Journal Onkologie
SABCS 2025
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PATINA-Subgruppenanalyse: ZNS-Metastasen als klinische Herausforderung

ZNS-Metastasen stellen ein bedeutendes klinisches Problem bei Patient:innen mit HER2+ metastasiertem Mammakarzinom dar. Die Phase-III-Studie PATINA hatte bereits eine verbesserte progressionsfreie Überlebenszeit (PFS) durch Zugabe von Palbociclib zur Erhaltungstherapie mit Anti-HER2- bzw. endokriner Therapie gezeigt (44,3 vs. 29,1 Monate; Hazard Ratio (HR): 0,75; 95%-KI: 0,59-0,96; einseitiger p=0,0109). Präklinische und frühe klinische Daten deuteten nun darauf hin, dass Palbociclib möglicherweise ZNS-Aktivität besitzt, weshalb eine sekundäre Analyse zur Untersuchung der Häufigkeit und des Zeitpunkts einer ZNS-Progression durchgeführt wurde.

Studiendesign der ZNS-Subgruppenanalyse

ZNS-Progression wurde als Auftreten neuer intrakranieller Läsionen gemäß Prüfarztbeurteilung definiert. Eine ZNS-Bildgebung zu Studienbeginn war nicht verpflichtend, aber bei symptomatischen Patient:innen empfohlen. Analysen konkurrierender Risiken untersuchten die Zeit von der Randomisierung bis zur ersten ZNS-Progression oder Tod (ZNS-PFS), wobei Progression außerhalb des ZNS als konkurrierendes Ereignis behandelt wurde. Alle randomisierten Patient:innen wurden in die primäre Analyse eingeschlossen, unabhängig von bekannter ZNS-Beteiligung zu Studienbeginn.

Palbociclib reduziert ZNS-Progression

518 Teilnehmer:innen wurden zwischen Juni 2017 und Juli 2021 eingeschlossen: 261 in die Palbociclib-Gruppe und 257 in die Kontrollgruppe. ZNS-Metastasen zu Studienbeginn lagen bei 11 Patient:innen unter Palbociclib und 9 Patient:innen unter Placebo vor.

ZNS-Progression bei allen randomisierten Patient:innen:

  • Palbociclib: 35 von 261 Patient:innen (13,4%; 95%-KI: 9,5-18,2)

  • Kontrollgruppe: 50 von 257 Patient:innen (19,5%; 95%-KI: 14,8-24,8)

ZNS-Progression nach Ausschluss von Patient:innen mit ZNS-Metastasen zu Studienbeginn:

  • Palbociclib: 32 von 250 Patient:innen (12,8%; 95%-KI: 8,9-17,6)

  • Kontrollgruppe: 47 von 248 Patient:innen (19,0%; 95%-KI: 14,3-24,4)

Anhaltender Benefit über 36 Monate

Die mediane Nachbeobachtungszeit für Patient:innen, die am Leben und progressionsfrei waren, betrug 53,5 Monate. Nach 36 Monaten lag die kumulative Häufigkeit der ZNS-PFS bei 13,4% vs. 19,9% für Palbociclib versus Kontrolle (p=0,0386). Bei der Analyse beschränkt auf Patient:innen ohne ZNS-Erkrankung zu Studienbeginn blieb der ZNS-Vorteil mit Palbociclib erhalten (13,0% vs. 19,2% nach 36 Monaten, p=0,0378). Unter Patient:innen ohne bekannte ZNS-Beteiligung zu Studienbeginn betrug die absolute Reduktion der ZNS-Progression nach 36 Monaten 6,2% zugunsten von Palbociclib. Dieser Vorteil zeigte sich bereits nach 12 Monaten und hielt über 3 Jahre an.

Potenzielle ZNS-Protektion durch Palbociclib

Die Autor:innen schlussfolgern, dass die Zugabe von Palbociclib zur Anti-HER2- und endokrinen Behandlung mit einer geringeren Häufigkeit von ZNS-Metastasen verbunden war. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Palbociclib helfen könnte, eine ZNS-Beteiligung bei HR+/HER2+ metastasiertem Mammakarzinom zu verzögern oder zu verhindern. Der CDK4/6-Inhibitor Palbociclib zeigt damit nicht nur systemische Wirksamkeit in der Erhaltungstherapie, sondern möglicherweise auch protektive Effekte bezüglich der ZNS-Metastasierung.

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Quelle:

SABCS 2025

Literatur:

(1)

Metzger O et al. Central Nervous System Outcomes from the Phase III PATINA Trial (AFT-38). SABCS 2025, #RF4-01.