Journal Onkologie
Medizin
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Häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane

Laut dem Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich etwa 11.000 Frauen an Gebärmutterkörperkrebs. Damit ist die Tumorerkrankung hierzulande die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Das Endometriumkarzinom wird am häufigsten zwischen dem 70. und 84. Lebensjahr diagnostiziert. Da die Tumorart oftmals in einem frühen Stadium diagnostiziert wird, ist die Prognose günstig. Bei der Behandlung des Endometriumkarzinoms können eine Operation, Bestrahlung und/oder eine medikamentöse Therapie zum Einsatz kommen.

Risikoadaptierte Therapie verbessert Lebensqualität

Durch eine evidenzbasierte risikoadaptierte Therapie können beim Endometriumkarzinom mit geringem Risikoprofil unnötige Operationen und adjuvante Strahlen- und/oder Chemotherapien vermieden werden. „Dieser Ansatz reduziert deutlich die therapieinduzierte Morbidität und erhöht zeitgleich die Lebensqualität der Patientinnen. Die S3-Leitlinie gibt hier wichtige Empfehlungen, ohne die onkologische Sicherheit zu vernachlässigen“, so Professor Clemens Tempfer von der Universitäts-Frauenklinik der Ruhr-Universität Bochum. Gemeinsam mit Professorin Sara Brucker, Universitätsklinikum Tübingen, und Professor Eric Steiner, GPR Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim, hat er die Leitlinie koordiniert.

Operatives Staging beim Endometriumkarzinom

Die Therapie des Endometriumkarzinoms orientiert sich unter anderem an der Risikobeurteilung der European Society of Gynaecological Oncology (ESGO), der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) und der Europäischen Gesellschaft für Pathologie (ESP). „Bei der Risikoeinteilung unterscheiden wir zwischen low risk, intermediate risk, high-intermediate risk und high risk“, erklärt Brucker. „Diese Einteilung hilft uns, individualisierte Therapieentscheidungen zu treffen.“

Sentinel-Node-Biopsie nach Risikoklassifikation

Je nach Risikoklasse können beim operativen Eingriff die Gebärmutter und der Gebärmutterhals inklusive der Eileiter vollständig entfernt werden. In einigen Fällen werden auch die Wächterlymphknoten entfernt. Mit der Sentinel-Node-Biopsie (SNB) wird überprüft, ob sich Tumorzellen im lokal angrenzenden Lymphknotengebiet ausgebreitet haben. „Die Leitlinie gibt Empfehlungen, wann genau eine Sentinel-Lymphadenektomie entsprechend der ESGO/ESTRO/ESP-Risikoklassifikation durchgeführt werden soll. Sie bietet wichtige Hinweise zu Indikation, Art und Ausmaß der Lymphadenektomie“, so Brucker.

Adjuvante Therapiemöglichkeiten je nach Risikoprofil

Bei bestimmten Patientinnengruppen erfolgt ergänzend zur Operation eine Chemo- und/oder Strahlentherapie. Auch hier bietet die ESGO/ESTRO/ESP-Risikoklassifikation einen molekular-basierten individualisierten Ansatz zur Risikoabschätzung und Therapieplanung. Wenn die Tumorzellen ein bestimmtes molekulares Muster aufweisen und der Tumor komplett entfernt werden konnte, kann sogar gänzlich auf eine adjuvante Chemo- und Strahlentherapie verzichtet werden. „Patientinnen mit einer höheren Risikoklasse können beim primären Endometriumkarzinom eine vaginale Brachytherapie, eine perkutane Strahlentherapie des kleinen Beckens, eine Chemotherapie oder eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie erhalten. In der aktualisierten Leitlinie geben wir entsprechende Hinweise“, erklärt Steiner.

Weitere Empfehlungen der S3-Leitlinie

Darüber hinaus umfasst die S3-Leitlinie unter anderem Behandlungsempfehlungen bei fortgeschrittenen Erkrankungsstadien und bei seltenen Tumoren wie z. B. dem Karzinosarkom. Zudem liefert sie evidenzbasierte Hinweise zum Fertilitätserhalt.

Die neue S3-Leitlinie ist auf dieser Webseite als PDF abrufbar: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/endometriumkarzinom

Als Online-Version ist die Leitlinie hier einsehbar: https://hub.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinie/consulted_s3-leitlinie-diagnostik-therapie-und-nachsorge-der-patientinnen-mit-endometriumkarzinom

Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert. Weitere Informationen unter: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/app/

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Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.

Literatur:

(1)

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