Journal Onkologie
SABCS 2025
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INSEMA-Studie dokumentiert axilläre Dosisverteilung

Die INSEMA-Studie randomisierte zwischen September 2015 und April 2019 in Deutschland und Österreich Patient:innen bezüglich des SLNB-Verzichts bei einem frühen invasiven Mammakarzinom und brusterhaltender Operation. Das Protokoll sah eine Ganzbrustbestrahlung vor, während eine regionale Lymphknotenbestrahlung nur bei Patient:innen mit vier oder mehr befallenen Lymphknoten zulässig war. Diese sekundäre Analyse umfasst 5.154 Patient:innen aus 108 Strahlentherapie-Einrichtungen. Die Lymphknotenregionen auf der betroffenen Seite wurden nach den standardisierten Definitionen der Radiation Therapy Oncology Group eingeteilt und abgegrenzt.

Höhere axilläre Strahlendosis nach SLNB

Von 5.154 Patient:innen erhielten 4.890 (95,7%) eine postoperative Ganzbrustbestrahlung gemäß INSEMA-Protokoll. Die Mehrheit der Patient:innen (n=2.800, 58,0%) wurde mit 3D-konformaler Strahlentherapie unter Verwendung herkömmlicher Tangentialfelder behandelt, andere Patient:innen erhielten verschiedene moderne intensitätsmodulierte Strahlentherapien. Konventionelle Fraktionierung war häufiger (n=3.163, 66,0%) als moderate Hypofraktionierung (n=1.630, 34,0%). Ein Boost wurde bei 3.807 Patient:innen (74,9%) verabreicht. Die mediane und durchschnittliche Dosis für jedes axilläre Level unterschieden sich signifikant zwischen den Gruppen, mit höheren medianen Dosen in der SLNB-Gruppe im Vergleich zur Nicht-SLNB-Gruppe für Level I (91,4% vs. 86,3%; p<0,001), Level II (37,8% vs. 24,3%; p<0,001) und Level III (5,2% vs. 4,5%; p=0,003).

Unbeabsichtigte axilläre Mitbestrahlung bei über 50% der Patient:innen

Bei über 50% der Patient:innen erreichte die axilläre Region Level I unbeabsichtigt eine mediane Dosis von ≥85% der verschriebenen Brustdosis. Eine regionale Lymphknotenbestrahlung einschließlich supra-/infraklavikulärer und/oder parasternaler Lymphknoten wurde bei 87 (4,0%) Patient:innen mit SLNB gegenüber 5 (0,9%) Patient:innen ohne SLNB durchgeführt (p<0,001). Bei 264 Patient:innen ohne postoperative Strahlentherapie unterschied sich das invasive krankheitsfreie Überleben nicht signifikant zwischen den Gruppen (Hazard Ratio für Nicht-SLNB zu SLNB = 1,43; 95%-KI: 0,75-2,72; p=0,28).

Implikationen für die strahlentherapeutische Praxis

Die Autor:innen schlussfolgern, dass etwa 50% aller INSEMA-Patient:innen eine potenziell therapeutische Dosis in Level I erhielten. Eine höhere unbeabsichtigte axilläre Dosis und ein vermehrter Einsatz regionaler Lymphknotenbestrahlung wurden in der SLNB-Gruppe im Vergleich zu Patient:innen ohne SLNB beobachtet. In der Nicht-SLNB-Gruppe wurde eine regionale Lymphknotenbestrahlung bei weniger als 1% der Patient:innen angewendet. Diese Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis der strahlentherapeutischen Praxis bei der chirurgischen Deeskalation und können zur Optimierung der Behandlungsstrategien beim frühen Mammakarzinom beitragen.

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Quelle:

SABCS 2025

Literatur:

(1)

Hildebrandt G et al. Insights of applied radiotherapy among patients undergoing breast-conserving surgery with or without axillary sentinel lymph node biopsy: secondary results from the INSEMA trial. SABCS 2025, #GS2-03.