Montag, 17. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019 Erst- oder Folgelinientherapie beim metastasierten oder nicht-resektablen Urothelkarzinom

H. Rexer, AUO Geschäftsstelle, Seestr. 11, 17252 Schwarz, Prof. Dr. C.-H. Ohlmann, Organgruppensprecher der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin, Prof. Dr. A. Stenzl, Leiter der klinischen Prüfung, Universitätsklinikum Tübingen, Klinik und Poliklinik für Urologie, Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen.

Offene, einarmige, Phase-II-, Multicenter-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von INCB054828 bei Patienten mit metastasiertem oder nicht-resektablem Urothelkarzinom bei Vorliegen von FGF/FGFR-Alterationen (FIGHT-201) – AB 67/18 der AUO.
Anzeige:
Fibroblast growth factor (FGF) und FGF receptor (FGFR) sind Onkogene, deren Vorliegen in verschiedenen soliden und hämatologischen Tumoren nachgewiesen werden konnte. Genetische Veränderungen können zu einer vermehrten Expression des FGF-Rezeptors und zu einer Rezeptoraktivierung führen, was dann direkt zu einem unkontrollierten Wachstum von Tumorzellen führen kann. INCB054828 ist ein FGFR-Inhibitor aus der Familie der Tyrosinkinase-hemmer, der selektiv FGFR1, FGFR2 und FGFR3 hemmt und somit für die Behandlung des metastasierten oder nicht-resektablen Urothelkarzinoms mit FGF/FGFR-Veränderungen geeignet erscheint.
 
Abb. 1: Teilnehmende Zentren in Deutschland.
 
Tab. 1: Teilnehmende Zentren für Patientenzuweisungen.
Ort Kontaktdaten
Berlin Prof. Dr. Kurt Miller, Tel.: 030/84 45-25 75, E-Mail: kurt.miller@charite.de
Dresden Uni Prof. Dr. Manfred Wirth, Tel.: 0351/458-24 47, E-Mail: manfred.wirth@uniklinikum-dresden.de
Dresden
Friedrichstadt
Dr. Harald Schmalenberg, Tel.: 0351/480-37 40, E-Mail: Harald.Schmalenberg@klinikum-dresden.de
Hamburg Dr. Gunhild von Amsberg, Tel.: 040/74 10-57 774, E-Mail: g.von-amsberg@uke.de
Köln Prof. Dr. David Pfister, Tel. 0221/478-82 112, E-Mail: david.pfister@uk-koeln.de
Mainz Prof. Dr. Christian Thomas, Tel.: 06131/17-23 04, E-Mail: christian.thomas@unimedizin-mainz.de
Münster Dr. Martin Bögemann, Tel.: 0251/834-74 47, E-Mail: martin.boegemann@ukmuenster.de
Nürtingen Dr. Susan Feyerabend, Tel.: 0170/38 09 233, E-Mail: praxis@studienurologie.de
Tübingen Prof. Dr. Arnulf Stenzl, Tel.: 07071/29-86 613, E-Mail: urologie@med.uni-tuebingen.de


In der vorliegenden einarmigen Studie soll deshalb eine Monotherapie mit INCB054828 mit einer Tagesdosis von 13,5 mg über 2 Wochen gefolgt von einer Woche Therapiepause durchgeführt werden. Dabei werden die Patienten in 2 Kohorten eingeteilt: In Kohorte A sollen Patienten mit FGFR3-Mutationen behandelt werden, während in Kohorte B Patienten mit anderen FGF/FGFR-Veränderungen eingeschlossen werden. Die Studientherapie wird fortgeführt bis zum Auftreten einer Progression oder einer inakzeptablen Toxizität. Seit Herbst 2018 können in einer weiteren Kohorte „A-CD (continuous dose)“ Patienten mit FGFR3-Mutation mit einer kontinuierlichen Tagesdosis (ohne Therapiepause) behandelt werden.

Primärer Endpunkt der Studie ist die objektive Ansprechrate (ORR); sekundäre Endpunkte sind die Wirksamkeit von INCB054828 in den unterschiedlichen molekularen Untergruppen, Sicherheit und Verträglichkeit der Therapie und weitere klinische Wirksamkeitsparameter wie Dauer des Ansprechens (DoR), progressionsfreies Überleben (PFS), Gesamtüberleben (OS) sowie explorative Endpunkte.

In diese internationale Studie sollen in einem Zeitraum von 12 Monaten 240 Patienten eingeschlossen werden, davon ca. 15 in Deutschland. Die teilnehmenden Zentren in Deutschland sind Abbildung 1 zu entnehmen, Kontaktdaten für Patientenzuweisungen finden sich in Tabelle 1. Abbildung 2 zeigt den bisherigen Rekrutierungsverlauf der Studie. Im Folgenden sind die wichtigsten Ein- und Ausschlusskriterien gelistet.
 
Abb. 2: Aktueller Rekrutierungsverlauf.
Abb. 2: Aktueller Rekrutierungsverlauf.



Einschlusskriterien
• Histologisch dokumentiertes metas-tasiertes oder nicht resektables Urothelkarzinom inkl. Primärtumoren von Ureter, Urethra, oberem Harntrakt, Nierenbecken und Harnblase
• dokumentierte FGF/FGFR-Veränderungen und entweder mindestens eine Vortherapie oder fehlende Chemotherapie bei schlechtem ECOG-PS (2+) UND unzureichender Nierenfunktion
• Unterzeichnete Einverständniserklärung


Ausschlusskriterien
• Vorherige Gabe eines selektiven FGFR-Inhibitors
• Laborwertabweichungen bei Phosphat und Kalzium im Serum
• Dialysepflicht

Leiter der Studie (LKP) in Deutschland ist Prof. Dr. Arnulf Stenzl; seine Aufgaben liegen in der medizinischen Durchführung der Studie, der Abwägung von Nutzen-Risiko der Studie, Umsetzung des Prüfplans in ärztlichen Belangen in Deutschland. Er ist Ansprechpartner für Ethikkommission und Behörden und mit zuständig für die abschließende ärztliche Bewertung der Ergebnisse. Sponsor der Studie ist die Firma Incyte Corporation, Wilmington Delaware. Die Studie ist unter der Nummer NCT02872714 bei clinicaltrials.gov registriert.


Weitere Details zur Studie finden Sie auf www.med4u.org/14531

Das könnte Sie auch interessieren

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur Armutsfalle.

HPV-Impfung schützt vor Krebs

HPV-Impfung schützt vor Krebs
© pixelaway - stock.adobe.com

Krebsprävention ist eine zentrale Strategie im Kampf gegen Krebs. Zur Prävention zählen auch Impfungen, mit denen vielen Krebserkrankungen gezielt vorgebeugt werden kann. Beispiel: Humane Papillomviren (HPV), deren Hochrisiko-Typen für Gebärmutterhalskrebs und andere Krebserkrankungen verantwortlich sind. Doch es gibt eine wirksame und gut verträgliche Impfung, die vor der Infektion mit HPV schützt und der Entwicklung von Krebs vorbeugt. Wer sollte sich...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erst- oder Folgelinientherapie beim metastasierten oder nicht-resektablen Urothelkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2019
  • Erhöhte Knochendichte ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bei aggressiver systemischer Mastozytose
  • Neue ITP-Leitlinien der ASH unterstreichen die Bedeutung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten für die Zweitlinientherapie der ITP
  • Registerdaten aus dem klinischen Alltag zur CAR-T-Zell-Therapie bei DLBCL-Patienten
  • CML: Real-world-Daten zeigen besseres zytogenetisches und molekulares Ansprechen durch Zweitgenerations-TKI
  • Polycythaemia Vera: Post-hoc-Analyse des Langzeitansprechens auf Ruxolitinib
  • Transfusionspflichtige Myelodysplastische Syndrome: Ansprechen auf Eisenchelation geht im klinischen Alltag mit Überlebensverbesserung einher
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Verhältnis von RNA- und DNA-basierten quantitativen KIT D816V-Mutationsanalysen prognostisch relevant
  • Ruxolitinib moduliert Mikroenvironment des Knochenmarks bei der Myelofibrose
  • CML: TIGER-Studie bestätigt tiefes und anhaltendes molekulares Ansprechen unter Nilotinib-basierter Therapie
  • Sichelzellanämie: Reduktion schmerzhafter vaso-okklusiver Krisen verringert Organschädigungen und verbessert Lebensqualität