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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
14. November 2020

Fortgeschrittenes SCLC: PFS durch Kombinationstherapie mit Durvalumab verlängert

Durch die Erweiterung der Zulassung von Durvalumab (Imfinzi®) für die Erstlinientherapie von Erwachsenen mit fortgeschrittenem kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC-ED) steht seit August 2020 eine neue Immuntherapie zur Verfügung, die einen signifikanten Vorteil für das Gesamtüberleben (OS) bietet. Zudem konnte erstmals eine Verbesserung im progressionsfreien Überleben (PFS) über 2 Jahre nachgewiesen werden. Der Checkpoint-Inhibitor ­Durvalumab wird zusammen mit einer Chemotherapie (Etoposid + Carboplatin oder Cisplatin) eingesetzt, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Durvalumab.
Das SCLC, das etwa 16% der Lungenkarzinome ausmacht, gehört zu den sehr aggressiven Malignomen und geht mit einer schlechten Prognose einher. „5 Jahre nach Diagnosestellung leben nur noch knapp 9% der Frauen und 6,5% der erkrankten Männer, und daran hat sich seit langem nichts geändert“, sagte Prof. Dr. Christian Grohé, Berlin.

Die Zulassungserweiterung fußt auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie CASPIAN, die für Durvalumab + Chemotherapie einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil gegenüber der alleinigen Chemotherapie mit Etoposid und Platin (EP) in der Erstlinienbehandlung des SCLC zeigen konnte. Nach 24 Monaten Therapie waren noch 22% der Patienten der Durvalumab-Gruppe am Leben (OS: 22,2% vs. 14,4%). „Das sind Überlebenszeiten, die wir beim fortgeschrittenen SCLC bislang nicht kannten“, betonte Grohé. Der Überlebensvorteil war nicht davon abhängig, ob Carboplatin oder Cisplatin eingesetzt wurde und bestand auch für alle untersuchten Subgruppen.

Im sekundären Endpunkt PFS zeigte sich der Durvalumab-Arm ebenfalls überlegen: Nach 24 Monaten unter Durvalumab + EP waren fast 4x mehr Patienten progressionsfrei als unter EP allein (11% vs. 2,9%).

Auch in Hinblick auf die Lebensqualität und auf die Symptomlinderung profitierten die Patienten von der Kombination, berichtete PD Dr. Niels Reinmuth, München-Gauting. Gegen Appetitverlust, Müdigkeit, Schmerzen, Husten und Dyspnoe erwies sich die Kombination als signifikant wirksamer im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie bei vergleichbarer Verträglichkeit. Die Abbruchrate wegen Nebenwirkungen war in beiden Therapiearmen gleich (9% bei EP allein, 10% bei EP + Durvalumab). Durch das 4-wöchige Therapieintervall bei Durvalumab in der Erhaltungstherapie gewinnen die Patienten zudem etwas mehr Normalität und Flexibilität im Vergleich zum 3-wöchigen Chemotherapie-Rhythmus.

Da keine signifikante Interaktion des Überlebens mit der PD-L1-Expression zu beobachten war, ist beim SCLC – anders als beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) – eine PD-L1-Testung nicht indiziert. Durvalumab ist bereits seit September 2018 zugelassen als bisher einzige Immuntherapie beim NSCLC im Stadium III nach Platin-basierter Radiochemotherapie für Patienten, deren Tumoren eine PD-L1-Expression > 1% aufweisen.

Dr. Barbara Voll

Quelle: Zoom-Webkonferenz „Zulassungserweiterung von IMFINZI® für ED-SCLC: Verbesserte (Über-) Lebensperspektive für Patienten in der Erstlinientherapie“, 30.09.2020; Veranstalter: AstraZeneca


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