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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Mai 2020 mCRPC: Überlebensvorteil von Cabazitaxel vs. zweite ARTA-Therapie

Hinsichtlich der medikamentösen Behandlung des kastrationsresistenten metastasierten Prostatakarzinoms (mCRPC) konnten in den vergangenen Jahren durch neue Therapieoptionen enorme Fortschritte erzielt werden, sodass die Patienten heute deutlich länger leben als noch vor 20 Jahren. „Die Fülle der Behandlungsmöglichkeiten in der metastasierten Situation hat extrem zugenommen“, bestätigte auch Prof. Dr. Gunhild von Amsberg, Hamburg. So gilt Cabazitaxel (Jevtana®) nach Nicht-Ansprechen auf Docetaxel als maßgebliche lebensverlängernde Therapieoption. Der Überlebensvorteil von Cabazitaxel im Vergleich zu einer zweiten gegen den Androgenrezeptor gerichteten (ARTA, androgen receptor targeted agents) Therapie konnte in der CARD-Studie nachgewiesen werden.
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Beim metastasierten Prostatakarzinom werden aufgrund der guten Verträglichkeit häufig die Androgenrezeptor (AR)-gerichteten Medikamente Abirateron und Enzalutamid eingesetzt. Beim Einsatz des zweiten ARTA kommt es durch Kreuzresistenzen allerdings zu einem deutlichen Effektivitätsverlust. Bisherige Studienergebnisse hatten bereits darauf hingewiesen, dass Patienten oft nur unzureichend auf eine zweite ARTA-Therapie ansprechen.

In der prospektiven, multizentrischen Open-label-Studie CARD wurden die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cabazitaxel im Vergleich zu Abirateron und Enzalutamid bei Patienten mit mCRPC, die mit Docetaxel behandelt worden waren und bei denen es unter ARTA innerhalb eines Jahres zu einer Progression gekommen war, untersucht.
Ergebnisse der CARD-Studie
255 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen und erhielten randomisiert entweder Cabazitaxel 25 mg/m2 i.v. alle 3 Wochen oder Abirateron (1.000 mg/d oral) bzw. Enzalutamid (160 mg/d oral) + jeweils 10 mg Prednison/Prednisolon. Einschlusskriterium war die Diagnose mCRPC mit Progress (≤ 12 Monate) unter einer ersten ARTA-Therapie (Abirateron oder Enzalutamid) vor oder nach Docetaxel. Es zeigte sich, dass Cabazitaxel den primären Studienendpunkt – das radiographische progressionsfreie Überleben (rPFS) – im Vergleich zur zweiten ARTA-Therapie mehr als verdoppelte (8,0 vs. 3,7 Monate; HR=0,54; p<0,001). Zudem ergab sich ein statistisch signifikanter medianer Überlebens (OS)-Vorteil mit einer relativen Reduktion des Sterberisikos im Cabazitaxel-Arm um 36% gegenüber dem ARTA-Kollektiv (HR=0,64; p=0,008). Unter Cabazitaxel traten nicht mehr Nebenwirkungen Grad ≥ 3 auf als unter der Behandlung mit ARTA.
Fazit
Die Daten der CARD-Studie untermauern, dass Cabazitaxel der zweiten ARTA-Therapie bezüglich rPFS und OS signifikant überlegen und zudem eine wirksame und gut handhabbare Therapieoption ist. Obwohl ca. ein Drittel der Patienten im ARTA-Arm anschließend Cabazitaxel erhält, kann der Überlebensnachteil nicht aufgeholt werden, betonte von Amsberg. Cabazitaxel ist darüber hinaus auch von Vorteil in den lebensqualitätsrelevanten Endpunkten Schmerzreduktion und Zeit bis zu einem symptomatischen skelettalen Ereignis. Bei Chemotherapie-fitten Patienten sollte Cabazitaxel frühzeitig nach Docetaxel-Versagen eingesetzt werden, empfahl von Amsberg abschließend.

(ah)

Quelle: Fachpresse-Workshop „11. Expertise Prostata“, DKK, 18.02.2020, Berlin; Veranstalter: Sanofi Genzyme


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