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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

14. November 2020 Erstlinientherapie beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom

H. Rexer, AUO Geschäftsstelle, Seestr. 11, 17252 Schwarz, Prof. Dr. M. Retz, Organgruppensprecherin der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebs-gesellschaft e.V., Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin, PD Dr. M. Kramer, Leiter der klinischen Prüfung (LKP) in Deutschland, Universitätsklinikum Lübeck, Klinik für Urologie, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck.

Eine randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab (MK-3475) in Kombination mit Lenvatinib (E7080/MK-7902) gegenüber Pembrolizumab und einem Placebo als Erstlinientherapie für Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom, die für eine Cisplatin-basierte Therapie nicht geeignet sind und deren Tumoren PD-L1 exprimieren, sowie für Patienten, die für eine Platin-basierte Therapie nicht geeignet sind – unabhängig von der PD-L1-Expression (LEAP-011 – AB 68/18 der AUO).
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Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom, die für eine Cisplatin-basierte Therapie nicht geeignet sind, können mit der Kombination Gemcitabin/Carboplatin behandelt werden. Wenn zusätzlich ein PD-L1-positiver Tumorstatus besteht, können alternativ auch die Checkpoint-Inhibitoren Atezolizumab oder Pembrolizumab gewählt werden. In der vorliegenden Studie soll geprüft werden, ob die Wirksamkeit von Pembrolizumab durch die Kombination mit Lenvatinib verbessert werden kann – unter Beibehaltung einer guten Verträglichkeit.

Es können 2 Patientengruppen eingeschlossen werden:
•    Erstlinientherapie für Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom, die für eine Cisplatin-basierte Therapie nicht geeignet sind und deren Tumoren PD-L1 exprimieren.
•    Erstlinientherapie für Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom, die für eine Platin-basierte Therapie nicht geeignet sind, unabhängig von der PD-L1-Expression.

In der Phase-III-Studie werden beide Patientengruppen 1:1 randomisiert in Arm 1 mit der Kombination aus Pembrolizumab (200 mg i.v. q3w für 2 Jahre/35 Zyklen) und Lenvatinib (20 mg qd p.o.) und in Arm 2 mit der Kombination aus Pembrolizumab (200 mg i.v. q3w für 2 Jahre/35 Zyklen) und Placebo (qd p.o.). In dieser Studie werden die Patienten stratifiziert nach PD-L1-Status, ECOG-Performance-Status sowie Eignung für Platin-haltige und nicht-Platin-haltige Therapie.
 
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.


Primäres Ziel der Studie ist das progressionsfreie Überleben (PFS). Als sekundäre Ziele werden die objektive Ansprechrate gemäß RECIST 1.1 durch BICR, die Sicherheit und Verträglichkeit der Therapie, die Dauer des Ansprechens, die Krankheitskontrollrate und die Lebensqualität der Patienten ausgewertet.
 
Tab. 1: Teilnehmende Zentren für Patientenzuweisungen.
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Tab. 1: Teilnehmende Zentren für Patientenzuweisungen.


In der internationalen Studie sollen ca. 694 Patienten eingeschlossen werden, davon etwa 24 Patienten in 8 deutschen Zentren (Abb. 1). Kontaktdaten für Patientenzuweisungen finden sich in Tabelle 1. Im Folgenden sind die wichtigsten Ein- und Ausschlusskriterien für die Vorauswahl für geeignete Studienpatienten aufgelistet.

Einschlusskriterien
•    Radiologisch vom Prüfarzt bestimmtes Fortschreiten der Erkrankung gemäß RECIST 1.1
•    Erstlinientherapie für Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom, die entweder für eine Cisplatin-basierte Therapie nicht geeignet sind (gemäß medizinischer Kriterien) oder nach Meinung des Prüfarztes generell Platin-ungeeignet sind (gemäß medizinischer Kriterien), unabhängig von der PD-L1-Expression

Ausschlusskriterien
•    Patienten, die für eine Cisplatin-basierte Therapie in der Erstlinie geeignet sind
•    Tumor mit neuroendokriner oder kleinzelliger Komponente
•    Vorgeschichte einer gastrointestinalen Erkrankung oder Maßnahme, die nach Meinung des Prüfers die Absorption der oralen Medikation beeinträchtigen könnte
•    Vorbestehende gastrointestinale oder nicht-gastrointestinale Fistel ≥ Grad 3
•    Vorherige Gabe von Lenvatinib (Monotherapie oder Kombination mit PD-1/PD-L1-Inhibitor) oder Teilnahme an einer Studie zu Lenvatinib zum Blasenkarzinom, unabhängig von der erhaltenen Therapie

Leiter der klinischen Studie (LKP) ist PD Dr. Mario Kramer; seine Aufgaben liegen in der medizinischen Durchführung der Studie, der Abwägung von Nutzen-Risiko der Studie und Umsetzung des Prüfplans in ärztlichen Belangen. Er ist Ansprechpartner für Ethikkommission und Behörden und ist zuständig für die abschließende ärztliche Bewertung der Ergebnisse. Sponsor der Studie ist MSD SHARP & DOHME GMBH, Haar. Die Studie ist unter der Nummer NCT03898180 bei clinicaltrials.gov registriert.


Weitere Details zur Studie unter www.med4u.org/17802

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