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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
09. März 2016

Prostatakarzinom: Bicalutamid zur Salvage-Strahlentherapie verlängert Überleben

Prostatakarzinom-Patienten, die nach radikaler Prostatektomie erhöhte PSA-Werte entwickeln, haben ein besseres Langzeitüberleben, wenn sie während und nach Salvage-Strahlentherapie zusätzlich eine antiandrogene Therapie mit Bicalutamid erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt die Phase-III-Studie NRG Oncology/RTOG 9601, die William U. Shipley auf dem Genitourinary Cancers Symposium 2016 präsentierte (1).

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Frühere Berichte weisen bereits auf eine bessere Kontrolle des Prostatakarzinoms hin, wenn Prostatakarzinom-Patienten zusammen mit der Salvage-Strahlentherapie eine antiandrogene Therapie (AAT) erhalten. Dies bestätigt nun eine Phase-III-Studie (1), in die 761 Patienten mit PT3pN0 oder mit pT2pN0 und positiven Schnitträndern eingeschlossen waren, die nach Prostatektomie erhöhte PSA-Werte entwickelten (0,2-4,0 ng/ml).

Die Patienten wurden randomisiert zu Radiotherapie (RT: 64,8 Gy in 36 Fraktionen à 1,8 Gy) + AAT mit Bicalutamid 150 mg täglich über 24 Monate (n=384) oder RT + Placebo (n=377).

248 Patienten (33%) waren pT2pN0 und 513 pT3pT0. 671 (88%) hatten einen PSA-Nadir von < 0,5 ng/ml nach radikaler Prostatektomie, bei 649 (85%) war der Eingangs-PSA-Wert < 1,6 ng/ml, bei 112 Patienten (15%) lag er zwischen 1,6 und 4,0 ng/ml.

Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 12,6 Jahre. Das 10-Jahres-Gesamtüberleben betrug im RT + AAT-Arm 82% und im RT + Placebo-Arm 78% (HR 0,75; 95% KI: 0,58-0,98) mit einem p-Wert von 0,018 bei einseitigem Test und von 0,036 bei zweiseitigem Test.

Nach 12 Jahren waren 2,3% der Patienten im RT + AAT-Arm am Prostatakrebs gestorben im Vergleich zu 7,5% im RT + Placebo-Arm (p<0,001).

Späte Grad-3- und -4-Toxizitäten waren in beiden Studienarmen vergleichbar. Eine Gynäkomastie war signifikant häufiger unter antiandrogener Behandlung aufgetreten (70% vs. 11%).

Die Schlussfolgerung der Autoren: Eine antiandrogene Therapie mit 1x täglich 150 mg Bicalutamid über einen Zeitraum von 24 Monaten während und nach Salvage-Strahlentherapie verlängert das Gesamtüberleben, reduziert die Inzidenz eines metastasierten Prostatakarzinoms und die Prostatakarzinom-bedingten Todesfälle.

(Clinical trial information: NCT00002874)
http://meetinglibrary.asco.org/content/ 157474-172

(übers. v. Red., as)

Literatur:

(1) Shipley WU et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl 2S; abstr 3).


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