Journal Onkologie

Cisplatin

O-Ton Onkologie Staffel 9
Cisplatin-induzierte Ototoxizität bei Kindern

Cisplatin-induzierte Ototoxizität bei Kindern

Wenn Kinder an Krebs erkranken, stehen Heilung und Überleben im Mittelpunkt – doch was passiert, wenn die lebensrettende Therapie selbst zu bleibenden Schäden führt? Die Cisplatin-induzierte Ototoxizität betrifft jedes zweite Kind unter Chemotherapie und wird oft übersehen, bis irreversible Hörschäden entstanden sind. Diese beginnen schleichend im hochfrequenten Bereich, haben aber dramatische Auswirkungen auf Sprachentwicklung und Schulerfolg. In dieser Folge von O-Ton Onkologie spricht Dr. Astrid Heinl mit Dr. med. Urs Mücke von der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover über Risikofaktoren, neue Präventionsstrategien und warum in der Kinderonkologie nicht nur das Überleben, sondern auch die Lebensqualität zählt.
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Urothelkarzinom
expanda Onkologie 2025

Muskelinvasives Urothelkarzinom: Prof. Anja Lorch zu neuen Standards der perioperativen Therapie

Im Rahmen des Online-Seminars „expanda Onkologie“ am 8. November 2025 präsentierte Prof. Dr. Anja Lorch, Leitende Ärztin und Stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie am Universitätsspital Zürich, aktuelle Entwicklungen bei urogenitalen Tumoren. In diesem Videobeitrag fokussiert sie sich auf das muskelinvasive Urothelkarzinom und stellt wegweisende Studienergebnisse zur perioperativen Therapie vor, die neue Behandlungsstandards für verschiedene Patientengruppen etablieren.
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Kopf-Hals-Tumoren
Schematische Darstellung eines Nasopharynxkarzinoms
Rezidivierendes oder metastasiertes Nasopharynxkarzinom

Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin als Erstlinientherapie

Das Nasopharynxkarzinom (NPC) ist in Deutschland eine seltene Erkrankung, weltweit hingegen ist es sehr unterschiedlich verbreitet [1]. Mit der zunehmenden Globalisierung und Migration sind auch in deutschen Kliniken mehr Fälle zu erwarten, die ein adäquates Therapiemanagement erfordern [2]. Das NPC ist dabei als eine distinkte Tumor­entität zu begreifen [3]. Es erfordert spezifische therapeutische Behandlungsstrategien, welche sich von denen der übrigen Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region deutlich unterscheiden. In der palliativen Erstlinientherapie des rezidivierenden oder metastasierten NPC ist unter anderem die Kombination aus dem PD-1-gerichteten Checkpoint-Inhibitor Tislelizumab und Gemcitabin/Cisplatin (Gem/Cis) eine zugelassene Option [4-6].
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Zervixkarzinom
Schematische Darstellung einer Frau vor schwarzem Hintergrund, Gebärmutter rot dargestellt

Zervixkarzinom in der Schwangerschaft: Zwischen onkologischer Sicherheit und fetalem Schutz

Das Zervixkarzinom ist die häufigste gynäkologische Malignität in der Schwangerschaft und tritt mit einer Inzidenz von 0,44-5,08 pro 100.000 Schwangerschaften auf [1]. Die Betreuung dieser Patientinnen stellt eine besondere interdisziplinäre Herausforderung dar, da therapeutische Entscheidungen stets im Spannungsfeld zwischen onkologischer ­Sicherheit der Mutter und Schutz der fetalen Entwicklung getroffen werden müssen. Screening, Diagnostik und Therapie orientieren sich an etablierten Standards, die an das jeweilige Gestationsalter angepasst werden. Während bei Vorstufen und sehr frühen Stadien ein abwartendes Vorgehen möglich ist, kommen bei fortgeschrittenen Tumoren Platin-basierte Chemotherapien im 2. und 3. Trimenon zum Einsatz [2]. Als Geburtsmodus dient überwiegend die Sectio caesarea [3]. Zur Veranschaulichung wird in diesem Review eine Kasuistik aus unserer Klinik beschrieben, die exemplarisch die Komplexität von Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms in der Schwangerschaft widerspiegelt.
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ESMO 2025
Woman by the window
ESMO 2025

Platin-resistentes Ovarialkarzinom: OS-Vorteil mit Immuncheckpoint-Inhibitor-Regime in der Gesamtpopulation

Beim Platin-resistenten, rezidivierenden Ovarialkarzinom (PROC) erreichen Immuncheckpoint-Inhibitor (Pembrolizumab) + Chemotherapie (Paclitaxel) erstmals in der Gesamtpopulation einer Phase-III-Studie einen signifikanten und klinisch bedeutsamen Vorteil im krankheitsfreien Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu Placebo + Paclitaxel. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) habe soeben einem beschleunigten Zulassungsverfahren für Pembrolizumab in dieser Indikation zugestimmt, sagte Dr. Nicoletta Colombo, Mailand, Italien, auf dem ESMO-Kongress 2025.
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Medizin
Neue Wege in der Therapie: Cisplatin-induzierte Ototoxizität bei Kindern im Fokus

Neue Wege in der Therapie: Cisplatin-induzierte Ototoxizität bei Kindern im Fokus

Hörverlust zählt zu den bekannten Nebenwirkungen der Cisplatin-Therapie. Vor allem Kinder mit soliden Tumoren erhalten häufig Cisplatin und sind dementsprechend oft von einer Cisplatin-induzierten Ototoxizität (CIO) betroffen [1]. Seit Februar 2025 ist mit Natriumthiosulfat das erste und einzige von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassene Präparat zur Vorbeugung von CIO bei Kindern in Deutschland verfügbar [2]. Wie wichtig die Prävention und frühzeitige Intervention bei Hörverlust im Kindesalter ist, um die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu verbessern, betonten Expert:innen im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums.
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d-uo

Stellenwert der Chemotherapie beim mCRPC

Auch heute noch stellt die Taxan-basierte Chemotherapie beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) einen Grundpfeiler der Therapiemöglichkeiten dar, die aber aufgrund potenzieller Toxizität und ähnlicher Ansprechraten wie Inhibitoren des Androgenrezeptor-Signalwegs (ARPI) oft erst in den hinteren Linien der Behandlungskaskaden durch die Therapeuten eingesetzt wird. In einer ersten Auswertung des Prostatakarzinomregisters ProNAT von d-uo fand sich ein Anteil von 30% der Patienten, die eine Chemotherapie erhielten (1).
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Gallengangskarzinom

Aktuelle Möglichkeiten in der Systemtherapie von Cholangiokarzinomen

Intra- und extrahepatische Gallengangskarzinome sowie Karzinome der Gallenblase werden als Cholangiokarzinome (CCA) bezeichnet. Der veraltete Begriff cholangiozelluläres Karzinom (CCC) sollte nicht weiterverwendet werden, da der ausschließliche cholangiozelluläre Ursprung nicht belegt ist. CCA sind nicht nur anatomisch, sondern auch auf molekularpathologischer Ebene sehr unterschiedlich und machen 1% aller bösartigen Tumordiagnosen in Deutschland aus, bei 5.130 Neuerkrankungen im Jahr 2020 (1). Bis 2017 lagen zur Systemtherapie nur 2 positive Phase-III-Studien mit Gemcitabin und Cisplatin in der Erstlinie vor (ABC-02 und BT-22). In den letzten Jahren wurden die Therapiestandards durch Hinzunahme immunonkologischer Antikörper (Durvalumab, Pembrolizumab) und zahlreichen inzwischen auch zugelassenen zielgerichteten Substanzen vor allem in der Zweitlinientherapie (Ivosidenib, Pemigatinib, Futibatinib) erweitert (2), die im Folgenden vorgestellt und bewertet werden.
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Gallengangskarzinom

TRITICC-3-IKF-CLEANDUCT: Unbehandeltes, extrahepatisches Gallengangskarzinom mit Indikation zum Stenting

Die TRITICC-3-CLEANDUCT-Studie ist eine Prüfarzt-initiierte (Prof. Dr. Christoph Roderburg, Universitätsklinikum Düsseldorf und Dr. Dirk Waldschmidt, Uniklinik Köln) offene, einarmige, multizentrische Phase-2a-Studie, welche die Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Behandlung mit Chemotherapie + Durvalumab in Kombination mit wiederholter Radiofrequenzablation (RFA) untersucht.
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Gastrointestinale Tumoren

Aktuelle Therapiestandards bei GI-Tumoren – Pembrolizumab als wichtiger Bestandteil

In der gastrointestinalen (GI) Onkologie spielt Pembrolizumab eine zentrale Rolle. Der monoklonale Anti-PD-1-Antikörper ist dort bei unterschiedlichen Entitäten zur Therapie zugelassen. Auf dem GI Science Slam im Rahmen des ESMO GI in München berichteten Prof. Dr. Sylvie Lorenzen, München, Prof. Dr. Jörg Trojan, Frankfurt, und Prof. Dr. Volker Heinemann, München, über aktuelle Entwicklungen insbesondere biomarkerstratifizierter Ansätze beim Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs (AEG) und beim Magenkarzinom, beim biliären Karzinom sowie beim Kolorektalkarzinom (CRC) und über ihre Erfahrungen beim klinischen Einsatz des PD-1-Inhibitors bei diesen Entitäten.
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Gallengangskarzinom

TOPAZ-1: Langzeitüberlebende gibt es in allen BTC-Subgruppen

Die Immuntherapie zusätzlich zur Chemotherapie hat die Prognose von Patient:innen mit fortgeschrittenem biliärem Karzinom (BTC) verbessert. Im Rahmen der TOPAZ-1-Studie wurde untersucht, welche Patient:innen mit Durvalumab plus Chemotherapie zu den Langzeitüberlebenden gehören. Wie anlässlich des ESMO-GI 2024 in München berichtet wurde, gibt es keine Subgruppe, in der Patient:innen nicht in dieser Weise profitieren können.
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Endokrine Tumoren

NEC und MiNEN: Welche Rolle spielt die Strahlentherapie?

Neuroendokrine Karzinome (NEC) und gemischt neuroendokrine und nicht-neuroendokrine Neoplasien des Gastrointes­tinaltrakts (MiNEN) sind selten. Obwohl sie durch ein aggressives Wachstum und frühe Metastasierung gekennzeichnet sind, befinden sich je nach Lokalisation 30-50% der Patient:innen im lokal begrenzten Stadium, sodass sich die Frage nach der optimalen Lokaltherapie mit dem Ziel der Kuration stellt. Rezente Therapieempfehlungen propagieren den Einsatz multimodaler Konzepte in Form der Radiochemotherapie, eingebettet in eine prolongierte Therapie mit Cisplatin und Etoposid. Gute Gründe sprechen für eine präoperative Gabe, auch um remissionsabhängig und individuell über die Notwendigkeit einer Resektion entscheiden zu können. Zudem ist der klinische Verlauf selbst in der metastasierten Situation nicht immer vorhersehbar schlecht. Dies gilt insbesondere für MiNEN. Längerfristig stabile Situationen sind durch gezielte Behandlung von Metastasen erreichbar. Hier können nicht-invasive stereotaktische Bestrahlungstechniken und die selektive interne Radiotherapie (SIRT) zum Einsatz kommen.
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Kopf-Hals-Tumoren

Individualisierte r/m SCCHN-Behandlung für optimale Ergebnisse

Bei rezidivierten/metastasierten Kopf-Hals-Tumoren (r/m SCCHN) sollte die Therapie zuerst nach Symptomatik und ECOG-Performance-Status, dann nach PD-L1-Expression und schließlich nach Lokalisation stratifiziert werden. Besonders wenn sowohl TPEx (Docetaxel + Cisplatin + Cetuximab)* als auch eine immunonkologische Therapie für die Erstlinie in Frage kommen. PD Dr. Konrad Klinghammer erklärte im Rahmen des 30. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO), dass so die Vorteile der jeweiligen Sequenz optimal genutzt werden könnten.
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Endokrine Tumoren

MiNEN: Herausforderungen im Alltag aus diagnostischer und therapeutischer Perspektive

Gemischt neuroendokrine und nicht-neuroendokrine Neoplasien (MiNEN) wurden früher als gemischte adeno-neuroendokrine Karzinome (MANEC) bezeichnet. MiNEN umfassen eine seltene und heterogene Krankheitsentität, die in der Regel aus einer schlecht differenzierten neuroendokrinen Karzinom- und einer nicht-neuroendokrinen Komponente (meist Adenokarzinom) besteht, wobei per Definition beide Anteile zu mindestens 30% vorliegen müssen. Die Klassifikation von MiNEN orientiert sich an dem malignen Potenzial beider Komponenten und wird in high-, intermediate- und low-grade unterschieden. Dabei hängt die Prognose stark von der aggressivsten Komponente ab, welche häufig das groß- oder kleinzellige neuroendokrine Karzinom (NEC) darstellt. Der diagnostische und therapeutische Algorithmus von high-grade MiNEN ist daher an NEC angelehnt. Gastrointestinale (GI) high-grade MiNEN kommen häufig im Kolon und Magen vor. Das Staging orientiert sich dabei an der Lokalisation des Primärtumors und schließt die Bestimmung der Tumormarker Neuronen-spezifische Enolase (NSE), Chromogranin A (CgA), Carcinoembryonales Antigen (CEA) und Carbohydrat-Antigen 19-9 (CA19-9) zur Verlaufsbeurteilung ein. Eine adjuvante Therapie von high-grade MiNEN nach kurativer Resektion sollte diskutiert werden. Die palliative Systemtherapie wird in Analogie zu NEC durchgeführt und beinhaltet als Erstlinientherapie ein Platin-Derivat + Etoposid und in den nachfolgenden Therapielinien FOLFIRI, Capecitabin + Temozolomid oder ggf. zielgerichtete Therapieansätze, sofern eine molekularpathologische Analyse dafür eine Rationale bietet.
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