Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 245

Im Rahmen des EHA-Kongresses wurden aktuelle Daten einer Phase-II-Studie, in der Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) mit del(17p) und/oder mutiertem TP53 mit Venetoclax behandelt wurden, gezeigt (1). Demnach waren nach einem medianen Follow-up von 70 Monaten 48% der Patient:innen am Leben, 24% waren progressionsfrei und 16% waren noch unter Venetoclax-Therapie. Dies bestätigt die Langzeit-Aktivität von Venetoclax in der Hochrisiko-Population mit del(17p) CLL und median 2 vorherigen Therapielinien. Genanalysen haben zudem ergeben, dass einzig eine SF3B1-Mutation einen ungünstigen prognostischen Faktor darstellt. Andere ungünstige Faktoren (wie > 1 TP53-Mutation, NOTCH1-Mutationen, nicht-mutiertes IGHV) hatten keinen Einfluss auf das Outcome der Patient:innen in dieser Kohorte.
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Patient:innen mit TP53-mutierter akuter myeloischer Leukämie (AML) haben eine schlechte Prognose und sprechen nur sehr begrenzt auf derzeit verfügbare Therapien an. Bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2022 wurden frühe Daten einer Phase-Ib-Studie vorgestellt, in der die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer neuen Kombinationsbehandlung aus dem „first in class“ monoklonalen Anti-CD47-Antikörper Magrolimab und Azacitidin bei zuvor unbehandelten Erkrankten mit TP53-mutierter AML evaluiert wurden. Das Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie erwies sich als handhabbar, die Wirksamkeitsdaten als ermutigend. In besonderem Maße profitierten diejenigen Patient:innen, die anschließend einer allogenen Stammzelltransplantation zugeführt werden konnten (1).
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Medizin
 6 Min|

IKCS 2022: Tivozanib überzeugt in der mRCC-Therapie unter realen klinischen Bedingungen

Tivozanib▼ (Fotivda®) ist eine wichtige Therapieoption bei der Behandlung des fortgeschrittenen und/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC). Im Rahmen der klinischen Testung – der Zulassungsstudie TIVO-1 – erwies sich der Tyrosinkinase-Inhibitor des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor-Rezeptors (VEGFR-TKI) der dritten Generation insbesondere bei Patienten mit einem günstigen und intermediären mRCC-Risiko als gut wirksam und verträglich.1,2 Die in Deutschland durchgeführte prospektive, nicht-interventionelle Studie (NIS) „T-Rexa“ untersucht die mRCC-Therapie mit Tivozanib unter Real-World-Bedingungen. Auf dem diesjährigen IKCSb-Kongress in Antwerpen vom 22. bis 24. April wurden nun Ergebnisse der Studie vorgestellt.3 Die Daten bestätigen die starke Wirksamkeit und im Vergleich zu anderen VEGFR-TKI hohe Anwendungssicherheit von Tivozanib unter realen Bedingungen im Praxisalltag. Dabei zeigt sich, dass auch das, im Vergleich zum geschlossenen Studiensetting, deutlich ältere Patientenklientel mit einem schlechteren Allgemeinzustand und einer ungünstigeren Prognose von der Therapie mit dem Inhibitor profitiert.3
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Mammakarzinom
 2 Min|

ER-positiver, HER2-negativer Brustkrebs: Neoadjuvante Behandlung mit Giredestrant

In einer abschließenden Analyse der randomisierten, offenen, internationalen Phase-II-Studie coopERA Breast Cancer (BC) bei postmenopausalen Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem, HER2-negativem, nicht vorbehandeltem Brustkrebs im Frühstadium (ER+/HER2- eBC) wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Giredestrant, einem oralen selektiven Östrogenrezeptor-Degrader (SERD) der nächsten Generation, beleuchtet. Dabei zeigte sich eine konsistente und überzeugende Aktivität von Giredestrant.
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Medizin
 4 Min|

mTNBC: Finale Ergebnisse der Phase-III-Studie ASCENT bestätigen Wirksamkeit von Sacituzumab Govitecan

In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ASCENT zeigte Sacituzumab Govitecan einen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber einer Monochemotherapie nach ärztlicher Wahl (TPC) in der primären Analysepopulation von Patientinnen mit metastasiertem triple-negativen Brustkrebs (mTNBC) in der ≥ 2. Therapielinie ohne bekannte Hirnmetastasen bei Studienbeginn (1) sowie einen Vorteil bei der Lebensqualität (QoL) (2). Nach einer längeren Nachbeobachtungszeit wurden beim ASCO 2022 nun die finalen Daten zu Wirksamkeit (einschließlich Gesamtüberleben (OS)), Sicherheit und QoL präsentiert (3).
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Hämatologie
 5 Min|

Venetoclax + HMA bei älteren, komorbiden AML-Patient:innen auch ambulant sicher einleitbar

Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML), die aufgrund eines höheren Lebensalters und/oder Komorbiditäten nicht für eine intensive Chemotherapie geeignet sind, profitieren von einer Kombination aus dem selektiven BCL-2-Inhibitor Venetoclax und hypomethylierenden Substanzen (HMA) (1). Eine aktuelle Phase-3b-Studie aus den USA, deren Daten bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2022 vorgestellt wurden, konnte nun zeigen, dass eine solche Behandlung auch im ambulanten Setting sicher eingeleitet werden kann. Voraussetzung ist, dass eine Prophylaxe des Tumorlysesyndroms und ein entsprechendes Monitoring durchgeführt werden (2).
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News
 1 Min|

Deutschland Vorreiter bei pflanzlichen Alternativen

Laut Unternehmensangaben hat der Lebensmittelfabrikant Rügenwalder Mühle 2021 zum ersten Mal mehr vegetarische und vegane Produkte als Fleisch verkauft. Während der Umsatz mit Wurst und anderen Fleischerzeugnissen um etwa zwei Prozent zurückging, erhöhten sich die Einnahmen mit Ersatzprodukten um rund 42 Prozent. Obwohl klassische Milch- und Fleischprodukte immer noch bei einem Großteil der Verbraucher:innen im DACH-Raum regelmäßig auf dem Teller, in der Müslischüssel und im Glas landen, konsumieren vor allem die Deutschen mittlerweile immer häufiger Ersatzprodukte.
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Medizin
 3 Min|

Neue Erkenntnisse zu molekularem Risikofaktor und Tumormikroumgebung

Ein interdisziplinäres Team von Forschenden der Thoraxklinik-Heidelberg am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg hat untersucht, wie sich eine seltene Form von Lungenkrebs individuell besser behandeln lässt. Grundlage dafür sind die Identifikation eines molekularen Risikofaktors und die Entschlüsselung der Rolle der immunologischen Tumormikroumgebung.
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Medizin
 2 Min|

Sichelzellkrankheit: Markteinführung von Voxelotor

Nach der Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) im Februar 2022 können Patient:innen mit Sichelzellkrankheit nun auch in Deutschland von der Behandlung einer hämolytischen Anämie mit Voxelotor profitieren. Das Präparat kann als Monotherapie oder in Kombination mit Hydroxycarbamid bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 12 Jahren angewendet werden (1). Während die bis dato verfügbaren Therapien vor allem auf die Linderung der Symptome abzielen, setzt Voxelotor an der molekularen Ursache der seltenen genetischen Erkrankung an (1). Das verschreibungspflichtige Arzneimittel wird 1x täglich oral eingenommen. Die empfohlene Dosis beträgt 1.500 mg (3 Filmtabletten zu je 500 mg).
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Ovarialkarzinom
 3 Min|

Homologe Rekombinationsdefizienz (HRD): Neuer Biomarker beim neu diagnostizierten fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Bisher wurde als prädiktiver Marker für den Einsatz von Substanzen, die gegen Tumorzellen mit Defekten in der homologen Rekombination gerichtet sind, der Nachweis von pathogenen Mutationen der BRCA1/2-Gene genutzt. Inzwischen ist beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom zusätzlich der HRD-Status basierend auf der genomischen Instabilität (GI) relevant – mit entscheidenden Folgen für die individuelle Therapieplanung.
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