Patritumab deruxtecan zeigt vielversprechende Wirksamkeit bei ZNS-Metastasen nach Vortherapie mit T-DXd
Anika Mifka M.Sc.Eine Post-hoc-Analyse der TUXEDO-3-Studie zeigt, dass Patritumab deruxtecan (HER3-DXd) bei Patient:innen mit HER2-positivem metastasiertem Mammakarzinom und ZNS-Beteiligung nach vorheriger Behandlung mit Trastuzumab deruxtecan (T-DXd) ein medianes intrakranielles progressionsfreies Überleben von 6,3 Monaten erreichte. Die Ergebnisse wurden beim 48. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) präsentiert und deuten auf eine mögliche Sequenztherapie für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) hin.
TUXEDO-3 untersucht ZNS-Aktivität von Patritumab deruxtecan
TUXEDO-3 ist eine internationale, multizentrische, einarmige Phase-II-Studie, die Patient:innen mit metastasiertem Mammakarzinom einschloss. Die Teilnehmerinnen hatten entweder neu diagnostizierte Hirnmetastasen oder nach lokaler Therapie progrediente Hirnmetastasen (aktive Hirnmetastasen). Ziel war es, die Wirksamkeit und Sicherheit des ADC Patritumab deruxtecan zu bewerten. Die Anzahl verfügbarer ADCs über verschiedene Stadien und Therapielinien beim Mammakarzinom wächst, aber die Evidenz zu ihrer optimalen Sequenztherapie bleibt begrenzt, was einen wichtigen ungedeckten medizinischen Bedarf darstellt, insbesondere im Kontext einer ZNS-Beteiligung.
Analyse HER2-positiver Patient:innen mit T-DXd-Vorbehandlung
Zwischen dem 12. Dezember 2023 und dem 2. Juli 2024 wurden 35 Patient:innen mit metastasiertem Mammakarzinom und ZNS-Beteiligung – aktive Hirnmetastasen (n=21) und leptomeningeale Erkrankung (n=14) – in den Kohorten 1 und 3 eingeschlossen. Von diesen hatten zehn (28,6%) ein HER2-positives metastasiertes Mammakarzinom, einschließlich neun (90,0%) mit aktiven Hirnmetastasen und eine (10%) mit leptomeningealer Erkrankung, die auch parenchymale Hirnmetastasen hatte. Das mediane Alter betrug 54,5 Jahre (Bereich: 35,0-75,0 Jahre). Die mediane Anzahl der vorherigen Behandlungslinien für die fortgeschrittene Erkrankung in der HER2-positiven Population betrug 4,0 (Bereich: 2,0-7,0). Alle Patient:innen hatten zuvor T-DXd erhalten, drei (30,0%) zusätzlich T-DM1 und sechs (60%) auch Tucatinib.
Medianes intrakranielles PFS von 6,3 Monaten
Zum Datenstichtag (28. Februar 2025) blieb eine Patientin in Behandlung und sechs setzten die Nachbeobachtung fort. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 4,7 Monate und die mediane Behandlungsdauer 3,2 Monate. Das mediane intrakranielle und bikompartimentelle progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 6,3 Monate (95%-KI: 1,4-nicht erreicht), während das mediane extrakranielle PFS und Gesamtüberleben nicht erreicht wurden.
Patritumab deruxtecan als vielversprechende Sequenztherapie nach T-DXd-Versagen
Die Autor:innen schlussfolgern, dass HER3-DXd in dieser Post-hoc-Analyse der TUXEDO-3-Studie ein vielversprechendes PFS sowie Gesamtüberleben bei Patient:innen mit HER2-positivem metastasiertem Mammakarzinom und aktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealer Erkrankung nach vorheriger T-DXd-Behandlung zeigte. Trotz der kleinen Stichprobengröße deuten diese Befunde auf eine potenzielle Strategie für eine sequenzielle ADC-Behandlung in einer Patientenpopulation ohne etablierten Behandlungsstandard hin. Mit einem medianen PFS von über sechs Monaten ist eine weitere Untersuchung von HER3-DXd bei Patient:innen mit Progression unter T-DXd gerechtfertigt.
Quelle:SABCS 2025