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Medizin

26. Februar 2020 Pneumo-Onkologie: Studiendaten zu Atezolizumab und Alectinib beim fortgeschrittenen Lungenkarzinom

Aktuelle Fortschritte in der Onkologie verbessern die Prognose von Patienten mit Lungenkrebs deutlich – in diesem Punkt waren sich Experten auf den Symposien von Roche im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) in Berlin einig. Durch Krebsimmuntherapien wie Atezolizumab (Tecentriq®) oder zielgerichtete Therapien wie Alectinib (Alecensa®) konnten in den letzten Jahren deutliche Therapiefortschritte erzielt werden: So kann Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkarzinom („extensive stage“, ES-SCLC) durch die Zulassung von Atezolizumab in Kombination mit Chemotherapie erstmals nach über 20 Jahren eine neue Therapieoption angeboten werden (1). Auf dem DKK in Berlin vorgestellte Daten belegen darüber hinaus die Wirksamkeit von Atezolizumab in der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit plattenepithelialer und nicht-plattenepithelialer Histologie ohne ALK-Genfusion oder EGFR-Mutation (2).
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Patienten mit ALK-Genfusionen hingegen profitieren langfristig von Alectinib, wie ein Update der ALEX-Studie nachwies: Die mit Alectinib behandelten Patienten konnten mehr als 3-mal so lang progressionsfrei überleben wie unter dem alten Standard (Crizotinib) (3). Auch die sich in der späten klinischen Entwicklung befindliche Substanz Entrectinib zeigte neue Wege auf: Bei ROS1-Genfusionen wirkt diese sowohl systemisch als auch intrakraniell (4).

Individueller und wirksamer behandeln mit Atezolizumab

Über 20 Jahre gab es keine entscheidende Weiterentwicklung für Patienten mit ES-SCLC. Mit der Zulassung von Atezolizumab in Kombination mit der bisherigen Standardchemotherapie aus Etoposid und Carboplatin wurde ein entscheidender Fortschritt für die Patienten erreicht. Aktuelle Daten aus der zulassungsrelevanten Studie IMpower133 (medianes Follow-up: 22,9 Monate) bestätigen erneut den signifikanten Überlebensvorteil unter der Kombination mit Atezolizumab gegenüber der alleinigen Chemotherapie (OS: 12,3 vs. 10,3 Monate; HR=0,76; 95%-KI: 0,60-0,95; p=0,0154). Auch langfristig können Patienten von der Behandlung profitieren: Mehr als ein Drittel der Patienten war unter der Kombination mit Atezolizumab nach 18 Monaten noch am Leben (3% vs. 21%) (1).

Aktuelle Daten für Atezolizumab als Monotherapie beim NSCLC in der Firstline

Im Rahmen des DKK wurden darüber hinaus erste Daten aus der Studie IMpower110 vorgestellt, die den Einsatz von Atezolizumab als Monotherapie in der First-Line-Therapie beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom untersucht (2). Atezolizumab ist bereits als Monotherapie in der Second-Line unabhängig vom PD-L1-Status zugelassen (5). Nun gibt es neue vielversprechende Daten für die First-Line-Therapie: Die randomisierte, offene Phase-III-Studie analysiert die Wirksamkeit von Atezolizumab im Vergleich zu einer Chemotherapie (Cisplatin oder Carboplatin + Pemetrexed oder Gemcitabin) in der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC mit plattenepithelialer und nicht-plattenepithelialer Histologie ohne ALK-Genfusion oder EGFR-Mutation (Wildtyp; WT; PD-L1 Expression ≥ 1% auf TC oder IC). Nach einem medianen Follow-up von 15,7 Monaten überlebten Patienten mit hoher PD-L1-Expression (TC3/IC3-WT) im Median 7,1 Monate länger, wenn sie Atezolizumab anstelle der Chemotherapie erhielten (20,2 vs. 13,1 Monate; HR: 0,59; 95%-KI: 0,398-0,890, p=0,0106) (2).

ALEX-Studie: Patienten mit ALK-Fusions-positivem NSCLC profitieren lange von Alectinib 

Patienten können mit dem ALK-Inhibitor Alecensa mehr als 3-mal so lang progressionsfrei überleben als unter dem alten Standard (Crizotinib) – dies untermauert das aktuelle Update der ALEX-Studie. Unter Alectinib wurde ein PFS von 34,8 Monaten erreicht (vs. 10,9 Monate unter Crizotinib); die 4-Jahres-PFS-Rate lag bei 43,7%. Für Patienten im Crizotinib-Arm konnte zu diesem Zeitpunkt keine PFS-Rate mehr bestimmt werden (3).

Alectinib ist nicht nur auf eine systemische Wirkung begrenzt, die ALK-Fusions-positiven NSCLC-Patienten profitieren auch intrakraniell. So blieben Patienten, die zu Studienbeginn bereits ZNS-Metastasen aufwiesen, unter Alectinib median 25,4 Monate progressionsfrei (vs. 7,4 Monate unter Crizotinib). Patienten ohne ZNS-Metastasen zu Studieneinschluss erreichten mit Alectinib ein medianes PFS von über 3 Jahren (38,6 vs. 14,8 Monate) (3). Zudem konnte ein erster OS-Trend für Alectinib gezeigt werden.

Entrectinib wirkt ebenfalls systemisch und intrakraniell

Auch bei Patienten mit ROS1-Fusions-positivem NSCLC treten ZNS-Metastasen verhältnismäßig häufig auf: Bis zu 40% dieser Patienten haben bereits bei der Diagnose ZNS-Metastasen (6-10). Bei bis zu 47% der ROS1-Fusions-positiven NSCLC-Patienten ist das ZNS der erste und einzige Progressionsort (6). Daten zu Entrectinib, ein in fortgeschrittener klinischer Entwicklung befindlicher Wirkstoff, zeigen, dass dieser bei ROS1-Genfusionen sowohl systemisch als auch intrakraniell wirksam ist (4).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Gütz S, DKK 2020; Oral presentation.
(2) Hoffknecht P, DKK 2020; Oral presentation.
(3) Mok TSK et al., Annals of Oncology (2019) 30 (suppl_5): v602-v660. 10.1093/annonc/mdz260
(4) Drilon A et al., Lancet Oncol 2020; 21: 261-270.
(5) Fachinformation Tecentriq®, aktueller Stand.
(6) Patil T et al., J Thorac Oncol 2018; 13(11): 1717-1726.
(7) Gainor JF et al., JCO Precis Oncol 2017; doi: 10.1200/PO.17.00063
(8) Mazières J et al., J Clin Oncol 2015; 33(9): 992-999.
(9) Wu YL, Goto K, J Clin Oncol 2018; 13: JCO1800584.
(10) Remon J, Besse B, Front Oncol, 2018; 8: 88.


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