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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2017 NSCLC: Chancen der Kombinationstherapie mit Checkpoint-Inhibitoren

Pneumologen und Onkologen diskutierten die Einsatzmöglichkeiten der Immuntherapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in der Zweit- und auch in der Erstlinientherapie. Dr. Wilfried Eberhardt, Essen, beschrieb die Chancen der Immuntherapie bei Lungenkarzinomen: „Wir sehen, dass wir mit der Immuntherapie vielleicht langfristige Remissionen erreichen können.“
„Seit 2015 etablierten sich Checkpoint-Inhibitoren in der Zweitlinie des NSCLC“, sagte Dr. Sylvia Gütz, Leipzig, „und seit 2017 hat diese Therapie die Chemotherapie für besondere Patientengruppen – PD-L1-Hochexprimierer – verdrängt.“

„Der Großteil der Adenokarzinom-Patienten profitiert derzeit nicht von zielgerichteten Therapien“, sagte Prof. Dr. Martin Kohlhäufl, Gerlingen, da 85% der Patienten keine nachgewiesenen therapierbaren Mutationen aufweisen. Die Diskussion um die Expression von PD-L1 als prädiktivem Marker bleibt weiter offen. Er betonte, dass in den Studien mit Nivolumab, z.B. in  CheckMate -057 (Nivolumab vs. Docetaxel) auch PD-L1-negative Patienten profitierten (1). In Subgruppenanalysen dieser Studie hatte sich auch gezeigt, dass das Ansprechen auf die Immuntherapie keine Frage des Alters ist: Jüngere und ältere Patienten profitieren (2).

Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg, sagte: „Wir haben die Immuntherapie als 5. Säule der Therapie bei Lungenkarzinomen.“ In der Firstline sei es wichtig, die Patienten nach dem Ansprechen in Studien nach PD-L1 zu stratifizieren. Aber auch die Ergebnisse der Firstline-Studie CheckMate -026 (Nivolumab vs. Platin-Doublette) unterstreichen laut Griesinger den Stellenwert der Immuntherapie gegenüber der Kombinations-Chemotherapie. „Bei fast 70% der Patienten ist die Immuntherapie genauso wirksam, aber weniger toxisch“(3).

PD Dr. Niels Reinmuth, Gauting, erläuterte die Möglichkeiten der kombinierten Checkpoint-Blockade: In der Phase-I-Studie CheckMate -012 wurde die Firstline-Kombination aus Nivolumab +/- Ipilimumab in verschiedenen Regimes untersucht. Die erstmals beim ASCO 2016 präsentierten Daten wurden auch stratifiziert nach der PD-L1-Expression der Patienten analysiert (4). Reinmuth fasste zusammen: „In jeder Gruppe hat die Kombination bessere Ansprechraten gezeigt. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Kombination effektiver und verträglicher sein kann.“

Martina Freyer

Quelle: Satellitensymposium „Ein neues Zeitalter mit der Kombination von CTLA-4- und PD-1-Checkpoint-Inhibitoren?“, DGP-Kongress, 24.03.2017, Stuttgart, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Brahmer J et al. N Engl J Med 2015; 373:123-35.
(2) Peters S et al. WCLC 2016; Abstract A03.05.
(3) Socinski M et al. ESMO 2016; Abstract LBA7_PR.
(4) Hellmann MD et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 3001).


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