News | Beiträge ab Seite 157
Gesundheitspolitik
Hilfsmittel-Regelungen: BVMed für Stärkung der Qualitätsaspekte und gegen Ausschreibungen
In der Diskussion um gesetzliche Anpassungen bei den Hilfsmittel-Regelungen positioniert sich der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) klar für eine Ausweitung von Qualitätsaspekten und gegen die Wiedereinführung von Ausschreibungen, wie sie vom GKV-Spitzenverband gefordert wurde. Der BVMed vertritt im Hilfsmittel- und Homecare-Bereich sowohl die Hersteller- als auch die Leistungserbringer-Seite. „Es ist gut und wichtig, dass wir weitere Anpassungen zur Vermeidung von Fehlentwicklungen in der Hilfsmittel-Versorgung diskutieren. Ausschreibungen sind dabei aber keine Option mehr, sondern aus gutem Grund abgeschafft worden. Wir sollten die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“, kommentiert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll die aktuelle Diskussion.
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Gesundheitspolitik
VDAB zu geplanten Protesten: Verdi für Ende der flächendeckenden Versorgung
Anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am 5. Juli 2023 in Friedrichshafen fordert Verdi mit der Abschaffung des privaten Unternehmertums unter dem Motto „Kein Weg zu weit für gute Pflege“ das Ende der flächendeckenden Versorgung. Unter dem Deckmantel, man wolle gemeinsam für Verbesserungen einstehen, wird gefordert, die Kommerzialisierung, Deregulierung und Privatisierung zu überwinden.
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Gesundheitspolitik
GMK-Vorsitzender gegen Klinik-Ranking
Die geplante Einteilung der Kliniken in drei Qualitätslevel lehnt der Vorsitzende der Gesundheitsminister-Konferenz (GMK), Baden-Württembergs Ressortchef Manne Lucha (Grüne), ab. „Für uns ist es wichtig, dass klar ist, dass es künftig an jedem Standort hoch qualifizierte Medizin gibt – und kein Ranking“, sagte Lucha der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.
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Gesundheitspolitik
DGOU: Lauterbach plant Krankenhausreform ohne Berücksichtigung der speziellen Unfallchirurgie
Orthopäden und Unfallchirurgen sind fassungslos: In den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Krankenhausreform soll die spezielle Traumatologie nicht berücksichtig werden – trotz der hohen Zahl stationärer Behandlungen nach Unfällen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) verweist deshalb auf ihre erfolgreichen Strukturen der Qualitätsinitiative TraumaNetzwerk DGU®, mit denen es gelungen ist, die Sterblichkeit nach schweren Unfällen zu senken und fordert deren Einbettung. Um auch in Zukunft die Schwer- und Mehrfachverletzten auf Spitzenniveau behandeln zu können, bedarf es einer zusätzlichen Leistungsgruppe „Spezielle Traumatologie“ im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie. „Ein Schulkind, das durch ein Auto schwerverletzt wird, muss genauso hochkompetent behandelt werden wie ein älterer Mensch mit Oberschenkelhalsbruch. Die Versorgung muss schnell, wohnortnah und auf höchstem medizinischen Niveau erfolgen. Denn es hängt entscheidend von der Qualität der unfallchirurgischen Behandlung ab, ob ein Mensch wieder in sein normales Leben zurückfindet oder dauerhaft von Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Berufsunfähigkeit geplagt wird“, sagt der stellvertretende DGOU-Präsident Prof. Dr. Steffen Ruchholtz.
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Medizin
CMV-Prophylaxe bei allogener HSCT – 5 Jahre Letermovir
Letermovir ist die erste und einzige zugelassene Cytomegalievirus (CMV)-Prophylaxe für erwachsene CMV-seropositive Patient:innen (R+) nach einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) (1). Zugelassen im Jahr 2018 wurde Letermovir bereits 2019 in die ECIL7- Leitlinie aufgenommen und erhielt den NUB-Status 1. Auch unter Real-World-Bedingungen konnte Letermovir inzwischen sein positives Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprofil zeigen.
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Medizin
mNSCLC: Start der Studie PRESERVE-003 mit BNT316/ONC-392
Die zweistufige, nicht-verblindete, randomisierte Phase-III-Studie PRESERVE-003 wird die Wirksamkeit und Sicherheit des Anti-CTLA-4-Antikörperkandidaten BNT316/ONC-392 als Monotherapie im Vergleich zum Behandlungsstandard, einer Chemotherapie (Docetaxel), bei Patient:innen mit metastasiertem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (mNSCLC) untersuchen, deren Erkrankung unter einer vorherigen PD-(L)1-Inhibitor-Therapie weiter fortschritt. Der erste Patient wurde bereits behandelt.
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Medizin
Hämophilie A und B: Zulassungsrelevante Daten zu Marstacimab
Die zulassungsrelevante Phase-III-Studie BASIS (NCT03938792) zu Marstacimab hat ihre primären Endpunkte erreicht und eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Wirksamkeit gezeigt. Marstacimab ist ein neuartiger, in der Erprobung befindlicher Antikörper gegen den Tissue Factor Pathway Inhibitor (Anti-TFPI), der zur Behandlung der Hämophilie A oder B bei Patienten ohne Hemmkörper gegen Faktor VIII (FVIII) oder Faktor IX (FIX) untersucht wird. In der Studie wurde Marstacimab wöchentlich in einer fixen Dosierung (körpergewichtsunabhängig) als subkutane 300 mg Initialdosis, gefolgt von einer einmal wöchentlichen 150 mg Erhaltungsdosis, verabreicht (1, 2).
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Gesundheitspolitik
Prozesse gegen Impfstoffhersteller BioNTech und AstraZeneca beginnen
Gleich zwei Gerichte beschäftigen sich ab Montag mit Schadenersatzklagen gegen Hersteller von Corona-Impfstoffen. Das Landgericht im baden-württembergischen Rottweil (13.30 Uhr) verhandelt die Klage eines 58-Jährigen wegen eines gesundheitlichen Schadens, den dieser auf eine Corona-Impfung von BioNTech zurückführt. Der Mann wirft dem Pharmakonzern vor, dass er infolge der Corona-Impfung unter einer massiven Sehkraft-Verschlechterung auf dem rechten Auge leide. Er verlangt 150.000 Euro Schmerzensgeld. Zudem soll festgestellt werden, dass BioNTech zum Ersatz von möglichen materiellen Schäden verpflichtet wird.
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Gesundheitspolitik
Stiftung Patientenschutz gegen Verschieben von Sterbehilfe-Entscheid
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat sich gegen ein Verschieben der vorgesehenen Parlamentsabstimmung zur Sterbehilfe gewandt. Es sei richtig und wichtig, dass der Bundestag jetzt über eine mögliche gesetzliche Regelung der Suizidbeihilfe entscheide, sagte Vorstand Eugen Brysch. „Eine Verschiebung wird keine neuen Erkenntnisse für die Bundestagsabgeordneten bringen. Denn im Kern hat jedes Mitglied abzuwägen, ob die vorgesehenen Pflichtberatungen die Selbstbestimmung der Sterbewilligen schützen können.“
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Gesundheitspolitik
Lauterbach erwartet Einigung auf Klinik-Eckpunkte bis 10. Juli
Im Ringen um eine Neuaufstellung der Kliniken baut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach trotz weiter strittiger Fragen auf eine baldige Verständigung mit den Ländern. Man sei viel weiter gekommen, sagte der SPD-Politiker nach gemeinsamen Beratungen am Donnerstag in Berlin. „Es sind noch ein paar Punkte offen, aber in den wichtigsten Punkten sehe ich doch mehr Gemeinsamkeit als Konflikt.“ Vorgesehen seien nun noch weitere Gespräche bei der Gesundheitsministerkonferenz in der kommenden Woche und dann eine abschließende Runde am 10. Juli auch mit den Koalitionsfraktionen.
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Gesundheitspolitik
Tödliche Erkrankung: Arzneimittelsicherheit hat laut BSG Vorrang
Versicherte haben bei einer regelmäßig tödlich verlaufenden Krankheit keinen Anspruch auf die Versorgung mit einem Arzneimittel, das die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zur Behandlung dieser Erkrankung nicht zugelassen hat. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden.
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Dermatologische Tumoren
Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich: Kann eine Apoptose-fördernde Substanz die Wirkung der RCT verbessern?
Die simultane Radiochemotherapie (RCT) auf Cisplatin-Basis ist die Standardbehandlung für Cisplatin-geeignete Patient:innen mit lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich (LA SCCHN). Versuche, die Effektivität dieser Behandlung durch Add-Ons zu intensivieren, seien bisher nicht erfolgreich gewesen, konstatierte Prof. Rami El Shafie, Göttingen, bei einem Symposium im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) 2023. Nun ruhen die Hoffnungen auf der Apoptose-fördernden Substanz Xevinapant, die, ergänzend verabreicht, in einer Phase-II-Daten die Wirksamkeit der RCT gegenüber alleiniger RCT deutlich verbessert hatte. Konfirmatorische Phase-III-Daten stehen aber noch aus.
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News
Zeckenbiss
2022: über 135.000 Borreliose-Neudiagnosen bei der GKV gemeldet
Veränderte klimatische Bedingungen begünstigen die Ausbreitung von Zecken als Überträger von Infektionskrankheiten. Trotz leichtem Rückgang der Lyme-Borreliose-Inzidenz von 8% im Vergleich zum Vorjahr weisen die Bundeländer Sachsen, Thüringen und Bayerns eine besonders hohe Diagnoseprävalenz auf.
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Medizin
Zulassungsempfehlung für Sacituzumab govitecan bei vorbehandeltem HR+/HER2- metastasiertem Mammakarzinom
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Zulassung von Sacituzumab govitecan als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor-positivem (HR+), HER2-negativem (HER2-) Mammakarzinom, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens 2 zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben. Die positive Beurteilung basiert auf Ergebnissen der klinischen Phase-III-Studie TROPiCS-02. Die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission über die Zulassungserweiterung von Sacituzumab govitecan wird im Laufe des Jahres 2023 erwartet.
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Medizin
Urothelkarzinom mit FGFR-Alterationen: Verbesserung des medianen OS mit Erdafitinib
Anlässlich der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2023 wurden aktuelle Daten zur Präzisionsonkologie mit Erdafitinib im fortgeschrittenen Stadium des Urothelkarzinoms (UC) bekannt gegeben (1, 2). Erdafitinib ist ein oraler Tyrosinkinaseinhibitor des Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptors (FGFR), welcher bei verschiedenen Krebserkrankungen aufgrund von genetischen Veränderungen (z.B. FGFR2- oder FGFR3-Alterationen) konstitutiv aktiv ist. Bei den vorgestellten Ergebnissen handelt es sich um eine Interimsanalyse der Kohorte 1 der Phase-III-Studie THOR, die als Late-Breaking-Abstract präsentiert wurde, sowie die finale Analyse der Phase-II-Studie NORSE (1, 2).
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Medizin
Plattenepithelkarzinom der Haut: Am Arbeitsplatz oft unzureichender UV-Schutz
In Deutschland arbeiten 2 bis 3 Millionen Erwerbstätige überwiegend im Freien und haben somit ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das Plattenepithelkarzinom der Haut ist der häufigste Berufskrebs und ist die dritthäufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. Mit einfachen Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Trotzdem schützen sich viele Menschen nicht ausreichend vor UV-Strahlung am Arbeitsplatz. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) sieht zum Beginn der Sommer-Saison Handlungs- und Aufklärungsbedarf.
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Medizin
CLL: Langzeit-Follow-up-Daten zu Venetoclax-Kombinationen
Im Rahmen des 28. Kongresses der European Hematology Association (EHA) wurden kürzlich die Ergebnisse der 6-Jahres-Analyse der Phase-III-Studie CLL14 (1) der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG) sowie der 7-Jahres-Analyse der Phase-III-Studie MURANO (2) vorgestellt. Die Studiendaten untermauern einmal mehr die Langzeit-Wirksamkeit und Sicherheit einer zielgerichteten, zeitlich begrenzten Therapie mit dem BCL-2-Inhibitor Venetoclax in verschiedenen Behandlungslinien der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL).
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Medizin
OncoCoach: Kompetenzerweiterung für Pflegekräfte und Entlastung für Onkolog:innen
Im durchgetakteten Praxis- und Klinikalltag reicht die Zeit der betreuenden Onkolog:innen für die Bedürfnisse von onkologischen Patient:innen häufig nicht aus. Als OncoCoach fortgebildete Pflegekräfte können diese Situation entlasten und die Patient:innen während der Therapie enger und kompetenter begleiten. Damit werden nicht nur Nebenwirkungen schneller erkannt, auch steigt die Compliance der Patient:innen, da sie die Zusammenhänge besser verstehen können.
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Hämatologie
DLBCL: Loncastuximab tesirin führt selbst bei stark vorbehandelten Patient:innen zu hohen Ansprechraten
Nach Jahrzehnten Frustration bei der Behandlung von DLBCL-Patient:innen mit Chemotherapie konnte mit der Einführung von Rituximab erstmals ein deutlicher Therapiefortschritt verzeichnet werden. Aber sowohl im Hinblick auf die Erstlinientherapie als auch später bei den rezidivierten/refraktären (r/r) DLBCL sind weitere Verbesserungen nötig, so die Expert:innen während des EHA 2023. Denn ca. ein Drittel der DLBCL-Patient:innen sind mit R-CHOP in der Erstlinie nicht geheilt und die Therapieergebnisse verschlechtern sich in jeder weiteren Linie.
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Gesundheitspolitik
Wichtige Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung mit Krebsmedikamenten
Der Bundestag hat das Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) verabschiedet. Es enthält unter anderem eine verlängerte Bevorratungspflicht für patentfreie Krebsmedikamente und ein Frühwarnsystem für Lieferengpässe. Fachgesellschaften, die sich mit der Erforschung von Krebskrankheiten und der Krebsversorgung beschäftigen, und die Organisationen der Krebs-Selbsthilfe begrüßen die Maßnahmen. Sie können Versorgungsengpässe verhindern und das Vertrauen der Krebspatientinnen und -patienten in die Sicherheit der Arzneimittelversorgung stärken.
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