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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

09. März 2016 Aktueller Blick auf Zervixkarzinom und Hautkrebs

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Fachinformation

Priv.-Doz. Dr. med. Bastian SchillingBösartige Tumorerkrankungen ursächlich zu verhindern ist ein erstrebenswertes Ziel. Aufgrund der Tatsache, dass Humane Papillomaviren (HPV) in den allermeisten Fällen für die Entstehung von Zervixkarzinomen verantwortlich sind, gelang die Entwicklung von effektiven Vakzinen, die die onkogene Infektion verhindern können. Diese Entwicklungen werden im Artikel von Prof. Hillemanns präzise und differenziert dargestellt. Insbesondere den Einsatz von HPV-Tests als Screening-Instrument und sich daraus ergebende Diagnostik-Algorithmen stellt der Autor dar und weist auf eine entscheidende Voraussetzung für erfolgreiche Primär- und Sekundärprävention hin: Effektive Impfstoffe und Früherkennung nutzen nur, wenn sie in Anspruch genommen werden. Die Erfahrungen etablierter Vorsorgen könnten auch für vergleichsweise neuere Initiativen wie dem Hautkrebsscreening hilfreich sein.

Es ist zu erwarten, dass weiterhin Therapien für invasive und lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankungsstadien des Zervixkarzinoms benötigt werden. Die Artikel von Prof. Marnitz-Schulze sowie von Prof. Mallmann beschäftigen sich insbesondere mit der synergistischen Wirkung von Strahlen- und Chemotherapie, und es werden die verfügbaren Studiendaten zur palliativen und (neo-)adjuvanten Radiochemotherapie diskutiert. Hier ist zu erwähnen, dass die virale Genese und die erfolgreiche Vakzinierung darauf hindeuten, dass die bei anderen Tumoren bereits zugelassene Immuntherapie mittels PD-1-Blockade auch beim Zervixkarzinom klinisch wirksam sein könnte. Dies wird aktuell beispielsweise in der Phase-I/II-Studie CA209-358 erprobt, in die auch Erkrankte mit anderen virusassoziierten Malignitäten wie z.B. dem Merkelzellkarzinom eingeschlossen werden können. Interessant ist hier auch, dass die Studie für jede Entität eine metastatische und eine neoadjuvante Kohorte hat.

Die klinische Wirksamkeit der PD-1-Blockade könnte durch Kombinationen gesteigert werden. Dies gilt nicht nur für die Immuntherapie, sondern auch für die kombinierte zielgerichtete Therapie, wie in dieser Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE für das Melanom dargestellt. Weiterhin gilt es in der Melanomtherapie aber erheblichen Herausforderungen zu begegnen. Die Wirksamkeit der modernen Therapeutika ist im Vergleich zu extrakraniellen Metastasen bei Hirnmetastasen geringer. Dieser Aspekt, ebenso wie die Tumorbiologie von Hirnmetastasen werden von Prof. Tabatabai in ihrem Artikel intensiv und detailliert besprochen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Prävention und Therapie des Zervixkarzinoms und von Hautkrebs weiter entwickeln werden. Auch zukünftig scheint ein reger interdisziplinärer und professioneller Austausch sinnvoll, um von den Ideen, Erfolgen und Misserfolgen in verschiedenen Tumorentitäten zu lernen und so die Patientenversorgung schlussendlich stetig zu verbessern.

Ihr

Priv.-Doz. Dr. med. Bastian Schilling


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