Journal Onkologie

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Gesundheitspolitik

Städtetag: Pflegereform belastet Kommunen massiv

Die Pläne für die Pflegereform hat der Präsident des Deutschen Städtetages scharf kritisiert. „Seit einem Jahr reden wir über Entlastungen für die Kommunen und die Pläne für die Pflege sehen jetzt eine zusätzliche Belastung in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr vor. Ich bin erschüttert und wütend“, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die Finanzierung der Pflege müsse mit Steuermitteln des Bundes unterstützt werden.
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Gesundheitspolitik

Grünen-Fraktion: Pflegepläne gehen zulasten von Frauen

Die Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Pflegereform würden aus Sicht der Grünen-Bundestagsfraktion zulasten von Frauen gehen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Misbah Khan sprach von einer massiven Belastung. „Denn wer die Probleme in der Pflege auf die Familien verlagert, verlagert sie in erster Linie auf Frauen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
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Urothelkarzinom
Fortgeschrittenes Urothelkarzinom: RNA-Expression von Nectin-4 und HER2 nicht prognostisch oder prädiktiv für Avelumab-Ansprechen
ASCO 2026

Fortgeschrittenes Urothelkarzinom: RNA-Expression von Nectin-4 und HER2 nicht prognostisch oder prädiktiv für Avelumab-Ansprechen

In der Phase-III-Studie JAVELIN Bladder 100 zeigte eine Erhaltungstherapie mit Avelumab + bestmöglicher supportiver Therapie (BSC) im Vergleich zu BSC allein einen Überlebensvorteil bei Patient:innen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (la/mUC). Nectin-4 und HER2 stellen potenzielle Biomarker beim la/mUC dar, scheinen jedoch als prognostischer oder prädiktiver Marker für das Ansprechen auf eine Avelumab-Erhaltung nicht geeignet zu sein, wie die Ergebnisse einer Post-hoc-Analyse zeigen.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Nivolumab-Kombination bei fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom zugelassen

Nivolumab in Kombination mit Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin (AVD) hat die EU-Zulassung zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit nicht vorbehandeltem klassischem Hodgkin-Lymphom (classical Hodgkin Lymphoma, cHL) im Stadium III oder IV erhalten [1]. Mit der Kombination von Nivolumab plus AVD wird erstmals ein immunonkologisches Behandlungsschema in der Erstlinientherapie für diese Patientengruppe in der Europäischen Union (EU) verfügbar. Diese Zulassungserweiterung der Europäischen Kommission unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Nivolumab beim cHL. In diesem Jahr wurde Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin bereits zur Behandlung von Kindern ab fünf Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen bis zu einem Alter von 30 Jahren mit rezidiviertem oder refraktärem cHL nach einer vorherigen Therapielinie in der EU zugelassen [1].
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Medizin

ES-SCLC: Zulassung von Atezolizumab + Lurbinectedin

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Kombination aus Atezolizumab und Lurbinectedin zur Erhaltungstherapie nach der Induktion mit Atezolizumab und Chemotherapie bei der Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen kleinzelligen Bronchialkarzinoms (ES-SCLC) zugelassen. Das Regime reduzierte in der Phase-III-Studie IMforte das Risiko für Krankheitsprogress oder Tod signifikant gegenüber der alleinigen Erhaltungstherapie mit Atezolizumab – bei insgesamt günstigem Sicherheitsprofil [1, 2].
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Gesundheitspolitik

Länder-Einwände gegen Sparpaket und Protest von Hausärzt:innen

Gegen die Milliarden-Sparpläne bei den Gesundheitsausgaben formiert sich wachsender Widerstand - nun auch unter den Ländern und bei Hausärzt:innen. Wenn der Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in der nächsten Woche erstmals in den Bundesrat kommt, liegen zahlreiche Kritikpunkte von Ausschüssen der Länderkammer vor. Gefordert wird die Streichung mehrerer Ausgabenbremsen bei Kliniken, Praxen, Apotheken und Pharmabranche. Der Hausärzteverband macht mit einer Protestaktion mobil.
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Gesundheitspolitik

Schwesig bezeichnet Pflegereform als „Belastungspaket"

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat Pläne für die Pflegereform zurückgewiesen und als „Belastungspaket“ bezeichnet. „Wir lehnen diese Vorschläge ab, weil sie die Pflegebedürftigen und ihre Familien stärker belasten und die Pflegekräfte schlechter stellen“, sagte sie dem Portal „Politico“. Sie halte es für einen schweren Fehler, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wie schon bei der Gesundheitsreform einen nicht mit den Ländern abgestimmten Gesetzentwurf auf den Weg bringe.
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Mammakarzinom
HR+/HER2– mBC: ctDNA-geleiteter Erstlinien-Switch von AI auf Camizestrant bei neu aufgetretener ESR1-Mutation verbessert auch das PFS2

HR+/HER2– mBC: ctDNA-geleiteter Erstlinien-Switch von AI auf Camizestrant bei neu aufgetretener ESR1-Mutation verbessert auch das PFS2

Mutationen im ESR1-Gen sind bei Erkrankten mit Östrogenrezeptor‑positivem, HER2‑negativem fortgeschrittenem Brustkrebs (ER+/HER2- mBC) der häufigste Mechanismus einer erworbenen Resistenz gegenüber der endokrin-basierten Standardbehandlung mit einem Aromatasehemmer (AI) + einem CDK4/6‑Inhibitor (CDK4/6i). In der Phase-III-Studie SERENA-6 verlängerte ein Switch vom AI auf den selektiven oralen Östrogenrezeptor-Degrader (SERD) Camizestrant bei neu aufgetretener ESR1-Mutation – bei gleichzeitiger Fortführung des CDK4/6i in der Firstline‑Therapie – das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant gegenüber der fortgeführten AI‑Kombination [1]. Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 wurden die finalen Daten zum sekundären Endpunkt PFS2 vorgestellt, der auch die nachfolgende Therapielinie umfasst. Der frühzeitige Erstlinienswitch von AI auf Camizestrant bei neu aufgetretener ESR1-Mutation verlängerte signifikant die progressionsfreie Zeit auch über die Zweitlinie hinweg [2].
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Gesundheitspolitik

Prüfung: Honorarkürzung bei Psychotherapeuten rechtens

Eine umstrittene Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen ist nach der üblichen Überprüfung des Beschlusses durch das Bundesgesundheitsministerium generell rechtmäßig. „Nach ausführlicher Prüfung gibt es keine Anhaltspunkte für eine rechtliche Beanstandung“, hieß es aus dem Ressort von Ministerin Nina Warken (CDU), wie zuerst die „Rheinische Post“ berichtete. Gegen die von einem Gremium des Gesundheitswesens beschlossene Honorarabsenkung um 4,5% gibt es bundesweite Proteste.
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Mammakarzinom
ASCO 2026

Real-World-Daten bestätigen Langzeitansprechen auf Sacituzumab govitecan und stützen frühen Einsatz beim mTNBC

Das metastasierte triple-negative Mammakarzinom (mTNBC) geht mir einer schlechten Prognose einher. Das Therapiearsenal für die aggressive Erkrankung hat sich in den vergangenen Jahren mit Biomarker-basierten Optionen und vor allem Antibody-Drug-Konjugates (ADCs) wie Sacituzumab govitecan (Sg) deutlich erweitert. Das ADC hatte in der Phase-III-Studie ASCENT das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) gegenüber eine Standardchemotherapie signifikant und klinisch relevant verlängert [1], was zur Zulassung ab der Zweitlinie geführt hatte. Auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 wurden nun Real-World-Daten aus Italien vorgestellt, die zeigten, dass über ein Viertel der mit Sg behandelten Erkrankten mit mTNBC Langzeit-Responder waren [2]. Außerdem unterstrichen die Daten, dass Sg möglichst früh eingesetzt werden sollte.
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Gesundheitspolitik

Noch 7,6 Millionen Dosen Corona-Impfstoff auf Lager

Gut drei Jahre nach Ende der Corona-Pandemie gibt es weiter Impfstoffvorräte im zentralen Lager des Bundes. Dort befinden sich noch 7,6 Millionen Dosen des Präparats Comirnaty LP.8.1 des Herstellers Biontech, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Weitere Lieferungen an den Bund erfolgen demnach nicht mehr, da die Erfüllung laufender Verträge abgeschlossen ist. Der Bund stellt die Impfdosen auf Bestellung bereit. Die in der akuten Krise massive Nachfrage ist seit längerem deutlich zurückgegangen.
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Prostatakarzinom
PSMA-positives metastasiertes Prostatakarzinom: Auch Subgruppenanalysen sprechen für ein Hinzufügen der Radioligandentherapie

PSMA-positives metastasiertes Prostatakarzinom: Auch Subgruppenanalysen sprechen für ein Hinzufügen der Radioligandentherapie

In der Phase-III-Studie PSMAddition führte die Kombination von 177Lu-PSMA-617 mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) und einem Hemmer des Androgenreptorsignalwegs (ARPI) zu einem signifikant verbesserten rPFS bei Patienten mit PSMA-positivem mHSPC im Vergleich zu ADT und ARPI allein (HR=0,72, 95% KI: 0,58, 0,90; p = 0,002). Während des ASCO 2026 wurden die Ergebnisse zu zwei wichtigen sekundären Endpunkten dieser Studie vorgestellt – die Subgruppenanalysen der Patienten mit hoher bzw. niedriger Tumorlast (DV) und derer mit de novo bzw. rezidiviertem mHSPC.
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Hepatozelluläres Karzinom
Die Abbildung zeigt die 3D-Darstellung eines männlichen Körpers mit Darmanteilen und rötlicher Darstellung der Leber mit einer tumorösen gelblichen, rot umrandeten Masse.
ASCO 2026

EMERALD-3: Neue Kombinationstherapien mit STRIDE-Regime plus TACE verlängern progressionsfreie Zeit beim Embolisations-geeigneten HCC

Das STRIDE-Regime, bestehend aus einer Initialdosis des CTLA-4 Inhibitors Tremelimumab plus kontinuierlicher 4-wöchentlicher Applikation des PD-L1-Inhibitors Durvalumab, wird als duale immunonkologische Standard-Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen oder nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinom (uHCC) eingesetzt – basierend auf den positiven Daten der Phase-III-Studie HIMALAYA [1, 2]. Aktuelle Ergebnisse der Phase-III-Studie EMERALD-3 zeigen nun, dass STRIDE auch in Kombination mit einer transarteriellen Chemoembolisation (TACE) ± dem Tyrosinkinase-Inhibitor Lenvatinib das Tumorwachstum bei Embolisations-geeigneten Patient:innen mit uHCC gegenüber alleiniger TACE verlangsamen kann. Die potenziell praxisverändernden Daten wurden als Late Breaking Abstract im Rahmen der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellt [3].
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Ovarialkarzinom
Die Abbildung zeigt eine Gebärmutter mit den beiden Eierstöcken, der rechte weist eine tumoröse Masse auf.
ASCO 2026

BRCA1/2-/HRD-positives Ovarialkarzinom: Dauer der Erhaltungstherapie mit Olaparib

Der in den randomisierten klinischen Studien SOLO-1 und PAOLA-1 nachgewiesene signifikante Vorteil hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens (PFS) setzte den Standard für eine zweijährige PARP-Inhibitor-Erhaltungstherapie (PARPi) mit Olaparib, mit oder ohne Bevacizumab, bei Patientinnen mit BRCA1/2-mutiertem Ovarialkarzinom oder homologer Rekombinationsdefizienz (HRD+) nach Ansprechen auf eine platinbasierte Erstlinien-Chemotherapie. Inwiefern eine solche zweijährige Erhaltung angemessen ist, soll die Studie NRG-GY036, die noch rekrutiert und während der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellt wurde, zeigen (1).
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NSCLC
In der 2L+-Therapie des mNSCLC punkten Kombinationen aus Immuntherapie und Tyrosinkinase-Inhibitor

In der 2L+-Therapie des mNSCLC punkten Kombinationen aus Immuntherapie und Tyrosinkinase-Inhibitor

Patient:innen mit mNSCLC, bei denen nach einer Immuntherapie (IO) plus Chemotherapie ein Progress eintritt, haben nur begrenzte Optionen, und der relative Überlebensvorteil von 2L+-Strategien bleibt ungewiss. Während des ASCO 2026 wurde eine Netzwerk-Metaanalyse (NMA) vorgestellt, in der die Überlebensergebnisse verschiedener Studien verglichen wurden. Bewertet wurde in dieser Analyse der Nutzen verschiedener experimenteller Behandlungen jeweils im Vergleich zur Standardtherapie bei nicht nach Biomarkern selektierten 2L+ mNSCLC-Patienten.
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Gesundheitspolitik

AOK: Kinderkrankentage nehmen meistens Frauen

Wenn erkrankte Kinder betreut werden müssen, bleiben dafür laut einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) nach wie vor meistens berufstätige Frauen zu Hause. Fast drei Viertel der Kinderkrankentage (73%) im vergangenen Jahr nahmen weibliche Kassenmitglieder, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK nach eigenen Versichertendaten ermittelte. Der Anteil der Männer lag bundesweit bei 27%. In Bayern war er am niedrigsten mit 23%, am höchsten in Sachsen mit fast 31%.
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Urothelkarzinom
Das Bild zeigt die KI-3D-Darstellung einer Blase mit Krebszellen am männlichen Körper.
ASCO 2026

MIBC: Perioperatives EV + Pembro verbessert EFS, OS und pCR-Rate vs. Standard-Chemotherapie über relevante Subgruppen hinweg

Die Kombination aus Enfortumab Vedotin (EV) plus Pembrolizumab (Pembro) ist der etablierte Erstlinienstandard für das fortgeschrittene Urothelkarzinom und stellt darüber hinaus eine vielversprechende perioperative Behandlungsstrategie für Patient:innen mit muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) dar, die sich einer radikalen Zystektomie plus pelviner Lymphknotendissektion (RC + PLND) unterziehen und für eine cisplatinhaltige Chemotherapie geeignet sind. Das zeigen die Daten der PhaseIII-Studie KEYNOTEB15/EV304, die neoadjuvantes und adjuvantes EV + Pembro gefolgt von RC + PLND gegen neoadjuvante Chemotherapie gefolgt von RC + PLND beim MIBC geprüft hatte. Es zeigten sich signifikante Vorteile hinsichtlich verschiedener Wirksamkeitsparametern (1). Explorative Subgruppenanalysen, vorgestellt bei Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026, bestätigen nun, dass der klinische Nutzen von perioperativem EV + Pembro relevanten Subgruppen von MIBC-Patient:innen zugutekommt, unabhängig von Tumorstadium, PD-L1-Status und Nectin-4 H-Score (2).
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