Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 343

Nierenzellkarzinom

Checkpoint-Inhibitoren beim Harnblasen- und Nierenzellkarzinom – Neues vom ASCO 2016

Nach Etablierung der Angiogenesehemmer seit dem Jahr 2006 wurde im Mai dieses Jahres mit der Zulassung des PD-1-Antikörpers Nivolumab beim metastasierten Nierenzellkarzinom (RCC) in Europa eine neue Ära der Immuntherapie in der Uro-Onkologie eingeläutet. Der PD-L1-Inhibitor Atezolizumab wurde von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) ebenfalls im Mai dieses Jahres für die Therapie des lokal-fortgeschrittenen/metastasierten Urothelkarzinoms nach vorangegangener Platin-basierter Therapie zugelassen. Ansatz ist die Beeinflussung von Immuncheckpoints mit konsekutiver Immunmodulation verbunden mit einer immunvermittelten antitumorösen Wirkung (Abb. 1). Im Vergleich zu der vor vielen Jahren durchgeführten unspezifischen Immuntherapie (z.B. mit Interferon, Interleukin) und der etablierten Targeted-Therapie zeigen die Immuncheckpoint-Inhibitoren bis dato eine gute Wirksamkeit verbunden mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil. Die Effektivität weiterer Immuncheckpoint-Inhibitoren wird aktuell in vielen klinischen Studien untersucht, ebenso die Kombination mit CTLA-4-Inhibitoren. Diese neuen Immuntherapeutika eröffnen zukünftig ungeahnte therapeutische Möglichkeiten – z.B. auch in Kombination mit den etablierten Therapieschemata wie Angiogenesehemmern und/oder Chemotherapeutika. Gleichzeitig bietet sich aktuell die Möglichkeit, das Potential dieser unterschiedlichen Immuncheckpoints als Biomarker zu evaluieren – ein weiterer möglicher Schritt in Richtung individualisierte und optimierte Therapie. Dieser Beitrag referiert über die klinisch relevanten Ergebnisse mit Immuncheckpoint-Inhibitoren vom ASCO-Kongress 2016 für das Urothelkarzinom und das RCC.
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Medizin

Hyponatriämie in der Onkologie – oft unerkannt, aber therapeutisch relevant

Die Hyponatriämie ist eine oft schwerwiegende Elektrolytstörung, die bei 15- 30% der hospitalisierten Patienten auftritt (1,2). Bei etwa einem Drittel der Fälle wird die Hyponatriämie durch ein Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) ausgelöst (3). Als mögliche Ursache eines SIADH kommen unter anderem Karzinome, insbesondere der Lunge, in Frage. Eine Hyponatriämie wird aufgrund der Variabilität der Symptome häufig nicht erkannt und daher nicht angemessen behandelt (4). Im Rahmen eines von Otsuka Pharma unterstützten Media-Workshops erläuterte der leitende Oberarzt der Thoraxklinik Heidelberg Dr. Helge Bischoff die Dringlichkeit, bei Tumorpatienten eine bestehende Hyponatriämie zu erkennen und adäquat zu therapieren.
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Mammakarzinom

HER2+ mBC: Mit Trastuzumab Emtansin die Überlebenszeit verlängern

Mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Emtansin (Kadcyla®) ist es erstmals gelungen, die Überlebenszeit von Patientinnen mit HER2-positivem metastasierten Mammakarzinom, die bereits mit Trastuzumab und einem Taxan vorbehandelt sind, signifikant zu verlängern (p<0,001) (1). Die AGO Mamma empfiehlt Trastuzumab Emtansin (T-DM1) in der aktualisierten Leitlinie weiterhin als einzige Therapieoption mit einem Doppelplus für die Secondline-Behandlung dieser Patientinnen (2).
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Urologische Tumoren

Inguinale Lymphadenektomie beim Peniskarzinom: Studie zur Prävention von Wundheilungsstörungen

Nach inguinaler Lymphadenektomie kommt es trotz subtiler Präparationstechnik in bis zu 50% der Patienten zu postoperativen Wundheilungsstörungen mit sekundärer Wundheilung, Lymphozelenbildung, persistierender Lymphorrhoe oder Lymphödembildung, die in bis zu 30% aufgrund von Schmerzen, Infektion oder Kompression von Gefäßen weiterer Therapie bedürfen (1, 2). Neben einer Minderung der Lebensqualität betroffener Patienten kann dadurch eine Verzögerung der weiteren onkologischen Therapie sowie Verschlechterung der Prognose resultieren. Ein unmittelbar postoperativ aufgebrachter epidermaler Vakuumverband kann möglicherweise Lymphgefäße komprimieren, ein Auftreten von Lymphozelen verhindern und auf diese Weise Wundkomplikationen zumindest zum Teil vermeiden helfen. Nach einigen kleineren positiven Studien bei Risikowunden (3, 4), inklusive eigener vielversprechender retrospektiver Erfahrungen zur Vorbeugung von Wundkomplikationen nach inguinaler Lymphadenektomie (5), soll nun im Rahmen der prospektiven PräVAC-Studie der Nutzen dieser Wundversorgung untersucht werden.
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Endokrine Tumoren

Multiples Myelom: Verbesserte Prognose durch neue Behandlungsoptionen mit Panobinostat

Der Fortschritt bei den Therapiemöglichkeiten des Multiplen Myeloms (MM) sei „imposant“, und die Prognose für die Patienten habe sich deutlich verbessert, stellte Prof. Monika Engelhardt, Freiburg, bei einem Pressegespräch in Freiburg heraus. Seit 2015 wurden insgesamt 7 neue Medikamente zur Behandlung des MM in Deutschland zugelassen, darunter der Histon-Deacetylase(HDAC)-Inhibitor Panobinostat (Farydak®), der in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason eine neue Möglichkeit der Behandlung eröffnet.
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NSCLC

SCC NSCLC: Kohortenstudie zeigt Überlegenheit von nab-Paclitaxel + Carboplatin in der Firstline

Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit Plattenepithelhistologie (SCC NSCLC), die eine Erstlinientherapie mit nab-Paclitaxel + Carboplatin erhalten, haben im Vergleich zu Patienten, die mit Gemcitabin + Carboplatin behandelt werden, ein signifikant längeres medianes Gesamtüberleben, und die mediane Zeit bis zum Therapieabbruch ist ebenfalls signifikant verlängert. Zu diesem Ergebnis kommt eine retrospektive Kohortenstudie (1), die kürzlich auf der NCCN Annual Conference in Florida, USA, vorgestellt wurde.
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Kopf-Hals-Tumoren

Kopf-Hals-Tumoren: Wiederherstellende Chirurgie zu gefährlich für Ältere? Aktuelle Studie gibt Entwarnung

Ein bisher umstrittenes Thema, das gerade im Zuge unserer immer älter werdenden Bevölkerung an Brisanz gewinnt: Sollen im Rahmen der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren mikrochirurgische Rekonstruktionen auch bei älteren Menschen durchgeführt werden, oder ist die Belastung bei fortgeschrittenem Alter zu hoch? Doch die Sorge ist unbegründet, wie eine aktuelle Studie der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf belegt. Die Ergebnisse wurden auf dem DGMKG-Jahreskongress vorgestellt.
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Endokrine Tumoren

Im Gespräch: Antiemese, leptomeningeale Metastasen und neuroendokrine Tumoren

Eine leitliniengerechte Anwendung antiemetischer Therapien in der onkologischen Supportivtherapie im klinischen Alltag forderte Prof. Petra Feyer, Berlin, und stellte aktualisierte Daten der Antiemese-Leitlinien von MASCC (Multinational Association of Supportive Care in Cancer) und ESMO (European Society for Medical Oncology) vor. Im Rahmen des Presseworkshops referierte zudem PD Dr. Agnieszka Korfel, Berlin, über Diagnostik und Therapie der seltenen Erkrankung Meningeosis carcinomatosa. Eine weitere seltene onkologische Erkrankung, die heterogene Gruppe der neuroendokrinen Tumoren (NET) wurde der interessierten Fachpresse von dem Pathologen Prof. Thomas Knösel, München, vorgestellt.
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Mammakarzinom

Fortschritte in der Therapie des Mammakarzinoms durch zielgerichtete Ansätze

Das Armamentarium beim Mammakarzinom konnte vor allem dank der Entwicklung zielgerichteter Therapien maßgeblich bereichert werden. Dadurch ist es gelungen, die Prognose der meisten Patientinnen mit Brustkrebs deutlich zu verbessern. Auf einem Symposium der Roche Pharma AG im Rahmen des Senologiekongresses gaben Experten ein Überblick über die aktuellen zielgerichteten Therapien und diskutierten behandlungsrelevante Fragen interaktiv.
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Mammakarzinom

Fortgeschrittener Brustkrebs: Fulvestrant gegenüber anderem Aromatasehemmer überlegen

In der Phase-III-Studie FALCON* war Fulvestrant 500 mg (Faslodex®) im direkten Vergleich einer Therapie mit Anastrozol 1 mg (Arimidex®) als Firstline-Behandlung bei postmenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+) lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs überlegen und erreichte mit einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens den primären Endpunkt. Das Verträglichkeitsprofil entsprach den bereits bekannten Daten zur Substanz.
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