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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Mai 2020 Immuntherapie in der Neoadjuvanz beim TNBC

Beim triple-negativen Mammakarzinom (TNBC) wächst die Evidenz einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren, nachdem dieser Wirkmechanismus beim Mammkarzinom zuvor „noch nicht so recht angekommen“ war, konstatierte Prof. Dr. Peter Fasching, Erlangen. Beim TNBC sind Studien zum Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren sowohl in der Erstlinie als auch in der Neoadjuvanz vielversprechend. In letzterer setzte insbesondere die Keynote-522-Studie neue Maßstäbe.
Laut neueren Forschungen hat das TNBC innerhalb der verschiedenen Subtypen des Mammakarzinoms die meisten Interaktionen mit den Immunzellen des Microenvironments (1). Dies bestätigte u.a. die IMpassion130-Studie beim metastasierten oder inoperablen TNBC (mTNBC) in der Erstlinie. Dabei konnte ein Checkpoint-Inhibitor + nab-Paclitaxel einen signifikanten Benefit im progressionsfreien Überleben (PFS) gegenüber der Chemotherapie alleine erzielen – allerdings nur, wenn die Immunzellen PD-L1-positiv waren (2).

Der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®), führte Fasching weiter aus, konnte in der Keynote-119-Studie beim mTNBC mit 1 oder 2 Vorbehandlungen als Monogabe gegenüber einer Chemotherapie (Cabecitabin, Eribulin, Gemcitabin, Vinorelbin) bereits bei einem hohen PD-L1-Score (CPS ≥ 10 und ≥ 20) einen tendenziellen Vorteil – allerdings ohne Signifikanz – erreichen (3).

Pembrolizumab in Neoadjuvanz signifikant überlegen
Für „großes Aufsehen“ sorgte laut Fasching die neoadjuvante Studie Keynote-522. Hier wurden beim frühen, noch nicht metastasierten TNBC in der Neoadjuvanz im ersten Arm Carboplatin und Paclitaxel verabreicht (n=201), im zweiten Arm erhielten die Patientinnen zusätzlich Pembrolizumab (n=401).

Der primäre Endpunkt einer pathologischen Komplettremission (pCR) wurde im Pembrolizumab-Kollektiv von 64,8% der Patientinnen erreicht, unter Chemotherapie alleine von 51,2% (p=0,00055). Die pCR war definiert als ypT0/Tis ypN0 (d.h. es liegen keine invasiven Resttumoren in Brust und Lymphknoten vor) (4).

Effektivität korreliert mit PD-L1-Expression
In einer frühen Interimsanalyse lag das ereignisfreie Überleben (EFS) im Pembrolizumab/Chemotherapie-Arm bei 91,3% gegenüber 85,3% in der Chemotherapie-Gruppe. Das Delta war zu diesem frühen Zeitpunkt „formell noch nicht statistisch signifikant“.

In einer Subgruppenanalyse nach Maßgabe der Quantität der PD-L1-Expression gab es ein geringeres Ansprechen (pCR) bei einem CPS < 1, und zwar in beiden Kollektiven. „Auch die reine Chemotherapie war hier weniger wirksam.“ Der Anstieg der Effektivität beider Behandlungsoptionen stieg korrelativ mit der Zunahme der PD-L1-Expression an. Die pCR-Raten für CPS ≥ 1 betrugen 68,9% vs. 54,9%. Bei einem CPS ≥ 10 waren es 77,9% vs. 59,8%, und schließlich bei CPS ≥ 20 erzielten 81,7% gegenüber 62,5% eine pCR, jeweils zugunsten der Pembrolizumab-Kohorte (5). Die Nebenwirkungen stimmten mit denen früherer Studien überein.

Reimund Freye

Quelle: Symposium „Was gibt es Neues bei Mammakarzinom und gynäkologischen Tumoren“, DKK, 20.02.2020, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Denkert C et al. Lancet Oncol 2018;19(1):40-50.
(2) Emens LA et al. SABCS 2018; Abstract GS1-04.
(3) Cortes J et al. ESMO 2019; Abstract LBA21.
(4) Schmid P et al. ESMO 2019; Abstract LBA8_PR.
(5) Schmid P et al. SABCS 2019; Abstract GS3-03.


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