Medizin
Deutlicher Überlebensvorteil unter Blinatumomab bei pädiatrischer B-ALL
Kinder ab 1 Jahr mit einem Hochrisiko-Erstrezidiv einer Philadelphia-Chromosom-negativen, CD19-positiven B-Vorläufer akuten lymphatischen Leukämie (B-ALL) können durch nur einen Zyklus Blinatumomab (1) signifikant gegenüber einer intensiven Polychemotherapie profitieren. Dies zeigen die Langzeit-Ergebnisse der Phase-III-Studie 20120215 (Studie '215), die kürzlich im Journal „Leukemia“ veröffentlicht wurden. Deutlich wird dies an der überlegenen 4-Jahres-Rate bezüglich des ereignisfreien Überlebens (EFS, primärer Endpunkt) und des Gesamtüberlebens (OS). Auch Kinder, die nach der Induktionschemotherapie und vor Therapiebeginn mit Blinatumomab bereits ein MRD (minimale Resterkrankung)-Niveau < 0-3 aufwiesen, erzielten signifikant verbesserte Raten des ereignisfreien- und Gesamtüberlebens. Mit 4% war die Inzidenz eines CD19-negativen Rezidivs nach Blinatumomab-Gabe gering (2). Bereits im Januar 2022 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auf Basis vorab präsentierter Daten (3,4) den Zusatznutzen der Monotherapie mit Blinatumomab für Kinder mit dieser seltenen ALL-Form als erheblich eingestuft (5).
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