Sicherheit der Therapie und die von den Patient:innen berichteten Ergebnisse (Patient-Reported Outcomes, PROs) wurden bereits dargestellt.
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Medizin

Kongress-Special: EHA 2023

O-Ton Onkologie berichtet vom Europäischen Hämatologiekongress, EHA. In Frankfurt haben die beiden Chefredakteurinnen der Medical Tribune Onkologie/Hämatologie, Dr. Judith Besseling und Elisa Breuer, mit Expert:innen über unterschiedliche aktuelle Themen gesprochen. Darunter das neue Grading der hämatologischen Nebenwirkungen der CAR-T-Zell-Therapie, aktuelle Daten zum 6-Jahres-Update der CLL14-Studie, neue Therapieoptionen für das transfusionsabhängige Myelodysplastische Syndrom (MDS) mit niedrigem Risiko und der Einfluss des Mikrobioms auf die Wirksamkeit von Therapien.
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Medizin

Atezolizumab + Bevacizumab: Potenziell neue adjuvante Kombinationstherapie beim HCC

Atezolizumab und Bevacizumab sind seit Oktober 2020 als Kombinationstherapie für die Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit fortgeschrittenem oder nicht resezierbarem hepatozellulären Karzinom (HCC) zugelassen und Goldstandard in der Behandlung (1, 2). Die Studie IMbrave150 hatte für die Kombination eine signifikant bessere Überlebensrate von 19,2 Monaten vs. 13,4 Monaten gegenüber Sorafenib sowie einen längeren Erhalt der Lebensqualität von 11,2 Monaten vs. 3,6 Monaten gezeigt (HR=0,63; 95%-KI: 0,46-0,85) (7, 8). Auf Basis dieser Ergebnisse hat die Kombination in den aktualisierten Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO) und in der aktualisierten S3-Leitlinie den jeweils höchsten Empfehlungsgrad als First-Line-Therapie erhalten (1, 2).
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Medizin

Praxisleitlinie Tumorschmerz: Erstmals steht Autonomie der Patient:innen über allem

Die jüngst aktualisierte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin setzt wegweisende Impulse: neue Therapiestandards, 24-Stunden-Retardformulierungen und Patientenautonomie werden in den Mittelpunkt gerückt. Welche Änderungen sich durch die Aktualisierung der Praxisleitline ergeben haben, welche Herausforderungen die Empfehlungen in der Praxis mit sich bringen und welches Opioid für die Initialtherapie bei Tumorschmerz geeignet ist, erläuterten Dr. Johannes Horlemann, Dr. Silvia Maurer und Dr. Norbert Schürmann im Rahmen eines interaktiven Webseminars.
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Medizin

Darmkrebs: Perioperative Chemotherapie nicht mit verbessertem Gesamtüberleben assoziiert

In einer Phase-III-Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von perioperativem Fluorouracil (5-FU) bei Darmkrebspatient:innen untersucht. Die Studie zeigte, dass bei Darmkrebs der Dukes-Klassen B3 und C mit der zusätzlichen einwöchigen perioperativen Chemotherapie keine Verbesserung des krankheitsfreien- oder Gesamtüberlebens erreicht wurde. Gleiches galt auch für Patient:innen mit Darmkrebs der Dukes-Klasse B2. Die Therapie wurde gut vertragen und beeinflusste nicht die Wundheilung nach der Operation. Unerwünschte Ereignisse des Grades 3 oder höher traten bei 18% der Patient:innen auf.
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Medizin

Olanzapin unterstützt Appetit und Gewichtszunahme bei Krebspatient:innen mit Anorexie

In einer randomisierten Studie wurde die Wirksamkeit von Olanzapin bei chemotherapiebedingter Anorexie für Patient:innen mit unterschiedlichen Krebserkrankungen untersucht. Der Großteil der Patient:innen hatte Darm- (55%) oder Lungenkrebs (35%). Die Studie ergab einen höheren Anteil von Patient:innen mit einer Appetitzunahme und einer Gewichtszunahme von über 5% mit Olanzapin versus Placebo. Die Lebensqualität und der Ernährungsstatus wurden in der Olanzapin-Gruppe ebenfalls höher bewertet, während es zu weniger Chemotoxizität kam.
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Gesundheitspolitik

BARMER: Krankenhausreform darf nicht nur hohle Fassade sein

Die BARMER warnt vor deutlichen Abstrichen beim geplanten Umbau der Krankenhauslandschaft in Deutschland. „Wir sehen mit großer Sorge, dass es bei der Krankenhausreform die Einteilung in Versorgungsstufen nicht wie ursprünglich angedacht geben wird. Das ist eine vertane Chance. Es besteht die Gefahr, dass die Länder viele Ausnahmen durchsetzen und die Reform zu Lasten der Versorgungsqualität stark verwässern“, sagte Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, auf dem Versorgungs- und Forschungskongress der Krankenkasse am Mittwoch in Berlin.
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News

Neue Erkenntnisse bei personalisierter Medizin gegen Krebs

Immer wieder sind Betroffene und Angehörige bei einer Krebsdiagnose schockiert. Hoffnung macht eine immer modernere, auf die einzelnen Patient:innen zugeschnittene Medizin – die Immuntherapie. Sie tritt derzeit einen regelrechten Siegeszug gegen viele lebensbedrohliche Erkrankungen an. Auf der Online-Pressekonferenz anlässlich der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V. (DGTI) spricht eine Expertin über neue wissenschaftliche Erkenntnisse bei der personalisierten Medizin gegen Krebs. Die Online-PK findet am Dienstag, den 19. September von 12.00 bis 13.00 Uhr statt.
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Medizin

NSCLC mit METex14-Mutation: Rückzug von Capmatinib

Mit Wirkung ab dem 15. September 2023 wurde die Außervertriebnahme von Capmatinib in Deutschland bekannt gegeben. Capmatinib ist zugelassen als Monotherapie für Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), welche eine Mutation aufweisen, die zum Skipping des Exon 14 im Gen des mesenchymal-epithelialen Transitionsfaktors (MET) führt (METex14-Skipping-Mutation). Als Grund gibt das pharmazeutische Unternehmen die Bewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss im Rahmen des Verfahrens der frühen Nutzenbewertung und die fehlende Einigung mit den Krankenkassen über einen angemessenen Erstattungspreis an. Kritischer inhaltlicher Hintergrund sind methodische Differenzen über die Bewertung von Registerdaten. Darüber hinaus scheint der solidarische Grundkonsens bei der Preisfindung zu erodieren – zu Lasten der Patient:innen.
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