Donnerstag, 14. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

20. Februar 2013 Forschungsprojekt zum Ewing-Sarkom startet

Das Ewing-Sarkom - eine Form von Knochenkrebs - ist eine seltene und sehr bösartige Tumorerkrankung, die besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen auftritt und schwer heilbar ist. Um den oftmals jungen Patienten bessere Therapiemöglichkeiten zu eröffnen, haben sich Wissenschaftler aus fünf europäischen Ländern unter der Leitung der münsterschen Medizin-Professorin Dr. Uta Dirksen vernetzt und erhalten für ihr PROVABES-Projekt etwa 1,6 Millionen Euro Förderung.

Anzeige:

PROVABES steht für „Prospektive Validierung von Biomarkern bei Patienten mit Ewing-Sarkom“. Dirksen und ihre Kollegen werden spezifische Merkmale auf molekularer und Proteinebene an den Tumoren und im Blut der Patienten untersuchen, anhand derer die Patienten ihrer individuellen Risikogruppe zugeordnet werden können. „Da nach der Risikogruppe die Prognose und die Behandlungsform - ob Chemotherapie, Operation, Bestrahlung oder eine Kombination daraus - bestimmt werden, ist eine korrekte Einstufung so wichtig“, erläutert Prof. Dirksen, die als Oberärztin an der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Münster arbeitet.

Eine Prognose hängt bei Ewing-Sarkom-Patienten unter anderem vom Alter bei der Diagnose, der Größe des Tumors, etwaigen Metastasen und der Reaktion des Tumors auf die Therapie ab. Das Ewing-Sarkom ist eine außergewöhnlich bösartige Krankheit: Selbst Patienten mit guter Prognose erleiden zu 30 Prozent einen Rückfall, der oft nicht mehr heilbar ist. „Die bisher identifizierten Prognosemarker scheinen demnach die Patienten nicht präzise genug in Risikogruppen zu unterteilen. Unser Ziel ist es, biologische Merkmale zu finden, die besser zeigen können, welche Patienten wie stark gefährdet sind“, so Uta Dirksen.

Um den Patienten eine möglichst individuelle Therapie zu ermöglichen, wollen Dirksen und ihre Kollegen die Relevanz von fünf Tumormarkern, die bisher nur im kleineren Rahmen erforscht wurde, in einem groß angelegten Projekt überprüfen. Das Team, das Dirksen leitet und dessen Arbeit sie koordiniert, besteht aus hochrangigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Paris, Bologna, Salamanca, Leeds, Wien, München und natürlich Münster selbst.

Das Projekt ist auf drei Jahre befristet und erhält für diesen Zeitraum insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro von ERANET, einem Verbund aus verschiedenen europäischen Forschungsministerien. Die Fördergelder waren ausgeschrieben worden; nur zehn von 117 eingereichten Projekten erhielten einen Zuschlag. „Wir freuen uns sehr darüber, dazu zu gehören, weil das Ewing-Sarkom eine sehr seltene Krebsart ist und bei solchen Ausschreibungen meist häufigere Krebsarten Vorrang erhalten“, berichtet Dirksen. „Wir haben also offensichtlich mit besonderer Qualität überzeugt.“

Von ihrer gemeinsamen Forschung erwarten sich Dirksen und ihre Kollegen, dass vor allem die Chemotherapie individualisiert auf die einzelnen Patienten und deren Krankheitsbild zugeschnitten werden kann. Parallel zu „PROVABES“ wird Dirksen außerdem eine von ihr und dem Leiter der münsterschen Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Prof. Heribert Jürgens, geleitete internationale Studie zum Ewing-Sarkom fortführen. „Wir erhoffen uns aber auch, mit der Arbeit am seltenen Ewing-Sarkom Muster für andere solide Tumorerkrankungen zu finden - so könnten wir nicht nur diesen Patienten helfen“, berichtet Dirksen. Das Projekt startet im Juni 2013

Quelle: Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?
© azurita - stock.adobe.com

Eine ausgewogene Ernährung, Normalgewicht sowie ein möglichst geringer Konsum alkoholischer Getränke senken das Risiko, an Krebs zu erkranken. Im Rahmen der 1. Nationalen Krebspräventionswoche informieren die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum, DKFZ, die Bevölkerung über Risikofaktoren, die jeder selbst beeinflussen kann. Denn: Etwa 40 Prozent aller Krebsfälle, die jährlich neu diagnostiziert werden, wären nach Ansicht von...

Die P4-Medizin – Krebstherapie der Zukunft?

Die P4-Medizin – Krebstherapie der Zukunft?
© Fotolia / psdesign1

Die Versorgung von krebskranken Menschen befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden und individueller Therapien verändert die onkologische Medizin, wie wir sie bisher kennen. Das jüngst gewonnene Wissen über den Krebs und seine molekularbiologische Vielfalt verlangt nach neuen Antworten. In dem vom amerikanischen Biomediziner Leroy Hood geprägten Konzept der P4-Medizin wird die mögliche Krebstherapie der Zukunft...

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht nur medizinische, sondern auch gravierende soziale...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Forschungsprojekt zum Ewing-Sarkom startet"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression