Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 123

Mammakarzinom
 2 Min|

ESMO 2024: Breite Patientengruppe mit HR+/HER2– Brustkrebs profitiert von CDK4/6-Inhibition in der Adjuvanz

CDK4/6-Inhibitoren (CDK4/6i) haben ergänzend zur endokrinen Therapie (ET) inzwischen auch Eingang in die Adjuvanz beim frühen Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen (HR+/HER2–) Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko gefunden. Für Betroffene ohne initialen Lymphknotenbefall (40%) ist allerdings nur die mehrjährige ET zur Senkung des Rückfallrisikos zugelassen, obwohl auch jede 5. nodal-negative Patientin längerfristig ein Rezidiv entwickelt (1). Daran erinnerte Prof. César A. Rodríguez, Salamanca, Spanien, bei einem Symposium im Rahmen der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2024. Die Addition des CDK4/6i Ribociclib (derzeit nur im metastasierten Setting zugelassen) zur ET vermindert das Rezidivrisiko bei Betroffenen mit hohem Rückfallrisiko auch dann relevant, wenn keine Nodalbeteiligung vorliegt (2).
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Dermatologische Tumoren
 3 Min|

ESMO 2024: Nach Versagen von Checkpoint-Inhibitoren ist Paclitaxel + Cetuximab eine potenzielle Zweitlinientherapie bei r/m SCCHN

Die Definition einer optimalen Zweitlinientherapie für Patient:innen mit rezidivierendem/metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs (r/m SCCHN), bei denen die Krankheit während einer Standard-Immuntherapie auf Pembrolizumab-Basis fortschreitet, stellt einen wichtigen „unmet need“ dar. In der prospektiven multizentrischen internationalen Phase-II-Studie PaceAce wurde daher die Wirksamkeit von Paclitaxel (PTX) + Cetuximab (C) in dieser speziellen Patientengruppe untersucht (1).
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Zervixkarzinom
 2 Min|

ESMO 2024: Phase-III-Studie zeigt signifikante Überlebensvorteile mit Pembrolizumab und Chemoradiotherapie beim Hochrisiko-Zervixkarzinom

Auf dem ESMO-Kongress 2024 wurden neue Ergebnisse der Phase-III-Studie ENGOT-cx11/GOG-3047/KEYNOTE-A18 präsentiert. Die Kombination aus Pembrolizumab und gleichzeitiger Chemoradiotherapie (CCRT) zeigt einen signifikanten Gesamtüberlebensvorteil bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Zervixkarzinom (LACC). Dies könnte die Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Patientinnen nachhaltig verändern.
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Prostatakarzinom
 3 Min|

Erstlinientherapie des mCRPC: Wie geht’s nun weiter, wenn‘s kastrationsresistent geworden ist?

Das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) ist das am weitesten fortgeschrittene Stadium des häufigsten Tumors beim Mann. Die Prognose ist ungünstig. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt in diesem Stadium bei nur 30%, während sie über alle anderen Tumorstadien hinweg 91% beträgt. Selbst wenn es viele neue Behandlungsoptionen gibt, ist für die Prognose die Auswahl der wirksamsten Therapie-Sequenz entscheidend – anders ausgedrückt: „Der Schuss in der Erstlinie muss sitzen!“
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Malignes Melanom
 4 Min|

Interview zum ADO 2024: Neue Therapieansätze beim malignen Melanom

Erkennung im Frühstadium und immense Fortschritte in der Therapie haben in den letzten 20 Jahren das Überleben für Patient:innen mit schwarzem Hautkrebs deutlich verbessert. Rund 2 Drittel der Melanome werden früh genug erkannt und sind vollständig heilbar. Im fernmetastasierten Stadium liegen die 5-Jahres-Überlebensraten inzwischen bei rund 55%. Beim Deutschen Hautkrebskongress werden neue Therapiekonzepte vorgestellt. Kongresspräsident Prof. Dr. Bastian Schilling, Frankfurt am Main, und der 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO), Prof. Dr. Ralf Gutzmer, Minden, geben Einblicke in die aktuelle Diskussion.
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Endokrine Tumoren
 14 Min|

Maligne Speicheldrüsentumoren

Speicheldrüsenkarzinome sind seltene Tumoren, die 3-6% der malignen Kopf-Hals-Tumoren ausmachen und hauptsächlich in der Ohrspeicheldrüse (Gl. parotis) auftreten. Die kurative Therapie basiert vor allem auf einer vollständigen chirurgischen Entfernung des Tumors und Neck Dissection. Bei Tumoren, die den Nervus facialis nicht infiltrieren, ist der Nerven­erhalt von entscheidender Bedeutung, da dies maßgeblich zur Erhaltung der Lebensqualität beiträgt. Falls jedoch eine Infiltration des N. facialis vorliegt, sollte so viel wie möglich des nicht betroffenen Nervengewebes bewahrt werden, um eine primäre Rekonstruktion zu ermöglichen. Bei malignen Tumoren mit Risikofaktoren, wie knappen Resektionsrändern oder Lymphknotenbefall, wird eine postoperative Strahlentherapie empfohlen. Chemotherapie spielt in der kurativen Behandlung keine Rolle, wird jedoch in palliativen Fällen eingesetzt, obwohl sie begrenzte Wirksamkeit zeigt. Neue Ansätze zur zielgerichteten Therapie, darunter Tyrosinkinase-Inhibitoren, HER2- und Immuncheckpoint-Inhibitoren, gewinnen an Bedeutung, sind aber noch nicht im klinischen Standard etabliert. Die Prognose variiert stark je nach Tumortyp und Staging, wobei eine präzise histologische und molekulare Diagnostik entscheidend für die Therapieplanung ist.
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Diagnostik
 21 Min|

Liquid Biopsy bei Kopf-Hals-Tumoren für die klinische Diagnostik

Die Liquid Biopsy oder Flüssigbiopsie, also die Untersuchung von Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel, könnte Diagnostik und Therapiestrategien bei Patient:innen mit Kopf-Hals-Tumoren entscheidend verbessern. Ein besonderer Fokus bisheriger Forschungsansätze liegt dabei auf der Untersuchung zirkulierender Tumor-DNA als Biomarker zur Überwachung der Krankheitslast, zur Identifizierung von minimaler Resterkrankung (MRD) oder zur Rezidivfrüherkennung. Allerdings erfordert die klinische Anwendung von Liquid-Biopsy-Testungen eine hohe diagnostische Genauigkeit und die Validierung in prospektiven Studien anhand von repräsentativen Patientenkohorten. Diese Übersichtsarbeit stellt die Fortschritte auf dem Gebiet der Liquid Biopsy bei malignen Kopf-Hals-Tumoren dar und diskutiert Studienergebnisse, insbesondere im Hinblick auf Unterschiede zwischen humanem Papillomavirus (HPV)-vermittelten und HPV-negativen Karzinomen.
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Diagnostik
 7 Min|

Biomarker aus dem Speichel zur Bestimmung des Rezidivrisikos von Mund- und Rachentumoren

Der Gehalt des Zelloberflächenproteins CD44 und des Gesamtproteins im Speichel könnte bei Patient:innen mit Mund- und Rachentumoren als Biomarker genutzt werden, um das Rezidivrisiko zu bestimmen. In einer nicht-randomisierten Studie, die im JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery veröffentlicht wurde, setzen Dr. Elizabeth Franzmann, Miami, USA, und ihr Team einen einfachen Speichelspültest zum Nachweis von CD44 und dem Gesamtproteingehalt bei Patient:innen mit Mund- und Rachenkrebs ein. Der Proteingehalt im Speichel korrelierte dabei signifikant mit dem Risiko für ein Rezidiv.
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