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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
03. August 2017

Abirateron neuer Therapiestandard beim metastasierten Hormon-sensitiven Prostatakarzinom?

LATITUDE-Studie
Die zusätzliche Gabe von Abirateronacetat zusätzlich zur Androgendeprivationstherapie (ADT) verlängert des Gesamtüberleben (OS) sowie das radiographische progressionsfreie Überleben signifikant im Vergleich zu ADT alleine – und zwar bei weniger Nebenwirkungen als bei dem derzeitigen Therapiestandard ADT plus Docetaxel.
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Dieses Ergebnis der LATITUDE-Studie (1) wird nach Ansicht führender Experten dazu führen, dass die Kombination aus dem Androgen-Biosysnthese-Hemmer Abirateronacetat und ADT der neue Therapiestandard bei Patienten mit metastasiertem Hormon-sensitiven Prostatakarzinom sein wird. An der LATITUDE-Studie nahmen insgesamt 1.199 Männer mit neu diagnostiziertem metastasierten Hormon-sensitiven Prostatakarzinom mit hohem Risiko teil. Jeweils die Hälfte erhielt Abirateronacetat zusätzlich zu ADT bzw. ADT alleine. Abirateronacetat hemmt die Androgenproduktion nicht nur in den Hoden, sondern auch in den Nebennieren und im Tumorgewebe. Um potentielle mineralkortikoide Nebenwirkungen zu reduzieren, wurde Abirateronacetat mit niedrig dosiertem Prednison kombiniert.

Die Ergebnisse: Abirateron plus Prednison im Kombination mit ADT verlängerte das mediane OS (mOS) gegenüber ADT alleine signifikant. Das Sterberisiko reduzierte sich um 38%. Während das mOS im Kontrollarm 34,7 Monate betrug, war es im Abirateron-Arm zum Zeitpunkt der Auswertung nach 42 Monaten noch nicht erreicht. Hinsichtlich der radiographischen Progression oder Tod betrug die Risikoreduktion 53%. Auch in Bezug auf alle sekundären Endpunkte wurden signifikante Verbesserungen beobachtet. Diese umfassten die Zeiten bis zur PSA-Progression, bis zur Schmerzprogression, bis zu einem symptomatischen skelettalen Ereignis, bis zur Chemotherapie und bis zu einer weiteren Therapie des Prostatakarzinoms. Die Raten an Grad-3-Hypertonie und Hypokaliämie waren in der Abirateron-Gruppe höher als in der Placebo-Gruppe. Beide sind gut behandelbar. Bislang nicht bekannte Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Anne Benckendorff

Quelle: Post-ASCO-Presseworkshop „Janssen in der Onkologie: Aktuelle Daten vom ASCO zum Einsatz von Abirateronacetat in der Therapie des Prostatakarzinoms“ am 21.06.2017, Frankfurt Main; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Fizazi K et al. N Engl J Med 2017; doi: 10.1056/NEJMoa1704174.


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