Sonntag, 21. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2016 Osimertinib erweitert Behandlungsspektrum von NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutation

„Für die Therapie des Lungenkarzinoms besteht ein hoher medical need“, sagte Dr. Wilfried Eberhardt, Essen. Die 5-Jahres-Überlebensrate im metastasierten Stadium liegt bei ca. 1%, nur 30-40% der Patienten überleben 1 Jahr. Eine neue Behandlungsoption für NSCLC-Patienten mit T790M-EGFR-Mutation bietet der Tyrosinkinase-Inhibitor Osimertinib (Tagrisso®).
Anzeige:
Fachinformation
Etwa 10% der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit einem Adenokarzinom weisen eine EGFR-Mutation auf – eine wichtige Mutation, für die es Behandlungsmöglichkeiten gibt. EGFR-positive Patienten sollten primär mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) behandelt werden, da dieser einer Platin-basierten Chemotherapie-Dublette in Hinblick auf Ansprechrate (ORR), progressionsfreies Überleben (PFS) und Nebenwirkungsprofil überlegen ist.

Nach 9-14 Monaten ist jedoch mit einem Progress zu rechnen, da sich Resistenzen entwickeln. Klinisch die größte Bedeutung hat die T790M-Mutation, so Eberhardt. Zwei Drittel der Patienten mit Krankheitsprogression weisen die T790M-Mutation auf, und somit kommt für 2 von 3 Patienten nach Versagen einer TKI-Erstlinientherapie eine Behandlung mit Osimertinib in Frage, das für die Secondline-Therapie bei T790M-Mutation zugelassen ist. „Diese neue Behandlungsoption ist eine wesentliche Erweiterung des therapeutischen Spektrums“, sagte Eberhardt. Bisher erhielten EGFR-positive Patienten nach Versagen eines Erstlinien-TKI eine Kombinations-Chemotherapie, mit der ein medianes PFS von 5,4 Monaten erzielt wird.

Die beschleunigte EU-Zulassung von Osimertinib basiert auf den Daten der kombinierten AURA-Phase-II-Studien (AURA extension und AURA2). Die gepoolte Analyse beinhaltet 411 Patienten mit EGFR-mutationspositivem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC und Progress unter TKI-Therapie. Prof. Michael Thomas, Heidelberg, wies darauf hin, dass 39% der Patienten bei Einschluss Hirnmetastasen aufwiesen und „Hirnmetastase“ als Targetläsion definiert werden konnte.

Die ORR nach unabhängigem Review betrug 66,1%, das mediane PFS konnte durch Osimertinib bei Patienten mit T790M-Mutation auf 9,7 Monate verlängert werden. 91% der Patienten erzielten eine Krankheitskontrolle. Die Nebenwirkungen waren meist mild bis moderat. Zu den häufigsten zählten Diarrhoe, Hautausschlag, trockene Haut und Nageltoxizität. Warnhinweise beziehen sich auf interstitielle Lungenerkrankungen, Verlängerung des QT-Intervalls sowie embryonale und fetale Toxizität. Häufig, aber überwiegend nur von Grad 1 und 2, waren unter Osimertinib verminderte Thrombozyten-, Leukozyten- und Neutrophilenzahlen.

Aktuell wird Osimertinib in der randomisierten Phase-III-Studie FLAURA als Erstlinientherapie im Vergleich zu Gefitinib oder Erlotinib bei Patienten mit pathologisch bestätigtem Adenokarzinom und EGFR Ex19del oder L858R-Mutation geprüft.

Falls möglich, sollte die Testung am Biopsiegewebe erfolgen, sagte Prof. Peter Schirmacher, Heidelberg. Falls eine Biopsiegewinnung nicht möglich ist, sollte die T790M-Analyse an zellfreier (cf)DNA aus dem Blut angestrebt werden. Die Bestimmung sollte nur durch einen validierten Test in einer zertifizierten Einrichtung erfolgen. Vorteile der cfDNA sind: Der Test ist wenig invasiv und eine mehrfache Probenentnahme ist möglich. Er ist aber noch nicht in der klinischen Routine etabliert und weniger sensitiv als die Analyse an Tumorbiopsien. Nicht alle Tumoren geben DNA ins Blut ab, eine morphologische Kontrolle ist notwendig und ein negatives Ergebnis muss hinterfragt werden.

as

Quelle: Launch-Pressekonferenz „Tagrisso® – Resistenz überwinden“, DKK, Berlin, 26.02.2016; Veranstalter: AstraZeneca


Das könnte Sie auch interessieren

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Biologie der Tumore besser verstehen, Fortschritte auch bei eher seltenen Krebserkrankungen

Fortschritte wurden in den vergangenen Jahren vor allem beim Brustkrebs, Darm- und Lungenkrebs und insbesondere bei den Lymphomen gemacht. Nun richtet sich das Augenmerk der Forscher verstärkt auf seltenere Tumore. Auch bei diesen mehren sich Berichte über Therapiefortschritte. Ein Paradebeispiel ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. Das wurde bei dem diesjährigen weltgrößten Krebskongress in Chicago, dem ASCO, deutlich. "Wir stehen damit vor einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Osimertinib erweitert Behandlungsspektrum von NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutation"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren