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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Oktober 2019 Studies of Special Interest

In dieser Ausgabe sind die Studien "FIGHT FPA144-004-Studie" zu Magenkarzinom und AEG sowie "GAIN-Studie" bei biliären Karzinomen unsere Studies of Special Interest.
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Pflichttext
Magenkarzinom und AEG: FIGHT FPA144-004-Studie

Bei der FIGHT FPA144-004-Studie handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Phase-III-Studie mit FPA144 (Bemarituzumab) und modifiziertem FOLFOX6 bei zuvor unbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem metastasierten Magenkarzinom oder Tumoren des gastroösophagealen Übergangs (AEG).

Geprüft wird die Wirksamkeit von FPA144 + mFOLFOX6 gegenüber Placebo + mFOLFOX6 bei Patienten mit FGFR2-selektierter Erstliniensituation. Für das Pre-Screening ist ein FGFR2b-Überexpressionstest erforderlich, determiniert bei IHC mit Nachweis der Überexpression von FGFR2b und/oder eines ctDNA-Blutassays mit Nachweis der FGFR2 (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 2)-Genamplifikation. Die Amplifikation von FGFR2 wurde kürzlich als Marker mit prognostischer Bedeutung bei Patienten mit Magenkarzinom identifiziert: Patienten mit FGFR2-Genamplifikation scheinen eine schlechtere Prognose zu haben, was darauf hindeutet, dass die Hemmung von FGFR2 eine wichtige Zielstruktur sein könnte. FPA144 ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper gegen den humanen FGFR2b-Rezeptor, der die FGF-Bindung an den Rezeptor blockiert. Der Einsatz von FPA144 in Kombination mit SOC-Chemotherapie bei Patienten mit Magenkarzinom, deren Tumoren Veränderungen von FGFR2 aufweisen, bietet somit einen vielversprechenden Ansatz.

Details zur Studie auf www.med4u.org/15666 (NCT03694522)



Biliäre Karzinome: GAIN-Studie

Derzeit stellt die vollständige chirurgische Resektion die einzige potenziell kurative Behandlungsoption von Gallengangs- und Gallenblasenkarzinomen dar. Bereits die Hälfte aller Patienten zeigt zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine nicht mehr resezierbare Krankheit und selbst bei potenziell kurativen Patienten beträgt das 5-Jahres-Gesamtüberleben nach kurativ intendierter Resektion nur 20-40%.

Ziel der GAIN-Studie zur perioperativen Systemtherapie bei biliären Karzinomen ist es, zu untersuchen, ob eine Induktionschemotherapie mit anschließender radikaler Resektion (und wenn möglich postoperativer Chemotherapie) beim Gallenblasen-/Gallengangskarzinom das Gesamtüberleben verlängert – im Vergleich zur sofortigen alleinigen radikalen Operation. Im Rahmen der Studie werden geeignete Patienten mit entweder erfolgter Cholezystektomie, Zufallsbefund Gallenblasenkarzinom (90% aller kurativen Gallenblasenkarzinome) und dann erforderlicher leitliniengerechter radikaler Nachresektion oder kurativ resezierbare Gallengangskarzinome (extra- und intrahepatisch) eingeschlossen und randomisiert entweder in die Gruppe der perioperativen Chemotherapie (Arm A) oder in die Gruppe der sofortigen Operation +/- adjuvante Chemotherapie (Investigators Choice) (Arm B). Im experimentellen Arm A wird eine neoadjuvante Chemotherapie mit Gemcitabin + Cisplatin über 3 Zyklen präoperativ verabreicht, gefolgt von der radikalen Leberresektion und Lymphadenektomie. Nach der radikalen Tumorresektion werden erneut 3 Zyklen postoperative Chemotherapie im experimentellen Arm verabreicht.

Details zur Studie auf www.med4u.org/15667 (NCT03673072)



Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF)
Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran, UCT – Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen Frankfurt, Krankenhaus Nordwest gGmbH, Steinbacher Hohl 2-26, 60488 Frankfurt/Main, Tel.: 069/7601-4420, E-Mail: info.ikf@khnw.de, http://www.ikf-nordwest.de/home.html

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