Journal Onkologie
Medizin

Adjuvante Therapie bei dMMR-Darmkrebs: Atezolizumab steigert krankheitsfreies Überleben

Zwischen September 2017 und Januar 2023 wurden 712 Patient:innen mit sogenanntem dMMR-Darmkrebs im Stadium III nach einer Operation in die Studie aufgenommen. DMMR steht für „deficient DNA mismatch repair“ und charakterisiert die Art des Tumors, bei der besonders viele Mutationen auftreten. Die Teilnehmenden wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt sechs Monate lang eine Standard-Chemotherapie allein. Die andere Gruppe erhielt die Chemotherapie in Kombination mit Atezolizumab, gefolgt von weiteren sechs Monaten Atezolizumab als Monotherapie.

Nach drei Jahren waren 86,3% der Patient:innen, die mit Atezolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie behandelt wurden, weiterhin krankheitsfrei. In der Gruppe, die nur eine Chemotherapie erhielten, waren es nur 76,2%.

Klarer und bedeutsamer Nutzen der Immuntherapie

„Die ATOMIC-Studie stellt einen entscheidenden Fortschritt in der adjuvanten Behandlung von dMMR-Darmkrebs im Stadium III dar“, sagt Prof. Reinacher-Schick. „Zum ersten Mal hat die Immuntherapie einen klaren und klinisch bedeutsamen Nutzen bei diesen Erkrankungen im Frühstadium gezeigt und damit einen neuen therapeutischen Standard etabliert.“

Die klinische Relevanz der Studie spiegelt sich in der Aufnahme der Studienergebnisse in die neuesten Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network wider, was die Rolle immuntherapiebasierter adjuvanter Behandlungsstrategien bei Hochrisikopatientengruppen untermauert.

Erfolgreiche deutsche Kooperation und Patientenrekrutierung

Die deutsche Beteiligung an der Studie wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Alliance und der AIO der Deutschen Krebsgesellschaft unter der nationalen Leitung von Prof. Reinacher-Schick ermöglicht. AIO-angeschlossene Studienzentren nahmen in der späteren Rekrutierungsphase Patient:innen auf und sicherten so den Zugang für geeignete Patient:innen in Deutschland.

In Deutschland wurde die schnelle Identifizierung geeigneter Patient:innen deutlich durch das COLOPREDICT-Register (CPP-Register) der AIO erleichtert, das eine Schlüsselrolle beim Screening und der zeitnahen Rekrutierung spielte. „Dieser Erfolg unterstreicht die Bedeutung akademisch orientierter Forschungspartnerschaften und exzellenter transsektoraler Netzwerkstudien“, fügte Prof. Dr. Andrea Tannapfel, Direktorin des Instituts für Pathologie der Ruhr-Universität Bochum und federführende Partnerin beim CPP-Register, hinzu.

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Quelle:

Ruhr-Universität Bochum

Literatur:

(1)

Sinicrope F A et al. Atezolizumab plus FOLFOX for Stage III Mismatch Repair–Deficient Colon Cancer. N Engl J Med 2026; 394(12):1155-1166. DOI: 10.1056/NEJMoa2507874

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