Uroonkologie und Hämatologie
Dr. med. Isabella ZraikDiese Ausgabe des JOURNAL ONKOLOGIE widmet sich urologischen Entitäten, vom sehr seltenen Urachuskarzinom über das Nierenzellkarzinom (RCC) bis hin zum Prostatakarzinom. Als zweiten Schwerpunkt nehmen wir die Hämatologie in den Fokus, und hier vor allem das Multiple Myelom (MM).
Fallberichte und kleine Fallserien deuten darauf hin, dass präzisionsonkologische Ansätze bei ausgewählten Patient:innen mit Urachuskarzinom wirksam sein können, erläutern Prof. Dr. Tibor Szarvas und Prof. Dr. Henning Reis.
In meinem Artikel beleuchte ich die aktuellen Neuerungen beim RCC anhand der aktuellen S3-, EAU- und ESMO- sowie NCCN-Leitlinie. So wurde bei den hereditären RCC aufgrund aktueller Daten z.B. beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom die HIF-2α-Inhibition für Patient:innen, die keine Tumorresektion erhalten können, aufgenommen. Im Artikel werden auch fokale, neo- und adjuvante Therapien sowie das metastasierte Setting hinsichtlich Leitlinien aufgeführt.
Die Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms ist im Wandel; Prof. Dr. Axel Merseburger berichtet im Interview über moderne Strategien für ein individualisiertes Therapiemanagement. Eine eindrückliche Schilderung eines Patienten veranschaulicht diesen Wandel ebenfalls. Wie ein risikoadaptiertes Screening gegen Überdiagnostik beim Prostatakarzinom aussehen kann, berichten Dr. Rouvier Al-Monajjed und Kolleg:innen. Die S3-Leitlinie 2025 empfiehlt erstmals, ein systematisches, risikoadaptiertes Früherkennungsprogramm einzuführen – mit Bestimmung des Baseline-PSA-Werts im Alter von 45 Jahren als zentralem Element.
Die Inzidenz des MM ist in den letzten Jahren insbesondere bei älteren Patient:innen deutlich gestiegen. Gleichzeitig profitieren gerade sie vom Einsatz neuer Substanzen, so PD Dr. Karin Hohloch. Inwieweit eine Regeneration des Knochens durch bewegungstherapeutische Interventionen beim MM möglich ist, erläutert Prof. Dr. Franziska Jundt.
Nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT) kann die Pure Red Cell Aplasia eine schwerwiegende Komplikation darstellen, insbesondere bei ABO-Inkompatibilität, wie Dr. Nico Gagelmann in seinem Artikel ausführt. Dr. Erik Thiele Orberg hat mit Dr. Elisabeth Meedt einen Risiko-Index entwickelt, mit dem das Ansprechen auf eine Immuntherapie nach alloSCT Mikrobiom-basiert vorhergesagt werden kann. Die Arbeit wurde 2025 mit dem Forscherpreis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Hämatopoetische Stammzelltransplantation und Zelluläre Therapie ausgezeichnet. Lesen Sie außerdem einen Beitrag zu MDS bei jungen Erwachsenen von Prof. Dr. Uwe Platzbecker und Kolleginnen, mit der Sie 2 CME-Punkte erhalten können.
Abgerundet wird die Ausgabe von einer Fortbildung zu malignen Schilddrüsenerkrankungen von Prof. Dr. Roland Ladurner und Dr. Thomas Negele, mit der Sie ebenfalls 2 CME-Punkte sammeln können.
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