Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 212

Globale Herausforderungen wie der Klimawandel, Pandemien und Urbanisierung, aber auch Cybersecurity und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sind Themen, bei denen es viele Anknüpfungspunkte zwischen der Gesundheitsbranche und der Raumfahrt gibt. Um das Potenzial von Synergien zu nutzen, wurde 2020 das INNOspace®-Netzwerk Space2Health gegründet. Auf der Digital Health Conference (DHC) im November 2022 in Berlin wurden einige gemeinsame Projekte vorgestellt.
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Schilddrüsenkarzinome zählen mit einem Anteil von etwa 1% aller Karzinome zu den seltenen malignen Entitäten. In den vergangenen Jahren konnte für das Schilddrüsenkarzinom eine globale Zunahme der Inzidenz bei gleichzeitiger Abnahme der Mortalität festgestellt werden. Auch in Deutschland nahm zwischen 1999 und 2016 die Sterberate ab, während gleichzeitig die Erkrankungsrate bei beiden Geschlechtern anstieg. Als Ursachen dieser Veränderungen werden die verbesserte Diagnostik, insbesondere die Zunahme der Früherkennung, sowie effizientere Therapiemöglichkeiten angenommen. Prof. Dr. Volker Fendrich, Hamburg, erläutert im Gespräch mit JOURNAL ONKOLOGIE die Inzidenz von Schild­drüsenkrebs, Screening-Programme u.a. bei Kindern aus der Ukraine sowie die Therapieoptionen.
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Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren (GEP-NET) sind heterogene, seltene Erkrankungen, die zu Unterernährung und Kachexie führen. Die Körperzusammensetzung von GEP-NET-Patient:innen kann deren Prognose beeinflussen. In diesem Zusammenhang wurde in einer Studie die Masse an Muskel- und Fettgewebe von Patient:innen bei Diagnose und am Ende der Nachbeobachtung ermittelt und deren Beziehung zu klinischen und biochemischen Variablen als Prädiktoren für das Überleben untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Körperzusammensetzung und die Gesamtsterblichkeit mit dem Alter, dem ECOG-Performance-Status (ECOG-PS), Metastasen, Laktatdehydrogenase (LDH)-, Albumin- und Harnstoffwerten korrelierten. Die Körperzusammensetzung zum Zeitpunkt der Diagnose stand nicht in Zusammenhang mit der Gesamt- und der tumorbedingten Sterblichkeit. Während der Nachbeobachtung wurde, unabhängig voneinander, ein Zusammenhang zwischen einer Zunahme der Muskeln mit geringer Dichte bzw. einer Abnahme der Muskeln mit normaler Dichte und der Gesamt- und der tumorbedingten Sterblichkeit erkennbar.
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Kolorektales Karzinom
 1 Min|

BRAF-V600E-mutiertes mCRC mit MSI-high/dMMR: SEAMARK

Mit dieser open-label, multizentrischen, randomisierten Phase-II-Studie soll untersucht werden, ob Pembrolizumab allein oder in Kombination mit Encorafenib + Cetuximab (EC) die klinischen Ergebnisse im Vergleich zum derzeitigen Standard Pembrolizumab bei Teilnehmer:innen mit zuvor unbehandeltem metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) mit BRAF-V600E-Mutation und hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-high)/Mismatch Reparatur-Defizienz (dMMR) verbessern kann.
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d-uo
 8 Min|

d-uo präsentiert aktuelle Daten zur Osteoprotektion beim nmHSPC unter ADT

Deutsche Uro-Onkologen e.V. (d-uo) haben das Ziel, als Interessenverband die wissenschaftlichen, ökonomischen, sozial­politischen und qualitätssichernden Maßnahmen der niedergelassenen Uro-Onkolog:innen in Deutschland zu ­organisieren und zu vertreten. d-uo untersucht dabei auch gezielte Fragestellungen bei Tumorerkrankungen aus dem urologischen Gebiet. Hierzu gehört auch die vorliegende Untersuchung zur Osteoprotektion bei Patienten mit einem nicht-metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (nmHSPC) unter androgendeprivativer Therapie (ADT).
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BNGO
 7 Min|

Neue Altersgrenzen beim Mammographie-Screening – was bedeutet dies für die gynäko-onkologische Praxis?

In Deutschland wird das Mammographie-Screening als Reihenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs derzeit allen Frauen von 50-69 Jahren alle 2 Jahre angeboten. Etwa die Hälfte der Frauen nimmt dieses Angebot wahr. Ob und in welchem Maße auch Frauen von 45-49 Jahren sowie von 70-74 Jahren von einem regelmäßigen Screening auf Brustkrebs profitieren könnten, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in einer Nutzenbewertung untersucht und einen Nutzen auch für Frauen im Alter von 45-49 Jahren und 70-74 Jahren festgestellt. Aus einem aktuellen Bericht des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) geht hervor, dass auch ältere Frauen bis zum 75. Lebensjahr vom Mammographie-Screening-Programm zur Früh­erkennung von Brustkrebs profitieren könnten und befürwortet daher ebenfalls eine Ausweitung der Altersgrenzen (1). Bereits im März 2021 hatte die Europäische Kommission die europäische Brustkrebsleitlinie aktualisiert. Diese empfiehlt nun auch für Frauen von 45-49 Jahren sowie von 70-74 Jahren ein Mammographie-Screening (2). Was bedeutet dies nun in der Praxis in Deutschland? Wir befragten BNGO-Mitglied Dr. Christoph Uleer, Hildesheim, der das Mammographie-Screening Niedersachsen Süd als programmverantwortlicher Arzt (PVA) leitet.
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Hämatologie
 6 Min|

Aktuelle und zukünftige CAR-T-Zell-­Therapien: Nachgefragt bei Dr. Anne Kerber

CAR-T-Zell-Therapien zur Behandlung maligner hämatologischer Erkrankungen sind inzwischen ein wichtiger Teil des klinischen Behandlungsspektrums. Bei diesen zielgerichteten Immuntherapien werden spezifische chimäre Antigenrezeptoren (CAR) in die Immunzellen der Patient:innen eingebaut, um die Erkennung und Vernichtung von Krebszellen im Körper zu ermöglichen. Derzeit u.a. bei rezidivierten oder refraktären Leukämien und Lymphomen zugelassen, werden sie meist erst in späten Stadien eingesetzt. Ihre Bedeutung im Therapiealgorithmus nimmt jedoch zu, bei aggressiven B-Zell-Lymphomen bereits ab der Zweitlinie (1). Das Zeitalter der Zell-Therapien hat erst begonnen – davon ist Dr. Anne Kerber, die bei Bristol Myers Squibb die weltweite Entwicklung in diesem Bereich leitet, überzeugt.
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Hämatologie
 5 Min|

MCL und ZNS-Lymphome: Studien TRIANGLE und MATRix/IELSG43 setzen neue Standards in der Behandlung

Die Behandlung maligner Lymphome verbessern, das ist die Motivation der German Lymphoma Alliance e.V. (GLA). Als zentrale Lymphom-Studiengruppe koordiniert sie klinische Studien sowie präklinische Forschung. Auf dem ASH 2022 bekamen die Ergebnisse zweier Studien große Aufmerksamkeit, die jeweils einen neuen Therapiestandard setzen: Prof. Dr. Martin Dreyling, München, stellte die Ergebnisse der TRIANGLE-Studie mit Ibrutinib beim Mantelzelllymphom (MCL) vor (1). Prof. Dr. Gerald Illerhaus, Stuttgart, präsentierte die Interimsanalyse der Studie MATRix/IELSG43. Darin wurden eine Hochdosis-Chemotherapie vs. konventionelle Chemotherapie gefolgt von autologer Stammzelltransplantation (autoSCT) bei Patient:innen mit primär zerebralen Lymphomen evaluiert (2).
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Medizin
 3 Min|

Aktuelle Daten zu Sacituzumab Govitecan in der Behandlung des mUC

Aktualisierte, positive Ergebnisse aus 3 Kohorten der Phase-II-Studie TROPHY-U-01 mit Sacituzumab Govitecan zur Behandlung von metastasiertem Urothelkarzinom (mUC) zeigen, dass das Antikörper-Drug-Konjugat ein sowohl schnelles als auch dauerhaftes Therapieansprechen bei Patient:innen mit unterschiedlichen, schwer zu behandelnden Formen von mUC hervorruft. Darunter fallen nicht für eine Platintherapie infrage kommende Formen von mUC sowie nach einer Platinbehandlung schnell fortschreitendes mUC. Die Ergebnisse wurden in einer Oral Session und in Posterpräsentationen während des American Society of Clinical Oncology Genitourinary Cancer Symposiums (ASCO-GU) 2023 in San Francisco, USA, vorgestellt.
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Medizin
 3 Min|

Telomer-kodierte Proteine: Neue Biomarker helfen bei der Bestimmung des biologischen Alters

Telomere sind Bereiche sich wiederholender Nukleotidsequenzen an jedem Ende eines Chromosoms, die dieses vor dem Zerfall oder der Fusion mit benachbarten Chromosomen schützt. Telomere spielen eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung, da sie es den Zellen ermöglichen, sich zu teilen, ohne wichtige genetische Informationen vom Ende eines Chromosoms zu verlieren. Diese biologische Funktion ist besonders wichtig für das Verständnis von Krebs und Alterung. Taghreed Al-Turki und Jack Griffith von der UNC School of Medicine haben die spektakuläre Entdeckung gemacht, dass Telomere genetische Informationen für die Produktion von 2 kleinen Proteinen enthalten. Eines dieser beiden Proteine ist in einigen menschlichen Krebszellen sowie in Zellen von Patient:innen mit Telomerschäden erhöht.
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Medizin
 4 Min|

CAR-T-Zelltherapie am Klinikum in Nürnberg

Die CAR-T-Zelltherapie ist eine Art der Krebstherapie, bei der genetisch veränderte T-Zellen zur Behandlung bestimmter Krebsarten eingesetzt werden. Sie ist für die Behandlung einiger Arten von Leukämie, Lymphomen und anderen soliden Tumoren zugelassen und zielt auf Krebszellen ab und zerstört diese, ohne gleichzeitig gesunde Zellen zu zerstören. Am Klinikum in Nürnberg wird diese junge Form der Krebsbehandlung seit Kurzem angeboten. Prof. Dr. Stefan Knop, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 5 (Schwerpunkt Hämatologie und Medizinische Onkologie) am Klinikum Nürnberg, und die Leitende Oberärztin Dr. Kerstin Schäfer-Eckart sind froh, dass sie nach langer Vorbereitungszeit mit vielen bürokratischen Hürden kürzlich die 1. Patientin mit der CAR-T-Zelltherapie behandeln konnten. Die Studentin war vor 2 Jahren an akuter lymphatischer Leukämie (ALL) erkrankt. Selbst eine Blutstammzelltransplantation konnte der jungen Frau nicht dauerhaft helfen – bereits einige Monate später waren die Leukämiezellen zurück. Damit entsprach die 23-Jährige genau der Zielgruppe von Patient:innen, die von der CAR-T-Zelltherapie profitieren können.
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Medizin
 5 Min|

CheckMate-9ER-Studie: Langfristiger Überlebensvorteil unter Cabozantinib plus Nivolumab bei RCC

Die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) mit Cabozantinib und Nivolumab ist einer Behandlung mit Sunitinib auch nach mindestens 3 Jahren und im Median 44 Monaten Nachbeobachtungszeit hinsichtlich der erzielten Überlebens- und Ansprechrate überlegen – und dies unabhängig von der IMDC-Risikogruppe der Patient:innen (1). Dies zeigen aktuell im Rahmen des American Society of Clinical Oncology Genitourinary Cancers Symposiums (ASCO GU) vorgestellte Daten der CheckMate-9ER-Studie. Die Phase-III-Studie untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit des Multi-Target-Tyrosinkinase-Inhibitors (mTKI) Cabozantinib in Kombination mit dem monoklonalen Antikörper Nivolumab im Vergleich zu einer Sunitinib-Monotherapie bei Patient:innen mit unbehandeltem fortgeschrittenen oder metastasierten RCC und führte bereits 2021 zur EMA-Zulassung der Kombinationstherapie in dieser Indikation (2). Der aktuell präsentierte Datenschnitt stellt die längste dokumentierte Nachbeobachtungsphase zu einer Phase-III-Studie dar, die ein mTKI-Immuntherapie-Schema bei dieser Patient:innenpopulation untersucht.
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