Journal Onkologie
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Die digitale Ausgabe von "JOURNAL ONKOLOGIE 7/8/2026"Anmelden

Editorial

Kongress-News | DGS

Mammakarzinom
 2 Min|
DGS 2026

Das HER2-positive Mammakarzinom leitlinienkonform und evidenzbasiert behandeln

Die Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem (HER2+) Mammakarzinom wird sowohl in frühen als auch in fortgeschrittenen Stadien zunehmend differenzierter auf die Erkrankten zugeschnitten. Etablierte Standards wie das Antibody-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Emtansin (T-DM1) und die duale HER2-Blockade mit Pertuzumab und Trastuzumab gehören auch in einer sich rasch weiter entwickelnden Therapielandschaft zu den derzeitigen therapeutischen Standards.
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Kongress-News | EHA

EHA 2026
 3 Min|
EHA 2026

RR CLL/SLL: Pirtobrutinib im Vergleich zu BTK-Inhibitoren der zweiten Generation

Die BRUIN CLL-314-Studie, die auf dem amerikanischen Hämatologenkongress ASH 2025 vorgestellt wurde, hatte die Nichtunterlegenheit von Pirtobrutinib gegenüber Ibrutinib hinsichtlich der Gesamtansprechrate (ORR) bei Patient:innen mit rezidivierter oder refraktärer (RR) chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und kleinem lymphozytären Lymphom (SLL) gezeigt. Während des EHA-Kongresses wurde nun eine Studie vorgestellt, die den Vergleich der Wirksamkeit und der Sicherheit von Pirtobrutinib zu den BTK-Inhibitoren der zweiten Generation im Fokus hatte.
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EHA 2026
 5 Min|
Die Abbildung zeigt einen Arzzt im weißen Arztkittel und blauen Handschuehn, der eine Blutprobe in der Hand hält. Auf einem großen Bildschirm steht Multiple Myeloma in weißer Schrift.
EHA 2026

Melflufen in der Behandlung des Multiplen Myeloms: Therapiefortschritt und Patientenmanagement

Die Behandlungslandschaft des Multiplen Myeloms (MM) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten fundamental gewandelt. Durch neuartige Wirkstoffe und verbesserte Behandlungsstrategien hat sich das mediane Gesamtüberleben (OS) von etwa zwei Jahren in den 1980er Jahren seit 2010 nahezu verdreifacht. Mit diesem kontinuierlichen therapeutischen Fortschritt erreichen heute mehr als die Hälfte der Patient:innen 3 oder mehr Therapielinien. Parallel dazu bleibt die Behandlungspipeline für das MM hochaktiv. Doch trotz der Fortschritte durch die Einführung moderner Immuntherapien wie CAR-T-Zellen und bispezifischen Antikörper stehen Ärzt:innen vor erheblichen Herausforderungen, wenn die Patient:innen gegenüber den primären Wirkstoffklassen eine Resistenz entwickeln. Besonders ungünstig ist die Prognose bei triple-class refraktären Patient:innen, deren Erkrankung unter Proteasom-Inhibitoren, immunmodulatorischen Substanzen und Anti-CD38-Antikörpern fortschreitet. Die zeigt den hohen Bedarf an Optionen ab der 4. Therapielinie  wie z.B. Melflufen auf. Auf dem Kongress der European Hematology Association (EHA) 2026 in Stockholm wurde der Einsatz des first-in-class Peptid-Wirkstoff-Konjugats (PDC) als Viertlinientherapie diskutiert.
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Kongress-News | ASCO

Prostatakarzinom
 4 Min|
Ein Arzt im blauen Arztkittel hält in seiner rechten Hand mit weißen Handschuhen die Illustrazion einer Prostata mit kanzerösem Gewebe.
ASCO 2026

Neues Paradigma: Perioperative Intensivierung mit Apalutamid verbessert Krankheitskontrolle beim lokalisierten Hochrisiko-Prostatakarzinom

Etwa 75% der Prostatakarzinome (PC) sind bei der Diagnosestellung lokalisiert; 20% sind mit einem hohen Risiko assoziiert, gehen also – trotz radikaler Prostatektomie (RP) – mit erhöhtem Rückfallrisiko sowie höherer Mortalität einher. Nun zeigt die finale Analyse der Phase-III-Studie PROTEUS, dass die Einbeziehung des selektiven Androgenrezeptor-Inhibitors neuerer Generation Apalutamid zur Androgendeprivationstherapie (ADT) vor und nach der RP die pathologische Komplettremission und das metastasenfreie Überleben Betroffener mit lokalisierten oder lokal fortgeschrittenen Hochrisiko-Tumoren signifikant verbessert. Prof. Mary-Ellen Taplin vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston, MA, USA, stellte die praxisverändernden Daten in der Plenary Session der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 als Late Breaking Abstract vor (1).
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Sarkome
 4 Min|
Das Foto zeigt einen PC, auf dem Liposarcoma steht. Man sieht auch bunte Tabletten, ein DNA-Modell in blau sowie Teile eines Stethoskops.
ASCO 2026

CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib verlängert die progressionsfreie Zeit beim fortgeschrittenen dedifferenzierten Liposarkom

Das rezidivierte oder metastasierte dedifferenzierte Liposarkom ist eine seltene, therapeutisch schwer zu beherrschende Erkrankung. Nun konnte im Phase-III-Setting erstmals ein therapeutischer Erfolg durch eine zielgerichtete Strategie mit dem CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib erzielt werden - basierend auf der Erkenntnis, dass das CDK4-Protein bei dieser malignen Erkrankung nahezu immer amplifiziert vorliegt. Wie Dr. Mark A. Dickson vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, NY, USA in der Plenary Session der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 berichtete, verlängerte die Behandlung mit Abemaciclib das progressionsfreie Überleben signifikant und substanziell und zeigte einen Trend hin zu einem besseren Gesamtüberleben (1). Der CDK4/6-Inhibitor etabliert damit eine zukünftige neue Behandlungsoption für Betroffene mit DDLS.
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NSCLC
 4 Min|
Das Bild zeigt einen pergamentartigen hellblauen Hintergrund, der an einer Stelle eingerissen steht, auf der Lung Cancer steht; darum herum sind die Umrisse einer Lunge gezeichnet ist eine Lunge
ASCO 2026

Adjuvante Therapie mit RET-Inhibitor Selpercatinib verlängert EFS beim frühen RET-Fusions-positiven NSCLC

Zielgerichtete Therapiestrategien sind beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit Treiberalterationen fester Bestandteil des Therapiealgorithmus. Auch im adjuvanten Setting nach Tumorresektion beim frühen NSCLC sind diese Therapien, die onkogene Treiber gezielt adressieren, etabliert – beim EGFR- ebenso wie bei ALK-positiven NSCLC [1, 2]. Nun zeigen aktuelle Daten der Phase-III-Studie LIBRETTO-432, die bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellt wurden, dass auch bei RET-Fusions-positiven NSCLC im Stadium IB–III eine rationale zielgerichtete Therapie in der Adjuvanz möglich ist. Wie Prof. Jonathan Goldman, University of California, Los Angeles, Los Angeles, CA, USA, in der Plenary Session des Kongresses berichtete, verlängert die adjuvante Therapie mit dem RET-Inhibitor Selpercatinib signifikant das ereignisfreie Überleben (EFS) [3]. Damit qualifiziert sich Selpercatinib als weitere geprüfte zielgerichtete Therapie im adjuvanten Setting beim frühen NSCLC.
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Pankreaskarzinom
 5 Min|
Das Bild zeigt eine weiblichen 3D-Körper mit orange dargestelltem Pankreaskarzinom.
ASCO 2026

Gamechanger beim vorbehandelten Pankreaskarzinom: Pan-RAS-Inhibitor Daraxonrasib verdoppelt medianes Überleben im Phase-III-Setting

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) ist – speziell im fortgeschrittenen Stadium – mit einer besonders ungünstigen Prognose assoziiert. Der Bedarf an neuen, wirksamen Behandlungsoptionen ist entsprechend hoch. Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Therapie des PDAC – vorerst im Zweitliniensetting – ergaben sich aus dem Befund, dass über 90% der Tumoren aktivierende RAS-Mutationen aufweisen [1, 2]. Nun vermeldete die Phase-III-Studie RASolute 302, deren Daten als Late Breaking Abstract in der Plenary Session der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellt wurden, einen echten Durchbruch mit einer RAS-Inhibition. Erstmals konnte mit dem multiselektiven RAS(ON)-Inhibitor Daraxonrasib (RMC 6236) ein signifikanter und klinisch relevanter Überlebensvorteil gegenüber einer Standard-Chemotherapie beim (mit einer Linie) vorbehandelten PDAC erreicht werden [3]. Auch alle weiteren Studienendpunkte wurden erreicht. Das innovative Behandlungsparadigma könnte ein neues Kapitel in der zielgerichteten Behandlung des PDAC aufschlagen – und wurde von den Zuhörer:innen der Plenary Session mit Standing Ovations bedacht.
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NSCLC
 4 Min|
Das Bild zeigt 2 Personen, von denen jeweils vor allem die Arme sichtbar sind. Eine Person trägt ein grünes T.Shirt, der Arzt einen weiße Kittel. Er zeigt ein Tablet, auf dem das Röntgenbild einer Lunge mit kanzerösen Anteilen zu sehen ist.
ASCO 2026

Fortgeschrittenes Plattenepithelial-NSCLC: Ivonescimab als Add-on zur Chemotherapie verlängert Gesamtüberleben in chinesischer Population

PD-(L)1-basierte Checkpoint-Inhibitoren in Kombination mit einer Chemotherapie bilden die Standard-Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit Plattenepithelkarzinom-Histologie, doch sind die Outcomes hinsichtlich des Überlebens ungünstiger als beim Adenokarzinom-NSCLC (1). Nun könnte mit dem bispezifischen Antikörper Ivonescimab, der neben dem Immuncheckpoint PD-1 auch den Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) adressiert und damit Immuntherapie und antiangiogene Therapie verbindet, ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Dr. Shung Lu vom Shanghai Chest Hospital, Jiao Tong University, Shanghai, China, präsentierte bei der Jahrestagung der American Society of Medical Oncology (ASCO) 2026 die Überlebensdaten der chinesischen Phase-III-Studie HARMONi-6, die einen zukünftigen neuen Behandlungsstandard für NSCLC-Plattenepithelkarzinome andeuten (2). Wirksamkeitsdaten für eine globale Population von Erkrankten aus der Studie HARMONi-3 stehen allerdings noch aus.
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Keimzelltumoren

Urologische Tumoren
 10 Min|
Die 3D-Abb. zeigt Penis und Hoden, im rechten Hoden ist eine tumoröse Masse.

Testikuläre Keimzelltumoren: Neue molekulare Erkenntnisse zur Tumorentstehung und Therapieresistenz

Testikuläre Keimzelltumoren (KZT) des Typs II sind die häufigste maligne Erkrankung junger Männer und stellen im klinischen Alltag trotz in den meisten Fällen hoher Heilungsraten eine Herausforderung bei metastasierten oder therapieresistenten Verläufen dar. Neue molekulare Erkenntnisse zeigen, dass zelluläre Plastizität und therapieinduzierte Differenzierungsprozesse maßgeblich zur Entstehung resistenter Tumorpopulationen beitragen, einschließlich seltener Entitäten wie dem sarkomatoiden Dottersacktumor (sarkDST), dem „Growing Teratoma“-Syndrom (GTS) oder der somatisch malignen Transformation (STM). Die Identifikation molekularer Marker und die Entwicklung zielgerichteter Therapien sind daher entscheidend, um die Behandlung und Prognose von diesen Hochrisiko-Patienten in Zukunft zu verbessern.
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Urologische Tumoren
 13 Min|
Das Bild zeigt eine weiße Computer-Tastatur, auf der ein Stethoskop liegt und eine Taste mit "Testicular Cancer" in rot beschriftet ist.

Die retroperitoneale Lymphadenektomie in der Therapie testikulärer Keimzelltumoren – offen oder robotisch?

Die retroperitoneale Lymphadenektomie (RPLA) ist ein zentraler Baustein der kurativen Therapie testikulärer Keimzelltumoren. Dieser Artikel bewertet die offene und robotisch assistierte RPLA in Abhängigkeit von Tumorhistologie, Krankheitsstadium und Indikation. Die offene RPLA bleibt insbesondere bei komplexen Befunden und in der postchemotherapeutischen Situation der onkologische Standard. Robotische Verfahren sind bei streng selektierten Patienten mit geringer Metastasenlast und hoher chirurgischer Expertise sicher durchführbar, zeigen jedoch bislang keinen gesicherten onkologischen Vorteil. Aufgrund limitierter Evidenz sollte die robotische RPLA ausschließlich in spezialisierten Zentren erfolgen.
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Urologische Tumoren
 13 Min|
Hand in blauem Handschuh hält Röhrchen mit Beschriftung TUmormarker

M371-Test – ein Meilenstein in der Diagnostik und Therapiesteuerung testikulärer Keimzelltumoren

Die Serumtumormarker Alpha-Fetoprotein (AFP), β-humanes Choriongonadotropin (β-hCG) und Laktatdehydrogenase (LDH) sind seit Jahrzehnten ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Diagnostik und Therapieführung der testikulären Keimzelltumoren (KZT). Ein entscheidender Nachteil dieser Tumormarker ist jedoch deren limitierte Sensitivität und Spezifität. Mit der microRNA miR-371a-3p (M371-Test) steht inzwischen ein leistungsfähiger neuer Biomarker zur Verfügung, der das Potenzial hat, die Hodentumordiagnostik grundlegend zu verändern.
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Urologische Tumoren
 12 Min|
Auf Handydisplay steht "Erinnerungen: Tumornachsorge"

Risikogesteuerte Nachsorge bei testikulären Keimzelltumoren

Ziel der Nachsorge bei Keimzelltumoren ist das frühzeitige Erkennen von Rezidiven. Aufgrund der klinischen Vielfalt der Keimzelltumoren gibt es mehr als 20 verschiedene Risikokonstellationen mit jeweils spezifischen Häufigkeiten, Zeitfenstern und Lokalisationen für Rezidive. In der Praxis werden 3 Risikogruppen unterschieden: (1) Seminome, (2) Nichtseminome im Stadium I und (3) Nichtseminome alle anderen Stadien. In entsprechenden Nachsorgetafeln werden die erforderlichen Untersuchungen schematisch aufgelistet. Die hier vorgestellten Nachsorgeempfehlungen unterscheiden sich von den Empfehlungen der S3-Leitlinie (2020) vor allem durch Ersatz der Computertomographie (CT) durch Magnet­resonanztomographie (MRT) aus Strahlenschutzgründen und durch Verzicht auf Röntgen-Thorax in der Nachsorge des Seminoms. Die Nachsorge zielt auch auf die Erkennung von Sekundärerkrankungen und Spättoxizitäten, wie Hypogonadismus, Metabolisches Syndrom, kardiovaskuläre Erkrankungen und Zweitneoplasien ab.
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Urologische Tumoren
 10 Min|
Arzt hält Schild mit "Germ cell tumours". Symbolisiert digitale Medizin

Langzeit-Lebensqualität nach Therapie von Keimzelltumoren: Einfluss von Behandlungsstrategie und Tumortyp

Keimzelltumoren des Hodens zählen zu den onkologischen Erkrankungen mit exzellenter Prognose, insbesondere bei jungen Patienten. Mit Heilungsraten von über 90% rückt die langfristige Lebensqualität zunehmend in den Fokus der klinischen Versorgung. Therapieassoziierte Spätfolgen betreffen vor allem kardiovaskuläre Risiken, Sekundärmalignome, metabolische Veränderungen, Neuro- und Ototoxizität sowie Fertilität und endokrine Funktion. Darüber hinaus spielen psychosoziale Aspekte eine zentrale Rolle. Die Art und Intensität der Therapie erweisen sich als entscheidende Einflussfaktoren auf die Langzeitmorbidität. Moderne Strategien zielen daher auf eine risikoadaptierte Therapie unter Vermeidung von Übertherapie sowie auf strukturierte Survivorship-Konzepte. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Lebensqualität und diskutiert deren Relevanz für die klinische Praxis.
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Gynäkologische Tumoren
 8 Min|
Ein Arzt mit weißem Arztkittel und Stethoskop hält in der linken Hand eine Tafel, auf der "germ cell tumour" steht.

Ovarielle Keimzelltumoren – Epidemiologie, Diagnostik und Therapie

Ovarielle Keimzelltumoren (germ cell tumors, GCT) sind seltene Neoplasien, die etwa 5% der malignen Ovarialtumoren ausmachen, jedoch die häufigste Tumorentität bei Kindern und jungen Frauen darstellen. Sie entstehen aus pluripotenten Keimzellen und weisen eine große histologische Vielfalt auf. Klinisch präsentieren sie sich meist unspezifisch mit abdominellen Schmerzen oder einer rasch wachsenden Raumforderung, sodass die Diagnose häufig bereits in frühen Stadien erfolgt. Die Diagnostik umfasst neben Anamnese und Bildgebung insbesondere die Bestimmung tumorspezifischer Marker wie Alpha-Fetoprotein (AFP), humanes Choriongonadotropin (β-hCG) und Laktatdehydrogenase (LDH). Die Therapie basiert primär auf einer operativen Tumorresektion mit vollständigem Staging, wobei bei jungen Patientinnen ein fertilitätserhaltendes Vorgehen angestrebt wird. Abhängig von Stadium und Histologie erfolgt eine adjuvante Platin-basierte Chemotherapie, meist im Bleomycin + Etoposid + Cisplatin (BEP)-Schema. Trotz teils aggressiven Verlaufs ist die Prognose insgesamt sehr günstig mit Überlebensraten von über 90%. Rezidive sind selten und werden individuell multimodal behandelt.
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Hämatologie

Hämatologie
 6 Min|
ALL

Spättoxizitäten erfolgreicher Behandlung einer akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter

Die Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) im Kindesalter hat in den vergangenen Jahrzehnten zu beeindruckenden Fortschritten geführt. Heute liegen die Heilungsraten bei über 90%. Dies ist auf die standardisierte, an die Risikogruppe angepasste multimodale Polychemotherapie von ALL-Patient:innen und deutlich verbesserte Supportivmaßnahmen zurückzuführen [1]. Nur noch in wenigen Fällen ist eine hämatopoetische Stammzelltransplantation im Rahmen der Erstlinienbehandlung notwendig. Bei Patient:innen mit einer refraktären oder rezidivierten Erkrankung ist dies weiterhin ein wichtiger Baustein der Therapie [2]. Daneben sind in den letzten Jahren neue immuntherapeutische Therapieoptionen entwickelt worden, die zunehmend sowohl in der Rezidivsituation als auch in der Erstlinienbehandlung eingesetzt werden. Dieser Erfolg ist jedoch mit einem hohen Preis verbunden, da die intensive antileukämische Therapie nicht nur maligne Zellen zerstört, sondern auch gesunde Gewebe und Organe schädigt. Infolgedessen treten bei nahezu allen Patient:innen akute Nebenwirkungen während der Therapie auf, und ein großer Teil der Langzeitüberlebenden leidet unter Spätfolgen. Diese können entweder direkt im Zusammenhang der akuten Toxizitäten stehen oder sich erst Jahre nach Abschluss der Behandlung manifestieren (Abb. 1) [3]. Trotz der großen klinischen Bedeutung ist die systematische Erfassung dieser Spätfolgen bislang unzureichend standardisiert, was die Bewertung der Gesamtbelastung für die wachsende Gruppe von Überlebenden erschwert. Für den deutschsprachigen Raum fehlen bislang verlässliche Daten. Aus diesem Grund sind in diesem Artikel keine quantitativen Angaben zur Häufigkeit der auftretenden Spätfolgen angegeben.
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Hämatologie
 16 Min|
3D-Darstellung des Blutes mit Eosinophilie
Eosinophilie und Hypereosinophilie

Klonale Eosinophilie

Die Genese einer Eosinophilie bzw. Hypereosinophilie reicht von häufigen reaktiven Ursachen hin zu seltenen, klonalen hämatologischen Neoplasien. Nach Ausschluss reaktiver Ursachen erfolgt die differentialdiagnostische Abklärung stufenweise unter Einbeziehung von Klinik, Blutbild, Knochenmarkmorphologie, Immunphänotypisierung, Zytogenetik und Molekulargenetik. Zu den wichtigsten klonalen Entitäten zählen die myeloischen/lymphatischen Neoplasien mit Eosinophilie und Tyrosinkinase-Fusionsgenen (MLN-TK), die chronische Eosinophilenleukämie (CEL) und die systemische Mastozytose (SM). Der Nachweis eines Fusionsgens ist therapeutisch entscheidend: PDGFRA- und PDGFRB-rearrangierte Neoplasien sprechen sehr gut auf Imatinib an, während FGFR1-, JAK2-, FLT3- und ETV6::ABL1-rearrangierte Neoplasien häufig aggressiver verlaufen und oft einer allogenen hämatopoetischen Zelltransplantation bedürfen. Die Therapie der CEL ist nicht standardisiert. Für die SM stehen KIT-Inhibitoren zur Verfügung.
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Fortbildung

Entitätsübergreifend
 7 Min|
Patientin mit Fatigue sitzt im halbdunklen Zimmer auf dem Bett und hält sich den Kopf
Serie: Supportive Therapien – Teil 7

Tumorassoziierte Fatigue – Screening, Bewegung und psychotherapeutische Intervention mit positivem Effekt

Ein mit Krebs assoziiertes Gefühl von Erschöpfung lässt sich nicht unbedingt durch Ruhe und Schlaf aushebeln. Bewegung und psychologische Betreuung haben sich bewährt und werden übergreifend von den Leitlinien empfohlen, um die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern und ihre Krebstherapie nicht zu gefährden.
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NSCLC
 26 Min|
Umfrage zu molekularen Analysen in der Therapie des NSCLC
Umfrage zu molekularen Analysen in der Therapie des NSCLC

Stimmt die Testbereitschaft mit den Empfehlungen der Leitlinien überein?

Für die Anwendung immunonkologischer und molekular zielgerichteter Therapieoptionen, die heute in nahezu allen Stadien des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) zur Verfügung stehen, sind die entsprechenden molekulargenetischen bzw. immunhistochemischen Testverfahren Grundvoraussetzung [1, 2]. Inwieweit die Empfehlungen der Leitlinien im klinischen Alltag tatsächlich umgesetzt werden, wurde 2025 zum 8. Mal in einer bundesweiten Umfrage unter Ärzt:innen an Universitätskliniken, nicht-universitären Kliniken, Lungenfachkliniken, onkologischen Praxen und medizinischen Versorgungszentren (MVZs) untersucht [3-8]. Dabei zeigten sich, den aktuellen Therapieempfehlungen folgend, unter anderem eine Verschiebung der Testraten in Richtung Neoadjuvanz sowie weiterhin hohe Testraten der jeweiligen Marker im Stadium IV. Leider beginnt jedoch nach wie vor ein Teil der Ärzt:innen mit einer Therapie, bevor alle molekularen Testergebnisse vorliegen. Dadurch wird den Betroffenen womöglich die für sie optimale Behandlung vorenthalten. Wie die Umfrage außerdem zeigt, werden größere Genpanels inzwischen häufiger für die Untersuchungen genutzt und auch die Relevanz molekularer Tumorboards sowie der stadienunabhängigen Reflextestung ist insbesondere in den frühen Stadien gestiegen.
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Thorakale Tumoren
 23 Min|
Das Foto zeigt einen transparenten Oberkörper mit einem rötlichen Lungentumor in einem Lungenflügel.
Klinische Studien zeigen konsistent klinisch relevanten Vorteil durch Checkpoint-Inhibitor-Gabe

Perioperative Therapieoptionen beim resektablen NSCLC

Mit der Einführung der perioperativen Immunchemotherapie hat sich für die Behandlung der frühen Stadien beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) ein Paradigmenwechsel ergeben. Die Resektion ist in der Behandlung des resektablen NSCLC der Goldstand der kurativ intendierten Therapie. Auch der Platin-basierten Chemotherapie kommt weiterhin ein hoher Stellenwert zu. Der konsistente Nutzen der perioperativen Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren plus Platin-haltiger Chemotherapie, der zur Zulassung von bisher 4 Checkpoint-Inhibitoren für diese Indikation geführt hat, macht die Immuntherapie zu einer wichtigen Therapiesäule für Patient:innen mit resektablen Tumoren und hohem Rezidivrisiko [1-4]. Lesen Sie in dieser CME-Publikation, welche Ergebnisse in den Zulassungsstudien mit den Checkpoint-Inhibitoren im neoadjuvanten und perioperativen Setting beim resektablen NSCLC erreicht wurden und wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Therapieoptionen bestehen.
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DGFIT

Nierenzellkarzinom
 4 Min|

Systemtherapie beim nccRCC – Aktuelle Daten und klinische Implikationen

Das metastasierte, nicht-klarzellige Nierenzellkarzinom (nccRCC) macht etwa 25% aller RCC aus und umfasst mehr als 20 histologisch und molekular definierte Subtypen. Aufgrund des historischen Ausschlusses dieser Patient:innen aus prospektiven Studien bleibt die Evidenzgrundlage für die Systemtherapie begrenzt; Leitlinien empfehlen daher eine Therapiestrategie analog zum klarzelligen Nierenzellkarzinom (ccRCC). Die Studien SUNNIFORECAST, KEYNOTE-B61 und CheckMate-920 konnten zuletzt die Wirksamkeit Immuncheckpoint-Inhibitor (ICI)-basierter Regimes in einem reinen nccRCC-Kollektiv nachweisen, wobei der PD-L1-Status ein potenziell relevanter prädiktiver Biomarker zu sein scheint.
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Gesundheitspolitik

BNGO

BNGO
 3 Min|

14. BNGO-Hauptstadtkongress – Traditionelles und Neues

Alljährlich treffen sich die Mitglieder des Berufsverbands Niedergelassener und ambulant tätiger Gynäkologischer Onkologen in Deutschland e.V. (BNGO) und interessierte Gäste im Sommer in Berlin zu ihrem Jahresaustausch. Der diesjährige BNGO-Hauptstadtkongress fand wieder traditionsgemäß im Hotel Maritim Pro Arte statt und wurde abgerundet durch einen wissenschaftlichen Austausch auf der Spree. Rund 200 Teilnehmende erwartete ein buntes Programm aus Studiendaten von jüngsten Kongressen, aktuellen Therapieempfehlungen, praktischen Fragestellungen und speziellen Fokusthemen, die für Gynäkoonkolog:innen in der Niederlassung relevant sind. Dr. Jörg Schilling, der Vorsitzende des BNGO, gibt uns einen kurzen Einblick in die Highlights, und das neue Verbandsmitglied PD Dr. Peter Rusch aus Soest schildert seine Eindrücke vom Kongress. In der nächsten Ausgabe des JOURNAL ONKOLOGIE berichten wir ausführlich über die Kongressbeiträge.
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BNGO
 3 Min|
Ein neues BNGO-Mitglied stellt sich vor

Ein neues BNGO-Mitglied stellt sich vor: PD Dr. med. Peter Rusch

PD Dr. Peter Rusch führt gemeinsam mit seiner Frau Lena und ihrer Mutter eine echte „Familienpraxis“ in Soest/Westfalen. Obgleich internistische Onkolog:innen in vielen Regionen fachübergreifend auch an der Behandlung gynäkologischer Krebserkrankungen beteiligt sind, fehlt gerade in ländlichen Regionen wie dem Kreis Soest im niedergelassenen Bereich ein Gynäkologe/Gynäkologin mit onkologischem Expertenwissen. Nach jahrelanger Tätigkeit an Universitätskliniken und in gynäkologischen Krebszentren möchte PD Dr. Rusch gerade hier nun ein lebenslanger Wegbegleiter von Frauen mit gynäkologischen Krebserkrankungen sein.
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d-uo

d-uo
 3 Min|
Sektorenübergreifende Behandlung des
Urothelkarzinoms

Sektorenübergreifende Behandlung des Urothelkarzinoms – 5 Jahre UroNAT von d-uo

Das Urothelkarzinom ist der zweithäufigste urologische Tumor und in Deutschland der 5.-häufigste Tumor bei Männern bzw. der 12.-häufigste bei Frauen [1]. Im Jahr 2023 erkrankten in Deutschland 17.800 Personen an einem invasiven Harnblasenkarzinom, davon ca. ein Viertel Frauen, zusätzlich ca. 13.680 an nicht-invasiven papillären Karzinomen und In-situ-Tumoren der Blase, welche nach ICD-10 derzeit nicht zu den bösartigen Tumoren gezählt werden, obwohl sie ein erhöhtes Risiko für einen Progress und/oder ein Rezidiv des Tumors aufweisen [1]. Harnblasenkarzinome gehen wie die Tumoren der übrigen ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Harnröhre) überwiegend vom Urothel aus. Für die ambulante Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser häufigen und auch gesundheitsökonomisch bedeutsamsten Tumorentität im Bereich der Urologie gab es lange kein nationales Register zur Erfassung der Versorgungs­situation in Deutschland. Viele Fragen der ambulanten Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Urothelkarzinoms sind in Deutschland bisher nur unzureichend untersucht.
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Vor Ort & Virtuell

Mammakarzinom
 2 Min|

Metastasiertes Mammakarzinom: Differenzierter Blick auf Wirk- und Nebenwirkungsprofile von ADC

Derzeit sind verschiedene Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) beim metastasierten Mammakarzinom zugelassen, die sich hinsichtlich des Targets (HER2-, TROP2-gerichtetes Tumorantigen), Payload (z.B. 4 oder 8 Moleküle eines Zytostatikums), Wirksamkeit und Sicherheitsprofil unterschieden, erläuterte Prof. Dr. Maggie Banys-Paluchowski, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Lübeck. Wegen dieser Unterschiede plädierte die Expertin dafür, ADC nicht als homogene Substanzklasse zu begreifen.
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Studie

Pharmaforum

Mammakarzinom
 5 Min|
Mammakarzinom: Was macht eine 
CDK4/6i-Therapie langfristig erfolgreich?

Mammakarzinom: Was macht eine CDK4/6i-Therapie langfristig erfolgreich?

Die Behandlung von Patient:innen mit metbastasiertem Mammakarzinom (mBC) wird zunehmend holistischer: Individuelle Bedürfnisse rücken stärker in den Fokus der Versorgungspraxis und spielen neben erkrankungsbezogenen Faktoren eine zentrale Rolle bei der Therapieentscheidung [1]. Bei der Auswahl des geeigneten CDK4/6-Inhibitors (CDK4/6i) sind Kriterien wie Verträglichkeit, Erhalt der Lebensqualität und Aspekte des Therapiemanagements von Bedeutung. Palbociclib bietet mit einer breiten Datenbasis und fast einem Jahrzehnt klinischer Erfahrung gute Voraussetzungen für eine patient:innenfreundliche Anwendung und damit für einen langfristigen Therapieerfolg.
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