Journal Onkologie

Hämatologie | Beiträge ab Seite 56

Überblick

Hämatologie: Komplexes Fachgebiet der Inneren Medizin

Die Hämatologie (von altgriech. haima = Blut und logos = Lehre) ist das medizinische Fachgebiet, welches sich mit Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden und lymphatischen Organe befasst. Als Teilgebiet der Inneren Medizin ist sie eng mit anderen Disziplinen wie der Onkologie, Immunologie, Transfusionsmedizin und Infektiologie vernetzt. Das Spektrum hämatologischer Erkrankungen reicht von häufigen benignen Störungen – etwa Eisenmangelanämie, Thalassämien oder Gerinnungsstörungen wie der von-Willebrand-Erkrankung – bis hin zu malignen Neoplasien wie akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen oder dem Multiplen Myelom. Während unkomplizierte Formen gutartiger Bluterkrankungen oft hausärztlich behandelt werden können, erfordern komplexe oder bösartige hämatologische Erkrankungen die Expertise spezialisierter Fachärzt:innen für Hämatologie und Onkologie [1].
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Hämatologie
 3 Min|

r/r Lymphome: CAR-T-Zell-Therapie füllt therapeutische Lücke

Die standardmäßige Erstlinien-Behandlung von Lymphomen mit R-CHOP zieht oftmals eine rezidivierte oder refraktäre (r/r) Form nach sich. Da frühere Folgetherapien nur sehr wenigen Patient:innen helfen konnten, entstand ein medical need, welcher vergleichsweise effektiv von der CAR-T-Zell-Therapie bedient wird. Wurde sie anfangs nur in späten Therapielinien eingesetzt, so konnte sie sich aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit nunmehr weiter nach vorne schieben, wie Prof. Dr. med. Andreas Mackensen, Uniklinikum Erlangen, konstatierte. 
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Medizin
 3 Min|

Hämophilie: nuklearmedizinische Behandlung verhindert Gelenkzerstörung

Hämophilie ist erblich. Insbesondere schwere Formen der Gerinnungsstörung lösen Blutungen in den Gelenken aus, die zu Entzündungen und Gelenkzerstörung führen, auch schon bei Kindern und Jugendlichen. Um dies zu verhindern, rät der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) zu einer frühzeitigen Radiosynoviorthese (RSO). Voraussetzung für die Therapie ist der Nachweis einer Entzündung der Gelenkinnenhaut durch Kernspintomographie oder Ultraschall oder beides. Hämophiliebehandelnde und Betroffene können sich an das RSO(Radiosynoviorthese)-Exzellenznetz e.V. wenden.
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 6 Min|

Krebs verhindern statt behandeln: Cancer Prevention Graduate School bildet Wissenschaftler:innen in der Krebsprävention aus

Expert:innen schätzen, dass rund 40% aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar wären – ein enormes Potenzial, das derzeit nur unzureichend ausgeschöpft wird. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) setzen sich in strategischer Partnerschaft für die nachhaltige Stärkung der Krebsprävention ein – von der Forschung bis zur Umsetzung in der Praxis. Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines Nationalen Krebspräventionszentrums in Heidelberg. Die Cancer Prevention Graduate School – ein Förderschwerpunktprogramm der Deutschen Krebshilfe – bildet junge Wissenschaftler:innen zu Präventionsexpert:innen aus und fördert den multidisziplinären Austausch. Im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Deutschen Krebskongress 2022 gaben Expert:innen einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten und Forschungsprojekte.
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Medizin
 4 Min|

Brentuximab Vedotin beim Hodgkin-Lymphom: RWE zur Konsoliderung – 6-Jahresdaten in der Erstlinie

Beim diesjährigen ISHL (International Symposium on Hodgkin Lymphoma) wurden aktuelle Real-World-Daten zur Konsolidierung und 6-Jahresdaten zur Erstlinie beim Hodgkin-Lymphom mit Brentuximab Vedotin vorgestellt. Mit dessen EU-Zulassung vor 10 Jahren (1) wurde erstmals ein Antikörper-Drug-Konjugat in die onkologische Therapie eingeführt. Patient:innen mit rezidiviertem / refraktärem Hodgkin-Lymphom haben seitdem mit Brentuximab Vedotin wieder eine Chance auf Heilung, wenn sie eine komplette Remission erzielen (2, 3). Die beim ISHL vorgestellten Real-World-Daten zur Konsolidierung mit Brentuximab Vedotin belegen, dass Wirksamkeit und Verträglichkeit in der Praxis konsistent mit den Ergebnissen der Zulassungsstudie AETHERA sind (4-9). Langzeitdaten der ECHELON-1-Studie über 6 Jahre zeigen mit A+AVD in der Erstlinie im Stadium IV eine Verbesserung des Gesamtüberlebens von 52% gegenüber ABVD bei guter Verträglichkeit (10-12).
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 4 Min|

Forschungsförderpreis „Young Scientists IO“ 2022 verliehen

Die 3 Wissenschaftlerinnen Dr. Dr. med. Franziska Blaeschke und Dr. rer. nat. Dr. med. Kim Melanie Kraus, München, sowie Mariam Elshiaty, Heidelberg, erhielten den Forschungsförderpreis „Young Scientists IO“ anlässlich des 35. Deutschen Krebskongresses (DKK) in Berlin. Die Auszeichnung wird von der BMS Stiftung Immunonkologie alle 2 Jahre für herausragende Forschungsarbeiten im Bereich der Immunonkologie (IO) verliehen.
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Hämatologie
 3 Min|

Hämatologie und Gehirntumoren

In der November-Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE werden einige Aspekte aus der Hämatologie näher beleuchtet. So wird die 2022 neu erschienene 5. Edition der WHO-Klassifikation der hämatologischen Neoplasien vorgestellt. Diese betrifft sowohl den Beitrag zur Therapie der akuten myeloischen Leukämie als auch den Artikel über die Myelodysplastischen Neoplasien, mit denen Sie jeweils 2 CME-Punkte erwerben können. Die Fortbildung zur chirurgischen Therapie von Hirntumoren ist mit weiteren 3 CME-Punkten akkreditiert. Darüber hinaus können Sie sich über geschlechtsspezifische Unterschiedliche in der Krebsprävention sowie über die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Präzisionsonkologie informieren.Hämatologie und Gehirntumoren
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Malignes Melanom
 3 Min|

Metastasiertes Melanom: Double-Checkpoint-Blockade ist der Goldstandard

Die kürzlich vorgestellten 7,5-Jahres-Daten der CheckMate 067-Studie überzeugen durch einen anhaltenden Überlebensvorteil für die Therapie mit den beiden Checkpoint-Inhibitoren  Nivolumab und Ipilimumab: Die Hälfte der damit behandelten Patient:innen überlebt damit langfristig, etwa ein Drittel davon ohne fortschreitende Erkrankung. "Damit ist diese Kombination der Goldstandard beim fortgeschrittenen, nicht resezierbaren Melanom und sollte den Betroffenen als erstes angeboten werden“, betonte Prof. Dr. Carola Berking, Erlangen. 
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Hämatologie
 18 Min|

Myeloische Neoplasien – Neuerungen in der WHO-Klassifikation, IPSS-M

Die WHO-Klassifikation der Tumoren beruht auf klinischen, morphologischen, immunphänotypischen, molekularen und zytogenetischen Daten und ist der anerkannte Standard für die Diagnostik, klinische Forschung und Epidemio­logie von Malignomen. In der 5. Edition der WHO-Klassifikation der hämatologischen Neoplasien erhalten neben klinischen und morphologischen Merkmalen v.a. neue Erkenntnisse aus der Molekulargenetik mit Schwerpunkt auf therapeutisch und prognostisch relevanten Veränderungen eine größere Bedeutung. Die Molekular- und Zyto­genetik wird prominenter – insbesondere die myeloischen Neoplasien werden zunehmend über chromosomale oder molekulare Aberrationen definiert. Bisher war das revidierte Internationale Prognose-Score-System (IPSS-R) der Standard für die Risikostratifizierung der Myelodysplastischen Neoplasien (MDS). Auf ihn folgt der IPSS-M, der somatische Mutationen mitberücksichtigt.
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Hämatologie
 12 Min|

AML: Aktualisiertes Update zu neuen Therapiemöglichkeiten

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine maligne Erkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch eine starke Vermehrung der hochproliferativen klonalen Zellen aus dem Progenitorpool oder seltener dem Stammzellpool. Diese Zellen überwachsen das gesunde Knochenmark. Die Inzidenz der AML steigt mit dem Alter an. Verschiedene zytogenetische und molekulare Aberrationen spielen eine wichtige prognostische und therapeutische Rolle. Das Behandlungsspektrum erstreckt sich von einer intensiven Therapie bzw. allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT) bei bestimmten Patient:innen (auch im höheren Lebensalter) über palliative AML-spezifische Substanzen bis hin zu alleinigen Supportivmaßnahmen. Mittlerweile ermöglicht die genetische Heterogenität der AML eine zielgerichtete Therapie bei immer mehr Patient:innen. Zahlreiche Substanzen mit auf die AML-Biologie gerichteten Wirkmechanismen sind bereits zugelassen bzw. befinden sich in klinischer Erprobung. Eine genaue genetische Zuordnung bei Diagnosestellung wird für eine individualisierte Therapie immer wichtiger.
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Hämatologie
 3 Min|

GvHD: Bei wem wird Ruxolitinib eingesetzt?

Bei welchen Patient:innen ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie wegen einer Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) Ruxolitinib benötigen? Und wie effektiv ist die Behandlung mit Ruxolitinib bei diesen Patient:innen im Praxisalltag? Das wurde jetzt in einer retrospektiven Datenanalyse untersucht, die Dr. Raphael Loisl, Linz/Regensburg, in einem Poster auf dem DGHO-Kongress in Wien vorstellte (1).
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Medizin
 2 Min|

Eine Impfung gegen Krebs?

Ein neuer aus seneszenten Zellen bestehender Impfstoff von Forschenden des Instituto de Investigación Biomédica (IRB) regt das Immunsystem im Kampf gegen Krebs an. Dabei handelt es sich um gestörte Zellen, die sich mit zunehmendem Alter und in Organen, die von chronischen Krankheiten betroffen sind, ansammeln. Sie vermehren sich nicht mehr, verschwinden jedoch auch nicht. Die IRB-Expert:innen haben mit diesen Zellen das Wachstum von Tumoren in experimentellen Modellen von Melanomen und Bauchspeicheldrüsenkrebs signifikant verlangsamt.
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Medizin
 5 Min|

Update ADO 2022: BRAF- / MEK-Inhibitor-Kombinationstherapien beim malignen Melanom

Patient:innen mit einem malignen Melanom im fortgeschrittenen Stadium haben während der letzten 10 Jahre dank moderner Behandlungsoptionen eine deutliche Verbesserung ihrer Überlebensaussichten erfahren. An dieser Entwicklung hat die Etablierung von BRAF- / MEK-Inhibitor-Kombinationstherapien einen maßgeblichen Anteil, wie auf einem interaktiven Satellitensymposium anlässlich des 32. Deutschen Hautkrebskongresses deutlich wurde.
 
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