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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2017 Mammakarzinom: Möglicher Gentest-Standard der Typisierung

Eine exakte Biomarker-Bestimmung hat in der Onkologie einen zunehmenden Stellenwert. Nicht nur lassen sich damit prognostische Aussagen treffen, sondern die Therapieentscheidung basiert in immer größerem Ausmaß auf dem in der Pathologie detektierten Biomarker-Profil. Beim Mammakarzinom setzt sich möglicherweise diesbezüglich gerade ein neuer Standard durch. Der MammaTyper® hat gegenüber der immunhistochemischen Bestimmung hinsichtlich Reproduzierbarkeit/Zuverlässigkeit deutliche Vorteile, wie eine Studie belegte, die Prof. Dr. Zsuzsanna Varga, Zürich, vorstellte.
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Fachinformation
Varga referierte die Ergebnisse einer internationalen prospektiven Multicenter-Studie mit MammaTyper®. Dieser pathologische Test weist die mRNA-Expression der von den St. Gallen-Leitlinien zur Brustkrebsdiagnostik empfohlenen Biomarker HER2 (ERBB2), ER (ESR1), PR (PGR) und des Proliferationsmarkers Ki-67 (MKI67) mit Hilfe der RT-qPCR nach.


Vor allem bei Ki-67 deutliche Vorteile für MammaTyper®

In der nun publizierten Studie wurden die gleichen klinischen Brustkrebsgewebeproben mehrfach in 10 renommierte Pathologien in Europa, China, USA und Kanada mit MammaTyper® analysiert. Die Ergebnisse wurden anschließend auf ihre Reproduzierbarkeit sowohl zwischen den Instituten als auch innerhalb der Institute ausgewertet. Die Daten belegen, dass MammaTyper® – unabhängig vom Ort, vom Zeitpunkt, von den verwendeten Geräten und von der ausführenden Person – nahezu identische Ergebnisse liefert (1).

„Insbesondere bei der Bestimmung des Proliferationsmarkers Ki-67, der für die Unterscheidung der luminalen Brustkrebstypen und für die Prognose von entscheidender Bedeutung ist, zeigte MammaTyper® eine viel präzisere Reproduzierbarkeit im Vergleich zu der Immunhistochemie“, erklärte Varga.

Gerade für die Therapieentscheidung ist eine genaue und zuverlässige Bestimmung der Biomarker von äußerster Relevanz, führte Varga weiter aus. Dabei kommt dem Proliferationsmarker Ki-67 eine besondere Bedeutung zu, da das Ausmaß seiner Expression wesentlich darüber entscheidet, ob das Gewebe molekulargenetisch einem Brustkrebs vom Typ Luminal-A oder -B zugeordnet wird. Und dies wiederum bestimmt die Therapieentscheidung: Patientinnen mit Luminal-B (HR-positiv, HER2-negativ, Ki-67 hoch) profitieren mehr von einer Chemotherapie, wohingegen Erkrankungen mit Luminal-A (HR-positiv, HER2-negativ, Ki-67 niedrig) eher einer endokrinen Therapie zugeführt werden.

Die etablierte Methode der Immunhistochemie, darauf wies Varga ausdrücklich hin, zeige jedoch gerade bei der Ki-67-Bestimmung in Hinblick auf die Reproduzierbarkeit deutliche Defizite auf. „Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass MammaTyper® das Potenzial besitzt, die derzeitigen Standards sowie die Qualität der Brustkrebsdiagnostik wesentlich zu erhöhen.“

Reimund Freye

Quelle: Pressedinner: MammaTyper® – neuer Standard für reproduzierbare Brustkrebstypisierung, im Rahmen der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), 30.06.2017, Berlin; Veranstalter: Biontech

Literatur:

(1) Varga Z et al. Breast Cancer Research 2017; 19:55; doi:10.1186/s13058-017-0848-z.


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