Journal Onkologie

News

Entitätsübergreifend
 3 Min|

Jede achte Krebserkrankung weltweit durch Infektionen verursacht

Infektionen sind weltweit eine wichtige und vermeidbare Ursache von Krebserkrankungen. Eine umfassende globale Analyse lieferte nun aktuelle Zahlen dazu. Im Jahr 2024 waren schätzungsweise 2,3 Millionen neue Krebsfälle weltweit auf Infektionen zurückzuführen. Das entspricht etwa jedem achten Krebsfall. Die Forschenden untersuchten zwölf verschiedene Krankheitserreger, die alle als sicher krebserregend eingestuft sind. Am häufigsten waren Helicobacter pylori und humane Papillomviren (HPV) beteiligt, die zusammen für über 1,5 Millionen Krebsfälle verantwortlich waren. Viele dieser Krebserkrankungen wären durch Impfungen, Behandlung von Infektionen und Vorsorgeuntersuchungen vermeidbar.
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Medizin
 4 Min|

Mikrobielle Stoffwechselprodukte entscheiden über den Erfolg einer CAR-T-Zelltherapie

Immuntherapien, insbesondere die CAR-T-Zelltherapie, haben die Krebsbehandlung in den vergangenen Jahren vor allem bei bestimmten Formen von Leukämien und Lymphomen grundlegend verändert. Dennoch sprechen nicht alle Tumore gleichermaßen auf die Behandlung an. Warum das so ist und wie sich der Therapieerfolg etwa durch das Darmmikrobiom gezielt verbessern lässt, ist häufig unklar. Eine neue multizentrische Studie zeigt nun, dass nicht allein die Zusammensetzung der Darmbakterien über den Erfolg einer CAR-T-Zelltherapie entscheidet, sondern vor allem deren Stoffwechselprodukte [1].
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Medizin
 4 Min|

Krebsregisterstudie zeigt Prognose bei HR-positivem frühem Brustkrebs

Wie ist die Prognose von Menschen mit der häufigsten Form des frühen Brustkrebses im Versorgungsalltag in Deutschland? Das zeigt eine neue Auswertung bevölkerungsbezogener Daten aus acht Krebsregistern. Untersucht wurden 42.830 Patientinnen und 384 Patienten mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem (HR+/HER2-) frühem Brustkrebs. Fünf Jahre nach der Operation lag die Wahrscheinlichkeit, ohne Brustkrebsrückfall oder neue invasive Krebserkrankung zu leben, bei 82,9% [1].
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Gesundheitspolitik
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Allianz für Frauengesundheit offiziell gegründet

Mit einer feierlichen Proklamation hat sich die Allianz für Frauengesundheit offiziell gegründet. Rund 250 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Versorgung und Wirtschaft verfolgten den Auftakt, bei dem die 16 Initiatorinnen das sogenannte Berliner Commitment präsentierten, eine Selbstverpflichtung, Frauengesundheit strukturell und politisch dauerhaft zu verankern. Die Allianz setzt sich selbst eine Frist und möchte bereits im Herbst 2027 gemeinsame Eckpunkte einer Nationalen Strategie zur Frauengesundheit vorlegen.
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Medizin
 3 Min|

Protein KDM2B als mögliche neue Angriffsstelle bei Medulloblastomen entdeckt

Forschende am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg und am St. Jude Children's Research Hospital in Memphis haben eine mögliche neue Schwachstelle bei Medulloblastomen, den häufigsten bösartigen Hirntumoren bei Kindern, entdeckt. Die Wissenschaftler:innen fanden heraus, dass ein bestimmtes Protein Tumorzellen offenbar dabei unterstützt, in einem unreifen Zustand zu bleiben und weiter zu wachsen. Schalteten sie dieses Protein in Laborversuchen aus, wuchsen die Tumorzellen deutlich schlechter. Auch bei Mäusen verlangsamte sich das Tumorwachstum. Die Ergebnisse könnten langfristig dazu beitragen, neue gezielte Therapien für bestimmte Formen des Medulloblastoms zu entwickeln.
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Medizin
 3 Min|

10 Jahre TREFFPUNKTE: Junge Erwachsene mit Krebs gestalten ihr eigenes Netzwerk

Als 2016 der erste TREFFPUNKT in Jena entstand, ging es um eine einfache Idee: Junge Menschen mit Krebs sollten auf andere treffen können, die verstehen, was es bedeutet, in jungen Jahren mit Krebs zu leben. Zehn Jahre später ist daraus ein bundesweites Netzwerk mit knapp 40 regionalen Treffpunkten und vier überregionale Angebote mit mehr als 1.000 jungen Betroffenen geworden. Was alle Treffpunkte verbindet: Sie werden maßgeblich von jungen Menschen mit eigener Krebserfahrung getragen und weiterentwickelt.
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Medizin
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Ceramide treiben Metastasierung bei Darmkrebs voran

Metastasen sind für den Großteil der krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Welche Mechanismen einzelne Tumorzellen dazu befähigen, Metastasen zu bilden, ist bislang nur unzureichend verstanden. Ein internationales Forschenden-Team, unter anderem am MIT, an der Harvard Medical School, an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS), hat nun in einem präklinischen Modell einen Stoffwechselmechanismus identifiziert, der die Metastasierung bei Darmkrebs antreibt: die körpereigene Synthese von Ceramiden. Der Fettgehalt der Ernährung beeinflusst diesen Prozess. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler:innen nun in Science veröffentlicht [1].
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Medizin
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Aderhautmelanom: Warum starke Effekte im Labor nicht automatisch zu einer wirksamen Therapie führen

Das uveale Melanom ist ein seltener, aggressiver Tumor des Auges. Besonders problematisch wird die Erkrankung, wenn sich Metastasen bilden. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen hat nun die beiden Proteine HDAC4 und HDAC5 untersucht. Sie gehören zur Familie der Histon-Deacetylasen (HDACs), die daran beteiligt sind, die Aktivität von Genen zu steuern [1].
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Medizin
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3D-Illustration: Doppelstrangbruch in humaner DNA

Was Zellreparatur über Krebsrückfälle verrät

Forschende der Technischen Universität Darmstadt und der Universitätsmedizin Mainz haben untersucht, wie gut Zellen von Menschen, die im Kindesalter an Krebs erkrankt waren, strahlenbedingte Erbgutschäden reparieren können. Dabei zeigte sich: Bei Menschen, die als Kinder Krebs hatten, gelang die Reparatur geringer Schäden deutlich effizienter als bei krebsfreien Personen – ein Unterschied, der bei größeren Schäden nicht auftrat.
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Medizin
 2 Min|
CHMP empfiehlt Enfortumab Vedotin plus Pembrolizumab für breitere MIBC-Population

CHMP empfiehlt Enfortumab Vedotin plus Pembrolizumab für breitere MIBC-Population

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme zur Zulassung von Enfortumab Vedotin plus Pembrolizumab abgegeben. Die Kombination soll als neoadjuvante Therapie und anschließend nach einer radikalen Zystektomie als adjuvante Therapie bei Erwachsenen mit resektablem muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) in der Europäischen Union (EU) zugelassen werden.
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Gesundheitspolitik
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Forschende: Ungleichheit von Gesundheitschancen wird durch planetare Krisen verschärft

Die weltweite Ungleichheit von Gesundheitschancen wird durch die dreifache planetare Krise – Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und Umweltverschmutzung – weiter verschärft. Sie zu verhindern, ist damit mehr als eine Frage der Gesundheitssysteme, sondern muss als zentrales Anliegen in der Klima- und Umweltpolitik verankert werden. Das fordern Wissenschaftler:innen der Universität Heidelberg, die unter anderem zu globaler Gesundheit, umweltbezogenen Krankheiten und Klimaschutzmaßnahmen forschen. Sie treten dafür ein, dieser Ungleichheit nicht nur auf individueller Ebene zu begegnen, sondern auch strukturelle Ursachen zu beseitigen. Welche Ansätze dafür in der Forschung und auf politischer Ebene erforderlich sind, erläutern sie in einem Paper, das in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour erschienen ist [1].
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Medizin
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Mirvetuximab-Soravtansin im platinresistenten OC: Daten zur Lebensqualität (QoL) ergänzen das Wirksamkeitsprofil1

Mirvetuximab-Soravtansin (MIRV) ist der Therapiestandardc im Folatrezeptor-alpha(FRα)-positiven platinresistenten Ovarialkarzinom (OC) mit signifikant überlegener Wirksamkeit gegenüber Chemotherapie.4–7,* Zusätzlich zeigte ein größerer Anteil an Patientinnen unter MIRV verbesserte patientinnenrelevante Aspekte der Lebensqualität gegenüber Chemotherapied, was die klinische Relevanz von MIRV in der Therapielandschaft des platinresistenten OC unterstreicht.1
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Pankreaskarzinom
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Neuer Bluttest zur Früherkennung des Pankreaskarzinoms

Das Pankreaskarzinom gehört zu den Krebserkrankungen mit der schlechtesten Prognose – auch weil es meist erst spät erkannt wird. Einen klinisch etablierten Bluttest zur Früherkennung gibt es bislang nicht. Ein internationales Forschungsteam hat nun einen neuartigen Bluttest entwickelt, der eine Signatur aus zehn spezifischen microRNAs mit dem bekannten Tumormarker CA 19-9 kombiniert. In einer Studie mit 1.785 Teilnehmer:innen aus vier Ländern konnte Pankreaskrebs im Frühstadium mit hoher Genauigkeit nachgewiesen werden [1].
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NSCLC
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WCLC 2026

EGFR-mutiertes NSCLC: 8-Jahres-Daten bestätigen Überlebensvorteil unter adjuvantem Osimertinib

Aktualisierte Ergebnisse einer explorativen 8-Jahres-OS-Analyse der Phase-III-Studie ADAURA haben den anhaltenden Überlebensvorteil mit Osimertinib beim vollständig reseziertem EGFR-mutierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IB–IIIA bekräftigt. Osimertinib führte zu einem anhaltenden, klinisch bedeutsamen Vorteil im Gesamtüberleben (OS). Die Ergebnisse wurden auf dem Presidential Symposium der World Conference on Lung Cancer (WCLC) 2026 der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) in Seoul (Korea) vorgestellt und zeitgleich im Journal of Thoracic Oncology publiziert [1, 2].
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Immuntherapie halbiert Rückfallrisiko bei Hochrisiko-ALL im Kindesalter

Für Kinder mit einer besonders risikoreichen Form der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) und hohem Rückfallrisiko eröffnen sich deutlich bessere Heilungschancen. In einer großen internationalen Studie konnte ein Teil der bislang etablierten intensiven Chemotherapie durch eine Immuntherapie mit Blinatumomab ersetzt werden. Dadurch ging die Zahl der Rückfälle nahezu um die Hälfte zurück, zugleich traten deutlich weniger schwere Nebenwirkungen auf. Die von der Deutschen Krebshilfe mit rund 4,2 Millionen Euro geförderte Studie wurde von der Klinik für Kinderonkologie und -rheumatologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, geleitet. Die Ergebnisse wurden jetzt im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht [1].
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