Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 192

Die Kombination aus Bendamustin und Rituximab (BR) ist eine etablierte Induktionstherapie für Patient:innen mit zuvor unbehandeltem Mantelzell-Lymphom (MCL): Sie zeichnet sich durch hohe Wirksamkeit aus – sowohl bei Erkrankten, die für eine Transplantation geeignet sind (SWOG 1106-Studie (1)), als auch bei jenen, die dafür nicht infrage kommen (2, 3)). Da die Patient:innen nach der BR-Induktion jedoch im Laufe der Zeit unweigerlich einen Rückfall erleiden, besteht ein hohes Interesse daran, die Induktionstherapie durch Einbeziehen neuer Substanzen noch effektiver zu machen (4). Nun zeigen aktuelle Daten einer Phase-II-Studie, die bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2022 vorgestellt wurden, dass mit der Kombination Bendamustin, Obinutuzumab und Venetoclax Ansprechraten möglich sind, die in früheren Studien mit BR nicht erreicht wurden (5).
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Das Phagozytose-hemmende Molekül CD47, dessen erhöhte Expression als Schlüsselereignis der leukämischen Transformation gilt, ist eine interessante neue Zielstruktur im Rahmen der Behandlung von Hochrisiko-Myelodysplastischen Syndromen (MDS) und der akuten myeloischen Leukämie (AML) (1). Der monoklonale Antikörper Magrolimab, der CD47 adressiert, wird inzwischen in klinischen Studien bei MDS und AML evaluiert – auch und gerade in Kombination mit hypomethylierenden Substanzen. Eine aktuelle Phase-1b-Studie legt nun nahe, dass unter der Kombinationsbehandlung die Allelfrequenz prognostisch ungünstiger TP53-Mutationen insbesondere bei denjenigen Erkrankten mit kompletter Remission deutlich zurückgeht, was den Krankheitsverlauf möglicherweise positiv beeinflussen kann. Die Daten wurden bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2022 präsentiert (2).
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Die Zulassung des BCL-2-Inhibitors Venetoclax (VEN) hat das Behandlungsparadigma für ältere/unfitte Patient:innen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (ND AML) verändert – basierend auf den positiven Überlebensdaten der Phase-III-Studie VIALE-A (1). Allerdings ist die Evidenz zum klinischen Nutzen der Behandlung in der Real-World-Situation bislang limitiert – vor allem im Hinblick auf die Auswirkungen einer Venetoclax-basierten Therapie im Vergleich zu anderen Optionen auf die Transfusionslast der Erkrankten und das Erreichen von Transfusionsunabhängigkeit (TI). Eine aktuelle US-amerikanische Real-World-Studie, deren Daten bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2022 vorgestellt wurden, untermauert die Vorteile der Venetoxlax-basierten Behandlung in der Versorgungsroutine (2).
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Der orale JAK1/JAK2/ACVR1-Inhibitor Momelotinib wurde in 3 randomisierten Studien (RCTs)  – SIMPLIFY-1, SIMPLIFY-2 und MOMENTUM – bei Patient:innen mit Myelofibrose (MF) mit hohem und mittlerem Risiko untersucht. Eine integrierte Analyse von Momelotinib wurde durchgeführt, um seine langfristige Sicherheit zu charakterisieren (1). Dafür wurden die Daten dreier RCTs gepoolt, die ein Spektrum der MF-Erkrankung vom frühen (JAK-Inhibitor-naiven) bis zum späten (JAK-Inhibitor-erfahrenen) Stadium repräsentieren.
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Hämatologie

Blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie: Auch im Falle begleitender Malignome hohe Ansprechraten unter Tagraxofusp

Die blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie (BPDCN) ist eine sehr seltene und meist aggressiv verlaufende hämatologische Neoplasie. Seit Anfang 2021 ist in der EU die zielgerichtete Therapie mit Tagraxofusp – einem First-in-class-Inhibitor gegen das bei der BPDCN überexprimierte Oberflächenmolekül CD123 – in der Erstlinie zugelassen. Nun legt eine Subgruppenanalyse der zulassungsrelevanten Studie (1) nahe, dass die als Orphan Drug eingestufte Substanz auch bei jenem Teil der Erkrankten zu einem Ansprechen führt, bei denen die BPDNC begleitend mit anderen hämatologischen Malignomen auftritt, allen voran myelodysplastischen Syndromen (MDS) und chronischen myelomonozytären Leukämien (CMML). Die Daten wurden bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2022 als Poster vorgestellt (2).
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Hämatologie

Fortgeschrittenes cHL: Pembrolizumab-Induktion gefolgt von Chemotherapie vielversprechend bei neu diagnostizierter Hochrisiko-Erkrankung

Immunonkologische Therapien mit PD-(L)1-Checkpoint-Inhibitoren sind der Therapiestandard beim rezidivierten/refraktären klassischen Hodgkin-Lymphom (r/r cHL). Der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab gefolgt von einer Chemotherapie mit dem AVD*-Schema hat zudem vielversprechende Wirksamkeit bei Erkrankten mit neu diagnostiziertem, fortgeschrittenem cHL mit früher ungünstiger Prognose gezeigt (1, 2). Nun evaluiert die Phase-II-Studie KEYNOTE-C11 in dieser Population ein komplexes sequentielles Konzept aus Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie, beginnend mit einer Pembrolizumab-Induktion. Erste Daten sind vielversprechend, wie bei der Jahrestagung der American-Society of Hematology (ASH) 2022 zu hören war (3).
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Mammakarzinom

Früher HER2+ Brustkrebs: Weniger Rezidive unter Neratinib

Die Einführung der HER2-gerichteten Therapie hat die Therapiemöglichkeiten beim HER2-positiven frühen Brustkrebs (BC) wesentlich verbessert. Trotzdem verbleibt ein Rezidivrisiko, und zwar unabhängig davon, ob die Patientin neoadjuvant oder adjuvant mit Trastuzumab behandelt wurde. Dieses beträgt unabhängig vom Hormonrezeptor (HR)-Status 20-30% . Bei HR+ Tumoren treten die Rezidive aber in der Regel etwas später auf als bei HR-negativen Tumoren. „Um mehr Frauen vor dem Rezidiv zu schützen, bedarf es einer erweiterten adjuvanten Therapie“, so Prof. Dr. Nadia Harbeck vom Brustzentrum an der LMU München. Die adjuvante Therapie sollte risikoadaptiert erfolgen.
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Mammakarzinom

Frühes und metastasiertes Mammakarzinom: Behandlungserfolge durch individualisierte Strategien

Beim frühen Mammakarzinom eröffnet eine neoadjuvante Therapie betroffenen Frauen die optimale Chance auf Heilung, doch selbst bei Nicht-Erreichen des Endpunkts pathologische Komplettremission (pCR) kann die Prognose durch individuelle postneoadjuvante Therapiekonzepte verbessert werden. Das betonte Dr. Mattea Reinisch, Essen, bei einem Symposium im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) 2022. Der Trend zur molekular basierten zielgerichteten Therapie beim Mammakarzinom wird sich in Zukunft weiter fortsetzen, ergänzte Prof. Andreas Schneeweiss, Heidelberg. Viele Patient:innen mit metastasierten Tumoren, möglicherweise auch jene mit frühem Brustkrebs, könnten potentiell von einem molekularen Profiling profitieren.
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Entitätsübergreifend

Checkpoint-Inhibition bei soliden Tumoren: Immunonkologie erobert immer frühere Therapielinien

Checkpoint-Inhibitoren (CPI) finden in der Behandlung solider Tumoren zunehmehmend Eingang in frühere Erkrankungsstadien – im Sinne einer adjuvanten Therapie nach operativer Tumorresektion. Auch im neoadjuvanten Setting werden immunonkologische Strategien geprüft – mit vielversprechenden ersten Ergebnissen, betonten Expert:innen bei einem Symposium im Rahmen des deutschen Krebskongresses (DKK) 2022.
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Hämatologie

r/r Lymphome: CAR-T-Zell-Therapie füllt therapeutische Lücke

Die standardmäßige Erstlinien-Behandlung von Lymphomen mit R-CHOP zieht oftmals eine rezidivierte oder refraktäre (r/r) Form nach sich. Da frühere Folgetherapien nur sehr wenigen Patient:innen helfen konnten, entstand ein medical need, welcher vergleichsweise effektiv von der CAR-T-Zell-Therapie bedient wird. Wurde sie anfangs nur in späten Therapielinien eingesetzt, so konnte sie sich aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit nunmehr weiter nach vorne schieben, wie Prof. Dr. med. Andreas Mackensen, Uniklinikum Erlangen, konstatierte. 
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Hämatologie

CLL + AML: Zielgerichtet therapieren auch in Bezug auf die Patient:innengruppen

Bei den hämatologischen Neoplasien, namentlich der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) und der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) wurden in jüngerer Zeit durch die Einführung neuerer Medikamente erhebliche Fortschritte erzielt. Auf einem Symposium während des Deutschen Krebskongresses (DKK) 2022 in Berlin äußerten sich anerkannte Expert:innen dieser Erkrankungen hinsichtlich spezifischer Regime verschiedener Patient:innengruppen und Therapielinien.
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Hämatologie

Diagnose Immunthrombozytopenie: Wie geht es weiter?

Bei der Immunthrombozytopenie (ITP) handelt es sich um eine erworbene Thrombozytopenie aufgrund einer Autoimmunreaktion gegen Thrombozyten und Megakaryozyten. Die Diagnose ITP wird dann gestellt, wenn die Thrombozytenzahl wiederholt unter 100.000 Thrombozyten/µl liegt. Wie es nach der Diagnose ITP für die betroffenen Patient:innen weitergeht, erörterte Dr. Karolin Trautmann-Grill, Dresden, auf dem 2. Nationalen ITP-Patiententag, der am 10.09.2022 virtuell stattfand.
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