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Medizin

14. Februar 2013 Triple-negativer Brustkrebs: Weitere Subtypisierung in "basal-like" und "non-basal-like" notwendig

Die als triple-negativ klassifizierten Tumoren sind biologisch heterogen und sollten daher weiter differenziert werden in "basal-like" oder "non-basal-like"-Tumoren, so das Ergebnis einer umfassenden Studie von Wissenschaftlern der University of North Carolina und des Vall d’Hebron Institute of Oncology in Barcelona, die jetzt in "The Oncologist" veröffentlicht wurde. Sie weisen darauf hin, dass triple-negativ- und basal-like-Definitionen nicht als synonym angesehen werden dürfen.

Bislang unterscheidet man bei Brustkrebs 4 Haupt-Subtypen: luminal A, luminal B, HER2-enriched und basal-like. Basal-like-Tumoren werden oft als triple-negativ bezeichnet, um das Nichtvorhandensein von Hormonrezeptoren sowie die fehlende Überexpression/Amplifikation von HER2 anzugeben - obwohl bis zu 30% der Tumoren, die als triple-negativ identifiziert werden, nicht gleichzeitig unter die basal-like-Subtyp-Kategorie fallen.

Die Wissenschaftler untersuchten in der Studie über 1700 Proben und stellten fest:
 

  • triple-negativ- und basal-like-Definitionen sollten nicht als synonym angesehen werden, weil beträchtliche Diskordanzen bestehen.
  • triple-negativer Brustkrebs ist eine heterogene Entität, die sich aus allen intrinsischen molekularen Subtypen zusammensetzt, von denen basal-like-Tumoren mit 70% die häufigsten sind.
  • triple-negative Tumoren, die als NON-basal-like identifiziert werden (wie HER2-enriched oder luminal A/B), zeigen im Gegensatz zu NON-triple-negativen HER2-enriched oder luminal A/B-Tumoren nahezu ununterscheidbare Genexpressionsmuster.
  • basal-like-Tumoren, die NON-triple-negativ sind, weisen ähnliche genetische Muster auf und sind mit einem zum Diagnosezeitpunkt jungen Alter assoziiert. Dies gilt ebenso für basal-like-Tumoren, die triple-negativ sind.
  • Die bisher beschriebene triple-negative Heterogenität spiegelt teilweise die bekannte intrinsische Subtyp-Biologie und Heterogenität des Microenvironment wider.


Künftig nach basal-like- und non-basal-like-Genexpressionsprofilen stratifizieren

"Unsere Ergebnisse sind wichtig für künftige klinische Studien zu triple-negativem Brustkrebs", sagte Dr. Charles Perou, North Carolina, USA. "Es sollte künftig erwogen werden, bei TNBC-Patientinnen nach basal-like- und non-basal-like-Genexpressionsprofilen zu stratifizieren, was offenbar der biologische Hauptunterschied bei TNBC ist. Die Ergebnisse legen weiterhin nahe, dass noch rigoroser auf Hormonrezeptor- und HER2 getestet werden muss, weil diese Biomarker auf pathologischen Untersuchungen - mit den bekannten Schwächen in der Reproduzierbarkeit - beruhen."

Perou und Kollegen sind der Ansicht, dass es helfen werde, neue Biomarker zu finden, die ein Subtyp-spezifisches Ansprechen auf eine Therapie vorhersagen, wenn die molekularen Unterschiede bei triple-negativen Tumoren als unterschiedliche Entitäten klassifiziert werden.

"Die vergangenen 10 Jahre waren sehr fokussiert auf die Subtypisierung bei Krebs, besonders bei Brustkrebs. Verschiedenste Assays helfen Onkologen, die Prognose im Einzelfall abzuschätzen. Nun, da diese Assays in der klinischen Routine zum Einsatz kommen, werden wir daran erinnert, dass es auf diesem komplexen Gebiet noch viel zu tun gibt - eben, weil wir molekulare Assays dazu benutzen wollen, einen Wechsel der Therapie vorzunehmen und das Outcome für den Patienten vorherzusagen", so Shelley Earp, Lineberger Comprehensive Cancer Center.

Literaturhinweis:
Aleix Prat, Lisa A. Carey, Charles M. Peroud et al.
Molecular Characterization of Basal-Like and Non-Basal-Like Triple-Negative Breast Cancers.
http://theoncologist.alphamedpress.org/content/early/2013/01/30/theoncologist.2012-0397.abstract

Quelle: TheOncologist.com


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