Journal Onkologie

News | Beiträge ab Seite 253

Gesundheitspolitik
 1 Min|

Molekulare Klassifikation gastrointestinaler Tumoren

Eine ausschließlich histopathologische Diagnosestellung reicht für die moderne Tumortherapie nicht mehr aus, stattdessen werden zunehmend molekulare Marker für Therapieentscheidungen notwendig (Präzisionsonkologie). Vor allem bei sehr heterogenen Tumorerkrankungen können mittlerweile genetische Veränderungen in jeweils eigene Subklassifikationen auf molekularer Ebene  eingeordnet werden. Im vorliegenden CME-Artikel wird dies für einzelne Tumorentitäten im Gastrointestinaltrakt (GI-Tumoren) vom Plattenepithelkarzinom des Ösophagus über Magen zu Jejunum- und Colonkarzinomen vorgestellt.
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Gesundheitspolitik
 1 Min|

Virologe Streeck: Nicht nur auf reine Ansteckungszahlen schauen

Der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck regt eine Debatte über Umfang und Dauer der staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie an. "Ich plädiere für einen Strategiewechsel", sagte der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn der "Welt am Sonntag". "Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken", sagte er. Zwar steige die Zahl der positiv getesteten Menschen in Deutschland und Europa signifikant an. "Gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen."
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Medizin
 2 Min|

Erstlinientherapie des ED-SCLC: Zulassungserweiterung für Durvalumab

Durvalumab (IMFINZI®) wurde am 27. August 2020 EU-weit in Kombination mit einer Chemotherapie aus Etoposid plus entweder Cisplatin oder Carboplatin mit anschließender Durvalumab Erhaltungstherapie für die Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) im fortgeschrittenen Stadium (Extensive Disease, ED) zugelassen. Neben einem signifikanten und anhaltenden Vorteil im Gesamtüberleben (OS) konnte erstmals über 24 Monate ein nachgewiesener Vorteil im progressionsfreien Überleben (PFS) in der Erhaltung dokumentiert werden (1, 2). Das SCLC ist eine hoch-aggressive, schnell wachsende Form des Lungenkrebses, die trotz anfänglich gutem Ansprechens auf eine Chemotherapie rasch fortschreitet und zu einem frühen Progress führt (3, 4).
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Medizin
 2 Min|

Hormontherapie beim Prostatakarzinom: Positives Wirkprofil von Triptorelin mehrfach bestätigt

Zur Testosteronsenkung bei den metastasierten und/oder kastrationsresistenten Formen des Prostatakarzinoms stehen für die Androgendeprivationstherapie (ADT) verschiedene LHRH-Agonisten zur Verfügung, die sich in ihrem individuellen Wirkprofil unterscheiden. Aufgrund des belegten positiven Wirkprofils ist Triptorelin (Pamorelin®) fester Bestandteil der ADT-Therapie, welche in der aktuellen S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom empfohlen wird (1, 2).
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Medizin
 3 Min|

Gentherapien: Erfolge bei der Therapie genetischer Erkrankungen

bluebird bios Gentherapien zeigen Erfolge bei der Behandlung von 3 seltenen genetischen Erkrankungen, der transfusionsabhängigen Beta-Thalassämie (TDT), der Sichelzellkrankheit (SCD) sowie der zerebralen Adrenoleukodystrophie (CALD). Dies belegen neueste Studiendaten, die u.a. beim virtuellen Jahreskongress der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) vorgestellt wurden. Ziel der Forschungsarbeit ist es, Patienten mit potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen und begrenzten Therapieoptionen neue Behandlungsmöglichkeiten zu bieten.
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Medizin
 3 Min|

Mesotheliom: Aktivierende Punktmutation im Promoter des TERT-Gens

Die Reaktivierung von Telomerase ist ein Schlüsselmechanismus für das unbegrenzte Wachstum von Krebszellen. Auch beim Mesotheliom wird Telomerase angeschaltet, weil ihr Hauptbestandteil TERT im Übermaß produziert wird. Dabei waren die Mechanismen der Re-Aktivierung des dafür zuständigen TERT-Gens bisher weitgehend unklar. ForscherInnen der MedUni Wien konnten nun zeigen, dass in einer besonders aggressiven und genetisch eigenständigen Subgruppe von Mesotheliomen eine aktivierende Punktmutation im Promoter des TERT-Gens vorliegt. Der Promoter ist jene Region, die die Ablesung eines Gens reguliert, selbst aber kein Protein kodiert. Die im amerikanischen Top-Journal Clinical Cancer Research publizierte Arbeit hat prognostische Relevanz und entwickelt auch neue gezielte Therapiestrategien für die betroffenen PatientInnen.
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Gesundheitspolitik
 1 Min|

GIST: Adjuvanz und Therapie der disseminierten Erkrankung

Bei Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) handelt es sich um eine insgesamt seltene Tumorentität, die ca. 18% aller Sarkome ausmacht und die häufigste Sarkom-Art im Bereich des Magen-Darm-Traktes darstellt. Während die Risikofaktoren für die Entwicklung einer GIST-Erkrankung nach wie vor unklar sind, sind die pathophysiologischen Mechanismen heutzutage größtenteils bekannt: Ca. 86% aller GIST weisen eine Mutation im c-KIT- oder PDGFRA-Gen auf. Der vorliegende CME-Beitrag diskutiert zunächst, bei welcher Patientengruppe und in welcher Form und Dosierung eine adjuvante Therapie indiziert ist, anschließend wird auf die Therapieoptionen im metastasierten Setting eingegangen.
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Medizin
 5 Min|

Antiemese bei Chemotherapie: Netupitant/Palonosetron auch i.v. verfügbar

Viele Chemotherapie-Patienten leiden unter einer Mucositis und Schluckschwierigkeiten (1). Ihnen fällt es oft schwer, Medikamente oral einzunehmen. Für diese Betroffenen wurde das bewährte Antiemetikum Netupitant/Palonosetron, NEPA, (Akynzeo®) weiterentwickelt. Ab Juli 2020 steht NEPA auch zur intravenösen Anwendung als Infusion für den deutschen Markt zur Verfügung. Die neue Darreichungsform erwies sich als gleich gut wirksam in der Prävention der Chemotherapie-induzierten Nausea und Emesis (CINV) wie die bereits bisher verfügbaren Hartkapseln (2). Das Nebenwirkungsprofil entspricht ebenfalls jenem der Hartkapseln (3). Netupitant und Palonosetron werden in Kombination mit Dexamethason zur Dreifachprophylaxe entsprechend der aktuellen S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ als eine der wirksamen Optionen zur Emesisprophylaxe empfohlen (1). NEPA ist zur CINV-Prophylaxe Cisplatin-haltiger hoch (HEC) und moderat emetogener Chemotherapie (MEC) zugelassen (4). 
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News
 1 Min|

Vorläufer-B-Zell-ALL: Darm-Mikrobiom kann Einfluss auf die Krankheitsentstehung haben

In einem Mausmodell konnte gezeigt werden, dass das Mikrobiom-Profil ein potenzieller Biomarker sein könnte, um das Risiko genetisch prädisponierter Träger zu identifizieren, im späteren Verlauf eine Leukämie zu entwickeln oder nicht. Darüber hinaus stellte sich ein durch eine Antibiotika-Behandlung induzierter Mikrobiom-Mangel als Risikofaktor für die Entwicklung einer Leukämie heraus. Die Untersuchungen ergaben, dass eine früh im Leben stattgefundene Störung des Mikrobioms durch eine Antibiotika-Behandlung ausreicht, um eine Leukämie bei prädisponierten Mäusen auszulösen (48%) – sogar in Abwesenheit einer infektiösen Umgebung.

 
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Medizin
 3 Min|

NSCLC: Hochrisikopatienten mit Lebermetastasen profitieren von Atezolizumab + Bevacizumab + Chemotherapie

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) konnte mit der Krebsimmuntherapie Atezolizumab (Tecentriq®) in Kombination mit Bevacizumab (Avastin®) und Chemotherapie (Carboplatin plus Paclitaxel) auf Basis der Phase-III-Studie IMpower150 eine therapeutische Lücke geschlossen werden (1). Insbesondere Hochrisikopatienten mit Lebermetastasen und Patienten mit EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor)-Mutation nach Versagen einer zielgerichteten Therapie, die neuer, effektiver Folgetherapien bedürfen, profitieren von dem Kombinationsansatz (1). Aktuelle Daten einer auf dem diesjährigen ASCO vorgestellten explorativen Analyse der IMpower150-Studie zeigen nun, dass eine erweiterte Hochrisikogruppe profitieren kann: Bei NSCLC-Patienten mit hoher Tumorlast bestätigen die Daten einen klinisch relevanten Vorteil bezüglich des Gesamtüberlebens (OS) sowie der prüfärztlich beurteilten Ansprechrate (ORR) (2).
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Medizin
 3 Min|

MM: Verbesserte Lebensqualität durch subkutane statt intravenöse Daratumumab-Gabe

Das Multiple Myelom (MM) ist nach wie vor eine Erkrankung mit einem sehr hohen medical need. Zwar hat sich das Gesamtüberleben(OS) durch neue Therapieoptionen insgesamt signifikant verbessert, doch nach wie vor besteht keine Heilungschance – auf kurze Remissionsphasen folgen unweigerlich Rezidive. Um so bedeutsamer ist die Verbesserung der Lebensqualität während der Therapie. Eine Möglichkeit ist die subkutane statt intravenöse Gabe von Daratumumab (Darzalex®), wie Prof. Dr. med. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, auf einer Pressekonferenz erläuterte.
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Gesundheitspolitik
 1 Min|

Krebsmedikamente gepanscht – Urteil gegen Apotheker rechtskräftig

In einem Skandal um jahrelang gepanschte Medikamente hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Haftstrafe gegen einen Apotheker aus dem Ruhrgebiet bestätigt. Der BGH in Karlsruhe lehnte die Revision des Mannes als unbegründet ab, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Das Urteil des Essener Landgerichts vom Juli 2018 gegen den damals 48-jährigen Apotheker aus Bottrop ist damit rechtskräftig. Wegen Tausender unterdosierter Krebsmedikamente zwischen 2012 und 2016 hatte Peter S. eine Haftstrafe von zwölf Jahren erhalten. Dem Gericht zufolge streckte er lebenswichtige Medizin seiner Patienten aus Habgier.
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Medizin
 2 Min|

Pankreaskarzinom: Früherkennung mittels Künstlicher Intelligenz?

Bei 70-80% der Patienten wird die Diagnose eines Pankreaskarzinoms erst in einem späten Stadium gestellt, in dem eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei nur 6%. Der Früherkennung kommt beim Pankreaskarzinom daher besonders große Bedeutung zu. Auf dem ESMO World Congress on Gastrointestinal Cancer wurde nun ein KI-basiertes Modell vorgestellt, mithilfe dessen eine Erkrankung bis zu 20 Monate vor der Diagnose vorhergesagt werden kann (1).
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Medizin
 1 Min|

Gentest auf Verträglichkeit von Chemotherapie

Fluorouracilhaltige (FU) Arzneimittel werden sehr häufig in der systemischen Chemotherapie eingesetzt, u.a. bei Darm-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebs. Viele PatientInnen haben Nebenwirkungen. Einer der Gründe sind genetisch bedingte Stoffwechselstörungen, die den Abbau des Arzneimittels verzögern. Vor einem Jahr hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Risikobewertungsverfahren für FU-haltige Zytostatika eingeleitet, konkret zu Fluorouracil und den verwandten Wirkstoffen Capecitabin, Tegafur sowie zu Flucytosin. Jetzt wurde die Empfehlung ausgesprochen, einen spezifischen Gentest bei allen KrebspatientInnen vor Beginn dieser Therapie durchzuführen. Von den betroffenen Zulassungsinhabern wurden 2 Rote-Hand-Briefe versandt.
 
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Medizin
 4 Min|

Eisenmangel bei onkologischen Patienten: Prävention, Diagnostik, Therapie

Eisenmangel bei Tumorpatienten beeinflusst die Wirksamkeit der Chemotherapie, erhöht das Auftreten lokaler Rezidive sowie der Mortalitätsrate und wirkt sich ungünstig auf die Lebensqualität der Patienten aus. Prof. Dr. med. Marc Thill, Frankfurt am Main, erläuterte bei einem digitalen Symposium die Hauptauslöser der Eisenmangelanämie bei onkologischen Patienten, die Diagnostik und Therapie, aber auch geeignete Präventionsmaßnahmen.
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