Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2018 ALK+ NSCLC: Neue ALK-Inhibitoren verändern Therapielandschaft

Beim fortgeschrittenen, ALK-positiven (ALK+) nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) ermöglichen neue Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) eine ALK-spezifische Sequenztherapie. Auf einem Symposium auf dem Herbstkongress der AIO diskutierten Experten die medikamentösen Optionen in der Erst- sowie den Folgelinien bei Resistenz auf den bisherigen Erstlinien-Standard Crizotinib.
Anzeige:
Fachinformation
Dr. Martin Sebastian, Frankfurt, machte auf die immer noch geringe Test-Rate bezüglich der ALK-Mutationen aufmerksam, die lediglich bei 75% der in Frage kommenden Patienten liegt. „Es sollten jedoch alle Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom im Stadium IV eine solche Testung erhalten, sowie alle Patienten im Stadium IV mit Plattenepithelkarzinom ohne relevante Nikotin-Anamnese“, sagte er. Selbst wenn der ALK-Test positiv sei, bekämen bisher lediglich 41% dieser Patienten Crizotinib in der ersten Linie, die anderen Patienten erhielten eine Chemotherapie.

Obwohl in der ersten Behandlungslinie voraussichtlich bereits aktuell oder in naher Zukunft noch andere ALK-Inhibitoren außer Crizotinib zur Verfügung stehen, bleibe das Problem der Resistenzmutationen bestehen, sagte PD Dr. Niels Reinmuth, München. Auch in der zweiten Linie seien ALK-spezifische Medikamente eine bessere Option als eine Chemotherapie; dies habe z.B. die ASCEND-5-Studie (1) mit Ceritinib gezeigt, so Reinmuth.


Neuer TKI gegen alle Resistenzen einsetzbar

Brigatinib ist ein neuer ALK-TKI, der nach heutigem Wissensstand gegen alle gängigen Varianten einer ALK-Resistenzmutation nach Crizotinib-Versagen einsetzbar ist. Dies dokumentierten die ersten Zwischenergebnisse der Phase-II-Studie ALTA mit 222 ALK+ Patienten, die entweder durchgängig 90 mg 1x täglich (Gruppe A) oder 180 mg/d mit 7-tägiger Einleitung mit 90 mg/d (Gruppe B) erhielten.

Unter Brigatinib erreichte das Hochdosis-Kollektiv B ein medianes progressionsfreies Überleben (mPFS) von 16,7 Monaten gemäß Independent Review Committee und von 15,6 Monaten nach Beurteilung durch den Prüfarzt. Gruppe A erreichte ein mPFS von 9,2 Monaten. Bei den unerwünschten Wirkungen traten Übelkeit, Diarrhoe und Husten in der höher dosierten Gruppe deutlich öfter auf; Kopfschmerzen und Erbrechen waren ähnlich häufig (2, 3). Das mediane Gesamtüberleben (mOS) war in beiden Kohorten innerhalb des momentan zu überschauenden Beobachtungszeitraums noch nicht erreicht. Die intrakranielle objektive Ansprechrate bei Patienten mit messbaren Hirnmetastasen betrug in Gruppe B 67% und in Gruppe A 50%.

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium „Erst 1, dann 2, dann 3, dann …?“, AIO, 17.11.2017, Berlin; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Scaliotti et al. ESMO 2016, LBA 42.
(2) Camidge DR et al. 18th World Congress of Lung Cancer, Yokohama, Japan, 2017;Poster P1.01-001, abstr. 8035.
(3) Camidge DR et al. 18th World Congress of Lung Cancer, Yokohama, Japan, 2017;Poster P1.01-004, abstr. 8346.


Das könnte Sie auch interessieren

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"ALK+ NSCLC: Neue ALK-Inhibitoren verändern Therapielandschaft"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren