Journal Onkologie

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Medizin
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Genetische Veränderung in Hirntumoren: Von langsam wachsend zu schwer behandelbar

Astrozytome und Oligodendrogliome gehören zu den häufigsten Hirntumoren bei Erwachsenen unter 50 Jahren. Obwohl die beiden Tumorarten sich in vielen Merkmalen ähneln, können sie sich im weiteren Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedlich entwickeln und auf Behandlungen verschieden reagieren. Das hat ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, der Yale School of Medicine in Connecticut (USA) sowie dem internationalen GLASS-Konsortium nun in Nature gezeigt [1]. Die Forschenden haben Tumorproben von 183 Patient:innen mit IDH-mutierten Gliomen analysiert.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Acalabrutinib in nationalen und internationalen Leitlinien

Im Juni 2026 wurde die Onkopedia-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zum Mantelzell-Lymphom (MCL) aktualisiert [1]. In diesem Zug wurde die im Vorjahr zugelassene Kombination aus dem Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi) Acalabrutinib und Bendamustin + Rituximab (BR) als Therapieoption für die Erstlinie aufgenommen. Die Kombination aus Acalabrutinib und BR wird in der MCL-Erstlinie bei Patient:innen mit gutem Allgemeinzustand, > 60 Jahre, unfit empfohlen [1]. Derzeit ist Acalabrutinib (in Kombination mit BR) der einzige BTKi mit Zulassung für nicht vorbehandelte MCL-Patient:innen, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (autoSCT) geeignet sind [2]. Zusätzlich wird der Wirkstoff als Monotherapie bei BTKi-naiven Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem MCL empfohlen [1, 2]. Das therapeutische Spektrum für die Behandlung des MCL hat sich also deutlich erweitert.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Mikrobieller Metabolit Desaminotyrosin wirkt protektiv nach allogener Stammzelltransplantation

Der mikrobielle Metabolit Desaminotyrosin (DAT) erwies sich durch eine Kombination aus klinischen und präklinischen Daten als potenziell vorteilhafter Modulator des Behandlungserfolgs nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT). In einer prospektiven, nicht-interventionellen Studie waren hohe Stuhlkonzentrationen von DAT mit einem verbesserten Gesamtüberleben und reduzierten Rezidivraten assoziiert. Weitere präklinische Untersuchungen zeigten, dass DAT sich zum einen positiv auf die Darmregeneration nach therapiebedingter Schädigung auswirkt und zum anderen die T-Zell-Aktivierung fördert. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal Nature Communications veröffentlicht [1].
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Medizin
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Mixed Beams: Neues Verfahren in der Ionenstrahltherapie

In der Ionenstrahltherapie werden Atomkerne in einem Teilchenbeschleuniger (einem Synchrotron) auf hohe Energien beschleunigt und gezielt auf einen Tumor gelenkt. Dort schädigen sie Krebszellen und zerstören das Tumorgewebe. Ein neues, vielversprechendes Verfahren, das gerade erforscht wird, sind sogenannte „Mixed Beams“, die aus zwei unterschiedlichen Ionenarten bestehen: Kohlenstoffkerne zerstören die Tumorzellen, während Heliumkerne gleichzeitig helfen, die Anatomie der Patient:innen zu beobachten. Dafür muss man aber das Mischungsverhältnis von Kohlenstoff und Helium im Strahl sehr genau kennen. Doch wie soll man einen Ionenstrahl gleichzeitig vermessen und für die Therapie verwenden? Forschende der TU Wien und des MedAustron fanden dafür nun eine Lösung, die einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer Krebstherapie mit Mixed Beams darstellt [1].
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Nierenzellkarzinom
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DGU 2026

Therapieentscheidungen beim metastasierten Nierenzellkarzinom

Für die Behandlung des Nierenzellkarzinoms stehen diverse Kombinationstherapien zur Verfügung, die sich in klinischen Studien Sunitinib, dem langjährigen ehemaligen Standard, als überlegen gezeigt haben. Im Rahmen eines Symposium beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) 2026 wurden Fälle diskutiert, denen ausgewählte Parameter für diverse Therapieentscheidungen beispielhaft zugrunde lagen.
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NSCLC
 3 Min|

NSCLC: Protonenpumpenhemmer und Antibiotika können Immuntherapie beeinträchtigen

Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und Antibiotika gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Doch diese Begleitmedikamente könnten die Wirksamkeit von Immuntherapien beeinträchtigen. Dies zeigt eine Post-hoc-Analyse der PACIFIC-Studie mit Patient:innen mit nicht operablem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium III. Die Einnahme von PPI oder Antibiotika kurz vor Beginn der Immuntherapie mit Durvalumab war mit einem schlechteren Krankheitsverlauf verbunden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass beide Medikamentengruppen die Darmflora verändern und dadurch die Immunantwort schwächen.
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Medizin
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Krebsprävention: Diskrepanz zwischen Wissen und Selbsteinschätzung

Nur 12% der Menschen in Deutschland schätzen ihr persönliches Krebsrisiko als eher oder sehr hoch ein – dabei erhält tatsächlich fast jeder Zweite in Deutschland im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose. Gleichzeitig fühlen sich 61% gut oder sehr gut über Krebsvorbeugung und 62% über Krebsfrüherkennung informiert. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Befragung des DKFZ mit 1.581 Menschen ab 16 Jahren [1].
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Medizin
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Eisenangebot in der Tumorumgebung könnte Ausbreitung von Glioblastomzellen fördern

Freiburger Forscher:innen haben Hinweise gefunden, dass ein hohes Eisenangebot direkt in der Tumorumgebung die Ausbreitung von Glioblastomzellen begünstigt. Langfristig könnte der Eisenstoffwechsel deshalb ein Ansatzpunkt sein, um besonders invasive Tumorzellen gezielter zu beeinflussen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Neuro-Oncology veröffentlicht [1]. Ob Eisen aus der Ernährung oder aus Nahrungsergänzungsmitteln dabei eine Rolle spielt, lässt sich aus der Studie nicht ableiten.
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Medizin
 3 Min|

Acetylsalicylsäure zur Darmkrebsprävention bei Lynch-Syndrom selten genutzt

Laut internationalen Studien kann die tägliche Einnahme von Acetylsalicylsäure Menschen mit Lynch-Syndrom davor schützen, an Darmkrebs zu erkranken – selbst in niedriger Dosierung. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Bonn fanden gemeinsam mit der Selbsthilfeorganisation SemiColon nun heraus, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse bislang nur unzureichend in der Versorgung angekommen sind. Die Ergebnisse der LYNX-Studie sind jetzt als Letter in der Fachzeitschrift The Lancet Gastroenterology & Hepatology erschienen [1].
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Medizin
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Zelloberflächenprotein CD44 als Ansatz gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Zelloberflächenprotein CD44 als Ansatz gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten und am schwersten zu behandelnden Krebsarten. Ein Grund dafür ist das umgebende Gewebe, das den Tumor schützt und die Immunabwehr schwächt. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun einen Mechanismus entdeckt, mit dem sich dieses Umfeld gezielt verändern lässt. Im Mittelpunkt steht das Molekül CD44, das bestimmte Bindegewebszellen im direkten Umfeld von Tumoren steuert.
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Entitätsübergreifend
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Individuelle Betrachtung von molekularen Therapien

Individuelle Betrachtung von molekularen Therapien

Immer mehr Patient:innen profitieren dank der molekularen Charakterisierung von Tumoren von neuen Therapieoptionen. Die Belastbarkeit dieser Ansätze diskutierten Stefan Fröhling, Sonja Loges und Saskia Biskup bei der 5. Nationalen Konferenz „Patienten als Partner der Krebsforschung“ im September in Essen. Veranstalter war das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), initiiert wurde die Konferenz vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT).
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Medizin
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Neue Ansätze bei Eierstockkrebs: Immunzellen helfen, Chemoresistenz zu überwinden

Eierstockkrebs spricht zunächst oft gut auf eine Chemotherapie an, kehrt aber meist chemoresistent zurück. Ein Team um Dr. Ricardo Coelho vom Universitätsspital Basel zeigt nun, dass die Kombination des in klinischer Erprobung befindlichen Wirkstoffs Birinapant mit einer Standard-Chemotherapie deutlich mehr Krebszellen abtötet als die Chemotherapie allein. Überraschend: Der verstärkte Effekt hängt von Immunzellen im Tumor, sogenannten Makrophagen, ab, die ein Signal aussenden, das die Wirkung zusätzlich steigert. Die Ergebnisse könnten künftig helfen vorherzusagen, welche Patientinnen am meisten von dieser Therapie profitieren. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit 134.000 €.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Okuläre Graft-versus-Host-Disease

Die okuläre Graft-versus-Host-Erkrankung (oGvHD) nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (alloSCT) ist eine teilweise schnell fortschreitende entzündliche und destruierende Augenoberflächenerkrankung, die bei über 40% der Patient:innen auftritt. Bei ungebremster Progression führt die oGvHD zu einer starken Reduktion der Lebensqualität aufgrund von Schmerzen, Sehverlust und abnehmender Belastungsfähigkeit der Augen. In schweren Fällen führt die oGvHD zur Erblindung. Klinisch zeigt sich vor allem eine schwere Benetzungsstörung der Augen aufgrund der Destruktion der Tränendrüse. Früh erkannt und richtig therapiert können viele Komplikationen vermieden werden. Aus diesem Grund ist eine augenärztliche Versorgung von Patient:innen vor und nach alloSCT äußerst wichtig.
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