Strahlentherapie von adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten
und Rumpfwand
Die perioperative Strahlentherapie verbessert die lokale Tumorkontrolle bei Patient:innen mit lokalisierten Weichgewebesarkomen (STS) der Extremitäten und der Thoraxwand. Die Therapieentscheidung sollte interdisziplinär an einem erfahrenen Sarkomzentrum erfolgen. Die Behandlung lokalisierter STS basiert auf einer adäquaten chirurgischen Resektion. Die perioperative Strahlentherapie ist insbesondere bei Patient:innen mit erhöhtem Lokalrezidivrisiko indiziert. Dieses wird u.a. durch Tumorlokalisation, Tumorgröße, Grading, histologischen Subtyp und den zu erwartenden bzw. erreichten Resektionsrand bestimmt. Präoperative und postoperative Strahlentherapie erzielen vergleichbare onkologische Ergebnisse. Die Nebenwirkungsprofile unterscheiden sich jedoch: Die präoperative Bestrahlung ist häufiger mit akuten, insbesondere Wundheilungskomplikationen, verbunden, die allerdings meist unkompliziert behandelbar sind. Nach postoperativer Bestrahlung treten dagegen häufiger Spätfolgen wie Fibrosen, Gelenksteifigkeit und Lymphödeme auf. Daher wird die präoperative Strahlentherapie heute favorisiert. Bevorzugt ist die präoperative konventionell fraktionierte Strahlentherapie mit anschließender Operation. Die präoperative Standarddosis beträgt 50-50,4 Gy bei 1,8-2 Gy pro Fraktion über etwa 5-6 Wochen. Präoperative hypofraktionierte Konzepte sind Gegenstand klinischer Studien, sollten aber derzeit nicht routinemäßig eingesetzt werden.