Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 187

In der Phase-III-Studie ENGOT-EN6/NSGO/GOG-3031/RUBY verlängerte die Hinzunahme des PD-1-Inhibitors Dostarlimab zur Standard-Chemotherapie das progressionsfreie Überleben (PFS) von Frauen mit primär fortgeschrittenem oder rezidiviertem Endometriumkarzinom (A/R EC) signifikant und in klinisch bedeutsamem Ausmaß – sowohl in der Population mit Mismatch-Reparatur-Defizienz als auch in der Gesamtpopulation (1). Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2023 wurde eine Auswertung zu sekundären Wirksamkeitsendpunkten vorgestellt, die die Daten der Primäranalyse untermauern und die Kombination aus Dostarlimab und Chemotherapie als einen zukünftigen Therapiestandard beim A/R EC unterstützen (2).
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Bei DESTINY-PanTumor02 handelt es sich um eine offene Phase-II-Studie, die als erste globale tumordiagnostische Studie die Wirksamkeit und Sicherheit von Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) bei einem breiten Spektrum von HER2-exprimierenden soliden Tumoren untersucht. Eine Zwischenanalyse zeigte eine ermutigende objektive Ansprechrate (ORR), insbesondere bei Patient:innen mit starker immunhistochemischer Expression von HER2, einen dauerhaften klinischen Nutzen und ein überschaubares Sicherheitsprofil in dieser stark vorbehandelten Population (1).
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Medizin
 2 Min|

Kongress-Special: EHA 2023

O-Ton Onkologie berichtet vom Europäischen Hämatologiekongress, EHA. In Frankfurt haben die beiden Chefredakteurinnen der Medical Tribune Onkologie/Hämatologie, Dr. Judith Besseling und Elisa Breuer, mit Expert:innen über unterschiedliche aktuelle Themen gesprochen. Darunter das neue Grading der hämatologischen Nebenwirkungen der CAR-T-Zell-Therapie, aktuelle Daten zum 6-Jahres-Update der CLL14-Studie, neue Therapieoptionen für das transfusionsabhängige Myelodysplastische Syndrom (MDS) mit niedrigem Risiko und der Einfluss des Mikrobioms auf die Wirksamkeit von Therapien.
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Hämatologie
 3 Min|

Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom: Vielversprechende Daten zu Kombinationschemotherapien mit Selinexor

Nachdem der Exportin-1 (XPO1)-Inhibitor Selinexor, der erste orale XPO1-Inhibitor seiner Klasse, seine Wirksamkeit bei stark vorbehandelten Patient:innen mit einem rezidivierten/refraktären Multiplen Myelom (r/r MM) bereits zeigen konnte, wurde während des EHA2023 eine Zwischenanalyse der LAUNCH-Studie vorgestellt. Es zeigten sich ermutigenden Daten auch zu Kombinationen mit Chemotherapien.
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Hämatologie
 5 Min|

r/r FL: Beeindruckendes Ansprechen auf bispezifischen Antikörper Epcoritamab in Kombination mit R2

Der subkutan applizierte, bispezifische CD3xCD20-Antikörper Epcoritamab führt bei Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem Follikulären Lymphom (r/r FL) und hohem Rückfallrisiko in Kombination mit dem etablierten R2-Regime (Lenalidomid/Rituximab) zu hohen Ansprechraten jenseits von 90% –  bei handhabbarem Sicherheitsprofil. Das zeigen die gepoolten Daten zweier Kohorten aus der Phase-II-Studie EPCORE NHL-2, die bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2023 präsentiert wurden (1). Das Ansprechen auf die innovative Kombination war im r/r-Setting sogar besser als das Ansprechen auf die Erstlinientherapie im Vorfeld.
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Mammakarzinom
 2 Min|

Frühes HR-positives Mammakarzinom: Auch Ribociclib auf dem Weg in die Adjuvanz

Das Therapieziel beim frühen Hormonrezeptor(HR)-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom ist Heilung. Rezidive treten jedoch oft noch nach vielen Jahren auf, so dass bei Hochrisiko-Karzinomen ein großer Bedarf an langfristigen therapeutischen Strategien besteht. Nach Abemaciclib zeigte nun auch Ribociclib als Ergänzung der adjuvanten endokrinen Therapie (ET) signifikante Vorteile beim Überleben ohne invasive Erkrankung (IDFS).
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Mammakarzinom
 2 Min|

Früher TNBC: Immuntherapie ist Standard bei hohem Rezidivrisiko

Der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab ist seit Ende letzten Jahres als erste Immuntherapie beim frühen tripel-negativen Mammakarzinom (TNBC) in Kombination mit einer neoadjuvanten Standard-Chemotherapie zugelassen für Patientinnen mit erhöhtem Rezidivrisiko. Adjuvant wird Pembrolizumab als Monotherapie weitergegeben. Dieser Ansatz ist mittlerweile eine Standardoption beim tripel-negativen Mammakarzinom (TNBC) mit erhöhtem Rezidivrisiko – sprich einem Primärtumor >2cm (T>2 cm) oder Lymphknotenbefall (N+) (1).
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Thorakale Tumoren
 3 Min|

Pleuramesotheliom und NSCLC: TTFields erobern weitere Tumorentitäten

Tumor Treating Fields (TTFields) sind elektrische Wechselfelder von geringer Intensität (1–3 V/cm) und intermediärer Frequenz (100–500 kHz), die in zahlreichen Entitäten Anti-Tumoraktivität gezeigt haben. Nach ihrem bereits etablierten Einsatz bei Gliomen WHO-Grad 4 zeichnet sich nun ein Einsatz bei thorakalen Tumoren ab. Spannende Daten gab es für das fortgeschrittene nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) nach platinbasierter Therapie, wie bei einem Symposium im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) zu hören war. Beim Pleuramesotheliom ist die Zulassung bereits erfolgt.
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Dermatologische Tumoren
 2 Min|

Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich: Kann eine Apoptose-fördernde Substanz die Wirkung der RCT verbessern?

Die simultane Radiochemotherapie (RCT) auf Cisplatin-Basis ist die Standardbehandlung für Cisplatin-geeignete Patient:innen mit lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich (LA SCCHN). Versuche, die Effektivität dieser Behandlung durch Add-Ons zu intensivieren, seien bisher nicht erfolgreich gewesen, konstatierte Prof. Rami El Shafie, Göttingen, bei einem Symposium im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) 2023. Nun ruhen die Hoffnungen auf der Apoptose-fördernden Substanz Xevinapant, die, ergänzend verabreicht, in einer Phase-II-Daten die Wirksamkeit der RCT gegenüber alleiniger RCT deutlich verbessert hatte. Konfirmatorische Phase-III-Daten stehen aber noch aus.
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Mammakarzinom
 8 Min|

Mammakarzinom: Aktuelle Studienaktivitäten der GBG

Prof. Dr. Sibylle Loibl, Neu-Isenburg, ist die Studienleiterin der German Breast Group (GBG). ­Welche persönlichen Highlights sie in ihrer langjährigen Tätigkeit besonders in Erinnerung behalten hat, ­welche Therapiekonzepte beim Mammakarzinom derzeit im Fokus stehen, welche wichtigen Studien die GBG in 2023 durchführt und wozu noch künftig Studien geplant sind, erzählt sie im Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE.
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Zervixkarzinom
 9 Min|

Psychische Belastung beim Zervixkarzinom-Screening

Durch etablierte Screening-Methoden wie einer Humanen Papillomaviren (HPV)-Tes­tung oder einem zytologischen Abstrich (Papanicolaou (Pap)-Test) können psychische Belastungen entstehen. Diese können durch die Mitteilung eines positiven Ergebnisses, aber auch durch die Testung an sich ausgelöst werden. Durch die engmaschige Vorsorge des Zervixkarzinoms kann es neben falsch negativen auch zu falsch positiven Befunden kommen. Insbesondere diese können die Morbidität erhöhen und führen oftmals zu Angst und Beunruhigung bei den getesteten Frauen. Ziel der betreuenden Ärzt:innen sollte es sein, einer solchen psychischen Belastung durch Aufklärungsarbeit zuvorzukommen, sie zu erkennen und diese adäquat zu behandeln. Dieser Artikel soll einen Überblick über die psychische Belastung im Rahmen der Vorsorge des Zervixkarzinoms geben und aufzeigen, wie behandelnde Ärzt:innen damit umgehen können.
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Zervixkarzinom
 9 Min|

Regionale Chemotherapie – Anwendung der isolierten hypoxischen Beckenperfusion beim fortgeschrittenen Zervixkarzinom

Das Zervixkarzinom ist mit einer Inzidenz von jährlich weltweit ca. 500.000 Betroffenen die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. In frühen Stadien ist Gebärmutterhalskrebs meist gut heilbar. Die Behandlung des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms ist jedoch nach wie vor eine Herausforderung. Die aktuelle Standardversorgung – Radiochemotherapie mit anschließender Brachytherapie – geht mit erheblicher Toxizität einher. Die Raten des vollständigen pathologischen Ansprechens bei Induktionschemotherapie liegen zwischen 11% und 20%. Bezüglich des Überlebens gibt es keinen Unterschied zwischen Chemotherapie, Operation oder Strahlentherapie allein, was auf die Resistenz der Tumorzellen gegen Chemotherapeutika und deren niedrigen Spitzenkonzentrationen innerhalb eines Tumors zurückzuführen ist. Bei einer regionalen Chemotherapie in Form der isolierten hypoxischen Beckenperfusion (HPP, hypoxic pelvic perfusion) sind diese Einschränkungen nicht gegeben. Folgend berichten wir über eine Fallserie von 3 Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom, histologisch Grad G3, die eine Standardbehandlung ablehnten und sich für eine HPP entschieden. Dabei stellen wir hier retrospektive Einzelfälle vor, die in Langzeitintervallen mit der gleichen Methode der HPP behandelt wurden (1, 2).
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ZNS-Tumoren
 16 Min|

Rolle der Protonentherapie bei Hirntumoren im Erwachsenenalter

Die interdisziplinäre Behandlung von Hirntumoren im Erwachsenenalter wird in den letzten Jahren von modernen Entwicklungen in den operativen Techniken, der feingeweblichen Typisierung der einzelnen Tumoren unter Einschluss von molekulargenetischen Profilen sowie den technischen Fortschritten in der Radioonkologie geprägt. Neben den ver­besserten Heilungschancen rücken die Therapiefolge und die Lebensqualität der betroffenen Patient:innen zunehmend in den Fokus. Die Protonentherapie (PT) als spezielle Form der Strahlenbehandlung spielt hierbei eine besondere Rolle.
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Entitätsübergreifend
 16 Min|

Geschlechtersensible Onkologie – Klinisch relevante Unterschiede zwischen Mann und Frau

Krebs gehört zu den führenden Todesursachen in westlichen Nationen. Bahnbrechende Entwicklungen u.a. in personalisierten zielgerichteten und immunonkologischen Therapieansätzen maligner Erkrankungen haben dazu geführt, dass sich das 5-Jahres-Überleben von Patient:innen mit Krebserkrankungen von 49% im Jahr 1970 auf geschätzte 70% im Jahr 2020 verbessert hat (US-amerikanische Daten) (1). Auch in Deutschland haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose deutlich verbessert und gehören mit zu den besten in Europa (2). Ungeachtet dieser positiven Entwicklung erlagen im Jahr 2021 dennoch 229.068 Menschen in Deutschland einem Krebsleiden. Krebs ist somit bei 22,4% aller Verstorbenen in Deutschland die Todesursache (3). Es besteht also weiterhin ein großer Bedarf, die Behandlung von Krebspatient:innen zu verbessern, und zwar nicht nur im Hinblick auf Prognose und Lebenszeit, sondern auch hinsichtlich des Erhalts von Lebensqualität unter Therapie. Trotz der zunehmenden Therapie-Individualisierung ist der Einfluss des Patient:innen-Geschlechts auf Ätiologie, Diagnostik, Krankheitsverlauf und Therapiestrategien von onkologischen Erkrankungen in der Hämato-Onkologie bislang praktisch unbeachtet, im Übrigen anders als in anderen Disziplinen wie z.B. der Kardiologie. Die European Society of Medical Oncology (ESMO) hat im Jahr 2019 im Nachgang zum Workshop „Gender Medicine meets Oncology“ ein Positionspapier veröffentlicht und die Notwendigkeit einer geschlechtersensiblen Onkologie adressiert (4). Analog zum ESMO-Positionspapier soll der nachfolgende Übersichtsartikel verschiedene Aspekte der geschlechtersensiblen Onkologie beleuchten. Auch wenn sich die Autor:innen bewusst sind, dass das Geschlecht über die binäre Mann/Frau-Definition hinausgeht, soll die Diskussion hier auf diese Dichotomie fokussiert werden.
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NSCLC
 9 Min|

Lungenkrebs in Verbindung mit idiopathischer Lungenfibrose: Herausforderungen und Perspektiven

Eine anhaltende idiopathische Lungenfibrose (IPF) erhöht das Lungenkrebsrisiko. Während bei IPF-Patient:innen am häufigsten Plattenepithelkarzinome auftreten, leiden Raucher:innen am ehesten unter peripheren Adenokarzinomen. Die Behandlung von Lungenkrebs in einer fibrotischen Lunge stellt eine Herausforderung dar, da die Gefahr einer Verschlimmerung der Fibrose besteht. Um die Behandlung zu optimieren und um Therapie-Verzögerungen zu vermeiden, bedarf es einer Überarbeitung der aktuellen Leitlinien zur Früherkennung. Die Verwendung einer 2-Fluor-2-Desoxy-D-Glucose (FDG)-Positronenemissionstomographie (PET)-Computertomographie (CT) ermöglicht eine frühzeitige und zuverlässigere Krebserkennung im Vergleich zur alleinigen CT. Durch den verstärkten Einsatz von Keilresektion, Protonentherapie und Immuntherapie kann die Überlebensrate von IPF-Patient:innen mit Lungenkrebs erhöht werden, indem das Risiko einer Exazerbation verringert wird. Ein aktueller Review hat sich mit diesem Thema beschäftigt, den wir für Sie im Folgenden zusammenfassen.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|

Podcast O-Ton Onkologie – Bayerisches Zentrum für Krebsforschung: Gemeinsames zentrales Studienregister für Bayern

In Bayern gibt es insgesamt 6 Universitätskliniken – Augsburg, Erlangen, die LMU und die TU München, Regensburg und Würzburg –, die ihre Studienaktivitäten bisher alle einzeln koordiniert haben. Was die Onkologie angeht, soll das nun anders werden. Dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) ist es gelungen, ein gemeinsames zentrales Studienregister für Bayern zu entwickeln, das seit November 2022 freigeschaltet ist. Ziel ist es, Krebspatient:innen einen besseren Zugang zu innovativen Tumortherapien zu verschaffen. Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF und Direktor der Medizinischen Klinik 5 (Hämatologie und Internistische Onkologie) am Uniklinikum Erlangen, und Prof. Dr. Claus Belka, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie am Klinikum der Universität München und Mitglied des BZKF-Direktoriums, engagieren sich im BZKF-Verbund für Spitzenforschung mit Breitenwirkung und stellen in der Podcast-Folge O-Ton Onkologie „Studienregister: Zugang zu innovativen Therapien“ das Studienregister-Projekt vor.
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