Aktuelles | Beiträge ab Seite 375
Thrombose und Krebs – Was tun?
Ein Malignom ist ein wichtiger Risikofaktor für das Auftreten einer venösen Thromboembolie. Über die Zusammenhänge von Tumor und Thrombose, Prophylaxe und Therapie sprach JOURNAL ONKOLOGIE mit Prof. Dr. Hanno Riess, stellvertretender Direktor der Klinik und Leiter der Internistischen Onkologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Nierenzellkarzinom: Aktualisierte Empfehlungen für die Zweitlinientherapie in den EAU-Guidelines
Vor kurzem wurden die Empfehlungen zur Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms in den Guidelines der European Association of Urology (EAU) aufgrund neuer Daten angepasst. Prof. Dr. Michael Staehler, München, der an der Erstellung der EAU-Guidelines mitwirkt, sprach mit JOURNAL ONKOLOGIE über die relevanten Studien, künftige Entwicklungen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die tägliche Praxis.
Qualität in der niedergelassenen Uro-Onkologie
Die Behandlung krebskranker Menschen erfordert neben der medizinischen Kompetenz auch menschliche Attribute. Qualität bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur Qualität der Behandlung, sondern auch Qualität und Qualifizierung aller am Prozess Beteiligten. Professionelle Kommunikation und Umgang mit Patienten, Wahrung von Datenschutz und Diskretion, Psychoonkologie, Hygiene – all das sind Themen, die tagtäglich im Umgang mit schwer- und schwerstkranken Patienten auf der Agenda stehen und immer präsent sein müssen – bei allen in einer Praxis Tätigen.
Interventionelle Studie beim metastasierten, hormonnaiven Prostatakarzinom
Multizentrische prospektive randomisierte Studie zur Evaluierung des Effektes der medikamentösen Standardtherapie mit oder ohne radikale Prostatektomie (RP) bei Patienten mit einem begrenzt ossär metastasierten Prostatakarzinom (G-RAMPP) – Studie AP 75/13 der AUO.
Studies of Special Interest 01/2016
Die Studien CheckMate -032 und KEYNOTE-061 sind für das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) besonders interessant:
Radikale Resektion vs. Fortführung der Chemoradiotherapie als Boost bei Patienten mit resektablem NSCLC (IIIA/B) nach Induktionschemotherapie und Chemoradiotherapie*
Zwischen 2004 und 2013 wurden insgesamt 246 Patienten (medianes Alter 59 J., Bereich 33-74) mit histologisch gesichertem und potenziell resektablem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IIIA/B in die Studie eingeschlossen. Das mediane Follow up betrug 78 Monate.
Aktuelles e-Journal von JOURNAL HÄMATOLOGIE
15 Jahre DGFIT & Clinical Science Award 2015
Highlights des SABCS 2015 aus Sicht des Klinikers
Beim San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) wurden wieder spannende Studiendaten präsentiert, die für den klinischen Alltag von hoher Relevanz sind und teilweise die Standards bestätigen, die in Deutschland bereits praktiziert werden. Deutsche Studiengruppen waren wieder prominent mit ihren Präsentationen vertreten – insbesondere mit neoadjuvanten Studienkonzepten. Der Autor hat hier aus dem gesamten Spektrum der vorgestellten Daten diejenigen zusammengestellt, die für klinisch tätige Kollegen besonders bedeutsam sein dürften.
Highlights des SABCS 2015 aus Sicht des gynäkologischen Onkologen
Wir haben in San Antonio wieder viel gelernt! Unter anderem, dass eine Studie keine (!) Studie ist und für die Interpretation neuer Daten diese immer im Kontext der jahrzehntelangen klinischen Forschung betrachtet werden müssen. Umso wichtiger ist die Diskussion mit den Kollegen gewesen – im Plenum, auf den Fluren des Kongressgeländes, am Abend beim Steak und beim morgendlichen Joggen am San Antonio Riverwalk. Der Autor bemüht sich in diesem Kongressbericht jeweils um eine kurze Hintergrundinformation vor der Präsentation der „Kongress-Highlights“.
Aktuelle Informationen aus der Hämatologie
Denosumab senkt Frakturrisiko und verbessert krankheitsfreies Überleben – neue Analyse der ABCSG-18-Studie
Brustkrebspatientinnen, die adjuvant mit einem Aromatasehemmer (AI) behandelt werden, profitieren von Denosumab mit einer Senkung des Frakturrisikos. Eine zweite Auswertung der Phase-III-Studie ABCSG-18 zeigt jetzt, dass Denosumab auch das krankheitsfreie Überleben verbessert. Prof. Dr. Michael Gnant, Wien, erläutert die neuen Daten, die er auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorstellte.
Kann Eribulin die Prognose beim Mammakarzinom beeinflussen?
In San Antonio wurden Forschungsergebnisse zum Wirkmechanismus von Eribulin, dem synthetischen Analogon des Naturprodukts Halichondrin B vorgestellt. Diese haben laut Experten auch klinische Implikationen, denn Eribulin vermag möglicherweise durch mesenchymale Veränderung der Tumorzelle deren Malignität zu vermindern.
Ultra-Hochrisikopatienten mit r/r CLL profitieren von Venetoclax
Eine Monotherapie mit dem BCL2-Hemmer Venetoclax führte bei Ultra-Hochrisikopatienten mit rezidivierter und refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (r/r CLL) und 17p-Deletion zu einer hohen Ansprechrate von 79,4%. Bei mehr als 20% der Responder konnte keine minimale Resterkrankung (MRD) mehr nachgewiesen werden. Prof. Stephan Stilgenbauer, Ulm, stellte diese Daten der ersten Phase-II-Studie in der Late-Breaker-Sitzung vor (1).
Ossäre Komplikationen bei Tumorpatienten
Kombinierte PET/MRT macht invasive Aspergillose sichtbar
Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus sind überall in der Luft und jeder von uns atmet sie täglich ein. Gesunden Menschen bereitet das in der Regel keine Probleme, die körpereigene Immunabwehr tötet die Eindringlinge, bevor sie sich im Körper festsetzen können. Bei Menschen, deren Immunsystem jedoch stark geschwächt ist – etwa Leukämie- oder AIDS-Patienten sowie Knochenmarkempfänger – nistet sich der Pilz ohne große Gegenwehr in der Lunge ein und verursacht dort die sogenannte invasive Aspergillose. Diese gefährliche Infektionskrankheit ist eine der häufigsten Todesursachen bei immungeschwächten Patienten. Eine frühzeitige und auf die Patienten abgestimmte Therapie ist für den Krankheitsverlauf entscheidend, wurde aber bisher durch den Mangel an schnellen und gleichzeitig zuverlässigen Diagnosemöglichkeiten erschwert.
Ixazomib führte in der TOURMALINE-MM1-Studie zusätzlich zu Lenalidomid und Dexamethason bei Hochrisikopatienten und Gesamtstudienpanel zu besserem progressionsfreien Überleben
Die Dreifachkombination – bestehend aus Ixazomib zu Lenalidomid und Dexamethason (IRd) – verlängerte signifikant das progressionsfreie Überleben von Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplen Myelom im Vergleich zu der Zweierkombination (Rd) mit geringen zusätzlichen Nebenwirkungen. Dies zeigten Daten der im Rahmen des 57. Jahreskongresses der American Society of Hematology (ASH) in Orlando/FL (USA) vorgestellten Zwischenauswertung der TOURMALINE-MM1-Studie.
mCRC: Konsistente Daten zu Panitumumab in allen Therapielinien
Der Biomarkerstatus von Tumoren wird zunehmend für Therapieentscheidungen bei Krebspatienten genutzt. Ein Meilenstein in der personalisierten Tumortherapie ist nach Ansicht von Prof. Dr. med. Michael Geißler, Esslingen, der prädiktive Biomarker RAS beim metastasierten kolorektalen Karzinom. Die Bedeutung des RAS-Status für den Erfolg der Anti-EGFR-Therapie wurde in Studien mit Panitumumab (Vectibix®) analysiert. Ein kürzlich publizierter Review zeigt ein günstiges Nutzen/Risiko-Profil für Panitumumab bei RAS-WT-Patienten über die verschiedenen Therapielinien hinweg (1). Damit liegt eine breite Evidenz zum Einsatz dieses Antikörpers bei mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp vor.
Artemisinin neben Malaria-Indikation auch vielversprechender Wirkstoff für die Krebsbehandlung
Die diesjährige Vergabe des Medizin-Nobelpreises wird in Fachkreisen als großartige Entscheidung für die Pflanzenheilkunde angesehen. Es sei bemerkenswert und ein großes Glück für das gesamte Feld der Phytomedizin, dass der Naturstoff Artemisinin durch die Preisverleihung ins Scheinwerferlicht der akademischen und der allgemeinen Öffentlichkeit gelangt, so Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Das Nobelkomitee hat mit seiner Entscheidung die Naturstoffe in den Fokus gerückt und damit ein wichtiges Signal für künftige Forschungsfelder und Aufgaben gegeben“, teilte der Mainzer Wissenschaftler mit, der selbst auf dem Gebiet arbeitet.
Tolerantes Immunsystem steigert Krebsrisiko
Bremsen so genannte regulatorische T-Zellen die Aktivität der tumorbekämpfenden Abwehrzellen, spricht man von Immuntoleranz. Bei ausgeprägter Immuntoleranz verdoppelt sich das Risiko für Lungenkrebs, das für Dickdarmkrebs steigt um etwa 60%. Das veröffentlichten Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum nun gemeinsam mit Kollegen der Berliner Epiontis GmbH. Die Forscher belegen damit erstmals, dass die individuellen Unterschiede in der Immuntoleranz das Entstehen bestimmter Krebsarten beeinflussen – und zwar bereits lange vor Ausbruch der Erkrankung.
Früherkennung und neue Therapieansätze beim Analkarzinom
HIV-Infizierte haben trotz verbesserter Behandlungsmöglichkeiten mit antiretroviral wirksamen Medikamenten ein im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung höheres Analkrebs-Risiko. Durch die dauerhafte Infektion der Schamregion mit Humanen Hochrisiko-Papillomviren können sich Vorläuferläsionen entwickeln, aus denen nicht selten Analkarzinome entstehen. Ca. 90% der HIV-Infizierten sind zusätzlich mit Humanen Papillomviren infiziert.
ECC 2015: Phase-I-Ergebnisse mit konjugiertem Anti-PTK7-Antikörper PF-06647020
PF-06647020 ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), bestehend aus einem monoklonalen anti-PTK7-Antikörper und einem Linker. Im Xenograft (TNBC, Ovarialkarzinom, NSCLC) hatte der ADC zu einer Tumorregression geführt. Nun wurde eine Phase-I-Studie mit 18 intensiv vorbehandelten Patienten (12 Frauen, median 59,7 Jahre alt, PS 0-1) mit fortgeschrittenen Tumoren vorgestellt.