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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. März 2021

Frühzeitige Krankheitskontrolle: mNSCLC-Erstlinientherapie mit Nivolumab + Ipilimumab + begrenzte Chemotherapie

Das Gesamtüberleben (OS) von Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (mNSCLC) kann durch eine Therapie mit Nivolumab (Opdivo®) + Ipilimumab (Yervoy®) zusammen mit einer auf 2 Zyklen begrenzten Chemotherapie im Vergleich zu alleiniger Chemotherapie signifikant verlängert werden. Prof. Dr. Solange Peters, Lausanne, Schweiz, betonte die synergistische Wirksamkeit dieser immunonkologischen (IO) Kombination, die durch die zusätzliche Chemotherapie eine frühzeitige Kontrolle der Erkrankung möglich mache. „Ipilimumab sorgt für die Aktivierung von T-Zellen und Nivolumab ermöglicht ihnen das Erkennen des Tumors. Die duale Blockade erhöht auf diese Weise die Tumor­immunogenität.“
„Neben der Chemotherapie mono, der Immuntherapie mono bei denjenigen mit PD-L1 > 50% und der IO/Chemotherapie-Kombination steht nun als 4. Erstlinienoption für das mNSCLC die duale Immuntherapie mit begrenzter Chemotherapie für die Patienten zur Verfügung“, sagte Peters. Mit der im November 2020 zugelassenen Kombination nähere man sich weiter der auf den individuellen NSCLC-Patienten zugeschnittenen Erstlinientherapie. „Nivolumab + Ipilimumab + begrenzte Chemotherapie kommt für diejenigen mNSCLC-Patienten in Frage, die nicht zu fragil sind, keine onkogenen Alterationen und eine PD-L1-Expression < 50% haben“, erläuterte Peters.
CheckMate 9LA: Studienergebnisse
Prof. Dr. Martin Reck, Großhansdorf, stellte die Ergebnisse der CheckMate 9LA-Studie vor (1). Die Studie schloss NSCLC-Patienten in Stadium IV und mit Rezidiv ein, die weder eine EGFR-Mutation noch eine ALK-Alterationen aufwiesen. Der Allgemeinzustand der Patienten war gut (ECOG-Performance-Status 0-1). Der primäre Endpunkt, das OS, verlängerte sich signifikant auf 15,6 Monate vs. 10,9 Monate unter Chemotherapie (4 Zyklen, optional Pemetrexed-Erhaltungstherapie) allein. Stratifiziert wurde nach Histologie (squamös vs. nicht-squamös) und nach dem PD-L1-Status.

Das mediane OS lag bei den nicht-squamösen Patienten im Kombinationsarm bei 17,0 Monaten vs. 11,9 Monate im Chemotherapie-Arm (HR=0,69). Bei den squamösen Patienten betrug das mOS 14,5 Monate vs. 9,1 Monate (HR=0,62). „Die Hazard Ratios waren bei PD-L1 < 1% und PD-L1 ≥ 1% in CheckMate 9LA fast identisch“, sagte Reck. „Das Besondere an dieser Studie ist, dass man sehr früh einen positiven Effekt der Therapie erkennen konnte, unabhängig vom Grad der PD-L1-Expression oder der Tumorhis­tologie.“ Das progressionsfreie Überleben (PFS), sekundärer Endpunkt, lag median bei 6,7 Monaten vs. 5,0 Monate im Kontrollarm.

„Die Langzeitwirksamkeit muss in künftigen Studienergebnissen analysiert werden“, merkte Reck an. Die Dauer des Ansprechens (DoR) betrug 11,3 Monate vs. 5,6 Monate, die objektive Ansprechrate lag bei 38%. Die Krankheitskontrollrate (DCR) betrug 84% vs. 76% im Kontrollarm.
Konsistentes Sicherheitsprofil
Nivolumab wurde in einer Fixdosis von 360 mg alle 3 Wochen und Ipilimumab 1 mg/kg Körpergewicht alle 6 Wochen gegeben. Das Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie + 2 Zyklen Platin-basierte Chemotherapie (in Woche 1 und 4) entsprach dem der einzelnen Substanzen. Die behandlunsgbezogenen uner­wünsch­ten Wirkungen (TRAEs) von Grad 3 und 4 lagen bei 16% vs. 5%. „Es gab im Kombinationsarm nur wenig hämatologische Toxizität, was sich vermutlich auf die Begrenzung auf nur 2 Zyklen Chemotherapie im Gegensatz zum Kontrollarm zurückführen lässt“, sagte Reck. Haut- und gastrointestinale Nebenwirkungen waren die häufigsten immunassoziierten uner­wünschten Wir­kungen, konnten aber mit Steroiden gut kontrolliert werden. „Wichtig ist, dass der Patient vor allem am Anfang während der Chemotherapie-Gabe gut gemonitort wird“, betonte Reck.

(ab)

Quelle: Symposium im Rahmen des „Asklepios Krebskongress Hamburg 2021“, 11.02.2021; Veranstalter: BMS

Literatur:

(1) Paz-Ares L et al. Lancet 2021;22:198-211.


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