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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Dezember 2018 Ovarialkarzinom: Patientinnen profitieren von Late-Line-Therapie mit Niraparib

Die Einführung der PARP-Inhibitoren (PARPi) in die Therapie des rezidivierten Ovarialkarzinoms verursacht einen Paradigmenwechsel: Anstelle der Watch-and-wait-Phasen, die den Chemotherapielinien mit immer kürzeren progressionsfreien Phasen folgten, kann nach Ansprechen auf eine Platin-Therapie eine Erhaltungstherapie mit PARPi erfolgen. Wie die QUADRA-Studie zeigte, profitierten intensiv vorbehandelte Patientinnen auch von einer Late-Line-Therapie mit Niraparib unabhängig von ihrem Platin- oder Mutationsstatus.
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In der einarmigen QUADRA-Studie wurde die Wirksamkeit der Monotherapie mit Niraparib (Zejula®) bei 463 Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom untersucht, die zuvor mind. 4 Tumortherapien erhalten hatten (1). „Es handelte sich um eine problematische Patientenpopulation, bei der zwei Drittel Platin-resistent oder -refraktär waren, 19% eine BRCA-Mutation aufwiesen und 48% HRD (homologous recombination deficiency)-positiv waren“, berichtete Mauricio D‘Incalci, Mailand, Italien. Zudem hatten 27% der Patientinnen vor Niraparib 6 oder mehr Therapielinien erhalten.

Der primäre Endpunkt – die objektive Ansprechrate (ORR) – wurde erreicht. Bei Platin-sensitiven und HRD-positiven Patientinnen in der Viertlinie oder später betrug die ORR 27% (14/51), die Krankheitskontrolle (DCR) lag bei 69% (35/51). Als mediane Ansprechdauer wurden 9,2 Monate ermittelt. Das mediane Gesamtüberleben (OS) aller Patientinnen lag bei 17,2 Monaten, für HRD-positive Patientinnen bei 19 Monaten.

Hervorzuheben ist laut D‘Incalci, dass nicht nur Patientinnen mit Platin-sensitivem Tumor von der Therapie mit Niraparib profitierten, sondern auch Patientinnen mit Platin-resistentem oder -refraktärem Tumor. So betrug die klinische Benefit-Rate (CBR16) für die Subgruppe mit BRCA-Mutation 43%, für BRCA-Wildtyp 28%, für HRD-positiv 33% und HRD-negativ 18%.


Individualisierte Niraparib-Dosis wird besser toleriert

In der randomisierten Placebo-kontrollierten PRIMA-Studie wurde die Startdosis der Niraparib-Erhaltungstherapie – bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, nach Ansprechen auf eine Platin-basierte Erstlinientherapie – abhängig vom Körpergewicht und der Thrombozytenanzahl individuell angepasst: Bei Patientinnen mit einem Körpergewicht < 77 kg oder < 150.000/µl Thrombozyten konnte die Startdosis auf 200 mg Niraparib reduziert werden. Erste Daten der laufenden Studie zeigten, dass die individualisierte Dosierung zu deutlich weniger Blutbildveränderungen führte, verglichen mit einer fixen Startdosis von 300 mg Niraparib (2).

Dr. rer. nat. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: Satellitensymposium „Changing the natural disease course in ovarian cancer – the role of PARPi maintenance“, ESMO, 22.10.2018, München; Veranstalter: Tesaro

Literatur:

(1) Moore KN et al. ASCO 2018; Abstract 5514.
(2) González-Martín A. ESMO 2018; Poster Discussion, Abstract 941 PD.


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