Journal Onkologie

Dermatologie

Malignes Melanom
Ärztin untersucht ein Muttermal bei einer weißhaarigen Dame
Langzeitüberleben beim Melanom

Nachsorge der Melanom-Survivors

Immer mehr Menschen überleben eine Melanomerkrankung – dank früherer Diagnosen und innovativer Therapien. Doch mit dem wachsenden Kreis der Langzeitüberlebenden entstehen neue Fragen: Wie sieht eine angemessene Nachsorge aus, wenn die Erstdiagnose Jahre zurückliegt? Welche Spätfolgen und chronischen Nebenwirkungen können auftreten? Und wie können Forschung, Rehabilitation und spezialisierte Angebote die Lebensqualität dieser Patient:innen langfristig sichern? Der folgende Beitrag beleuchtet aktuelle Daten zum Langzeitüberleben, stellt Initiativen wie das ADO-Komitee „Survivorship“ und den „Safe Stop Trial“ vor und gibt einen Ausblick auf die Versorgung von Melanom-Survivors in Deutschland.
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Medizin
Markteinführung von Retifanlimab beim fortgeschrittenen Analkarzinom und beim fortgeschrittenen Merkelzellkarzinom

Markteinführung von Retifanlimab beim fortgeschrittenen Analkarzinom und beim fortgeschrittenen Merkelzellkarzinom

Die Europäische Kommission hat Retifanlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patient:innen mit metastasiertem oder inoperablem lokal rezidivierendem Plattenepithelkarzinom des Analkanals (SCAC) zugelassen [1]. Mit der Markteinführung steht der PD-1-Inhibitor zudem als Monotherapie zur Erstbehandlung des metastasierten oder rezidivierenden, lokal fortgeschrittenen Merkelzellkarzinoms (MCC) zur Verfügung. Beide Erkrankungen sind durch eine steigende Inzidenz und einen hohen Therapiebedarf gekennzeichnet.
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Malignes Melanom

Melanom: Vibostolimab plus Pembrolizumab ohne Zusatznutzen in der adjuvanten Therapie

Die Kombination aus Vibostolimab und Pembrolizumab galt als vielversprechender Therapieansatz in der adjuvanten Behandlung des malignen Melanoms. Doch die randomisierte Phase-III-Studie KEYVIBE-010 brachte eine ernüchternde Erkenntnis: Die Zugabe von Vibostolimab zu Pembrolizumab verbessert das rezidivfreie Überleben bei Patient:innen mit reseziertem Hochrisiko-Melanom der Stadien IIB bis IV nicht. Im Gegenteil zeigte die Kombinationstherapie sogar eine Tendenz zu mehr Rezidivereignissen bei gleichzeitig erhöhten Nebenwirkungen. Die Studie wurde vorzeitig beendet, Pembrolizumab als Monotherapie bleibt der Standard in der adjuvanten Therapie.
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Dermatologische Tumoren
Real-World-Erfahrungen mit Cemiplimab bei Patient:innen mit fortgeschrittenem kutanem Plattenepithelkarzinom

Real-World-Erfahrungen mit Cemiplimab bei Patient:innen mit fortgeschrittenem kutanem Plattenepithelkarzinom

Das kutane Plattenepithelkarzinom (cSCC) ist die zweithäufigste Form nicht-melanozytärer Hauttumoren mit zunehmender Inzidenz vor allem bei älteren Patient:innen. Während lokalisierte Tumorformen durch chirurgische Exzision, Kryotherapie oder Radiotherapie erfolgreich behandelt werden können, entwickeln etwa 5% aller cSCC nicht-resezierbare, lokal fortgeschrittene (lacSCC) oder metastasierte Formen (mcSCC), die eine systemische Therapie erfordern. Historisch wurden fortgeschrittene cSCC mit platinbasierten Chemotherapien behandelt, die bei partiellen Ansprechraten von etwa 40% jedoch schlecht toleriert wurden, insbesondere bei älteren und fragilen Patient:innen. Das cSCC ist durch eine hohe Tumurmutationslast und Hochregulation von PD-1/PD-L1 charakterisiert, was die Rationale für eine Immuntherapie liefert. Cemiplimab, ein humaner monoklonaler IgG4-Anti-PD-1-Antikörper, hat die Behandlung verändert. Eine retrospektive Studie untersuchte nun die Wirksamkeit und Sicherheit von Cemiplimab bei älteren Patient:innen mit fortgeschrittenem cSCC unter Real-World-Bedingungen.
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Merkelzellkarzinom
Neoadjuvante Kombinationstherapie zeigt vielversprechende Ergebnisse beim Merkelzellkarzinom

Neoadjuvante Kombinationstherapie zeigt vielversprechende Ergebnisse beim Merkelzellkarzinom

Das Merkelzellkarzinom ist ein seltener und aggressiver Hauttumor mit einem hohen Rezidivrisiko von etwa 40%. Während Checkpoint-Inhibitoren als Erstlinientherapie bei fortgeschrittenen Stadien etabliert sind, könnte die neoadjuvante Immuntherapie zunehmend an Bedeutung gewinnen. Eine aktuelle Phase-II-Studie untersuchte erstmals die Kombination aus dem Tyrosinkinase-Inhibitor Lenvatinib und dem PD-1-Antikörper Pembrolizumab als neoadjuvante Therapie bei resektablem Merkelzellkarzinom. Lenvatinib hemmt unter anderem Rezeptoren für den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) und trägt damit zur Modulation der immunsuppressiven Tumormikroumgebung bei. Die Kombination beider Substanzen hat sich bereits beim fortgeschrittenen Endometrium- und Nierenzellkarzinom bewährt.
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Medizin
Cemiplimab erhält EU-Zulassung zur adjuvanten Behandlung des kutanen Plattenepithelkarzinoms

Cemiplimab erhält EU-Zulassung zur adjuvanten Behandlung des kutanen Plattenepithelkarzinoms

Der PD-1-Inhibitor Cemiplimab hat eine Zulassungserweiterung durch die Europäische Kommission erhalten und ist nun als adjuvante Behandlung erwachsener Patient:innen mit kutanem Plattenepithelkarzinom (CSCC) und hohem Rezidivrisiko nach Operation und Bestrahlung verfügbar [1]. Damit wird die bisherige Indikation von Cemiplimab bei fortgeschrittenem CSCC in Deutschland auf Patient:innen in einem früheren Krankheitsstadium ausgeweitet.
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Hämatologie
ADO 2025

Kutane T-Zell-Lymphome: Real-World-Erfahrung mit Mogamulizumab

Mycosis fungoides (MF) und Sézary-Syndrom (SS) sind zwei Formen der kutanen T-Zell-Lymphome (CTCL). In der offenen, multizentrischen Phase-III-Studie MAVORIC wurde der CCR4-gerichtete monoklonale Antikörper Mogamulizumab bei vorbehandelten MF- und SS-Patient:innen gegen Vorinostat geprüft [1]. Die Zulassungsstudie erreichte ihren primären Endpunkt, eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) mit einer Verdopplung des Medians von 3,1 auf 7,7 Monate (HR: 0,53; 95%-KI: 0,41-0,69; p<0,001). Da Real-World-Daten dem Vorgehen im Alltag entsprechen, sind diese zusätzlichen Informationen sehr wichtig, sagte Prof. Dr. Chalid Assaf, Helios Klinikum Krefeld, und führte Ergebnisse u.a. aus der deutschen MINT-Studie an.
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Merkelzellkarzinom
Merkelzellkarzinom: Studie identifiziert Strategien bei Resistenz gegenüber Immuncheckpoint-Inhibitoren

Merkelzellkarzinom: Studie identifiziert Strategien bei Resistenz gegenüber Immuncheckpoint-Inhibitoren

In einer prospektiven Single-Center-Studie (n = 106) wurden lokale und systemische Salvage-Strategien bei Immuncheckpoint-Inhibitor-resistentem Merkelzellkarzinom (MCC) untersucht. Patient:innen mit erworbener Resistenz hatten im Vergleich zu primär resistenten Verläufen ein signifikant besseres Outcome. Besonders die Kombination aus Immuncheckpoint-Inhibitor und Radiotherapie war mit einem verlängerten krankheitsspezifischen Überleben assoziiert, während Chemotherapie – allein oder kombiniert – keinen Überlebensvorteil zeigte.
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Präsenzveranstaltung
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Garching bei München
Dermatochirurgie

Jahrestagung der DGDC

Vom 10. - 12. Oktober 2025 findet die 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie e.V. (DGDC) in München statt. Mit dem Fokus auf rekonstruktiver Dermatochirurgie, Ästhetik, Histopathologie, Dermatoonkologie und Tumorchirurgie, Lasertherapie sowie auf Phlebologie und Phlebochirurgie bietet der Fachkongress ein umfassendes und vielfältiges Programm.
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Medizin
KI-basierte Hautkrebs-Früherkennung

KI-basierte Hautkrebs-Früherkennung

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend in der Medizin eingesetzt und spielt auch in der Dermatologie eine immer wichtigere Rolle. Während KI-Anwendungen zunächst vor allem in der Forschung etabliert wurden, finden sie inzwischen auch in der klinischen Praxis Anwendung. Durch die Analyse großer Bilddatensätze können Algorithmen klinische und dermatoskopische Aufnahmen mit hoher Genauigkeit klassifizieren. Besonders hilfreich ist dies bei der Beurteilung pigmentierter Läsionen sowie bei der Ganzkörperfotografie mit Risikobewertung auffälliger Hautveränderungen.
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Merkelzellkarzinom
Hohes Progressionsrisiko nach Beendigung der Immuntherapie beim Merkelzellkarzinom

Hohes Progressionsrisiko nach Beendigung der Immuntherapie beim Merkelzellkarzinom

Eine neue Studie mit 105 Patient:innen zeigt erhöhte Rückfallraten beim fortgeschrittenen Merkelzellkarzinom nach Absetzen der Immuntherapie. Erkrankte, die ihre PD-1-Checkpoint-Inhibitor-Behandlung beendeten, hatten nach zwei Jahren eine Progressionsrate von 39% im Vergleich zu nur 14% bei fortgesetzter Therapie. Die Ergebnisse stellen die gängige Praxis des routinemäßigen Therapiestopps nach zwei Jahren in Frage. Besonders Patient:innen ohne komplette Remission zeigten ein deutlich erhöhtes Rückfallrisiko.
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Entitätsübergreifend
Experten auf dem Vision Zero Berlin Summit 2025.
Vision Zero Summit 2025

Gemeinsam gegen vermeidbare Krebstodesfälle

In Deutschland erkranken jährlich ca. 500.000 Menschen neu an Krebs, und rund die Hälfte stirbt daran. Jeder Zweite hat das Risiko, in irgendeiner Form mit Krebs konfrontiert zu werden, meistens ohne jede Vorankündigung. Vor allem eine Krebsdiagnose im Umfeld ist ein emotionaler Schock und spiegelt die eigene Verwundbarkeit wider. Eine Krebserkrankung sollte jedoch nicht einfach als Schicksal hingenommen werden, zumal viele Fälle vermieden werden könnten. Die Initiative „Vision Zero Gemeinsam gegen Krebs“ verfolgt das Ziel, die Krebssterblichkeit entscheidend zu senken – idealerweise auf Null. Auf dem Vision Zero Summit 2025 in Berlin diskutierten Expert:innen, politische Entscheidungsträger:innen, Patientenvertreter:innen, Wissenschaftler:innen und Akteur:innen aus dem Gesundheitswesen über moderne Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen. Dazu gehören u.a. Digitalisierung, moderne Diagnostik, personalisierte Therapien sowie ein gleichberechtigter und breiter Zugang zu Studien.
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Malignes Melanom
3d illustration of aligned cells with one red cell in the middle

Gewebebasierte Risikoprognose beim kutanen Melanom: Neuer Ansatz zur Bewertung der SLNB

Die Wächterlymphknotenbiopsie (sentinel lymphnode biopsy, SLNB) wird in der aktuellen Leitlinie zum Melanom ab einer Tumordicke von 1,0 mm oder ab 0,75 mm bei Hochrisiko-Konstellationen zur Ausbreitungsdiagnostik empfohlen. Trotz des diagnostischen Werts der SLNB zeigen Studien, dass bei korrekt indizierten Patient:innen die Wahrscheinlichkeit für einen Befall mit Tumorzellen unter 20% liegt, besonders bei dünnen Melanomen. Gewebebasierte Genexpressionsprofile (GEP) und Immunhistochemie (IHC) bieten vielversprechende Ansätze zur präziseren Risikostratifikation, um unnötige SLNBs zu reduzieren und Hochrisiko-Patient:innen frühzeitig zu identifizieren. Tests wie der 31-GEP und der Merlin-Assay zeigen, dass sie das Risiko eines Wächterlymphknoten (SLN)-Befalls besser vorhersagen und die Anzahl der SLNBs signifikant senken können. Außerdem wird die adjuvante Therapie mittels Immuncheckpoint-Inhibition bereits ab Stadium IIB/C, somit bei negativen SLNs, durchgeführt. Zusätzlich gewinnen blutbasierte Ansätze wie die Liquid Biopsy an Bedeutung, um die Krankheitserkennung und Therapieüberwachung zu verbessern. Zukünftige und aktuell laufende prospektive Studien sind entscheidend, um diese Tests in die klinische Praxis zu integrieren und die SLNB perspektivisch zu ersetzen.
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