VERITAC-2-Subgruppenanalyse: Vepdegestrant zeigt konsistente Wirksamkeit bei ESR1-mutierten Mammakarzinomen
Anika Mifka M.Sc.Eine Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie VERITAC-2 bestätigt die Überlegenheit des oralen PROTAC-Östrogenrezeptor-Degraders Vepdegestrant gegenüber Fulvestrant bei Patient:innen mit ESR1-mutierten, Östrogenrezeptor-positiven, HER2-negativen (ER+/HER2-) fortgeschrittenen Mammakarzinomen. Der Wirksamkeitsvorteil zeigte sich durchgehend über alle klinisch relevanten Subgruppen hinweg, wie beim 48. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) berichtet wurde.
VERITAC-2: Erste Phase-III-Studie eines PROTAC-Degraders
Vepdegestrant ist ein oraler PROTAC (PROteolysis TArgeting Chimera)-Estrogenrezeptor-Degrader. Die VERITAC-2-Studie, die erste Phase-III-Studie eines PROTAC, zeigte eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) mit Vepdegestrant gegenüber Fulvestrant bei Patient:innen mit ER+/HER2- fortgeschrittenem Mammakarzinom, die zuvor mit Hormontherapie (ET) und einem CDK4/6-Inhibitor behandelt wurden und ESR1-Mutationen aufwiesen. Die Subgruppenanalyse untersuchte das PFS bei Patient:innen mit ESR1m in verschiedenen klinisch relevanten Untergruppen.
Vepdegestrant versus Fulvestrant nach CDK4/6-Inhibitor-Therapie
Eingeschlossen wurden Patient:innen (≥18 Jahre) mit ER+/HER2- fortgeschrittenem Mammakarzinom, die eine vorherige Behandlungslinie mit einem CDK4/6-Inhibitor plus ET und ≤1 zusätzliche ET-Linie erhalten hatten (die letzte ET-Linie musste ≥6 Monate vor Krankheitsprogression gegeben worden sein). Patient:innen mit vorheriger Chemotherapie im metastasierten Stadium oder vorherigem Fulvestrant wurden ausgeschlossen. Die Randomisierung (1:1) erfolgte zu Vepdegestrant 200 mg oral einmal täglich oder Fulvestrant 500 mg intramuskulär an den Tagen 1 und 15 von Zyklus 1 und an Tag 1 der nachfolgenden 28-Tage-Zyklen.
Konsistenter Vorteil über alle Subgruppen hinweg
Insgesamt wurden 270 Patient:innen mit ESR1-Mutation zu Vepdegestrant (n=136) oder Fulvestrant (n=134) randomisiert. Das mittlere Alter betrug 60,0 Jahre, 21% der Patient:innen waren prä- oder perimenopauseal, 80% hatten eine vorherige CDK4/6-Inhibitor-Therapie für ≥12 Monate erhalten, 45% hatten Lebermetastasen und 42% eine PIK3CA-, AKT1- oder PTEN-Mutation zum Ausgangszeitpunkt. Übereinstimmend mit der primären Analyse wurde ein Vorteil im PFS durch verblindete unabhängige zentrale Begutachtung (BICR) mit Vepdegestrant gegenüber Fulvestrant über alle vorab festgelegten Subgruppen beobachtet.
Besonders ausgeprägte Wirksamkeit bei längerer CDK4/6-Inhibitor-Vortherapie
Das mittlere PFS in der Gesamtgruppe betrug 5,0 Monate (95%-KI: 3,7-7,4) für Vepdegestrant gegenüber 2,1 Monate (95%-KI: 1,9-3,5) für Fulvestrant, was einer 43%igen Reduktion des Progressionsrisikos entspricht (Hazard Ratio (HR): 0,57; 95%-KI: 0,42-0,77). Bei Patient:innen mit ≥12 Monaten vorheriger CDK4/6-Inhibitor-Therapie war der Vorteil besonders ausgeprägt: mittleres PFS 5,5 gegenüber 2,0 Monate (HR: 0,51; 95%-KI: 0,37-0,73). Auch bei Patient:innen mit Lebermetastasen zeigte sich ein deutlicher Vorteil: 2,2 gegenüber 1,9 Monate (HR: 0,50; 95%-KI: 0,33-0,75).
Analyse unterstützt klinische Behandlungsentscheidungen
Die Autor:innen schlussfolgern, dass Vepdegestrant einen PFS-Vorteil gegenüber Fulvestrant über alle vorab festgelegten, klinisch relevanten Subgruppen von vorbehandelten Patient:innen mit ESR1-mutiertem, ER+/HER2- fortgeschrittenem Mammakarzinom zeigte. Diese Analysen liefern weitere Informationen in wichtigen prognostischen Patientensubgruppen, die klinische Behandlungsentscheidungen für Patient:innen mit ESR1-Mutation unterstützen können.
Quelle:SABCS 2025