Journal Onkologie

Immuntherapie

Unter den modernen Krebstherapien gehören die Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) zu den erfolgreichsten Behandlungsmethoden. Diese Antikörper aktivieren das Immunsystem und versetzen die T-Abwehrzellen wieder in die Lage, Tumorzellen aufzuspüren und zu zerstören. Auch beim klarzelligen Nierenzellkarzinom (ccRCC), der häufigsten Form von Nierenkrebs, ist die Immun-Checkpoint-Hemmung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie wird eingesetzt, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben und eine Operation allein die Krebserkrankung nicht in den Griff bekommen kann. Allerdings ist die Behandlung nicht nur teuer, sondern sie hat auch Nebenwirkungen. Zudem sprechen nicht alle Patient:innen auf die Immuntherapie an. Derzeit gibt es jedoch keine Möglichkeit vorherzusagen, welchen Patient:innen mit ccRCC eine ICI tatsächlich nützen wird.
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Medizin
Neue Immuntherapie bei Eierstockkrebs durch gezielte Proteinblockade

Neue Immuntherapie bei Eierstockkrebs durch gezielte Proteinblockade

Eine besonders aggressive Form von Eierstockkrebs spricht schlecht auf herkömmliche Therapien an und kann sich effektiv vor dem Immunsystem verstecken. Forschenden der Universitätsmedizin Halle ist es nun gelungen, die Mechanismen dieser „Immunflucht" aufzudecken und sie in Zellkulturen sowie im Tiermodell gezielt zu blockieren. In den Versuchen wurden die Krebszellen dadurch wieder für das Immunsystem sichtbar. Die im Nature-Fachjournal Signal Transduction and Targeted Therapy vorgestellte Arbeit eröffnet neue Strategien für die Behandlung von Eierstockkrebs. Aktuell entwickelt und patentiert das Team zudem neue Wirkstoffkandidaten, die noch effektiver und stabiler sein sollen.
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SABCS 2025
Niraparib plus Dostarlimab erreicht 50% pathologische Komplettremission bei BRCA-mutiertem TNBC
SABCS 2025

Niraparib plus Dostarlimab erreicht 50% pathologische Komplettremission bei BRCA-mutiertem TNBC

Die Phase-II-Studie TBCRC 056 zeigt, dass die neoadjuvante Kombination aus dem PARP-Inhibitor (PARPi) Niraparib und dem Anti-PD-1-Antikörper Dostarlimab bei Patient:innen mit BRCA1/2-mutiertem triple-negativem Mammakarzinom (TNBC) eine pathologische Komplettremissionsrate (pCR) von 50% erreicht. Diese chemotherapiefreie Behandlung führte zudem zu einem signifikanten Anstieg der tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TILs), wie beim 48. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) berichtet wurde.
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SABCS 2025
SABCS 2025

Immunonkologie beim frühen Mammakarzinom

Beim diesjährigen San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) wurden neue Erkenntnisse zur Immunonkologie beim frühen Mammakarzinom präsentiert. Dr. Mattea Reinisch, Brustzentrumsleiterin der Universitätsfrauenklinik Mannheim, die in San Antonio selbst ihre Studie zum Einfluss von Checkpoint-Inhibitoren auf die Fertilität präsentierte, berichtet im Video über diese sowie über vielversprechende chemotherapiefreie Behandlungsansätze bei BRCA-mutierten Patient:innen und neue Biomarker zur Risikostratifizierung.
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ASH 2025

CLL: Zeitlich befristete Acalabrutinib-basierte Therapie ist CIT auch bei prognostischen Mutationen in den Endpunkten PFS und TTNT überlegen

Die dreiarmige AMPLIFY-Studie hatte bei Erkrankten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) die Überlegenheit der rein oralen, zeitlich begrenzten Erstlinien(1L)-Therapie mit Acalabrutinib/Venetoclax (AV) +/- Obinutuzumab (AVO) gegenüber einer Chemoimmuntherapie (CIT) gezeigt und zur Zulassung von AV/AVO geführt [1]. Allerdings ist aus der GAIA/CLL13-Studie bekannt, dass bestimmte genetische Faktoren wie ein unmutierter IGHV-Status oder ein positiver NOTCH1-Status auch bei zielgerichteten Therapien mit einem kürzeren progressionsfreien Überleben (PFS) assoziiert sein können [2]. Eine bei der Jahrestagung der American Society of Hematalogy (ASH) 2025 vorgestellte exploratorische Analyse der AMPLIFY-Studie untersuchte nun den Zusammenhang zwischen verschiedenen prognostischen Mutationen und dem klinischen Outcome der Patient:innen hinsichtlich der Endpunkte PFS und „Zeit bis zur nächsten Therapie“ (Time to next treatment, TTNT) vor [3] – mit dem Ziel, zukünftig noch rationalere Therapieentscheidungen treffen zu können.
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Kopf-Hals-Tumoren
Schematische Darstellung eines Nasopharynxkarzinoms
Rezidivierendes oder metastasiertes Nasopharynxkarzinom

Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin als Erstlinientherapie

Das Nasopharynxkarzinom (NPC) ist in Deutschland eine seltene Erkrankung, weltweit hingegen ist es sehr unterschiedlich verbreitet [1]. Mit der zunehmenden Globalisierung und Migration sind auch in deutschen Kliniken mehr Fälle zu erwarten, die ein adäquates Therapiemanagement erfordern [2]. Das NPC ist dabei als eine distinkte Tumor­entität zu begreifen [3]. Es erfordert spezifische therapeutische Behandlungsstrategien, welche sich von denen der übrigen Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region deutlich unterscheiden. In der palliativen Erstlinientherapie des rezidivierenden oder metastasierten NPC ist unter anderem die Kombination aus dem PD-1-gerichteten Checkpoint-Inhibitor Tislelizumab und Gemcitabin/Cisplatin (Gem/Cis) eine zugelassene Option [4-6].
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin Testergebnisse auf einem Tablet-Bildschirm bei einem Termin im Onkologiezentrum erklärt.
Podcastserie O-Ton Onkologie

Langzeit-Nachsorge für junge Krebsüberlebende

Junge Krebsüberlebende im Alter von 15-39 Jahren – die sog. AYAs (Adolescents and Young Adults) – benötigen eine spezifische Nachsorge, da sie nach intensiven Therapien ein erhöhtes Risiko für Langzeitfolgen haben. Dr. Katharina Egger-Heidrich, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Uniklinik Dresden, stellt in dieser Podcast-Folge innovative Betreuungskonzepte und evidenzbasierte Empfehlungen für diese oft vernachlässigte Patientengruppe vor.
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SABCS 2025
Immun-Checkpoint-Inhibitoren können Fertilitätsbeeinträchtigung bei jungen TNBC-Patient:innen verstärken
SABCS 2025

Immuncheckpoint-Inhibitoren können Fertilitätsbeeinträchtigung bei jungen TNBC-Patientinnen verstärken

Die neoadjuvante Chemotherapie (NACT) ist mit einem hohen Risiko für Ovarialversagen bei prämenopausalen Frauen mit Mammakarzinom assoziiert. Eine prospektive Substudie der NSABP B-59/GBG-96-GeparDouze-Studie mit 133 Patientinnen zeigt erstmals, dass die Zugabe von Immuncheckpoint-Inhibitoren (CPI) zur NACT die Rate der Chemotherapie-induzierten Ovarialinsuffizienz (CIOF) bei jungen Frauen mit triple-negativem Mammakarzinom (TNBC) tendenziell erhöht. Die Ergebnisse wurden beim 48. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) präsentiert.
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ASH 2025
ASH 2025

Rezidiviertes/refraktäres follikuläres Lymphom: deutliche Verbesserung des R2-Protokolls

Das rezidivierte oder refraktäre follikuläre Lymphom (RR FL) ist schwierig zu therapieren; abgesehen von einer erneuten Chemoimmuntherapie steht etwa die Kombination aus den CD20-Antikörper Rituximab und dem Immunmodulator Lenalidomid (R2) zur Verfügung. Nach ermutigenden Phase-Ib/II-Daten wurden in der globalen Phase-III Studie EPCORE FL-1 diese Kombination um den bispezifischen CD20xCD3-Antikörper Epcoritamab ergänzt und randomisiert gegen R2 alleine getestet, wie beim Kongress der American Society of Hematology (ASH) 2025 in Orlando berichtet wurde.
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Entitätsübergreifend
Pembrolizumab im Fokus: Was die aktuellen KEYNOTE-Daten zeigen

Pembrolizumab im Fokus: Was die aktuellen KEYNOTE-Daten zeigen

Pembrolizumab steht im Mittelpunkt aktueller onkologischer Entwicklungen. Anhand der Indikationen Melanom, nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) und Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom (HNSCC) zeigen aktuelle KEYNOTE-Studien, wie Checkpoint-Inhibitoren zunehmend auch in frühere Therapielinien integriert werden. Die Daten mit deutlichen Überlebensgewinnen werden als Wendepunkt in der Krebstherapie eingestuft.
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Medizin
Immuntherapie: Pembrolizumab eröffnet erstmals Chance auf Heilung bei fortgeschrittenem Mundhöhlenkrebs

Immuntherapie: Pembrolizumab eröffnet erstmals Chance auf Heilung bei fortgeschrittenem Mundhöhlenkrebs

Unklare weißliche oder rötliche Flecken in der Mundschleimhaut können frühe Warnzeichen für Mundhöhlenkrebs sein – eine Erkrankung, an der in Deutschland laut Zahlen des Robert Koch-Institutes rund 13.000 Menschen jährlich neu erkranken. Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG) weist darauf hin, dass eine neue internationale Studie nun erstmals zeigt, dass der Immuntherapie-Wirkstoff Pembrolizumab auch für Patient:innen mit Mundhöhlenkrebs in fortgeschrittenen Krankheitsstadien Heilungschancen eröffnen kann. Das Medikament ist jetzt für die Therapie lokal begrenzter Tumoren in der Mundhöhle auch zugelassen und wird von den Kassen übernommen. Expert:innen der DGMKG begrüßen die neue Therapieoption.
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Nierenzellkarzinom
Nierenzellkarzinom: Langer Krankheitsverlauf mit guter Lebensqualität
DGU 2025

Nierenzellkarzinom: Langer Krankheitsverlauf mit guter Lebensqualität

Die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren hat sich auch in der Urologie etabliert. Beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom (RCC) ist Nivolumab nach Vortherapie und in der ersten Therapielinie sowohl mit Ipilimumab (intermediäres/ungünstiges Risikoprofil) als auch in Kombination mit Cabozantinib indiziert [1]. Anhand eines fiktiven Patientenfalls zeigte Prof. Dr. Viktor Grünwald, Essen, die kombinierte Tyrosinkinaseinhibitor- und Immuntherapie nach einem langen Krankheitsverlauf.
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Urothelkarzinom
Zwei Hände halten ein plakativ dargestellte Blase.

WGS zur ultrasensitiven ctDNA-Detektion und frühen Rezidiverkennung beim MIBC

Die Analyse zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) etabliert sich zunehmend als Biomarker zur Erfassung der minimalen Resterkrankung (MRD) sowie zur Überwachung des Krankheitsverlaufs. Eine aktuelle dänische Studie prüft nun den bei muskelinvasivem Urothelkarzinom der Harnblase (MIBC) mit dem Ziel, neue Erkenntnisse zum diagnostischen und prognostischen Potenzial dieses Ansatzes zu liefern.
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Kopf-Hals-Tumoren
Perioperative Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren - neue Indikation für Pembrolizumab

Perioperative Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren – neue Indikation für Pembrolizumab

In der Behandlung von lokal fortgeschrittenen, resezierbaren Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich mit PD-L1-Expression (Combined Positive Score ≥ 1) gibt es einen möglichen neuen Therapiestandard: Durch die sowohl neoadjuvante als auch adjuvante Hinzunahme des Checkpoint-Inhibitors Pembrolizumab zur bisherigen Standardtherapie lässt sich das ereignisfreie Überleben (EFS) signifikant verbessern. Auch beim Gesamtüberleben scheint sich ein Vorteil abzuzeichnen.
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Gastrointestinale Tumoren
Therapien der Zukunft in der Onkologie – Früher zielgerichtet und immuntherapeutisch behandeln
DGHO 2025

Therapien der Zukunft in der Onkologie – Früher zielgerichtet und immuntherapeutisch behandeln

Wie die Tumortherapie im Jahr 2030 beim mutierten Kolorektalkarzinom (mCRC), beim Pankreas- und bei biliären Karzinomen aussehen könnte, war das Thema eines Symposiums anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) 2025. Auf den Punkt gebracht: Zielgerichtete und Immuntherapien werden in frühere Therapielinien vorrücken. Außerdem wird es ohne künstliche Intelligenz (KI) nicht gehen.
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ESMO 2025
ESMO 2025

R/M HNSCC: Carboplatin, Paclitaxel und Cetuximab als Zweitlinientherapie nach Fortschreiten der Erkrankung unter Immuntherapie

Auf der Jahrestagung der European Society of Medical Oncology (ESMO) 2025 wurde eine Studie vorgestellt, in der Patient:innen mit rezidiviertem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (R/M HNSCC) eine simultane wöchentliche Gabe von Carboplatin, Paclitaxel und Cetuximab (PTC) als Zweitlinientherapie (2L) nach Krankheitsprogression unter Immuntherapie erhalten hatten [1]. Ziel dieser Analyse war die Beurteilung von Wirksamkeit, Toxizität und Krankheitskontrolle dieser Kombinationstherapie in dieser Patientengruppe.
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ESMO 2025
Hochrisiko-Nierenzellkarzinom: Neoadjuvante Immuntherapie hilfreich?
ESMO 2025

Hochrisiko-Nierenzellkarzinom: Neoadjuvante Immuntherapie hilfreich?

Das lokal fortgeschrittene klarzellige Nierenzellkarzinom wird standardmäßig reseziert, aber das Risiko für die Entwicklung eines Rezidivs oder von Fernmetastasen ist hoch. Die Standardbehandlung umfasst daher derzeit eine zusätzliche adjuvante Immuntherapie mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab, der in der Phase-III-Studie KEYNOTE-564 krankheitsfreies und Gesamtüberleben signifikant verlängern konnte. Da beim malignen Melanom eine neoadjuvante Immuntherapie der adjuvanten überlegen ist, wurden in der randomisierten Phase-II-Studie NESCIO, die beim ESMO-Kongress vorgestellt wurde, drei verschiedene neoadjuvante immuntherapeutische Regimes miteinander verglichen.
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ESMO 2025
ESMO 2025

Myelodysplastisches Syndrom mit hohem Risiko: Neue Wege beschreiten mit Bexmarilimab

Bexmarilimab ist ein experimentelles Immuntherapeutikum, das zur Behandlung des myelodysplastischen Syndroms (MDS) untersucht wird. Es zielt auf den Clever-1-Rezeptor ab, der auf Makrophagen exprimiert wird und das Immunsystem unterdrückt. Während des ESMO-Kongresses 2025 in Berlin wurden die Ergebnisse einer Phase-I/II-Studie mit Bexmarilimab bei Patient:innen mit Hochrisiko-MDS (HR-MDS) vorgestellt, die so überzeugend waren, dass eine Phase-III-Studie in Planung ist [1].
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